Ihr Account wurde aufgrund von Inaktivität
in den Standby-Modus versetzt.

Um Ihren Account wieder freizuschalten, kontaktieren Sie bitte Carsten Theede.
theede@enerchase.de
+49 2154 880 938 5
+49 151 1282 7679

DailyReport Recap - ab 19:00 Uhr im Portal

Dieser Inhalt ist in Ihrem Abo nicht enthalten.

Bei Fragen zu unserem Angebot, einem unverbindlichem Testzeitraum oder sonstigen Anliegen kontaktieren Sie einfach Carsten Theede.

theede@enerchase.de
+49 2154 880 938 5
+49 151 1282 7679
No items found.
Brent Crude im freien Fall
16.06.2026
19:23
Uhr

Nach einem starken Abverkauf am Montag haben sich die Energiemärkte am Dienstag vergleichsweise moderat bewegt. Einzig der Ölmarkt stach hervor: Der Brent Crude Frontmonat gab bis zum Abend um rund 5,4 Prozent nach, befeuert durch eine Meldung des Wall Street Journals, wonach die USA dem Iran im Zuge der ausgehandelten Absichtserklärung erlauben werden, den Verkauf von Rohöl und Kraftstoffen umgehend wieder aufzunehmen. Der Gasmarkt fiel insbesondere am kurzen Ende, aber deutlich moderater als der Ölpreis. Der Strommarkt und die EUAs bewegten sich hingegen kaum. Das Bild zeigt den Unterschied zwischen den Märkten: Während Öl nahezu vollständig auf den Deal reagiert, dämpfen beim Gas die anhaltende Hitzewelle, drohende KKW-Einschränkungen in Frankreich und die schwache Gaseinspeicherung den Abwärtsdruck. Die Restunsicherheit rund um das Abkommen tut ihr Übriges, kann den Ölmarkt aber offenbar weniger beunruhigen.

Hitze bedroht weiteres KKW

EDF warnt vor Produktionseinschränkungen am 3,6 GW-Kernkraftwerk Bugey nahe Lyon. Die Warnung soll am Montag erneut geprüft werden. Bereits zuvor hatte der Versorger ähnliche Einschränkungen für das ebenfalls an der Rhone gelegene Kernkraftwerk St Alban angekündigt. Hintergrund ist eine Hitzewelle, die Flusswasser erwärmt und damit die Kühlung französischer Reaktoren erschweren kann. Da viele französische Atomkraftwerke auf Flusswasser angewiesen sind, können hohe Wassertemperaturen oder niedrige Durchflüsse gesetzlich vorgeschriebene Leistungsdrosselungen auslösen. Aktuell sind drei der vier Reaktoren mit 2,7 GW am Netz. Der französische Strom Frontmonat Base reagiert mit starken Aufschlägen auf die jüngsten Wetterberichte. Nachdem der Juli-Future Anfang Mai noch bei knapp 34 Euro/MWh notierte, hatte der Kontrakt sich mit einem Tageshoch am Dienstag bei 68,95 Euro/MWh verdoppelt.

Streik legt Teil von Ichthys LNG lahm

Inpex hat wegen eines Streiks einen von zwei LNG-Produktionssträngen im australischen Ichthys-Projekt stillgelegt. Die Anlage gehört zu den größten LNG-Exportstandorten Australiens und hat eine Jahreskapazität von 9,3 Millionen Tonnen. Nach Angaben aus einem Verfahren könnten bis zu sieben LNG-Ladungen verzögert werden, was die ohnehin angespannte globale Versorgungslage zusätzlich belastet. Der Arbeitskampf soll nach Angaben der Gewerkschaften bis zum 6. Juli andauern, nachdem keine neue Beschäftigungsvereinbarung zustande kam. Besonders relevant ist der Ausfall für Japan, da japanische Unternehmen große Teile der Ichthys-Mengen langfristig beziehen.

