DailyReport Recap - ab 19:00 Uhr im Portal

Dieser Inhalt ist in Ihrem Abo nicht enthalten.
Bei Fragen zu unserem Angebot, einem unverbindlichem Testzeitraum oder sonstigen Anliegen kontaktieren Sie einfach Carsten Theede.

Am Donnerstag haben die Gas- und Strompreise in Europa zugelegt. Insbesondere das kurze Ende zog dabei kräftig an. In der kommenden Woche wird erneut eine Hitzewelle in Frankreich erwartet, die allerdings weniger heftig ausfallen wird als die letzte. Die EUAs gaben leicht nach, auch der Ölmarkt notierte um 18 Uhr etwas schwächer. Die Atomgespräche zwischen den USA und dem Iran in Doha haben laut Reuters-Informationen keine konkreten Ergebnisse geliefert. Statt des iranischen Atomprogramms standen offenbar Fragen zum Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus sowie finanzielle Themen im Vordergrund. Während US-Präsident Donald Trump die Treffen in dieser Woche als positiv bewertete, beschrieben Insider den Verlauf deutlich zurückhaltender, zumal die Gespräche nur über Vermittler aus Katar und Pakistan liefen. Dafür zeichnet sich allmählich ab, dass der Iran die Kontrolle über die Straße von Hormus dauerhaft behalten könnte.
Strom-Spotauktion für Freitag, den 03.07.2026: Windspitze lässt Preise weiter sinken
Am Freitag ziehen die Winderträge noch einmal deutlich an. Nach den für Donnerstag erwarteten 23,1 GW wird morgen mit 33,4 GW gerechnet, 26 GW über dem langfristigen Mittelwert. Damit markiert der Freitag vorerst den windreichsten Tag, bevor die Einspeisungen anschließend wieder zurückgehen. Die PV-Einspeisung bleibt mit 17,8 GW überdurchschnittlich.
Dementsprechend sinkt der Baseloadpreis um 18,8 Prozent im Vergleich zu Donnerstag auf 59,54 Euro/MWh. Der Peakloadpreis fällt ebenfalls um 29,5 Prozent auf 16,03 Euro/MWh. Durch die hohe PV-Einspeisung in Kombination mit viel Wind in den Mittagsstunden zeigt sich erneut eine ausgeprägte Delle von 09:30 Uhr bis 18:00 Uhr. Der Tagestiefstpreis wird um 14:45 Uhr bei minus 5,95 Euro/MWh erreicht. Der Tageshöchstpreis wird um 20:45 Uhr bei 142,20 Euro/MWh erreicht.
Frankreichs Stromproduktion und Stromexporte erreichen neue Höchststände
Frankreich hat in der ersten Jahreshälfte 2026 insgesamt 283 TWh Strom erzeugt und damit den höchsten Halbjahreswert seit 2019 erreicht. Besonders stark war die Kernkraftproduktion mit knapp 190 TWh, unterstützt durch eine höhere Reaktorverfügbarkeit; zugleich legten Wind- und Solarstromproduktion deutlich zu, während die Stromnachfrage leicht auf 227 TWh sank. Vor diesem Hintergrund berichtet Thomas Veyrenc, Generaldirektor für Wirtschaft, Strategie und Finanzen sowie Vorstandsmitglied beim französischen Übertragungsnetzbetreiber RTE, von einem neuen Rekord bei den französischen Stromexporten im ersten Halbjahr 2026. Frankreich exportierte in diesem Zeitraum 51 TWh Strom und damit bereits fast so viel wie in früheren Gesamtjahren. Gründe dafür sind laut Veyrenc vor allem die wieder höhere Verfügbarkeit der Kernkraft, der Ausbau erneuerbarer Energien, ein weiterhin gedämpfter Stromverbrauch und niedrige Grenzkosten im französischen Stromsystem. Die Hitzewelle im Juni hat diesen Trend offenbar nicht wesentlich gebremst: Trotz eines etwas höheren Stromverbrauchs blieb Frankreich laut Veyrenc überwiegend Nettoexporteur. Auch die hitzebedingten Kraftwerksdrosselungen infolge hoher Flusswassertemperaturen scheinen damit kein großes Exportproblem ausgelöst zu haben. Veyrenc sieht in der hohen verfügbaren Strommenge zugleich ein Argument dafür, dass Frankreich Industrie, Digitalisierung, Verkehr und Gebäude weiter elektrifizieren kann, ohne dass ein Nutzungskonflikt um Strom entsteht.
