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EU beschließt Ausnahmen beim Verbot von russischem LNG
Die Europäische Union hat am Mittwoch eine befristete Ausnahme vom ab 2027 geplanten Importverbot für russisches LNG beschlossen, Teil des 21. Sanktionspakets gegen Russland. Die Ausnahme betrifft nicht die Lieferverträge selbst, sondern den Transport durch EU-geflaggte Schiffe in Nicht-EU-Länder, vor allem relevant für Yamal-LNG und die Eisbrecher-Flotte des griechischen Betreibers Dynagas. Hintergrund war ein griechisches Veto gegen ein umfassenderes Transportverbot, da Athen um das Russland-Geschäft seiner Reeder fürchtete. Die Regelung ist auf zwölf Monate befristet, verlängerbar und deckelt die Menge, die ein einzelnes Unternehmen transportieren darf, auf das Volumen, das es 2025 insgesamt bewegt hat. Arctic LNG 2 bleibt von der Ausnahme ausgeschlossen und unterliegt weiterhin direkten EU- und US-Sanktionen. Für EU-Käufer selbst ändert sich nichts, das Importverbot ab 1. Januar 2027 bleibt bestehen. Der Mengenrahmen zeigt die Ausgangslage: Europa nahm 2025 rund 14,94 von insgesamt 19,43 Mio. t Yamal-LNG-Exporten ab, rund 77 Prozent, der Rest ging nach Asien, wo China mit 3,46 Mio. t hinter Frankreich und Belgien drittgrößter Abnehmer war. Im laufenden Jahr ist der europäische Anteil bereits auf rund 91 Prozent gestiegen. Mit Wegfall des europäischen Absatzes dürften Yamal-Ladungen künftig überwiegend nach Asien umgeleitet werden, mit längeren Routen über das Kap der Guten Hoffnung.
Strom-Spotauktion für Samstag, den 25.07.2026: Windiger Samstag lässt Preise sinken
Am morgigen Samstag steigt die Windeinspeisung von 7,9 auf 10,7 GW, während der PV-Ertrag circa 1 GW schwächer als heute ausfällt. In Verbindung mit der schwachen Wochenendnachfrage sinkt der deutsche Strom-Spotmarktpreis. Der Baseloadpreis für den Liefertag Samstag sinkt um 30,2 Prozent auf 91,12 Euro/MWh. Das Tagesmaximum beträgt 176,87 Euro/MWh um 19:45 Uhr. Der Tagestiefstpreis liegt bei minus 15,01 Euro/MWh um 14:00 Uhr. Die Windeinspeisung steigt in den kommenden Tagen mit einer Spitze von rund 18 GW am Montag an, danach folgen unterdurchschnittliche Erträge zwischen 4,3 und 6,4 GW. Die PV-Einspeisung fällt am 26.07. auf circa 13 GW, davor und danach wird allerdings ein hoher Ertrag von rund 20 GW erwartet. Die Durchschnittstemperaturen steigen besonders gegen Ende des Monats auf außerordentlich hohe 27 Grad Celsius.
Es kommt die nächste krasse Hitzewelle - Stresstest für den Energiemarkt!
Strom- und Gasmärkte bleiben unter Anspannung – CO2 etwas schwächer
Die Stromterminmärkte setzten ihren Aufwärtstrend im Wochenverlauf fort, wobei insbesondere der deutsche Strom Cal 27 Base Future deutlich zulegte, bevor zum Wochenschluss Gewinnmitnahmen für eine leichte Korrektur sorgten. Haupttreiber der Entwicklung waren weiterhin hohe Gaspreise sowie bis Wochenmitte eine Erholung am CO2-Markt, nachdem dieser am Freitag in der Vorwoche kurzfristig noch negativ auf die ETS-Reformen reagiert hatte. Ab Donnerstag ging es bei den EUAs aber ebenfalls nach unten. Der Gasmarkt blieb der wichtigste Einflussfaktor, gestützt durch geopolitische Spannungen, eine begrenzte LNG-Verfügbarkeit, Wartungsarbeiten an Exportanlagen und die Konkurrenz mit Asien, wodurch die Risikoprämien hoch blieben. Am Strom-Spotmarkt führte insbesondere die eingeschränkte französische Kernkraftkapazität zu anhaltendem Preisdruck und einer hohen Volatilität, wobei keine negativen Strompreise auftraten, die Preise jedoch mehrfach die Nulllinie erreichten. Insgesamt sprechen die aktuellen Fundamentaldaten trotz der Gewinnmitnahmen zum Wochenschluss weiterhin für ein erhöhtes Preisniveau an den Energiemärkten.
Öltanker schalten Transponder bei der Fahrt durch das Rote Meer ab
Mehrere Öltanker setzen ihre Fahrten durch die Meerenge Bab al-Mandab trotz der verschärften Sicherheitslage fort, allerdings schalten einzelne Schiffe dabei ihre Transponder ab, um ihre Position nicht öffentlich sichtbar zu machen. Nach den ersten Huthi-Angriffen auf saudische Schiffe wägen Reedereien zunehmend zwischen der riskanten Route durch das Rote Meer und dem längeren, teureren Umweg um Afrika ab. Die Europäische Union empfiehlt Handelsschiffen nach Hafenanläufen in Saudi-Arabien, ihre Transponder abzuschalten, während einzelne Tanker ihre Routen bereits angepasst haben.
Große Bodenbildung beim Strom Frontjahr Base (roll.) abgeschlossen - Kursziel 139 Euro/MWh
Überraschend negative Korrelation von Gas zu Öl (5-Minutenchart)
Brent Crude mit kurzfristiger multipler SKS-Formation
Welt: Stimmung der Unternehmen im Juli erstaunlich gut – noch…
Mit Spannung erwartet das Gros der Strategen und Makroanalysten zurzeit die Umfrageergebnisse der Unternehmen. Und da standen bzw. stehen heute zahlreiche Einkaufsmanagerindizes (PMI) aus aller Herren Länder an. Zwar kann im Vorfeld in Talkrunden oder Interviews auf der Empore der Frankfurter Börse gemutmaßt werden, den Effekt der geopolitischen Lage im Nahen und Mittleren Osten auf die Stimmungsbarometer letztendlich genau zu prognostizieren, muss aber zwangsläufig ein Wagnis bleiben.
Nachdem der deutsche ZEW-Index für Juli Anfang der Woche schon überraschend gut ausgefallen war und sich das französische INSEE-Unternehmensvertrauen zumindest nicht eintrübte, konnte für die PMIs ebenfalls Positives erwartet werden. Das war dann aber doch nur teilweise der Fall. So fiel bspw. entsprechende Index des Verarbeitenden Gewerbes in Frankreich vorläufigen Angaben zufolge von 51,2 auf 50,0 Punkte (erwartet: 51,0 Punkte) und auch in Indien kam es zu einem kleinen Minus von 54,2 auf 53,9 Punkte. Dafür überraschte aber Japan mit stabilen 54,7 Punkten und vor allem das deutsche Pendant mit einem Anstieg von 50,3 auf 52,2 Punkte (erwartet: 50,5 Punkte). Folglich kam es auf EU-Ebene zu einer Stimmungsaufhellung im Verarbeitenden Gewerbe von 51,4 auf 52,0 Punkte. Auch im Dienstleistungssektor kam es im Juli in Deutschland und in Frankreich zu einer Stimmungsverbesserung, wenn auch die entsprechenden Indizes weiterhin knapp unter der 50%-Expansionsschwelle liegen.
Fazit: Für die Rohstoffmärkte bedeuten die heutigen PMIs einen kleinen Rückenwind, zumal auch das Ausland mit Ausnahme Indiens bislang guten Zahlen vorgelegt hat. Im weiteren Tagesverlauf folgen noch Großbritannien und die USA. Inwieweit der Stimmungsaufhellung getraut werden darf, muss abgewartet werden. An deren Nachhaltigkeit bestehen erhebliche Zweifel. Der massive Anstieg der fossilen Rohstoffpreise und der EUAs, der spürbare Zinsanstieg von Staatsanleihen in aller Welt aufgrund der Inflationsauftriebs und damit verbunden den wahrscheinlichen fortgesetzten Leitzinserhöhungen sowie ein nun offenbar einknickender Aktienmarkt sind Vorboten einer Stimmungseintrübung, die dadurch merklich verstärkt wird, dass es keine Lösung im USA-Iran-Konflikt zu geben scheint und der US-Präsident neue Zölle gegen 60 Handelspartner angekündigt hat.
Korrektur an den Aktienmärkten mit Auswirkungen auf die EUAs
Die Korrektur an den EUA-Märkten könnte sich noch beschleunigen, wenn die Aktienmärkte Verkaufssignale generieren. Der EuroStoxx 50 steht kurz vor der Ausbildung einer Schulterkopf-Schulter-Formation. Die Nackenlinie befindet sich bei 6.180 Punkten. Hier befinden sich auch das untere Bollinger Band und die 50-Tage-Linie. Schließt der EuroStoxx unterhalb dieser Kumulationszone, ist mit einem stärkeren Abverkauf zu rechnen. Mögliche Kursziele liegen bei 6.000 bis 5.935 Zählern. Wird diese charttechnische Weichenstellung einer oberen Umkehr vollzogen, dürfte dies auch nicht spurlos an den EUA-Märkten vorbei laufen. Zuletzt hatten wir in unserer DailyTrading CO2-Analyse formuliert: „Die EUAs sind eigentlich das Commodity, das eine Korrektur am ehesten rechtfertigen würde. Denn die wirtschaftlichen Risiken aufgrund des US-Iran-Krieges und der damit verbundenen Inflationssorgen, einhergehend mit steigenden Zinsen und Energiekosten (in der Folge Konsumzurückhaltung) reißen nicht ab. Auch die Aktienmärkte zeigen sich konsolidierend. Impulse von den Finanzmärkten und aus der Wirtschaft bleiben zurzeit folglich aus. Von daher stellt sich die Frage, ob die EUAs aus eigener Kraft weiter steigen können.“ Die Aktienmärkte gehen mehr und mehr in den Risk-Off-Modus über, was auch die EUAs belasten dürfe.
EUA-Korrektur läuft erstes Retracement an
Brent Crude testet 100-Dollar-Marke
CO2-Marktbericht KW 30 / 2026: Preiseffekt der EU-ETS-Reformpläne kommt verzögert
Am Freitag der vergangenen Handelswoche hatte der Markt noch eine unentschlossene Reaktion auf die Reformvorschläge der EU-Kommission gezeigt und schloss nach einem volatilen Handelstag nahezu unverändert. Über das Wochenende scheint bei den Marktteilnehmern allerdings die Erkenntnis gereift zu sein, dass die Reformen kurzfristig wenig Entlastung bringen dürften. Am Montag legte der EUA Dez. 26-Future um 5,6 Prozent zu und schloss bei 83,95 Euro/t CO2. In der Spitze ging es bis auf 84 Euro/t CO2 nach oben. Nach einer Konsolidierung am Dienstag zogen die Notierungen am Mittwoch erneut kräftig an, die EUAs schlossen rund 4 Prozent fester bei 86,40 Euro/t CO2. Am Donnerstag kann die Rally bislang nicht weiter fortgesetzt werden, es kommt zu Gewinnmitnahmen. Am Nachmittag gegen 14:30 Uhr notierten die EUAs knapp über 85 Euro/t CO2.
EU-ETS-Reform entlastet wohl vor allem die 2030er-Jahre
Die EU-Kommission hat am Freitag das lange erwartete Reformpaket des EU-Emissionshandelssystems veröffentlicht. Die wesentlichen Änderungen der Reform, die zum EU-Ziel einer Emissionsminderung um 90 Prozent bis 2040 beitragen soll, betreffen zunächst das Tempo der Verknappung: Der jährliche Kürzungsfaktor soll zwischen 2031 und 2035 von bisher bis zu 4,4 Prozent auf 3,7 Prozent und zwischen 2036 und 2040 auf 1,7 Prozent sinken, wodurch die Zertifikate erst in den späten 2040er-Jahren vollständig auslaufen würden. Zudem plant die Kommission einen Investitionsmechanismus mit 400 Millionen Zertifikaten sowie eine Dekarbonisierungsbank mit 100 Milliarden Euro, unterstützt durch zunächst feste Prämien und später CO2-Differenzverträge. Mindestens 50 Prozent der nationalen Einnahmen sollen in die erfassten Sektoren zurückfließen, kostenlose Zuteilungen stärker an Dekarbonisierungspläne gekoppelt werden. Energieintensive Branchen wie Stahl, Zement oder Aluminium erhalten sie bis 2038. Die Marktstabilitätsreserve wird mit geringerer Entnahmerate angepasst. Zwischen 2036 und 2040 sollen bis zu 260 Millionen internationale Zertifikate, zwischen 2031 und 2040 bis zu 250 Millionen Tonnen dauerhafte CO2-Entnahmen einbezogen werden. Ergänzend wird der Anwendungsbereich ab 2029 auf Teile des Luftverkehrs, kleinere Schiffe sowie schrittweise die Müllverbrennung ausgeweitet.
Spielraum beim Emissionspfad der EU-ETS-Reform
Der Berichterstatter des Europäischen Parlaments für die Reform des EU-ETS, Peter Liese, hält Änderungen am von der Europäischen Kommission vorgeschlagenen Emissionspfad nach 2030 weiterhin für möglich. Während die Kommission eine langsamere Verknappung der Emissionszertifikate zur Entlastung der Industrie vorsieht, fordern Sozialdemokraten und Grüne einen ambitionierteren Reduktionspfad, um ein starkes CO2-Preissignal für Investitionen in die Dekarbonisierung zu erhalten. Marktanalysten und Umweltverbände warnen, dass die geplanten Anpassungen zu einem länger anhaltenden Überschuss an Emissionszertifikaten und sinkenden CO2-Preisen führen könnten. Wirtschaftsvertreter begrüßen dagegen mehr Planungssicherheit und fordern, dass steigende CO2-Kosten mit einem schnelleren Ausbau von Netzen, Speichern und bezahlbarer Energie einhergehen. Die Verhandlungen zwischen dem Europäischen Parlament und den Mitgliedstaaten sollen bis Ende des ersten Quartals 2027 abgeschlossen werden.
CoT-Report: Investmentfonds bauen Netto-Long-Position weiter ab
Der EUA-Dezember-26-Future bewegte sich in der CoT-Berichtswoche vom 13. bis 17. Juli 2026 kaum vom Fleck und auch die Veröffentlichung der EU-Reformpläne zum EU-ETS sorgte zum Ende der Woche zunächst nur für Volatilität ohne klare Richtung. Die Investmentfonds setzten in diesem Umfeld ihre bereits in der Vorwoche eingeleitete Short-Ausrichtung fort. Die Netto-Long-Position der Fonds sank von 50,3 auf 43,1 Mio. EUA. Das entspricht einem Rückgang um 7,2 Mio. EUA beziehungsweise 14,3 Prozent gegenüber der Vorwoche. Auf der Long-Seite bauten die Fonds ihre Positionen von 69,6 auf 63,6 Mio. EUA weiter ab. Der Rückgang um 5,9 Mio. EUA beziehungsweise 8,5 Prozent zeigt, dass der bereits in der Vorwoche begonnene Abbau der Long-Seite anhielt. Gleichzeitig stockten die Fonds ihre Short-Positionen von 19,2 auf 20,5 Mio. EUA auf. Die Daten spiegeln den Kursanstieg seit Montag wegen der Meldeverzögerung noch nicht wider.
Strom-Spotauktion für Freitag, den 24.07.2026: Windertrag schwach, Spotpreise steigen moderat
Die Wind- und PV-Leistung entwickelt sich am morgigen Freitag gegenläufig. Der Windertrag sinkt von 18 auf 7 GW, während der PV-Ertrag von 13,4 auf 17,5 GW steigt. Insgesamt steigen die Preise am deutschen Strom-Spotmarkt. Der Baseloadpreis für den Liefertag Freitag steigt um 10,9 Prozent auf 130,53 Euro/MWh. Das Tagesmaximum beträgt 211,97 Euro/MWh um 20:45 Uhr. Der Tagestiefstpreis liegt bei 3,23 Euro/MWh um 15:00 Uhr. Die Windeinspeisung steigt nach der morgigen Schwäche bis Montag auf 12,5 GW. Danach sehen die aktuellen Prognosen allerdings schwach aus, mit Werten zwischen 4 und 6 GW. Die PV-Leistung ist am Sonntag und Montag mit rund 13 GW zwar schwach, steigt in KW 31 jedoch auf 20 GW. Neueste Modellläufe zeigen ab dem 29.07. deutlich wärmere Temperaturen mit Durchschnittswerten über 24 Grad Celsius bis zum 05.08.
Nächste Hitzewelle rückt an, französische Strom-Futures ziehen an
Der französische Strommarkt zeigt sich derzeit sehr bullish. Der Strom FR August Base verteuerte sich am Mittwoch um 15,6 Prozent, am heutigen Donnerstag ging es zunächst weiter aufwärts bis 115,19 Euro/MWh im Tageshoch, bevor am frühen Nachmittag Gewinnmitnahmen einsetzen. Die Meldung, dass EDF die geplante hitzebedingte Leistungsdrosselung des Kernkraftwerksblocks St. Alban 2 für Donnerstag aufgehoben hat und das vorgesehene Volumen der temperaturbedingten Einschränkungen von 6,7 GW auf 5,6 GW beziehungsweise von 10,7 Prozent auf 8,9 Prozent der gesamten Kernkraftwerksleistung sinkt, konnte den Aufwärtstrend nicht bremsen. Im Fokus steht stattdessen die drohende Hitzewelle zum Monatswechsel, die zusätzlich auf schwache Windeinspeisung treffen könnte. Die Prognosesicherheit für deutlich überdurchschnittliche Temperaturen in Frankreich und Deutschland sowie eine schwächere Windstromerzeugung bis Anfang August nimmt zu, das Wetterphänomen träfe damit auf ohnehin hohe Gaspreise.
Tropensturm Bertha erreicht US-Öl- und LNG-Infrastruktur
Tropensturm Bertha bremst als erstes Wetterereignis der Saison die US-Öl- und Gasförderung. Chevron hat den Betrieb seiner Petronius-Anlage im Golf von Mexiko eingestellt und das zugehörige Personal an Land verlegt, während andere Chevron-Anlagen im „Golf von Amerika“ nach Unternehmensangaben auf Normalniveau weiterlaufen. Die Sturmstärke gilt trotz des frühen Auftretens als vergleichsweise moderat, gespeist von nahezu rekordwarmen Golfgewässern. Bertha ist erst der zweite benannte Sturm der laufenden Atlantiksaison, die bislang ungewöhnlich ruhig verlief, was mehrere Wetterdienste mit einem erstarkenden El-Niño-Muster in Verbindung bringen. Die NOAA rechnet entsprechend mit einer 55-prozentigen Wahrscheinlichkeit für eine unterdurchschnittliche Saison, 35 Prozent nahe Normal und nur 10 Prozent für eine überdurchschnittliche. Der Sturmpfad verläuft nahezu ost-westlich entlang der Golfküste und damit über weite Teile des US-LNG-Exportkorridors, darunter Plaquemines, Cameron, Calcasieu Pass, Sabine Pass, Golden Pass und Port Arthur, mit Freeport am Rand des Sturmkegels. Nach Marktschätzungen liegen damit rund 130 Mio. t/Jahr an operierender und weitere rund 40 Mio. t/Jahr an im Bau befindlicher LNG-Kapazität innerhalb der 5-Tage-Prognosezone.
Katar verlängert Force Majeure, Huthi-Eskalation im Roten Meer
QatarEnergy bereitet laut Bloomberg-Berichten unter Berufung auf mit dem Vorgang vertraute Personen eine Verlängerung der Force-Majeure-Erklärung auf LNG-Lieferungen bis Mitte Oktober vor. Der Schritt würde die seit Anfang März bestehende Lieferunterbrechung nahtlos in das komplette Winterbeschaffungsfenster hinein verlängern, in dem europäische und asiatische Käufer traditionell Speicher auffüllen. Katar hatte die Force Majeure erstmals Anfang März ausgerufen, nachdem iranische Drohnen- und Raketenangriffe die Anlagen Ras Laffan und Mesaieed beschädigt und die Straße von Hormus weitgehend unpassierbar gemacht hatten.
Parallel dazu kommt es derzeit zu einer weiteren Eskalation im Roten Meer. Die Huthis erklärten, zwei Öltanker angegriffen zu haben, während das UK Maritime Trade Operations Center einen Tankerangriff südwestlich von Al Shuqaiq an der saudischen Rotmeerküste meldete. Dies unterstreicht, dass der Konflikt inzwischen über die Straße von Hormus hinausreicht. Brent-Rohöl zog im Zuge der Angriffsmeldungen weiter an und notiert am frühen Nachmittag nur noch knapp unterhalb der 100-US-Dollar-Marke. Seit dem Tief bei fast 70 US-Dollar/bbl Anfang Juni hat sich das schwarze Gold damit um rund 40 Prozent verteuert.
Außerdem berichtet Reuters, dass Käufer in Europa und Asien angesichts gestiegener Versicherungskosten für Lieferungen aus der Golfregion niedrigere Preise und zusätzliche Liefergarantien von Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten einfordern. Ferner verlangen Käufer Garantien für Ersatzladungen im Falle weiterer Lieferausfälle, etwa aus Katars eigenem Golden-Pass-LNG-Terminal in den USA. Edison-Chef Nicola Monti brachte die veränderte Risikolage gegenüber Reuters auf den Punkt: „Wer im Golfraum neue Verträge abschließt, muss künftig auch steigende Versicherungskosten einkalkulieren.“
Ölmarkt bullish, aber rekordhohe Ölbestände auf See dämpfen noch
US-Präsident Donald Trump drohte dem Iran am Mittwoch mit Angriffen auf Brücken, Kraftwerke und weitere zivile Infrastruktur, falls erneut Schiffe in der Straße von Hormus beschossen werden. Solche Angriffe bergen das Risiko von iranischen Gegenschlägen auf die Energieinfrastruktur in der Golfregion. Die Straße von Hormus ist unterdessen weiterhin de facto blockiert, was die Ölpreise in den letzten Tagen deutlich nach oben getrieben hat. der Brent Crude Frontmonat notiert um 17:30 Uhr bei 94 USD/bbl. Rekordhohe Ölbestände auf See von rund 1,35 Milliarden Barrel laut Kpler dämpfen jedoch kurzfristig den weiteren Preisanstieg. Besonders große Mengen russischen, iranischen und US-amerikanischen Rohöls sind bereits unterwegs, sodass Raffinerien kurzfristig über einen Versorgungspuffer verfügen. Bleiben die Exporte aus dem Persischen Golf länger auf dem zuletzt niedrigeren Niveau, dürfte dieser Puffer schrumpfen und den Preisdruck bei mittelschweren schwefelhaltigen Rohölsorten verstärken. Je länger die Straße von Hormus gesperrt bleibt, desto wahrscheinlicher wird ein solches Szenario. Zusätzlich wird die Situation am Ölmarkt durch die Blockade der Meerenge Bab el-Mandab erschwert. Die Huthis bedrohen hier saudi-arabische Öllieferungen.
Netto-Gaseinspeicherung zu gering, um Speicherziele zu erreichen
Seit Anfang Juni zeigt sich zwar eine kontinuierliche Netto-Einspeicherung in die deutschen Gasspeicher, die Dynamik bleibt jedoch deutlich hinter dem zurück, was für eine komfortable Vorbereitung auf den Winter erforderlich wäre. Die täglichen Netto-Einspeicherungen bewegen sich überwiegend zwischen 500 und 1.000 GWh pro Tag und liegen damit im unteren Bereich der in den vergangenen Jahren beobachteten Bandbreite. Aus fundamentaler Sicht bleibt die Speicherentwicklung deshalb einer der wichtigsten preistreibenden Faktoren am europäischen Gasmarkt. Gashändler beobachten die täglichen Einspeicherraten sehr genau, da mit jedem Tag unterdurchschnittlicher Speicherbefüllung der Druck auf die verbleibende Injektionssaison zunimmt. Gleichzeitig konkurriert Europa weiterhin mit Asien um verfügbare LNG-Lieferungen, und hier hat sich der Spread zuletzt zu Lasten Europas entwickelt. Mehr US-LNG dürfte den Weg nach Asien finden. Die vergleichsweise schwachen Einspeicherraten nähren zunehmend Zweifel daran, dass die europäischen Speicher bis Ende Oktober / Anfang November die angestrebten Füllstände erreichen können. Zwar wurden die europäischen Speicherregelungen inzwischen flexibler ausgestaltet und die Zielvorgaben gegenüber den Vorjahren gelockert, dennoch bleibt die Ausgangslage anspruchsvoll. Wir gehen davon aus, dass ohne deutlich höhere Einspeicherraten oder außergewöhnlich hohe LNG-Importe das Erreichen der Zielwerte schwieriger wird. Für den TTF-Gasmarkt wirkt diese Entwicklung weiterhin preisstützend. Solange sich die Netto-Einspeicherung nicht nachhaltig beschleunigt oder zusätzliche Angebotsimpulse den Markt entlasten, dürfte die Risikoprämie für den kommenden Winter bestehen bleiben und die Preise auf einem erhöhten Niveau stabilisieren.
Intraday-Korrelation von TTF Gas FM und Brent Crude FM hoch
Medium-term Gas-Algo kauft 1 MW TTF Gas Cal 27
Strom-Spotauktion für Donnerstag, den 23.07.2026: Erneuerbare wechselhaft, Preise ziehen an
Die Wind- und PV-Leistung nimmt am morgigen Donnerstag ab. Der Windertrag sinkt von 24,6 auf knapp 20 GW, während der PV-Ertrag von 12,8 auf 11,6 GW sinkt. Dementsprechend steigen die Preise am deutschen Strom-Spotmarkt. Der Baseloadpreis für den Liefertag Donnerstag steigt um 17,1 Prozent auf 117,65 Euro/MWh. Das Tagesmaximum beträgt 197,50 Euro/MWh um 20:45 Uhr. Der Tagestiefstpreis liegt bei 0,00 Euro/MWh um 13:45 Uhr. Im Tagesprofil erkennt man von 13:30 Uhr bis 15:45 Uhr eine flache Mittagsdelle nahe der 0,00-Euro/MWh-Linie. Die Windeinspeisung sinkt ab Donnerstag weiter und erreicht am Freitag und Samstag schwache 5,5 GW. Die PV-Leistung ist am Freitag und Samstag mit rund 19 GW stark, fällt ab Sonntag jedoch wieder auf unterdurchschnittliche Werte von circa 11,5 GW.
EUA CoT-Report: Investmentfonds bauen Netto-Long-Position weiter ab
Der EUA-Dezember-26-Future bewegte sich in der Berichtswoche vom 13. bis 17. Juli 2026 kaum vom Fleck und auch die Veröffentlichung der EU-Reformpläne zum EU-ETS sorgte zum Ende der Woche zunächst nur für Volatilität ohne klare Richtung. Die Investmentfonds setzten in diesem Umfeld ihre bereits in der Vorwoche eingeleitete Short-Ausrichtung fort. Die Netto-Long-Position der Fonds sank von 50,3 auf 43,1 Mio. EUA. Das entspricht einem Rückgang um 7,2 Mio. EUA beziehungsweise 14,3 Prozent gegenüber der Vorwoche.
Auf der Long-Seite bauten die Fonds ihre Positionen von 69,6 auf 63,6 Mio. EUA weiter ab. Der Rückgang um 5,9 Mio. EUA beziehungsweise 8,5 Prozent zeigt, dass der bereits in der Vorwoche begonnene Abbau der Long-Seite anhielt. Gleichzeitig stockten die Fonds ihre Short-Positionen von 19,2 auf 20,5 Mio. EUA auf. Der Zuwachs um 1,3 Mio. EUA beziehungsweise 6,6 Prozent bestätigt, dass die vorsichtigere Haltung nicht nur über Gewinnmitnahmen bei den Longs, sondern auch über neue Short-Positionen zum Ausdruck kam.
Diese Entwicklung steht allerdings in Kontrast zur jüngsten Kursbewegung. Am Montag dieser Woche sprang der Dezember-26-Future um 5,6 Prozent nach oben. Der CoT-Report selbst spiegelt diesen Sprung wegen der Meldeverzögerung noch nicht wider. Ob die Fonds auf den Kurssprung mit einer Rückkehr zur bullishen Positionierung reagieren, wird sich frühestens im kommenden Bericht zeigen. Nach dem zuletzt schrittweisen Abbau der Netto-Long-Position deutet der kräftige Anstieg des Future jedenfalls auf ein nachlassendes Momentum dieser Entwicklung hin.
TTF CoT-Report: Investmentfonds erhöhen Netto-Long-Position erneut kräftig
In der Berichtswoche zum 17. Juli 2026 legten die Gaspreise angesichts der erneuten Eskalation im Nahen Osten deutlich zu. Getrieben wurde die Preisbewegung auch durch die Investmentfonds, welche ihre bullische Positionierung im gleichen Zug kräftig erhöhten. Die Netto-Long-Position der Fonds stieg von 181,9 auf 247,1 TWh. Das entspricht einem Zuwachs um 65,2 TWh beziehungsweise 35,9 Prozent gegenüber der Vorwoche.
Auf der Long-Seite stockten die Fonds ihre Positionen von 356,8 auf 415,9 TWh auf. Der Aufbau um 59,1 TWh beziehungsweise 16,6 Prozent zeigt, dass die Marktteilnehmer angesichts der Preisrally in großem Umfang neue Long-Positionen eingegangen sind. Auf der Short-Seite reduzierten die Fonds ihre Positionen von 174,9 auf 168,8 TWh. Der Rückgang um 6,1 TWh beziehungsweise 3,5 Prozent fällt moderat aus, verstärkt aber das bullische Signal zusätzlich.
Die Kombination aus kräftigem Long-Aufbau und leichtem Short-Abbau signalisiert eine weiterhin hohe Überzeugung der Fonds, dass die Eskalation im Nahen Osten die Preise weiter stützen wird. Von den Höchstständen nach Kriegsbeginn im März ist der Markt sowohl preislich als auch bei der Netto-Long-Position der Spekulanten entfernt, sodass grundsätzlich noch Aufwärtspotential besteht. Solange keine rasche diplomatische Lösung in Sicht ist, dürfte die bullische Positionierung der Fonds bestehen bleiben.
Strom-Spotauktion für Mittwoch, den 22.07.2026: Hohe Windeinspeisung lässt Preise nur moderat fallen
Trotz sehr starker Windleistung von rund 25 GW sinken die Strom-Spotmarkt-Preise nur leicht. Der Baseloadpreis für den Liefertag Mittwoch sinkt um 11,1 Prozent auf 100,43 Euro/MWh. Das Tagesmaximum beträgt 167,24 Euro/MWh um 22:00 Uhr. Der Tagestiefstpreis liegt bei 0,01 Euro/MWh um 14:45 Uhr. Im Tagesprofil erkennt man von 13:30 Uhr bis 16:00 Uhr eine flache Mittagsdelle nahe der 0,00-Euro/MWh-Linie. Die Windeinspeisung sinkt nach der hohen Spitze am Mittwoch ab und erreicht am Freitag und Samstag schwache 5 GW. Die PV-Leistung ist am Mittwoch und Donnerstag mit knapp 13 GW schwach, steigt zum Wochenende hin allerdings auf rund 20 GW.
TradingUpdate
In der Berichtswoche vom 6. bis 10. Juli 2026 haben Investmentfonds ihre Positionierung bei EUAs deutlich in Richtung Short verschoben. Der zuvor über mehrere Wochen zu beobachtende Aufbau der Long-Positionierung wurde damit vorerst unterbrochen.
Die Netto-Long-Position der Fonds sank von 58,5 auf 50,3 Mio. EUA. Das entspricht einem Rückgang um 8,2 Mio. EUA beziehungsweise 14,0 Prozent gegenüber der Vorwoche.
Auf der Long-Seite reduzierten die Fonds ihre Bruttopositionen von 76,4 auf 69,6 Mio. EUA. Der Abbau um 6,8 Mio. EUA beziehungsweise 8,9 Prozent zeigt, dass ein erheblicher Teil der zuvor aufgebauten Long-Positionen geschlossen wurde.
Gleichzeitig erhöhten die Fonds ihre Short-Positionen von 17,8 auf 19,2 Mio. EUA. Dies entspricht einem Zuwachs um 1,4 Mio. EUA beziehungsweise 7,8 Prozent. Die Verschiebung resultierte somit nicht nur aus Gewinnmitnahmen oder dem Abbau bestehender Long-Positionen, sondern wurde zusätzlich durch den Aufbau neuer Short-Positionen verstärkt.
Die Veränderung fällt sowohl absolut als auch relativ deutlich aus und stellt eine klare Abkehr von der zuletzt bullishen Positionierungsentwicklung dar. Trotz des Rückgangs bleiben die Fonds mit 50,3 Mio. EUA weiterhin klar netto-long positioniert. Der CoT-Report signalisiert damit noch keine grundsätzlich bearishe Haltung, deutet aber auf eine spürbar vorsichtigere Einschätzung und einen nachlassenden bullishen Rückenwind seitens der Investmentfonds hin.