EU-Mitgliedstaaten billigen ETS-Benchmarks 2026–2030

Die EU-Mitgliedstaaten haben die neuen CO2-Effizienz-Benchmarks für den Europäischen Emissionshandel (EU ETS) gebilligt, die die kostenlose Zertifikatszuteilung für Industrieanlagen im Zeitraum 2026–2030 regeln. Als zentrales Kompromisselement werden nun bei allen 54 Benchmarks indirekte Emissionen berücksichtigt, was im ursprünglichen Kommissionsvorschlag vom Mai noch auf 14 Produkt-Benchmarks beschränkt war. Die Ausweitung bringt bestimmten Sektoren zusätzliche Freizuteilungen im Wert von 4 Milliarden Euro ein und ist eine direkte Reaktion auf Wettbewerbsbedenken energieintensiver Industrien.

Allerdings bleiben die Brennstoff- und Wärme-Rückfall-Benchmarks, die für viele energieintensive Unternehmen besonders relevant sind, auf dem maximal zulässigen Absenkpfad: minus 50 Prozent gegenüber 2013–2020 bzw. minus 34,1 Prozent gegenüber 2021–2025. Die EU-Kommission hat daher zugesagt, parallel zur anstehenden ETS-Überprüfung im nächsten Monat einen separaten Revisionsvorschlag für genau diese Benchmarks vorzulegen, inklusive neuer branchenspezifischer Fallback-Regelungen, die so schnell wie möglich greifen sollen. Die Revision soll ausdrücklich so ausgestaltet werden, dass der sogenannte Cross-Sectoral Correction Factor (CSCF) vermieden wird, der die Gesamtzuteilung gedeckelt hätte. Die kostenlosen Zertifikate für 2026 könnten nach aktuellem Stand Ende Juli ausgegeben werden.

Da die finalen Werte kaum vom Mai-Entwurf abwichen, war das Ergebnis für den Markt weitgehend eingepreist. Der eigentliche Fokus bleibt die Veröffentlichung der Kommissions-Reformpläne am 15. Juli.

Katar bereitet schnelle Rückkehr auf den LNG-Markt vor

Katar plant laut Bloomberg, seine LNG-Produktion nach einer Wiederöffnung der Straße von Hormus deutlich schneller hochzufahren als bisher von vielen Marktteilnehmern erwartet. Nach Angaben aus dem Umfeld von QatarEnergy sollen innerhalb eines Monats rund 50 Prozent und innerhalb von zwei Monaten etwa 80 Prozent der Exportkapazität wieder verfügbar sein, nachdem die Anlagen infolge iranischer Angriffe und der Schließung der wichtigen Schifffahrtsroute weitgehend stillstanden. Die Rückkehr der katarischen Liefermengen könnte die angespannte globale LNG-Versorgungslage spürbar entspannen, wobei die Preise in Europa und Asien weiterhin über dem Vorkrisenniveau liegen. Gleichzeitig bestehen erhebliche Zweifel an der von US-Präsident Donald Trump angekündigten schnellen Wiederöffnung der Straße von Hormus, da Minenräumungen und internationale Sicherheitsmaßnahmen noch ausstehen. Europäische Staaten rechnen daher eher mit einer schrittweisen Normalisierung des Schiffsverkehrs über mehrere Wochen.

G7 erhöhen Druck auf russischen Energiesektor

Die G7-Staaten haben sich bei ihrem Gipfel in Évian auf neue Sanktionen gegen Russlands Energiesektor verständigt. Im Fokus stehen russisches Öl und Gas sowie weitere Maßnahmen gegen die sogenannte Schattenflotte. Großbritannien plant 70 neue Sanktionen, Kanada will 162 Personen, Unternehmen und Schiffe neu listen. US-Präsident Donald Trump stellte zudem in Aussicht, Sanktionen gegen russische Ölexporte bald wieder aufzunehmen. Die Maßnahmen sollen den wirtschaftlichen Druck auf Moskau erhöhen und Russland zu Verhandlungen über ein Ende des Kriegs gegen die Ukraine bewegen.

