DailyReport Recap - ab 19:00 Uhr im Portal

Dieser Inhalt ist in Ihrem Abo nicht enthalten.
Bei Fragen zu unserem Angebot, einem unverbindlichem Testzeitraum oder sonstigen Anliegen kontaktieren Sie einfach Carsten Theede.

Die Energiemärkte sind schwach in die neue Handelswoche gestartet, notierten intraday allerdings zeitweise über den Freitagsschlusskursen. Der Strom Frontmonat Base notierte 0,8 Prozent schwächer, der TTF Gas Frontmonat handelte gegen 18 Uhr 1,2 Prozent leichter. Der EUA-Dezember-26-Future ging kaum verändert mit einem Minus von 0,1 Prozent aus dem Handel. Aus dem Rahmen fällt jedoch Rohöl Brent. Der Frontmonat notiert am Montagabend rund 2,1 Prozent fester bei rund 111 US-Dollar/Barrel.
Weiterhin bleibt das Geschehen rund um die Straße von Hormus im Fokus. Trumps China-Reise brachte keine neuen Durchbrüche. Das Ausbleiben von Verhandlungsergebnissen setzt die Konfliktparteien jedoch weiter unter Druck. Laut Medienberichten bereitet sich Israel auf eine Weiterführung des Konfliktes vor. Auch Trump soll über eine Wiederaufnahme der Militärschläge gegen den Iran nachdenken. Am Sonntag veröffentlichte er einen Beitrag auf Truth Social, welcher sinngemäß übersetzt lautet: „Für den Iran läuft die Uhr, Sie sollten schnell handeln oder von Ihnen bleibt nichts mehr übrig“. Der Iran zeigt unterdessen seine Bereitschaft zur weiteren Eskalation. Eine Drohne ist nahe eines KKWs in den Vereinigten Arabischen Emiraten eingeschlagen und hat einen Stromgenerator in Brand gesetzt. Erhöhte Strahlenwerte wurden nicht festgestellt. Allerdings hat der Iran parallel im Laufe des heutigen Tages einen Vorschlag zur Beendigung des Konfliktes über pakistanische Unterhändler übermittelt. Direkte Gespräche zwischen den Konfliktparteien finden aktuell nicht statt.
Steigende LNG-Konkurrenz
Europas LNG-Importe geraten zunehmend unter Druck: Laut Kpler dürften die EU-Importe in dieser Woche um 28 Prozent auf 2,1 Milliarden Kubikmeter fallen, den niedrigsten Stand seit August 2025. Grund dafür ist die wachsende Konkurrenz aus Asien, mit einem JKM-TTF-Spread von rund 5 Euro/MWh für den Juli-Future. Das zeigt sich auch auf den Schifffahrtsrouten: Mehrere Atlantik-Ladungen fahren aktuell um das südliche Afrika nach Asien. Die Kpler-Monatsprognosen unterstreichen die Verschiebung: Während Asiens LNG-Importe von April bis Juni von 18,8 auf 23,2 Millionen Tonnen steigen, stagniert Europa bei knapp 9,6 Millionen Tonnen. Mit einem EU-Speicherfüllstand von lediglich 36,3 Prozent, und damit deutlich unter Vorjahresniveau, bleibt Europa jedoch auf steigende LNG-Importe angewiesen.
Drohnenangriffe im Ukrainekrieg nehmen zu
In der Nacht zum 17. Mai führte die Ukraine laut eigenen Angaben den bislang größten Drohnenangriff auf Moskau durch. Russische Behörden erklärten, mehr als 120 Drohnen abgefangen zu haben, dennoch kam es in mehreren Stadtteilen und Vororten zu Explosionen und Schäden, wobei besonders die Moskauer Bezirke Kurkino und Chimki mit ihren Wohngebäuden betroffen waren. Zusätzlich wurden zwei Ölanlagen im Großraum Moskau getroffen, darunter die Ölpumpstation Solnechnogorskaya, an der ein Öltank in Brand geriet, sowie die ebenfalls beschädigte Ölpumpstation Wolodarskoje.
Vor der ukrainischen Schwarzmeerküste wurde zudem ein chinesisches Frachtschiff nach Angaben eines Insiders von einer russischen Drohne getroffen. Das Schiff war auf dem Weg in den Hafen Piwdenne bei Odessa, um Eisenerzkonzentrat zu laden. Der Vorfall ereignete sich kurz vor dem China-Besuch von Russlands Präsident Wladimir Putin und könnte diplomatisch brisant werden, da China sich im Ukraine-Krieg offiziell als neutral darstellt, zugleich aber enge strategische Beziehungen zu Moskau pflegt.
Österreich baut heimische Gasförderung aus
Österreich hat nahe Wien ein neues Gasfeld in Betrieb genommen, das die heimische Gasproduktion langfristig deutlich steigern soll. Das Projekt der OMV könnte den Anteil heimischer Förderung am Gasverbrauch von derzeit sieben Prozent zunächst um etwa 50 Prozent erhöhen und die Gasförderung des Landes um bis zu 15 Jahre verlängern. Die Regierung begründet das Vorhaben mit geopolitischen Risiken und dem Ziel, Abhängigkeiten von Energieimporten zu reduzieren. OMV und Bundeskanzler Christian Stocker betonen zugleich, dass das Projekt mit der Energie- und Wärmewende vereinbar sei und als Übergangslösung zur Dekarbonisierung diene. Hintergrund ist die Neuausrichtung der österreichischen Gasversorgung nach dem Ende russischer Lieferungen, wodurch Importe aus Deutschland, Italien, Norwegen und LNG an Bedeutung gewonnen haben. Österreich bezog früher bis zu 90 Prozent seines Erdgases aus Russland.
Italien plant CO2-Entschädigung bis 30. September
Die italienische Regulierungsbehörde für Energie, Netze und Umwelt (ARERA) plant, bis zum 30. September einen Entschädigungsmechanismus für Gaskraftwerke einzuführen, der die durch CO2-Zertifikate entstandenen Kosten ausgleicht. Die Erstattung soll auf die erwarteten CO2-bezogenen Kosten eines effizienten Gas-und-Dampfturbinen-Kraftwerks begrenzt und monatlich oder saisonal an die Marktbedingungen angepasst werden. Italien hatte Anfang des Jahres bereits ein Dekret verabschiedet, diesem müsste die EU-Kommission jedoch noch zustimmen. Allerdings sollen die Kosten des Mechanismus über eine noch nicht näher definierte Umlage auf die Verbraucher umgelegt werden, was die tatsächliche Nettoentlastung deutlich dämpfen könnte. Kritiker warnen zudem vor einer Aufweichung der EU-Klimaziele und einer durch Subventionen befeuerten Gasnachfrage.