Nach den beeindruckenden Außenhandelszahlen gestern wurden heute zahlreiche weitere Konjunkturdaten aus China veröffentlicht, die insgesamt zwar gemischt ausgefallen, aber unter dem Strich unseres Erachtens mit einem positiven Grundton versehen sind. So expandierte einerseits das BIP im zweiten Quartal lediglich um 4,3% ggü. Vorjahr und damit so wenig wie zuletzt im vierten Quartal 2022, dafür ließ das Reich der Mitte aber andererseits die Deflation hinter sich. Der entsprechende BIP-Deflator verzeichnete von April bis Juni einen jährlichen Anstieg um 1,6%. Auch wenn dies vor allem auf die Energiepreise zurückging, könnte das der erste Schritt auf dem Weg aus der Abwärtsspirale sein, die die inländische Nachfrage bislang spürbar dämpfte.
Enttäuschend waren auch die Sachanlageinvestitionen im städtischen Raum – einschließlich Immobilienentwicklung und Infrastrukturprojekten –, die in den ersten sechs Monaten um 5,7% ggü. Vorjahr sanken. Die Ankurbelung der Infrastrukturinvestitionen dürfte daher in naher Zukunft ein zentraler Schwerpunkt der Regierung bei der Stabilisierung des Wachstums sein.
Dagegen haben sowohl die Industrieproduktion mit einem Plus von 5,3% ggü. Vorjahr (e: +4,6%) und der Einzelhandelsumsatz mit +1,0% ggü. Vorjahr (e: -0,1%) positiv überrascht und die Arbeitslosenquote ermäßigte sich im Juni auf 5,0%. Innerhalb der Industrieproduktionszahlen fiel auf, dass sowohl die Rohöl- als auch die Kohleförderung im Juni deutlich rückläufig waren. So sank die Erstere um knapp 18% ggü. Vorjahr auf 18,12 Mio. Tonnen Rohöl, während die Kohleförderung um 9,7% ggü. Vorjahr auf 381 Mio. Tonnen einbrach. Das war der niedrigste monatlichen Stand seit Mai 2024 und der größte Rückgang im Jahresvergleich seit November 2016. Damit erklären sich auch die sehr starken Kohleeinfuhrzahlen Chinas im Juni, die wir gestern an gleicher Stelle kommentiert haben und die wir teils auf Probleme bei der heimischen Förderung zurückgeführt haben.
Die heutigen Daten sind damit zwar nicht durchweg als robust zu bewerten, aber dies ist von den Konjunkturdaten Chinas aus der Vergangenheit nur allzu gut bekannt. Chinas Wirtschaft lebt nach wie vor einseitig sehr stark vom Außenhandel (KI-Boom), der wiederum die Industrieproduktion anheizt. Im Inland sind die Probleme (Stichwort: Wohnungsmarktkrise) nach wie vor virulent. Das Statistikamt forderte daher auch zu Recht die politischen Entscheidungsträger auf, „antizyklische und zyklusübergreifende Anpassungsmaßnahmen“ zu verstärken. Das dürfte in absehbarer Zeit auch geschehen, so dass die wirtschaftlichen Perspektiven Chinas verhalten positiv bleiben.
Fazit: Für die Rohstoffmärkte sind die heutigen Zahlen wie auch schon die gestrigen Außenhandelszahlen „positiv“ zu bewerten. Der Rückenwind wir dadurch verstärkt, dass die US-Berichtssaison trotz enttäuschender Zahlen von IBM mit den großen Banken gut angelaufen ist und auch die Chip-Werte wieder zulegen („SK Hynix“ aus Südkorea heute +11%). Das sollte auch den EUAs weiteren Rückenwind verleihen.

