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Aufgrund der E-world entfällt der DailyReport vom 10. - 12.2. Vielen Dank für Ihr Verständnis! Gerne können wir am Stand E-115 in Halle 3 die Märkte gemeinsam live analysieren. Besuchen Sie uns!
Am Dienstag kam es kurzzeitig zu Aufregung an den Energiemärkten, nachdem Schlagzeilen die Runde machten, der Iran habe Raketen auf die Straße von Hormus abgefeuert. Es handelte sich jedoch um eine zuvor angekündigte militärische Übung. Entsprechend beruhigte sich der Markt schnell und die Preisbewegungen blieben insgesamt moderat. Nach den heutigen Gesprächen zwischen den USA und dem Iran sieht Irans Außenminister Araghtschi erste Fortschritte. Allerdings endeten die Verhandlungen ohne Einigung. Es mehren sich Anzeichen für eine US-Militärintervention.
Sowohl der Gas- als auch der Ölmarkt schlossen im Minus. Das TTF-Gas im Frontjahr schloss 0,8 Prozent tiefer, notierte zwischenzeitlich jedoch sogar kurz im Plus. Ähnlich verhielt es sich beim TTF Frontmonat, der im Tagesverlauf deutlich anzog, als die Meldungen aus dem Iran über die Ticker liefen, den Handelstag letztlich jedoch mit einem kräftigen Minus von 3,5 Prozent beendete. Brent beendete den Handelstag mit einem Rückgang von 2,2 Prozent bei 67,11 US-Dollar/bbl (Stand 19:00 Uhr).
Bei den EUAs gab es nach zuvor verlustreichen Tagen einen leichten Anstieg. Es stand ein Plus von 1,3 Prozent zu Buche bei einem Preis von 69,93 Euro/t CO2. Das Handelsvolumen war dabei auffällig niedrig.
Nur „Übung“: Iran feuert Rakete auf Straße von Hormus
Der Iran hat heute Vormittag angekündigt, Teile der strategisch wichtigen Straße von Hormus im Zuge von Militärübungen für mehrere Stunden zu schließen. Dabei wurden auch Raketen auf Ziele in der Meerenge angefeuert. Gleichzeitig hat in Genf die zweite Runde von Atomgesprächen zwischen dem Iran und den USA begonnen. Die Wasserstraße von Hormus zählt zu den wichtigsten Transitrouten für den globalen Öl- und LNG-Handel, es gehen jeweils ca. 20 Prozent der globalen Öl- und LNG-Mengen durch diese Meerenge. Daher haben die Energiemärkte im Tagesverlauf unmittelbar reagiert.
Der Ölpreis für Brent stieg daraufhin im Hoch bis auf rund 69,04 US-Dollar/bbl an, nachdem er zuvor nachgegeben hatte. Mittlerweile liegt er wieder etwas darunter bei aktuell 68,48 US-Dollar/bbl. Der TTF Gas Frontmonat sprang ebenfalls bis 30,70 Euro/MWh nach oben, befindet sich aber auf Tagessicht aktuell 2 Prozent im Minus bei 30,10 Euro/MWh.
Beide Seiten verstärken parallel ihre militärische Präsenz in der Region: Die USA entsenden einen zweiten Flugzeugträger, während die iranischen Revolutionsgarden Manöver durchführen. Teheran signalisiert Gesprächsbereitschaft beim Thema Urananreicherung, knüpft mögliche Zugeständnisse jedoch an eine Lockerung der US-Sanktionen.
Unsere Einschätzung: Der Iran dürfte kein Interesse an einer offenen militärischen Auseinandersetzung mit den USA zu haben. Die militärischen Gewichte sind einfach zu einseitig zu Gunsten der USA verteilt. Dennoch kann der Iran eine Ebene unter der kriegerischen Auseinandersetzungen mit „Übungen“ oder anderen hybriden Störmanövern (z.B. GPS-Störungen) die Transportroute beeinträchtigen. Für die Märkte steht also einerseits das unwahrscheinliche Risiko einer militärischen Eskalation mit möglichen Lieferunterbrechungen und andererseits die Chance auf zusätzliche iranische Ölexporte im Falle einer Einigung im Raum. Solange verhandelt wird, kann die Unsicherheit erhöht bleiben. US-Präsident Trump dürfte ein Interesse daran haben, vor dem Beginn des Wahlkampfs für die Zwischenwahlen im November den Konflikt mit einem „Deal“ zu beenden.