Unser Analyse-Team
EnerChase GmbH & Co. KG, (im Folgenden "enerchase"),
Sitz:
Willich, eingetragen im Handelsregister des Amtsgerichts Krefeld unter HRB 13893 diese vertreten durch die Geschäftsführer Stefan Küster und Dennis Warschewitz.
Autoren: Dennis Warschewitz, Stefan Küster, Tobias Waniek
Hinweis zur Methodik: Die Markteinschätzung beruht auf fundamentaler und technischer Analyse. Der Zeitrahmen, auf die sich die Tendenzaussagen beziehen, ist jeweils ein Tag. Die Tendenzen werden im täglichen Rhythmus veröffentlicht.
Mögliche Interessenkonflikte:
Gesellschafter der EnerChase GmbH & Co. KG, können Unternehmen oder Beratungskunden der EnerChase GmbH & Co. KG könnten zum Zeitpunkt der Erstellung dieser Analyse in den besprochenen Derivaten oder Basiswerten investiert sein.Disclaimer / Haftungsbeschränkung Der DailyReport inklusive der Wochentendenzen (im Folgenden „Analysen“) richtet sich an institutionelle Marktteilnehmer. Die Analysen sind für die allgemeine Verbreitung bestimmt und dienen ausschließlich zu Informationszwecken und stellen insbesondere keine Anlageberatung, Empfehlung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Derivaten dar und beziehen sich nicht auf die spezifischen Anlageziele, die finanzielle Situation bzw. auf etwaige Anforderungen von Personen. Handlungen basierend auf den von enerchase veröffentlichten Analysen geschehen auf eigene Verantwortung der Nutzer. Grundsätzlich gilt, dass die Wertentwicklung in der Vergangenheit keine Garantie für die Wertentwicklung in der Zukunft ist. Vergangenheitsbezogene Daten bieten keinen Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. enerchase übernimmt keine Haftung für direkte wie auch für indirekte Schäden oder Folgeschäden, welche im Zusammenhang mit der Verwendung der Informationen entstehen können mit Ausnahme für Schäden, die auf einer vorsätzlichen oder grob fahrlässigen Pflichtverletzung unsererseits oder einer vorsätzlichen oder grob fahrlässigen Pflichtverletzung einer unserer Erfüllungsgehilfen beruhen. Insbesondere besteht keine Haftung dafür, dass sich die in den Analysen enthaltenen Prognosen auch bewahrheiten. Die Informationen und Prognosen wurden mit großer Sorgfalt zusammengestellt. Für die Richtigkeit, Aktualität und Vollständigkeit kann gleichwohl keine Gewähr übernommen werden, auch auf eine Verlässlichkeit der Daten hat der Nutzer keinen Anspruch. Des Weiteren wird die Haftung für Ausfälle der Dienste oder Schäden jeglicher Art bspw. aufgrund von DoS-Attacken, Computerviren oder sonstigen Attacken ausgeschlossen. Die Nutzung der Inhalte der Analysen erfolgt auf eigene Gefahr des Nutzers. Unsere Tätigkeit ist gemäß § 86 WpHG bei der BaFin angezeigt. Weitere Informationen zur Methodik und die historischen Tagestendenzen können unter research@enerchase.de jederzeit angefragt werden. Diese Publikation ist urheberrechtlich geschützt. Das Kopieren sowie die Verarbeitung, Veränderung und/oder Weitergabe dieser Informationen ist nur mit ausdrücklicher schriftlicher Genehmigung der EnerChase GmbH & Co. KG zulässig.

.png)
.png)
.png)