Am morgigen Mittwoch sinkt die Windleistung von 11,3 auf 6,5 GW. Die PV-Einspeisung sinkt ebenfalls leicht von den heute erwarteten 17,3 GW auf 16,9 GW. Dementsprechend steigt der Baseloadpreis für den morgigen Mittwoch um 10,0 Prozent auf 136,42 Euro/MWh. Das Tagesmaximum beträgt 221,06 Euro/MWh um 21:00 Uhr. Der Tagestiefstpreis liegt bei 58,98 Euro/MWh um 13:45 Uhr.
In den kommenden Tagen wird der Windertrag weiter sinken. Besonders kritisch sieht aktuell der Donnerstag mit nur 2,5 GW aus. Im Zusammenspiel mit weiterhin warmen bis heißen Temperaturen könnten wieder extreme Preise auf den Spotmarkt zukommen.
Die CO2-Zertifikate beendeten den gestrigen Montag mit einem Plus von 1,3 Prozent bei 80,45 Euro/t CO2. Der EUA-Dezember-26-Future handelt am heutigen Dienstag um 12:30 Uhr 0,1 Prozent leichter bei 80,38 Euro/t CO2. Gestern endete das REPowerEU-Programm, das durch zusätzliche Zertifikatsauktionen Einnahmen von 20 Mrd. Euro für Investitionen in die Abkehr von russischen Energieträgern generieren sollte. Das Auslaufen dieses zusätzlichen Angebots dürfte den EUAs geholfen haben, sich trotz stark steigender Gaspreise und schwacher Stimmung an den Finanzmärkten auf dem aktuell hohen Preisniveau zu behaupten.