Gasspeicher unter Druck: Politische Debatte über Markt und Staat spitzt sich zu
Die niedrigen Füllstände der deutschen Gasspeicher verschärfen die energiepolitische Debatte und erhöhen den Druck auf Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU). Aktuell liegen die Speicherstände nur noch bei rund 23 Prozent, in Bayern sogar bei etwa 18 Prozent, womit sie deutlich unter dem Vorjahresniveau liegen. Branchenverbände warnen, das System bewege sich zeitweise an der Belastungsgrenze, insbesondere bei anhaltenden Kältephasen.
In einer Sondersitzung des Wirtschaftsausschusses musste Reiche am Dienstagnachmittag die Lage erläutern und erklären, wie Versorgungssicherheit bis zum Winterende gewährleistet werden soll. Bis zur Erstellung dieses Rückblicks waren keine Ergebnisse oder Aussagen hierzu öffentlich geworden. Während ihr Ministerium und die Bundesnetzagentur die Situation mit Verweis auf verfügbare LNG-Kapazitäten und ausreichendes Weltmarktangebot als beherrschbar einstufen, sprechen Teile der Opposition von einer angespannten Lage. Im Extremfall halten Marktteilnehmer regionale Einschränkungen für die Industrie nicht für ausgeschlossen.
Hintergrund der aktuellen Situation ist unter anderem, dass die Speicher bereits mit einem Rückstand von rund 20 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr in den Winter gestartet waren. Nach dem Wegfall russischer Pipeline-Lieferungen haben sich die Marktstrukturen verändert, sodass sich das sommerliche Einspeichern für Händler weniger rechnet. Reiche hatte nach ihrem Amtsantritt auf staatliche Markteingriffe verzichtet, anders als die Vorgängerregierung während der Gaskrise 2022, was die Befüllung zusätzlich beeinflusste.
Innerhalb der CDU/CSU-Bundestagsfraktion wächst die Forderung nach einer stärkeren staatlichen Rolle. In einem Positionspapier betont sie, dass Gasspeicher als kritische Infrastruktur erhalten bleiben und Stilllegungen verhindert werden sollen. Zudem soll die Einführung einer strategischen Gasreserve geprüft werden, um bei geopolitischen Schocks oder Marktversagen abgesichert zu sein. Parallel werden Modelle wie das französische Anreizsystem für Händler diskutiert, während zugleich eine breitere Diversifizierung der Gasimporte – insbesondere mit Blick auf LNG – angestrebt wird.
In Frankreich werden Speicherbetreiber durch ein Umlagesystem abgesichert: Decken ihre Markterlöse die Kosten nicht, wird die Differenz über einen Aufschlag auf die Netzentgelte der Gaskunden finanziert. Dadurch erzielen die Betreiber eine regulierte Rendite, während verpflichtende Nutzung gebuchter Speicherkapazitäten dauerhaft hohe Füllstände und mehr Versorgungssicherheit gewährleisten.
Auch die Bundesnetzagentur zeigt sich offen für die Diskussion über eine staatlich organisierte strategische Gasreserve, um auf unvorhergesehene Ereignisse vorbereitet zu sein, ohne sich zu konkreten Modellen zu äußern.
Unsere Einschätzung: Die Politik muss Versorgungssicherheit und Preisstabilität austarieren. In der Vergangenheit hatten die starren Speichervorgaben vor allem die Spekulation befeuert und damit die Preise getrieben. Der marktschonende Aufbau einer strategischen Reserve ist daher eine wichtige Herausforderung. Sollte eine solche Reserve angekündigt werden, wäre dies bullish zu werten.


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Autoren: Dennis Warschewitz, Stefan Küster, Tobias Waniek
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