In der Grafik sieht man die kumulierte Austauschbilanz im Jahr 2026 im Vergleich zu anderen Jahren mit hohen Jahresüberschüssen.
Hormus: Teilöffnung statt Normalisierung
Einem Bloomberg-Bericht vom Donnerstag zufolge stellen sich einige führende europäische Staaten inzwischen darauf ein, dass Schiffe für die Passage durch die Straße von Hormus künftig Gebühren an den Iran und den Oman zahlen müssen. Unklar ist zwar noch, welche Art von Gebühren akzeptiert würde und wie hoch diese ausfallen könnten, doch der Gedanke einer Rückkehr zum Vorkriegszustand verliert offenbar an Rückhalt. Die USA und mehrere Golfstaaten lehnen Gebühren offiziell weiter ab und verweisen auf internationales Seerecht sowie die Gefahr eines Präzedenzfalls für andere Wasserstraßen. Zugleich drängen europäische Staaten darauf, dass Schiffe nicht nach Flagge diskriminiert werden und eine internationale maritime Koalition bei der Minenräumung unterstützen soll. Seit dem vorläufigen Friedensabkommen vor rund zwei Wochen hat der Schiffsverkehr durch Hormus wieder zugenommen. Die Ölflüsse aus Ländern wie Saudi-Arabien liegen Bloomberg zufolge inzwischen bei mehr als 10 Millionen Barrel pro Tag und damit etwas über der Hälfte des Vorkriegsniveaus. Auch indirekte Gespräche zwischen den USA und dem Iran laufen weiter, während der Iran seit Beginn des Konflikts auf eine künftige Form der Kontrolle über den Verkehr durch die Meerenge pocht.
Damit rückt genau jenes Szenario näher, vor dem Kpler bereits Ende April gewarnt hatte: eine nur teilweise Wiederöffnung der Straße von Hormus unter fortbestehender iranischer Kontrolle. Kpler argumentierte, dass eine solche Passage nicht allein an der physischen Abfertigungskapazität scheitern dürfte, sondern an strukturellen Reibungsverlusten durch Genehmigungsverfahren, vorgeschriebene Routen, rechtliche Unsicherheit, höhere Versicherungsprämien und mögliche Zahlungen an die iranischen Revolutionsgarden. Für Marktteilnehmer wäre die Meerenge dann nicht mehr ein frei nutzbarer internationaler Seeweg, sondern ein politisch kontrollierter Engpass mit Compliance-, Sanktions- und Verzögerungsrisiken. Kpler sieht deshalb selbst bei sinkender militärischer Aktivität eine harte Obergrenze für die Normalisierung und hält unter einem „Iranian Control“-Szenario nur etwa 40,0 bis 50,0 Prozent der Exportkapazität aus dem Persischen Golf für erreichbar. Für Rohöl wäre eine solche Einschränkung eher verkraftbar, weil alternative Exportrouten wie Yanbu zumindest einen Teil der Mengen aufnehmen können. Für LNG, Ölprodukte und andere Rohstoffströme wäre die Lage deutlich problematischer, da die Ausweichmöglichkeiten begrenzter sind und eine dauerhaft nur teilweise geöffnete Straße von Hormus die Risikoprämien in diesen Märkten hochhalten dürfte.