Während wir in Europa auf die nächste Energiekrise zusteuern, sieht die Situation in den USA entspannter aus. Denn die US-Erdgaspreise standen zu Beginn der Woche weiterhin unter Druck, wobei sich die Verluste auf die vorderen Laufzeiten der Kurve konzentrierten. Der Kontrakt für August 2026 fiel um weitere 4 Cent auf 2,90 US-Dollar/MMBtu, womit sich sein Rückgang gegenüber der Vorwoche auf 0,35 US-Dollar ausweitete (siehe Chart). Die Preise für den Rest des Sommers verzeichneten eine ähnliche Entwicklung, während die Winter- und längerfristigen Kontrakte leicht zulegten. Der starke Rückgang der kurzfristigen Preise spiegelt einen US-Gasmarkt wider, der angesichts komfortabler Lagerbestände, einer schwächeren Nachfrage nach LNG-Feedgas und begrenzter Anzeichen für eine anhaltende wetterbedingte Verknappung Sommerrisiken zuletzt wieder vermehrt ausgepreist hat.

Am gestrigen Montag beendete das Strom Frontjahr Base den Handelstag mit einem Plus von 2,8 Prozent bei 99,85 Euro/MWh. Am heutigen Dienstag um 12:00 Uhr notiert das Strom Cal 27 Base 2,0 Prozent fester bei 101,80 Euro/MWh. EDF will am heutigen Dienstag wegen der Hitzewelle in Frankreich rund 8,7 GW beziehungsweise 13,8 Prozent seiner Kernkraftkapazität drosseln. Betroffen sind zehn Reaktoren, insbesondere Anlagen an Rhône und Garonne, wo Temperaturen von bis zu 40 Grad Celsius erwartet werden. Da Flusstemperaturen verzögert auf sinkende Lufttemperaturen reagieren, könnten die Leistungseinschränkungen auch nach dem Abklingen der Hitze anhalten. Zusätzlich besteht ab der kommenden Woche das Risiko einer neuen Hitzewelle, wodurch weitere oder erneute Ausfälle möglich wären.

Der europäische Gasmarkt zeigte in der Berichtswoche zum 13.07.2026 ein uneinheitliches Bild. Die Gasnachfrage lag im Wochendurchschnitt bei 7,11 TWh/Tag und damit 4 Prozent unter dem Vorwochenwert, womit sie erstmals seit drei Wochen wieder unter das Vorjahresniveau fiel. Die Abweichung von der saisonal erwarteten Nachfrage lag bei minus 5 Prozent und hat sich damit gegenüber der Vorwoche um 6 Prozentpunkte verringert. Die LNG-Einspeisung sank erneut auf 2,97 TWh/Tag (minus 6 Prozent gegenüber der Vorwoche). Das entspricht zwar dem saisonalen Muster, passt aber nicht zu dem Einspeisetempo, das für einen Füllstand von 80 Prozent bis Winterbeginn nötig wäre. Der Abstand zum LNG-Niveau des Vorjahres wächst weiter und liegt aktuell rund 30 Prozent unter 2025. Die Netto-Speichereinspeisung blieb mit 2,91 TWh/Tag nahezu unverändert, da der Nachfragerückgang das geringere LNG-Angebot ausglich. Geopolitisch belastet der erneute Zusammenbruch des Waffenstillstands zwischen den USA und Iran weiterhin den Ausblick. Die neuen Angriffe verändern die globale LNG-Bilanz und bestätigen, dass die Phase abwechselnder Verhandlungen und militärischer Aktionen deutlich länger andauern dürfte als das ursprünglich diskutierte 60-Tage-Fenster, was die Gasmärkte volatil hält. Die Risiken für Spätsommer und Winter steigen damit weiter. Die europäischen Speicherstände nähern sich Werten von 2021 und der Abstand zu 2025 vergrößert sich zunehmend.


Die europäischen Erdgaspreise steigen auch am 14. Juli 2026 weiter an, nachdem Präsident Trump die Wiederaufnahme der US-Blockade gegen den Iran und Zölle auf Lieferungen durch die Straße von Hormus angekündigt hatte. Diese Maßnahme gefährdet die LNG-Lieferungen in einer neuen bisher vom Markt nicht bekannten Dimension. Katar hat die Lieferungen durch die Meerenge bereits seit fast einer Woche wieder eingestellt. Der US-Präsident kündigte an, dass die USA als „Hüter der Straße von Hormus“ eine Gebühr in Höhe von 20 Prozent des Wertes aller transportierten Frachtgüter zur Finanzierung der Sicherheit erheben wollen. Der Vorschlag stößt weltweit auf Kritik und Teheran verweist darauf, selbst die Sicherheit der Meerenge zu gewährleisten, während Brasiliens Präsident den Vorstoß als „Piraterie“ bezeichnet. Der Iran verfolgt bereits eigene Pläne für Durchfahrtsgebühren, diese würden jedoch deutlich unter der von Trump vorgeschlagenen Belastung liegen. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Einigung über die Kontrolle der Straße von Hormus erzielt wird, sei es, dass die USA den iranischen Forderungen nach Kontrolle nachgeben, oder dass der Iran diese Forderungen zurückzieht, ist äußerst gering. Dieses Ereignis stellt eine erneute deutliche Verschärfung der Beeinträchtigung des Schiffverkehrs in der Straße von Hormus dar und jede anhaltende Unterbrechung erzwingt Umleitungen oder Stornierungen, was sich direkt auf die globale LNG-Bilanz und die europäischen Lieferverträge auswirkt. Der TTF Gas August-Future überwindet derweil relevante breite Widerstandszonen (50-52,6 Euro/MWh) und ist damit charttechnisch bullish einzuordnen (siehe Chart). Die Reaktion des Marktes deutet darauf hin, dass diese neue Zollmaßnahme der USA, anders als frühere Drohungen, tatsächlich durchgesetzt wird. Und die Reaktion des Iran steht noch aus. Headline-Trading dürfte den Markt fortan wieder dominieren. Wichtig für die künftige Preisentwicklung werden die konkrete Durchsetzung der US-Blockade inklusive Zölle sowie etwaige Reaktionen des Iran sein. Der Markt wird zudem den TTF-JKM-Spread im Auge behalten, um Anzeichen für sich verändernde Arbitrage-Verhältnisse zwischen Europa und Asien zu erkennen. Der Spread liegt derzeit bei 4 Euro/MWh, was ausreicht, um US-LNG weiter verstärkt auf asiatische Märkte umzuleiten.


