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US-Präsident Donald Trump hat dem Iran in den laufenden Atomverhandlungen eine Frist von etwa zehn bis fünfzehn Tagen gesetzt und vor weitreichenden Konsequenzen gewarnt, falls es zu keiner Einigung kommt. Was dieses Ultimatum wert ist, ist schwer einzuschätzen. In den zurückliegenden Handelskonflikten hat er Ultimaten oft verlängert. Andererseits hat er sich militärisch in Venezuela oder letztes Jahr beim Angriff auf die iranischen Atomanlagen entschlossen gezeigt. Diese beide Aktionen erfolgten am Wochenende - vermutlich aus Rücksicht auf den Börsenhandel. Grundsätzlich wäre bei einem militärischen Konflikt davon auszugehen, dass beide Seiten die Energieinfrastruktur schonen. Sollten sich die iranischen Führer aber zu sehr in die Enge getrieben fühlen, wären auch Angriffe auf die Energieanlagen in der Region oder Tankschiffe denkbar.
Es liegt weiter ein ungeplanter Ausfall am norwegischen Ormen Lange Gasfeld vor. Ein Kompressorfehler sorgt für einen Ausfall von 11,8 mcm/d bis zum 21.2. Dazu kommt ein weiterer ungeplanter Ausfall am Oseberg-Gasfeld, wodurch 7,7 mcm/d bis voraussichtlich 21.2. ausfallen. Zudem finden geplante Wartungen am Åsgard-Feld statt, wodurch weitere 10,9 mcm/d ausfallen. Diese Wartungen sollen nun statt bis zum 23.2. deutlich länger dauern und erst am 2.3. abgeschlossen sein. Die Wartungsausfälle nehmen zu und bei Åsgard scheint es Verzögerungen zu geben. Die heutigen Exportnominierungen betragen daher nur noch 318,2 mcm/d (Vortag: 326,3 mcm/d, Durchschnitt letzte 7 Tage: 329,3 mcm/d). In den nächsten Wochen stehen einige weitere geplante Wartungen an, was gegen Ende der Heizsaison normal ist.
Die Temperaturprognosen für Deutschland zeigen sich ab dem 22.2. etwas wärmer als noch gestern vorhergesagt. Der Zeitraum zwischen dem 22. und 26.2. liegt mit Werten zwischen 8 und 9,5 Grad Celsius deutlich über dem langjährigen Durchschnitt von 4,2 Grad Celsius. Nach dieser warmen Periode kehren die Vorhersagen ab dem 1.3. wieder in Richtung des langjährigen Mittelwerts zurück. Die Langfristprognose EC-46 hat sich gestern für die erste Märzhälfte nach oben verschoben und zeigt nun überwiegend überdurchschnittliche Werte in diesem Bereich.
Die neuesten Wettermodellläufe bleiben für die kommenden Tage wenig verändert. Ab morgen ist mit einer hohen Windeinspeisung von 33 bis 35 GW zu rechnen. Am 24.2. geht die Einspeisung wieder auf das langjährige Mittel zurück und liegt bei rund 17 GW. Nach dieser kurzen Phase auf Normalniveau steigt die Windleistung erneut deutlich an: Die aktuellen Prognosen erwarten am 27.2. rund 31 GW, deutlich mehr als in der Vortagesprognose (23 GW). Für die erste Märzwoche werden leicht unterdurchschnittliche Werte um 15 GW prognostiziert.
Die Ausspeicherungsdynamik hat sich zur Wochenmitte angesichts kälterer Temperaturen verstärkt. Am Mittwoch, den 18. Februar 2026, wurden netto 6.032,1 GWh ausgespeichert und damit mehr als am Vortag (5.832,9 GWh). Angesichts der milden Temperaturprognosen für die nächste Woche gehen wir von einer deutlichen Verlangsamung der Ausspeicherungen aus.
Die Gasspeicherstände sanken um 0,5 Prozentpunkte auf 32,0 Prozent, nachdem sie am Dienstag noch bei 32,5 Prozent gelegen hatten (minus 0,5 Prozentpunkte). Im Vergleich zur Vorwoche (11. Februar 2026) liegt die aktuelle Ausspeicherung deutlich über dem damaligen Niveau von minus 4.716,2 GWh. Die Speicherstände waren mit 35,2 Prozent ebenfalls spürbar höher. Gegenüber dem Vorjahr (18. Februar 2025) bleibt der Rückstand klar ausgeprägt: Damals lag der Füllstand bei 42,6 Prozent, womit das aktuelle Niveau rund 10,6 Prozentpunkte darunter liegt.
EZB-Chefin Lagarde bleibt nach eigenen Aussagen doch bis zum Ende Ihrer Amtszeit im Amt. Dies erklärte sie in einem Interview mit dem Wall Street Journal. Zuvor hatte die Financial Times darüber berichtet, dass Lagarde vorzeitig ausscheiden könnte, um noch vor den französischen Präsidentschaftswahlen im April 2027 eine Neubesetzung zu ermöglichen. Daraufhin wurde die politische Unabhängigkeit der EZB angezweifelt. Angesichts der zahlreichen Wahlen in Deutschland und auch in Frankreich in den nächsten Monaten zeigt der Vorfall, dass die Nervosität in politischen Kreisen zuzunehmen scheint. Vor allem die Wahlen in Frankreich werfen ihre Schatten voraus. Nicht nur in Sachen Euro, auch beim Emissionshandel oder dem gemeinsamen europäischen Strommarkt droht unter einer neuen französischen Präsidentin (oder Präsidenten) aus dem rechten Lager erhöhte Unsicherheit.
Heute stehen einige Makrodaten an: Der deutsche Erzeugerpreisindex ist im Januar um 3 Prozent zurückgegangen (Erwartung 2,1 Prozent). Hauptgrund waren gesunkene Energiekosten. Um 09:30 Uhr wird der HCOB-Einkaufsmanagerindex für Deutschland um 10:00 Uhr für die EU veröffentlicht.
Da sich die kurzfristigen fundamentalen Rahmenbedingungen mit nochmals milderen Temperaturprognosen und einer windreichen nächsten Woche entspannt zeigen, fallen die kleineren norwegische Wartungsverzögerungen nicht allzu sehr ins Gewicht. Allerdings stehen bald weitere Wartungen auf dem Plan und angesichts der niedrigen Gasspeicherfüllstände dürfte die Nervosität bei Störungen in diesem Jahr besonders groß ausfallen.
Das gleiche gilt natürlich für die LNG-Lieferungen, womit wir bei der Straße von Hormus bzw. dem Konflikt zwischen den USA und dem Iran sind. Da Trump seine letzten Militäraktionen jeweils am Wochenende startete, ist die Anspannung trotz seiner noch laufenden Ultimaten vor dem anstehenden Wochenende besonders groß. Wir bleiben daher bullish für Gas und Erdöl. Die EUAs sehen fundamental schwächer und Strom neutral.
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