Herausgeber:
EnerChase GmbH & Co. KG, (im Folgenden "enerchase"),
Sitz:
Willich, eingetragen im Handelsregister des Amtsgerichts Krefeld unter HRB 13893 diese vertreten durch die Geschäftsführer Stefan Küster und Dennis Warschewitz.
Autoren: Dennis Warschewitz, Stefan Küster, Tobias Waniek
Hinweis zur Methodik: Die Markteinschätzung beruht auf fundamentaler und technischer Analyse. Der Zeitrahmen, auf die sich die Tendenzaussagen beziehen, ist jeweils ein Tag. Die Tendenzen werden im täglichen Rhythmus veröffentlicht.
Mögliche Interessenkonflikte:
Gesellschafter der EnerChase GmbH & Co. KG, können Unternehmen oder Beratungskunden der EnerChase GmbH & Co. KG könnten zum Zeitpunkt der Erstellung dieser Analyse in den besprochenen Derivaten oder Basiswerten investiert sein.Disclaimer / Haftungsbeschränkung Der DailyReport inklusive der Wochentendenzen (im Folgenden „Analysen“) richtet sich an institutionelle Marktteilnehmer. Die Analysen sind für die allgemeine Verbreitung bestimmt und dienen ausschließlich zu Informationszwecken und stellen insbesondere keine Anlageberatung, Empfehlung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Derivaten dar und beziehen sich nicht auf die spezifischen Anlageziele, die finanzielle Situation bzw. auf etwaige Anforderungen von Personen. Handlungen basierend auf den von enerchase veröffentlichten Analysen geschehen auf eigene Verantwortung der Nutzer. Grundsätzlich gilt, dass die Wertentwicklung in der Vergangenheit keine Garantie für die Wertentwicklung in der Zukunft ist. Vergangenheitsbezogene Daten bieten keinen Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. enerchase übernimmt keine Haftung für direkte wie auch für indirekte Schäden oder Folgeschäden, welche im Zusammenhang mit der Verwendung der Informationen entstehen können mit Ausnahme für Schäden, die auf einer vorsätzlichen oder grob fahrlässigen Pflichtverletzung unsererseits oder einer vorsätzlichen oder grob fahrlässigen Pflichtverletzung einer unserer Erfüllungsgehilfen beruhen. Insbesondere besteht keine Haftung dafür, dass sich die in den Analysen enthaltenen Prognosen auch bewahrheiten. Die Informationen und Prognosen wurden mit großer Sorgfalt zusammengestellt. Für die Richtigkeit, Aktualität und Vollständigkeit kann gleichwohl keine Gewähr übernommen werden, auch auf eine Verlässlichkeit der Daten hat der Nutzer keinen Anspruch. Des Weiteren wird die Haftung für Ausfälle der Dienste oder Schäden jeglicher Art bspw. aufgrund von DoS-Attacken, Computerviren oder sonstigen Attacken ausgeschlossen. Die Nutzung der Inhalte der Analysen erfolgt auf eigene Gefahr des Nutzers. Unsere Tätigkeit ist gemäß § 86 WpHG bei der BaFin angezeigt. Weitere Informationen zur Methodik und die historischen Tagestendenzen können unter research@enerchase.de jederzeit angefragt werden. Diese Publikation ist urheberrechtlich geschützt. Das Kopieren sowie die Verarbeitung, Veränderung und/oder Weitergabe dieser Informationen ist nur mit ausdrücklicher schriftlicher Genehmigung der EnerChase GmbH & Co. KG zulässig.
Durch Klicken auf "Akzeptieren" stimmen Sie der Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät zu. Sehen Sie sich unsere Datenschutzerklärung für weitere Informationen an.