Die Ein- und Ausfuhrzahlen Chinas für Juni haben die Erwartungen aller Analysten merklich übertroffen. So legte der Export von Waren um 27% ggü. Vorjahr (e: +18,2%) auf 412,4 Mrd. US-Dollar zu (Graphik 4). Getragen wurde dieser größte Jahreszuwachs seit Oktober 2021 erneut von den Investitionen in KI-Infrastruktur, hochentwickelter Elektronik und Investitionsgütern.
Chinas Wareneinfuhr schoss im Juni 2026 im Jahresvergleich sogar um 36% ggü. Vorjahr auf einen Rekordwert von 286,8 Mrd. US-Dollar, nach +27,4% ggü. Vorjahr im Mai und übertraf damit ebenfalls die Konsensprognosen von 24% deutlich. Dies war zudem der dreizehnte Wachstumsmonat in Folge und das höchste Tempo seit Juni 2021. Eine sehr robuste Nachfrage nach Halbleitern stand hier eindeutig im Vordergrund und damit kein breit angelegter importsog.
Im Rohstoffsektor waren die Ergebnisse ebenfalls beindruckend. So schnellte die Kohleeinfuhr im Juni auf 42,8 Mio. Tonnen empor und damit um 29,5% ggü. Vorjahr (Graphik 7). Damit scheint nun die Entwicklung einzusetzen, die seit dem Ausbruch des Krieges zwischen den USA und dem Iran schon längst zu erwarten gewesen war, wobei auch heimische Probleme mit der Kohleförderung ein Faktor gewesen sein dürfte. Dies wird auch an der Rohöleinfuhr deutlich, die auf 29,27 Mio. Tonnen und damit auf den Stand von 2016 einbrach. Das Minus in Höhe von 41,3% ggü. Vorjahr verdeutlicht dies zudem eindrucksvoll. Dagegen legte die Einfuhr von Erdgas vergleichsweise moderat und zwar um 3,7% ggü. Vorjahr auf 10,93 Mio. Tonnen zu. Eine Aufteilung nach pipelinegebundenem Erdgasimport und dem Import von Flüssiggas liefert die Statistik im ersten Schritt nicht.
Fazit: Die Außenhandelszahlen Chinas im Juni sind mehr als beeindruckend und dürften daher den fossilen Energieträger im heutigen Handel Rückenwind verleihen. Dies gilt umso mehr, als zu erwarten ist, dass die Rohöleinfuhr Chinas in den kommenden Monaten wieder spürbar zunehmen dürfte, so dies denn möglich ist. Ansonsten laufen die Lager dort weiter leer, was den Druck auf die Rohölpreise erhöht und damit auf Erdgas und Kohle abfärbt. Eine Gefahr für das Wachstum Chinas ist die einseitige Ausrichtung auf KI. Sollten sich hier die hohen Erwartungen nicht erfüllen - Südkorea hat deswegen heute sein BIP-Ziel für 2026 von 2% auf 3% angehoben -, gibt es keine Alternative, um eine Verlangsamung/Einbruch abzufedern.



Wegen stark gesunkener Rheinpegel können Kohlefrachterderzeit nur rund ein Drittel ihrer üblichen Ladung transportieren. Am MesspunktKaub dürfte der Wasserstand von 54 auf etwa 43 Zentimeter fallen, währendBinnenschiffe teilweise nur noch rund 800 statt 2.500 Tonnen laden.Kraftwerksbetreiber greifen deshalb verstärkt auf Lagerbestände zurück,reduzieren Spotkäufe und prüfen teurere Alternativen wie Schiene oderLastwagen.
Kurzfristig werden keinegrößeren Versorgungsprobleme erwartet, da deutsche Steinkohlekraftwerkeüblicherweise Vorräte für drei bis vier Wochen Spitzenverbrauch halten. Beilänger anhaltender Trockenheit könnten jedoch höhere Transportkosten sowiegleichzeitig gestiegene Gas- und Kohlepreise zusätzlichen Aufwärtsdruck auf dieStrompreise ausüben.



Am Montag der KW 29 zeigten die EUAs eine bemerkenswerte relative Stärke. Seit mehreren Monaten besteht zwischen dem TTF Gas Frontmonat und dem EUA-Markt eine ausgeprägte negative Korrelation (siehe Chart). Zuletzt lag der Korrelationskoeffizient bei rund –0,7. Ein Erklärungsansatz liegt darin, dass hohe Gaspreise die europäische Wirtschaft belasten und damit perspektivisch die Produktion sowie den Bedarf an Emissionsberechtigungen dämpfen. Kurzfristig dürfte jedoch vor allem die veränderte Erzeugungsstruktur am Strommarkt von Bedeutung sein. Da Kohlekraftwerke bei den aktuellen Brennstoff- und CO2-Preisen in weiten Teilen bereits vor Gaskraftwerken in der Merit Order liegen, führt ein weiterer Anstieg der Gaspreise nur noch begrenzt zu zusätzlicher Kohleverstromung. Der klassische Fuel-Switching-Effekt und die daraus resultierende zusätzliche EUA-Nachfrage fallen deshalb geringer aus als in früheren Marktphasen. Vor diesem Hintergrund wäre zu erwarten gewesen, dass die erneute Eskalation im Nahen Osten über steigende Gaspreise, verschlechterte Konjunkturerwartungen und ein schwächeres Risikosentiment auch die EUAs belastet. Stattdessen konnten die Emissionsberechtigungen erneut über die Marke von 80 Euro/t CO2 steigen. Dies spricht dafür, dass derzeit EUA-spezifische Faktoren wie technische Kaufsignale, Short-Covering oder spekulative Nachfrage stärker wirken als der negative Einfluss der Gaspreisentwicklung. Vielleicht hat auch wieder ein EU-Politiker geplaudert und damit die Kurse der EUAs während des Börsenhandels politisch beeinflusst, ein Phänomen, welches zuletzt öfters zu beobachten war.




Am vergangenen Wochenende blieben die Preise am deutschen Strom-Spotmarkt mit einem Baseloadpreis von 94,60 Euro/MWh am Samstag und 75,23 Euro/MWh am Sonntag moderat. Am heutigen Montag steigt der Baseloadpreis auf 119,11 Euro/MWh mit einem Tagesmaximum von 194,93 Euro/MWh um 19:45 Uhr.
Am morgigen Dienstag steigt die Windleistung von 7,2 auf 10,9 GW bei sinkendem PV-Ertrag von 19,8 auf 16,7 GW. Der Baseloadpreis für den morgigen Dienstag liegt mit 123,97 Euro/MWh 4,1 Prozent höher als heute. Das Tagesmaximum beträgt 185,50 Euro/MWh um 20:45 Uhr. Der Tagestiefstpreis liegt bei 45,00 Euro/MWh um 13:45 Uhr.
In der restlichen KW 29 bleibt die PV-Einspeisung überdurchschnittlich. Der Windertrag wird hingegen besonders am Donnerstag sehr schwach prognostiziert. Zum Wochenende wird jedoch ein starker Anstieg auf über 18 GW erwartet.
Am Wochenende ging der militärische Schlagabtausch zwischen den USA und dem Iran weiter. Das US-Zentralkommando CENTCOM berichtete von mehreren Angriffen auf militärische Ziele im Iran in der Nacht von Sonntag auf Montag. Ziel der Angriffe war die gezielte Schwächung der Fähigkeit Irans, die Schifffahrt in der Straße von Hormus zu behindern. Auch Teheran antwortete erneut mit Angriffen auf US-Basen in Kuwait und Bahrain. Neu hinzugekommen sind im Vergleich zur Eskalation Anfang letzter Woche Angriffe auf US-Basen in Jordanien.
Erneut gibt es gegensätzliche Aussagen zum Status der Straße von Hormus. Teheran spricht von einer kompletten Schließung bis auf weiteres, CENTCOM dementiert die Schließung. Laut aktuellen Kpler-Daten ist der Schiffsverkehr auf ein niedriges Niveau gesunken, das dem Niveau entspricht, welches zwischen Kriegsbeginn am 28.02. und dem Memorandum of Understanding am 18.06. beobachtet wurde. Da viele Kapitäne ihre AIS-Transponder deaktivieren, bleibt die Datenqualität jedoch schlecht, beziehungsweise werden Durchfahrten erst mit mehreren Tagen Verzögerung bestätigt, sobald Schiffe sichere Gewässer im Golf von Oman oder im Arabischen Meer erreichen. So tauchte der katarische LNG-Tanker Al Hamra am gestrigen Abend im Golf von Oman wieder auf, nachdem er in der Nacht auf Freitag seinen Transponder deaktiviert hatte.
Der Brent-Crude-Frontmonat reagierte mit Aufschlägen auf die neueste Eskalationsrunde. Nachdem die Notierungen am vergangenen Mittwoch an der 80-US-Dollar/bbl-Marke wieder nach unten abgeprallt sind, handelt der Frontmonat am heutigen Montagmorgen 3,8 Prozent fester bei 78,90 US-Dollar/bbl.
Auch der Gasmarkt preist das neue beziehungsweise alte Kriegsszenario teilweise wieder ein: Der TTF-Frontmonat handelt 4,1 Prozent fester bei 50,38 Euro/MWh.
Die Euphorie an den Finanzmärkten ist nach dem Wiederaufflammen des Konflikts getrübt. Das wirkt sich auch auf die EUAs aus, die zuletzt 0,8 Prozent schwächer bei 78,80 Euro/t CO2 notierten. Mit besonderer Spannung werden die EU-ETS-Reformen am kommenden Freitag erwartet.
Am deutschen Strom-Spotmarkt ging es am vergangenen Wochenende moderat zu, mit einem Baseloadpreis von 94,60 Euro/MWh am Samstag und 75,23 Euro/MWh am Sonntag. Die Windeinspeisung sinkt ab morgen auf unterdurchschnittliche Werte und erreicht am Donnerstag schwache 3,4 GW, bevor am Wochenende wieder deutlich höhere Erträge zwischen 12 und 19 GW erwartet werden. Am Wochenende sinken auch die aktuell hohen Temperaturen auf Werte leicht über dem langfristigen Mittelwert. Die PV-Leistung bleibt die ganze Woche auf einem hohen Niveau von rund 20 GW.
Das TTF Gas Frontjahr ging am gestrigen Donnerstag mit einem Plus von 1,9 Prozent bei 38,00 Euro/MWh aus dem Handel. Am heutigen Freitag um 16:10 Uhr notiert das TTF Gas Cal 27 1,5 Prozent leichter bei 37,45 Euro/MWh. Seit dem Angriff auf den katarischen LNG-Tanker Al Rekayyat haben bislang zwei LNG-Tanker die Straße von Hormus durchquert: die Al Rayyan und die Gaslog Shanghai. Beide Schiffe fuhren ohne aktiven AIS-Transponder in den persischen Golf mit Zielhafen Ras Laffan. Ob weitere Schiffe die Meerenge durchquert haben, ist derzeit unklar.