US-Arbeitsmarkt kühlt ab, Zinserwartungen werden uneinheitlicher
Der US-Arbeitsmarkt hat sich im Juni deutlich abgeschwächt: Außerhalb der Landwirtschaft entstanden nur 57.000 neue Stellen, während Ökonomen mit 110.000 gerechnet hatten. Gleichzeitig sank die Arbeitslosenquote überraschend auf 4,2 Prozent, und die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe blieben mit 215.000 auf niedrigem Niveau. Für die Federal Reserve entsteht dadurch ein gemischtes Bild, weil schwächere Jobdaten gegen Zinserhöhungen sprechen könnten, während die weiterhin hohe Inflation und zuletzt gestiegene Energiepreise den Druck zur Inflationsbekämpfung aufrechterhalten. Einige Experten erwarten wegen sinkender Ölpreise und möglicher Entlastung bei den Verbraucherpreisen eine unveränderte Geldpolitik, während andere darauf verweisen, dass die neue Fed-Führung unter Kevin Warsh Preisstabilität klar priorisieren dürfte.


Unser Analyse-Team
EnerChase GmbH & Co. KG, (im Folgenden "enerchase"),
Sitz:
Willich, eingetragen im Handelsregister des Amtsgerichts Krefeld unter HRB 13893 diese vertreten durch die Geschäftsführer Stefan Küster und Dennis Warschewitz.
Autoren: Dennis Warschewitz, Stefan Küster, Tobias Waniek
Hinweis zur Methodik: Die Markteinschätzung beruht auf fundamentaler und technischer Analyse. Der Zeitrahmen, auf die sich die Tendenzaussagen beziehen, ist jeweils ein Tag. Die Tendenzen werden im täglichen Rhythmus veröffentlicht.
Mögliche Interessenkonflikte:
Gesellschafter der EnerChase GmbH & Co. KG, können Unternehmen oder Beratungskunden der EnerChase GmbH & Co. KG könnten zum Zeitpunkt der Erstellung dieser Analyse in den besprochenen Derivaten oder Basiswerten investiert sein.Disclaimer / Haftungsbeschränkung Der DailyReport inklusive der Wochentendenzen (im Folgenden „Analysen“) richtet sich an institutionelle Marktteilnehmer. Die Analysen sind für die allgemeine Verbreitung bestimmt und dienen ausschließlich zu Informationszwecken und stellen insbesondere keine Anlageberatung, Empfehlung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Derivaten dar und beziehen sich nicht auf die spezifischen Anlageziele, die finanzielle Situation bzw. auf etwaige Anforderungen von Personen. Handlungen basierend auf den von enerchase veröffentlichten Analysen geschehen auf eigene Verantwortung der Nutzer. Grundsätzlich gilt, dass die Wertentwicklung in der Vergangenheit keine Garantie für die Wertentwicklung in der Zukunft ist. Vergangenheitsbezogene Daten bieten keinen Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. enerchase übernimmt keine Haftung für direkte wie auch für indirekte Schäden oder Folgeschäden, welche im Zusammenhang mit der Verwendung der Informationen entstehen können mit Ausnahme für Schäden, die auf einer vorsätzlichen oder grob fahrlässigen Pflichtverletzung unsererseits oder einer vorsätzlichen oder grob fahrlässigen Pflichtverletzung einer unserer Erfüllungsgehilfen beruhen. Insbesondere besteht keine Haftung dafür, dass sich die in den Analysen enthaltenen Prognosen auch bewahrheiten. Die Informationen und Prognosen wurden mit großer Sorgfalt zusammengestellt. Für die Richtigkeit, Aktualität und Vollständigkeit kann gleichwohl keine Gewähr übernommen werden, auch auf eine Verlässlichkeit der Daten hat der Nutzer keinen Anspruch. Des Weiteren wird die Haftung für Ausfälle der Dienste oder Schäden jeglicher Art bspw. aufgrund von DoS-Attacken, Computerviren oder sonstigen Attacken ausgeschlossen. Die Nutzung der Inhalte der Analysen erfolgt auf eigene Gefahr des Nutzers. Unsere Tätigkeit ist gemäß § 86 WpHG bei der BaFin angezeigt. Weitere Informationen zur Methodik und die historischen Tagestendenzen können unter research@enerchase.de jederzeit angefragt werden. Diese Publikation ist urheberrechtlich geschützt. Das Kopieren sowie die Verarbeitung, Veränderung und/oder Weitergabe dieser Informationen ist nur mit ausdrücklicher schriftlicher Genehmigung der EnerChase GmbH & Co. KG zulässig.

.png)
.png)
.png)