Die Preise am deutschen Strom-Spotmarkt sind für den morgigen Liefertag trotz sinkender Windeinspeisung gefallen. Der Baseloadpreis liegt morgen bei 94,60 Euro/MWh, der Preis ist damit 23,5 Prozent niedriger als der heutige Baseload. Das Tagesprofil zeigt eine flache Mittagsdelle von 10:30 Uhr bis 16:30 Uhr, das letzte Profil dieser Art kam am vergangenen Dienstag zustande. Ausschlaggebend für die sinkenden Preise ist höchstwahrscheinlich die geringe Nachfrage am Wochenende in Kombination mit der hohen PV-Einspeisung. Der Tageshöchstpreis wird bei 160,31 Euro/MWh um 00:00 Uhr erreicht. Das Tagesminimum liegt bei minus 1,01 Euro/MWh um 13:45 Uhr. Heute und morgen ist die Windleistung mit 5,2 und 5 GW gering, am Sonntag steigt die Einspeisung nochmal auf 9,5 GW. Das geringe Niveau bleibt allerdings bis zum nächsten Wochenende erhalten.

Am gestrigen Donnerstag beendete das Strom Frontjahr Base den Handelstag mit einem Plus von 0,6 Prozent bei 97,50 Euro/MWh. Am heutigen Freitag um 11:40 Uhr notiert das Strom Cal 27 Base 0,5 Prozent leichter bei 97,00 Euro/MWh. Die PV-Leistung ist mit 20 GW im Durchschnitt und 60 GW im Tagesmaximum sehr hoch. Dieses hohe Niveau wird laut aktuellen Prognosen bis zum 17.7. gehalten werden. Für den restlichen Juli bewegen sich die Erträge im unterdurchschnittlichen Bereich von circa 13 GW.

Die CO2-Zertifikate beendeten den gestrigen Donnerstag mit einem Minus von 0,4 Prozent bei 78,85 Euro/t CO2. Der EUA-Dezember-26-Future handelt am heutigen Freitag um 12:10 Uhr 0,1 Prozent fester bei 78,95 Euro/t CO2. Durch die gestrige EUA-Auktion wurden nun genügend Mittel für das REPowerEU-Programm eingenommen. Das Ziel von 20 Milliarden Euro ist erreicht. Laut EEX-Daten liegt die Gesamtsumme nun bei 20,006 Milliarden Euro. Im Markt wird daher damit gerechnet, dass die EEX eine Kürzung der dreimal wöchentlichen EU-Auktionen um 571.000 Tonnen für den Zeitraum vom 13. Juli bis 31. August ankündigen wird.

Die vietnamesische Regierung prüft, den Ausbau von Kohlekraftwerken zu beschleunigen, um die Versorgungssicherheit des Landes zu stärken. Hintergrund sind Unsicherheiten bei der Versorgung mit LNG infolge der Konflikte im Nahen Osten sowie der nur schleppende Ausbau geplanter Gas-Kraftwerke. Bis 2030 wollte Vietnam Kraftwerke mit einer Gesamtleistung von 22,5 Gigawatt auf Basis von LNG errichten, hat bislang jedoch erst rund 7,3 Prozent dieses Ziels erreicht (Reuters berichtet). Als Hauptgründe gelten regulatorische Hürden und das begrenzte Interesse von Investoren. Deshalb könnte der nationale Stromentwicklungsplan angepasst werden, sodass Kohlekraft künftig einen größeren Anteil am Energiemix erhält. Insgesamt strebt Vietnam bis 2030 eine installierte Kraftwerksleistung von 183 bis 236 Gigawatt an. Im ersten Halbjahr stieg die Stromerzeugung gegenüber dem Vorjahr um 9,8 Prozent auf 171,5 Milliarden Kilowattstunden. Kohlekraftwerke lieferten dabei 54,5 Prozent der erzeugten Elektrizität und bleiben damit derzeit die wichtigste Säule der Stromversorgung. Derweil schließt der AP#2 Cal 27 Kohle-Future seine Bodenbildung ab und wertet weiter auf (siehe Chart). Mit der Überwindung der 200-Tage-Linie (114,6 USD/t) wurde gleichzeitig ein Doppelboden bestätigt und ein Kaufsignal generiert. Die nächsten Kursziele liegen bei 118 und 120 USD/t. Ein Rückfall unter 112 USD/Tonne würde die bullishe Charttechnik kurzfristig eintrüben, so dass erneut mit einem Test des Doppelbodens bei 106 USD/t gerechnet werden kann.


Ausgehend vom letzten Freitag haben sich die CO2-Zertifikate zunächst fester gezeigt, bevor im weiteren Wochenverlauf deutlicher Abgabedruck aufkam. Am Freitag stieg der EUA Dez. 26-Future um 1,6 Prozent und schlossen bei 80,60 Euro/t CO2. Im Tagesverlauf erreichten die Verschmutzungsrechte ein Hoch bei 80,75 Euro/t CO2, während das Tief bei 79,25 Euro/t CO2 lag. Am Montag setzte der CO2-Dezember-Future die Aufwärtsbewegung zunächst fort. Der EUA-Dez-Future kletterte um weitere 1,7 Prozent auf 81,96 Euro/t CO2 und markierte mit 82,00 Euro/t CO2 zugleich das Wochenhoch. Das Tagestief lag bei 79,80 Euro/t CO2, womit die Handelsspanne mit 2,20 Euro/t CO2 bereits deutlich ausfiel.
Am Dienstag drehte die Stimmung. Die CO2-Zertifikate fielen um 2,0 Prozent auf 80,34 Euro/t CO2. Das Tageshoch lag bei 81,88 Euro/t CO2, das Tief bei 80,03 Euro/t CO2. Damit konnten die EUAs die Gewinne vom Montag nicht halten. Am Mittwoch setzte sich die Schwäche fort. Der CO2-Dezember-Future gab um 1,5 Prozent nach und schloss bei 79,13 Euro/t CO2. Im Handelsverlauf reichte die Spanne von 80,60 Euro/t CO2 auf der Oberseite bis 78,36 Euro/t CO2 auf der Unterseite. Am heutigen Donnerstag stabilisiert sich der Markt bislang etwas (Zeitpunkt der Berichterstellung 15:15 Uhr), bleibt aber leicht im Minus.
EU-Kommission plant wohl weitreichende Entlastungen im Emissionshandel
Die Europäische Kommission will laut Medienberichten vom Mittwoch in der kommenden Woche (17.7.) offenbar weitreichende Änderungen am EU-Emissionshandel vorschlagen. Der ETS soll flexibler ausgestaltet werden, allerdings unter Bedingungen, die Investitionen von Unternehmen in Europa unterstützen sollen. Zudem sollen künftig mehr nationale Einnahmen aus dem EU ETS in Industrien investiert werden, die CO2-Kosten tragen.
Die geplante ETS-Revision soll Emissionen für Industrien über 2039 hinaus bis weit in die 2040er-Jahre ermöglichen. Außerdem ist vorgesehen, dauerhafte inländische CO2-Entnahmen, etwa Bioenergie mit Carbon Capture, in das System aufzunehmen. Die Kommission will zudem eine Senkung des linearen Reduktionsfaktors vorschlagen und prüft weiterhin, ob und wie internationale CO2-Gutschriften in den ETS integriert werden könnten.
Die Marktstabilitätsreserve soll im Rahmen der Revision weiterhin über Mengen und nicht über Preise gesteuert werden. Darüber hinaus plant die Kommission kurzfristige Änderungen bei Brennstoff- und Wärme-Benchmarks, durch die Industrien zusätzliche kostenlose CO2-Zuteilungen im Umfang von 6 Milliarden Euro erhalten sollen. Zudem soll geprüft werden, wie der Ausstieg aus kostenlosen Zuteilungen für Industrien, die vom CO2-Grenzausgleich CBAM betroffen sind, verzögert werden kann. Der Modernisierungsfonds für einkommensschwächere Länder soll verlängert werden. Ab 2030 sollen 400 Millionen CO2-Zertifikate zur Finanzierung von Carbon Contracts for Difference genutzt werden. Außerdem ist vorgesehen, den ETS schrittweise auf Emissionen aus der kommunalen Müllverbrennung auszuweiten.
Investmentfonds reduzieren Netto-Long-Position bei EUAs
In der Berichtswoche vom 26. Juni bis 3. Juli 2026 haben Investmentfonds ihre Positionierung bei den EUAs wieder spürbar in Richtung weniger Long verschoben. Die Netto-Long-Position der Fonds sank von 62,2 auf 58,5 Mio. EUA. Das entspricht einem Rückgang um 3,7 Mio. EUA bzw. 5,9 Prozent gegenüber der Vorwoche.

Trotz der sinkenden Windeinspeisung von 11 GW am heutigen Liefertag auf knapp 5,8 GW am morgigen Freitag blieb der Baseloadpreis fast unverändert. Grund hierfür könnte die parallel hierzu steigende PV-Einspeisung von 17,6 auf 20,5 GW sein. Die deutsche Strom-Spotmarktauktion für den morgigen Freitag hat einen Baseloadpreis von 123,67 Euro/MWh ergeben, der Preis ist damit nur 0,4 Prozent niedriger als der heutige Baseload. Der Tageshöchstpreis wird bei 194,59 Euro/MWh um 20:45 Uhr erreicht. Das Tagesminimum liegt bei 30,00 Euro/MWh um 13:45 Uhr. Die Windleistung wird im Verlauf der Woche noch weiter sinken. Freitag und Samstag wird die Einspeisung mit 5,8 bzw. 4,8 GW besonders schwach sein, an den darauffolgenden Tagen pendelt sich die Erwartung nahe am langfristigen Durchschnitt von 7,5 GW ein. Die PV-Einspeisung wird in den kommenden Tagen weiter steigen und ab Freitag 20 GW erreichen.
Am gestrigen Mittwoch beendete das Strom Frontjahr Base den Handelstag mit einem Plus von 1,4 Prozent bei 96,90 Euro/MWh. Am heutigen Donnerstag um 12:00 Uhr notiert das Strom Cal 27 Base 0,5 Prozent leichter bei 96,45 Euro/MWh. Die Durchschnittstemperaturen in Deutschland steigen ab Samstag auf Werte zwischen 22 und 24 Grad Celsius und sind damit wieder deutlicher über dem langfristigen Mittelwert von knapp 19 Grad Celsius. Kühlere Temperaturen werden erst ab der KW 31 erwartet.

Am gestrigen Dienstag beendete das Strom Frontjahr Base den Handelstag mit einem Plus von 1,1 Prozent bei 95,54 Euro/MWh. Am heutigen Mittwoch um 14:30 Uhr notiert das Strom Cal 27 Base 0,1 Prozent fester bei 95,66 Euro/MWh. Die französische EDF muss ihre Kernstromproduktion wegen hoher Temperaturen und dadurch begrenzter Kühlmöglichkeiten an Flüssen deutlich reduzieren. Laut Remit-Daten sollen die hitzebedingten Kürzungen am Mittwoch bis auf 3 GW steigen, was 4,6 Prozent der installierten Kernkraftkapazität entspricht. Betroffen sind unter anderem Reaktoren an den Flüssen Garonne und Rhône, darunter Golfech 2, Blayais 1, Blayais 2 und Bugey 3.

Die deutsche Strom-Spotmarktauktion für den morgigen Donnerstag hat einen Baseloadpreis von 124,21 Euro/MWh ergeben, der Preis ist damit 25,5 Prozent höher als der heutige Baseload. Ausschlaggebend ist der sinkende Windertrag auf rund 11,7 GW, nach den für heute vorhergesagten 23,6 GW. Dahingegen steigt die PV-Einspeisung auf 16,5 GW, rund 3 GW mehr als am heutigen Liefertag. Der Tageshöchstpreis wird bei 234,91 Euro/MWh um 20:45 Uhr erreicht. Das Tagesminimum liegt bei 25,07 Euro/MWh um 13:45 Uhr. Die Windleistung wird im Verlauf der Woche noch weiter sinken. Freitag und Samstag wird die Einspeisung mit 5,7 bzw. 4,8 GW besonders schwach sein, an den darauffolgenden Tagen pendelt sich die Erwartung nahe am langfristigen Durchschnitt von 7,5 GW ein. Die PV-Einspeisung wird in den kommenden Tagen weiter steigen und ab Freitag circa 20 GW erreichen.
Die Europäische Kommission will laut Reuters in der kommenden Woche offenbar weitreichende Änderungen am EU-Emissionshandel vorschlagen. Der ETS soll flexibler ausgestaltet werden, allerdings unter Bedingungen, die Investitionen von Unternehmen in Europa unterstützen sollen. Zudem sollen künftig mehr nationale Einnahmen aus dem EU ETS in Industrien investiert werden, die CO2-Kosten tragen.
Die geplante ETS-Revision soll Emissionen für Industrien über 2039 hinaus bis weit in die 2040er-Jahre ermöglichen. Außerdem ist vorgesehen, dauerhafte inländische CO2-Entnahmen, etwa Bioenergie mit Carbon Capture, in das System aufzunehmen. Die Kommission will zudem eine Senkung des linearen Reduktionsfaktors vorschlagen und prüft weiterhin, ob und wie internationale CO2-Gutschriften in den ETS integriert werden könnten.
Die Marktstabilitätsreserve soll im Rahmen der Revision weiterhin über Mengen und nicht über Preise gesteuert werden. Darüber hinaus plant die Kommission kurzfristige Änderungen bei Brennstoff- und Wärme-Benchmarks, durch die Industrien zusätzliche kostenlose CO2-Zuteilungen im Umfang von 6 Milliarden Euro erhalten sollen. Zudem soll geprüft werden, wie der Ausstieg aus kostenlosen Zuteilungen für Industrien, die vom CO2-Grenzausgleich CBAM betroffen sind, verzögert werden kann. Der Modernisierungsfonds für einkommensschwächere Länder soll verlängert werden. Ab 2030 sollen 400 Millionen CO2-Zertifikate zur Finanzierung von Carbon Contracts for Difference genutzt werden. Außerdem ist vorgesehen, den ETS schrittweise auf Emissionen aus der kommunalen Müllverbrennung auszuweiten.

US-Präsident Donald Trump erklärte in Ankara, die vorläufige Waffenruhe mit Iran sei aus seiner Sicht beendet und weitere Gespräche seien vermutlich Zeitverschwendung. Er äußerte sich ungewöhnlich scharf über die iranische Führung und stellte infrage, ob Verhandlungen mit Teheran noch sinnvoll seien. Zugleich sagte Trump, er werde Unterhändler nicht daran hindern, weiter nach einer Einigung zu suchen. Seine Aussagen folgten auf neue US-Schläge gegen Iran sowie die Aufhebung einer Ausnahmegenehmigung für iranische Ölverkäufe nach Angriffen auf Schiffe in der Straße von Hormus. Der TTF Gas Frontmonat hat das Kursziel bei 48 Euro/MWh (siehe vorherige Analysen) mittlerweile überschritten und tendiert Richtung Oberkante der Trading-Range bei 50 Euro/MWh. Hier befindet sich ein starker Widerstand. Viel Luft nach oben scheint nicht mehr vorhanden. Der Brent Crude Frontmonat testet mittlerweile die 200-Tage-Linie von unten, die mit der 80-USD-Marke zusammenfällt. Hier sollte eine gewisse Gewinnmitnahmebereitschaft nicht verwundern.


Das TTF Gas Frontjahr ging am gestrigen Dienstag mit einem Plus von 3,4 Prozent bei 36,14 Euro/MWh aus dem Handel. Am heutigen Mittwoch um 10:40 Uhr notiert das TTF Gas Cal 27 1,2 Prozent fester bei 37,10 Euro/MWh. Nach Angriffen auf Schiffe nahe der Straße von Hormus haben mindestens vier Öl- und Gastanker ihre geplante Durchfahrt abgebrochen. Betroffen waren unter anderem leere LNG-Tanker auf dem Weg zur katarischen Exportanlage Ras Laffan sowie ein indischer Tanker mit kuwaitischem Rohöl. Die Ereignisse nähren Sorgen um LNG- und Öllieferungen aus Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Zugleich hat sich eine Warteschlange leerer Schiffe vor Ras Laffan aufgebaut.

Ein Öl-Tanker wurde während der Durchfahrt durch die Straße von Hormus von einem nicht identifizierten Geschoss getroffen, teilte die britische Behörde für Seeverkehrsoperationen (UKMTO) am Dienstag mit. Der Brent Crude Ölpreis steigt daraufhin an und notiert am Dienstag um 16 Uhr bei 73,5 USD/bbl und damit 2,2 Prozent im Plus. Die Indikatoren MACD und RSI zeigen sich mit frischen Kaufsignalen, nachdem zuvor bereits der kurzfristige Abwärtstrend gebrochen wurde.

Die Initiative Energien Speichern e.V. (INES) hat ihr Juli-Update der Gas-Szenarien veröffentlicht. Demnach ist eine Befüllung der deutschen Gasspeicher bis zum 1. November 2026 auf den Stand von 76 Prozent technisch weiterhin möglich, ob dieses Niveau tatsächlich erreicht wird, hängt jedoch entscheidend von den Marktbedingungen ab. Die aktuellen Preisentwicklungen setzen kaum Anreize zur Einspeicherung und gefährden damit die Versorgungssicherheit im kommenden Winter.
Niedrigster Füllstand seit dem Krisenwinter
Zum 1. Juli 2026 waren die deutschen Gasspeicher im Bundesdurchschnitt nur zu 41 Prozent gefüllt, der niedrigste Wert zu diesem Zeitpunkt seit dem Krisenjahr 2021/2022. Grund dafür sind die hohen Ausspeicherungen am Ende des vergangenen Winters sowie die stark gestiegenen Gaspreise, die eine Wiederbefüllung erheblich erschweren. „Die Infrastruktur ist grundsätzlich in der Lage, die Speicher bis zum Winter zu befüllen. Entscheidend ist aber, dass ausreichende Kapazitäten gebucht und auch tatsächlich genutzt werden. Andernfalls steigt das Risiko für die Versorgungssicherheit erheblich“, erklärt INES-Geschäftsführer Sebastian Heinermann.
76 Prozent reichen bei extremer Kälte womöglich nicht aus
Bei normalen oder milden Wintertemperaturen würde ein Füllstand von 76 Prozent zum 1. November genügen. Bei einem außergewöhnlich kalten Winter wie im Referenzjahr 2010 könnte dies jedoch nicht ausreichen. Die Modelle zeigen für Februar und März 2027 mögliche Unterdeckungen von bis zu 9 TWh pro Monat, an einzelnen Tagen bis zu 2 TWh.
Marktanreize dringend erforderlich
Der weiterhin negative Winter-Sommer-Spread erschwert wirtschaftliche Einspeicherungen und setzt kaum Anreize, gebuchte Kapazitäten tatsächlich auszuschöpfen (siehe Chart). INES fordert deshalb verbesserte wirtschaftliche Rahmenbedingungen, damit die Speicher vor Winterbeginn stärker befüllt werden können. „Für durchschnittliche Winter ist die Versorgung abgesichert, bei außergewöhnlicher Kälte steigen die Risiken jedoch deutlich. Deshalb müssen jetzt die Voraussetzungen geschaffen werden, um die Speicher stärker zu befüllen und die Versorgung auch gegen sehr kalte Temperaturen abzusichern“, so Heinermann.
EU LNG-Importe sinken
Die europäischen LNG-Importe sind im Juni stark zurückgegangen, da geringere Lieferungen aus den USA vor dem Hintergrund einer weltweit knapperen LNG-Verfügbarkeit und einer stärkeren Konkurrenz aus Asien zu einem breit angelegten Rückgang der Lieferungen auf den Kontinent führten. Der positive LNG-Spread von JKM vs. TTF liefert Anreize für US-Exporteure, nach Asien und nicht nach Europa zu liefern (siehe Chart). PowerPoint-Präsentation von INES


Die CO2-Zertifikate beendeten den gestrigen Montag mit einem Plus von 1,7 Prozent bei 81,96 Euro/t CO2. Der EUA-Dezember-26-Future handelt am heutigen Dienstag um 13:45 Uhr 2,0 Prozent schwächer bei 80,33 Euro/t CO2. Die deutsche Industrieproduktion ist im Mai um 0,9 Prozent gestiegen. Experten erwarteten lediglich einen Zuwachs von 0,1 Prozent.

Am gestrigen Montag beendete das Strom Frontjahr Base den Handelstag mit einem Minus von 0,1 Prozent bei 94,50 Euro/MWh. Am heutigen Dienstag um 13:30 Uhr notiert das Strom Cal 27 Base 0,2 Prozent fester bei 94,70 Euro/MWh. Die Durchschnittstemperaturen in Deutschland steigen ab Samstag auf Werte zwischen 22 und 23 Grad Celsius und sind damit wieder deutlicher über dem langfristigen Mittelwert von knapp 19 Grad Celsius. In Frankreich wird die Hitzewelle für deutlich höhere Durchschnittstemperaturen sorgen. Am Wochenende werden Werte um 30 Grad Celsius erwartet. Der Höhepunkt wird am 13. Juli mit knapp 31 Grad erwartet und damit ca. 9,5 Grad Celsius über Normal. In der ersten Hitzewelle des Jahres im Juni war die Anomalie mit 12 Grad noch deutlich höher.

Die deutsche Strom-Spotmarktauktion für den morgigen Mittwoch hat einen Baseloadpreis von 98,96 Euro/MWh ergeben, der Preis ist damit 35,9 Prozent höher als der heutige Baseload. Ausschlaggebend ist der sinkende Windertrag auf rund 26 GW, nach den für heute vorhergesagten 35 GW. Dahingegen steigt die PV-Einspeisung leicht auf 14,2 GW, rund 1 GW mehr als am heutigen Liefertag. Der Tageshöchstpreis wird bei 169,10 Euro/MWh um 20:45 Uhr erreicht. Das Tagesminimum liegt bei 4,60 Euro/MWh um 15:15 Uhr. Die Windleistung wird im Verlauf der Woche noch weiter sinken. Freitag und Samstag wird die Einspeisung mit 5 bzw. 5,7 GW besonders schwach sein, an den darauffolgenden Tagen pendelt sich die Erwartung nahe am langfristigen Durchschnitt von 7,5 GW ein. Die PV-Einspeisung wird in den kommenden Tagen weiter steigen und ab Freitag circa 20 GW erreichen.
Das TTF Gas Frontjahr ging am gestrigen Montag mit einem Minus von 1,0 Prozent bei 34,95 Euro/MWh aus dem Handel. Am heutigen Dienstag um 11:20 Uhr notiert das TTF Gas Cal 27 2,0 Prozent fester bei 35,65 Euro/MWh. Am gestrigen Montag gegen 23:20 Uhr deutscher Zeit wurde der katarische LNG-Tanker Al Rekayyat angegriffen. Der mit LNG beladene Tanker wurde östlich der Straße von Hormus in omanischen Gewässern von einem Projektil getroffen, das einen Brand auslöste. Verletzt wurde niemand, Erdgas ist keines ausgetreten.

Die europäische Gasnachfrage blieb in der vergangenen Woche mit durchschnittlich 7,35 TWh/d weitgehend stabil (-2 % gegenüber der Vorwoche) und verharrte auf dem durch die anhaltend warme Witterung geprägten Niveau. Trotz der höheren Temperaturen bewegte sich die Nachfrage in den letzten beiden Wochen im Rahmen der saisonalen Erwartungen (+1 %).
Die LNG-Einspeisung ging erneut deutlich zurück (-9 % auf 3,15 TWh/d) und fiel erstmals seit Jahresbeginn an einem Tag unter 3 TWh/d. Die niedrigere LNG-Zufuhr hält die Netto-Speichereinspeisung gering (2,93 TWh/d, -3 %) und damit klar unter dem Vorjahresniveau; die Speicherbefüllung bleibt merklich hinter dem Niveau des Jahres 2025 für den gleichen Zeitraum zurück. Frankreich verzeichnet weiterhin den mit Abstand stärksten Rückgang der LNG-Einspeisung; sinkende Regasifizierungsraten sind ein wesentlicher Treiber der zuletzt niedrigen Speicherbefüllung. Die deutschen Exporte in die Schweiz stiegen, um die höhere Nachfrage in Italien zu decken.
Auf der Angebotsseite haben sich die Flüsse durch die Straße von Hormus seit der Absichtserklärung zwischen den USA und dem Iran leicht erhöht, liegen jedoch weiterhin nur bei einem Bruchteil des Vorkrisenniveaus. Ein spürbarer Produktionsanstieg dürfte noch mehrere Wochen entfernt sein, zumal die Verhandlungen schleppend verlaufen und erneute militärische Eskalationen wahrscheinlich bleiben.
Insgesamt dürften die Märkte über den Sommer angespannt und volatil bleiben. Selbst bei einem späteren Anstieg der europäischen LNG-Importe in der laufenden Einspeisesaison bleiben die Aufwärtsrisiken bestehen. Die derzeit niedrigen LNG-Importe und Einspeiseraten erhöhen das Risiko höherer und stärker schwankender Preise im kommenden Winter, da die europäischen Speicher bis Ende Oktober voraussichtlich keine 80 % erreichen dürften. Vom Markt erwartet werden derzeit rund 75 % Speicherstand. Nach unseren aktuellen Berechnungen haben wir Zweifel daran, ob dieses Niveau erreicht werden kann.

Innerhalb der letzten Handelsstunde kam es zu einem deutlichen Kurssprung bei den EUAs. Die US-Händler sind heute Nachmittag aus dem langen Wochenende zurückgekehrt. Außerdem berichtet Carbon Pulse heute, dass Italien offenbar von seinem Plan abrückt, Stromerzeugern CO2-Kosten aus dem EU-Emissionshandel teilweise zu erstatten. Das wäre aber eigentlich eine bearishe Nachricht für die EUAs, daher ist ein Zusammenhang mit der aktuellen Preisbewegung schwer herzuleiten. Statt der Erstattung der CO2-Kosten prüft Italien einen befristeten Gaspreisdeckel nach dem Vorbild des iberischen Modells. Laut ICIS hätte dieser „Scudo Italiano“ bessere Chancen auf Genehmigung durch die EU-Kommission, dürfte die italienischen Strompreise aber deutlich weniger senken als die ursprüngliche ETS-Erstattung. Je nach Höhe des Deckels wären die Effekte auf die Großhandelspreise begrenzt.

Seit Anfang März zeigen sich die europäischen LNG-Importe rückläufig. Seit April nehmen die asiatischen Importe aus den USA hingegen deutlich zu, so dass eine Schere aufging zwischen Europa und Asien. Das Preisniveau in Asien war für kurzfristige Lieferungen offenbar attraktiver als das europäische. Angesichts der El Nino-Wetterrisiken im Sommer in Asien und der niedrigen Gasspeicherstände in Europa werden die nächste Wochen wichtig: Gelingt es, die katarischen Exportanlagen wieder anzufahren und die Lieferkette durch die Straße von Hormus wieder in Gang zu setzen? Falls nicht, würde sich der Wettbewerb deutlich verschärfen und die Preise am Gasmarkt würden angetrieben.


Die deutsche Strom-Spotmarktauktion für den morgigen Dienstag hat einen Baseloadpreis von 72,80 Euro/MWh ergeben, der Preis ist damit 26,3 Prozent niedriger als der heutige Baseload. Ausschlaggebend ist der rund 28 GW über dem Durchschnitt liegende Windertrag von circa 36 GW. Zusätzlich steigt die PV-Einspeisung von 9,4 auf 12,6 GW. Das Tagesprofil zeigt daher im Gegensatz zu heute zwischen 11:15 Uhr und 17:15 Uhr wieder eine sehr flache Mittagsdelle um die 0,00-Euro/MWh-Linie. Der Tageshöchstpreis wird bei 129,03 Euro/MWh um 00:00 Uhr erreicht. Das Tagesminimum liegt bei minus 3,65 Euro/MWh um 13:00 Uhr.
Die Windleistung hat damit allerdings ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht. Im Verlauf der Woche sinkt die Einspeisung auf Werte zwischen 5 und 9 GW, während die PV-Einspeisung in den kommenden Tagen auf Werte um die 20 GW steigt.
Die Energiemärkte eröffnen die neue Handelswoche mit Abschlägen bei TTF Gas und im Strom Frontmonat. Die Verschmutzungsrechte notieren leicht im Minus.
Am gestrigen Sonntag haben sich Vertreter der OPEC-Mitgliedsstaaten auf eine weitere Erhöhung der Erdölfördermengen um 188.000 Barrel pro Tag geeinigt. Im vergangenen Juni und Juli gab es bereits Erhöhungen der Förderquoten, diese konnten sich jedoch durch die Schließung der Straße von Hormus nicht angebotsseitig auswirken. Der Brent Crude Frontmonat notiert zuletzt bei 72,04 US-Dollar/bbl.
Der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus scheint sich auf einem höheren Niveau von circa 30 bis 40 Durchfahrten pro Tag zu stabilisieren (Containerschiffe ausgenommen). Das Niveau liegt deutlich über dem quasi kompletten Stillstand während der Kampfhandlungen, ist allerdings noch weit von den rund 80 bis 100 täglichen Durchfahrten vor Kriegsbeginn entfernt. Die Datenlage bleibt aktuell uneindeutig, da viele Kapitäne die Durchfahrt immer noch nur mit ausgeschaltetem AIS-Transponder wagen.
Die Preise am deutschen Strom-Spotmarkt blieben am Wochenende durch die sehr hohe Windeinspeisung moderat, mit Baseloadpreisen von 63,40 Euro/MWh am Samstag und 62,75 Euro/MWh am Sonntag. Der heutige Montag zieht aufgrund der niedrigen PV-Leistung wieder preislich an, mit einem Baseloadpreis von 98,83 Euro/MWh. Die Solareinspeisung ist aktuell mit rund 10 GW schwach, steigert sich im Verlauf der KW 28 jedoch auf starke 20 GW am kommenden Donnerstag. Die Windeinspeisung ist aktuell mit 25 GW und am Dienstag mit 35 GW sehr stark, fällt im Wochenverlauf allerdings auf 5 GW am Donnerstag und pendelt sich danach bei durchschnittlichen 8 GW ein. Die Temperaturen in Deutschland werden zum Wochenende hin mit 23 Grad Celsius im Tagesmittel wieder wärmer.

Das TTF Gas Frontjahr ging am gestrigen Donnerstag mit einem Plus von 0,9 Prozent bei 35,08 Euro/MWh aus dem Handel. Am heutigen Freitag um 14:05 Uhr notiert das TTF Gas Cal 27 0,1 Prozent schwächer bei 35,05 Euro/MWh. Eine Woche nach den Attacken des Irans auf Schiffe, die auf der Route entlang der omanischen Küste durch die Straße von Hormus unterwegs waren, scheint sich der Schiffsverkehr in der Meerenge wieder zu erholen. Der Iran fordert, dass Schiffe die Route entlang der iranischen Küste nehmen müssen, um sicher passieren zu können. Nach vorläufigen Zahlen von Kpler sind gestern 33 Schiffe passiert. Am Mittwoch waren es 38. Kurz nach den Angriffen sank die Zahl auf 16 (am 28.6.). Der Höchststand nach Unterzeichnung des Rahmenabkommens wurde am 24.6. mit 59 Schiffen markiert. Wir zählen dabei Öl-, LNG- und LPG-Tanker sowie sonstige Tanker und Frachter für Trockengüter.

Am gestrigen Donnerstag beendete das Strom Frontjahr Base den Handelstag mit einem Plus von 0,7 Prozent bei 93,05 Euro/MWh. Am heutigen Freitag um 13:20 Uhr notiert das Strom Cal 27 Base 0,4 Prozent fester bei 93,42 Euro/MWh. Die Wasserkraftverfügbarkeit in Europa ist in diesem Jahr durch eine europaweit stark ausgeprägte Trockenheit schwach. Dies betrifft unter anderem Skandinavien, die Alpenregion und Frankreich.

Am morgigen Samstag gehen die Winderträge auf 21,5 GW zurück, bleiben damit allerdings trotzdem rund 13,5 GW über dem langfristigen Mittelwert. Die PV-Einspeisung sinkt nach einer langen sonnigen Phase wieder unter den langfristigen Durchschnitt von 16,2 GW auf 13,5 GW.
Der Baseloadpreis steigt dementsprechend für den morgigen Liefertag um 6,5 Prozent auf 63,40 Euro/MWh an. Da die Winderträge in den Mittagsstunden relativ hoch sind, ergibt sich erneut eine lange und flache Mittagsdelle von 09:00 Uhr bis 17:30 Uhr. Der Peakloadpreis sinkt im Gegensatz zum Baseloadpreis um 10,5 Prozent auf 14,34 Euro/MWh. Der Tagestiefstpreis wird um 14:00 Uhr bei minus 11,80 Euro/MWh erreicht. Das Tagesmaximum liegt bei 137,50 Euro/MWh um 20:45 Uhr.

























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