DailyReport Energy Market Drivers
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Der heutige Mittwoch bleibt laut den neuesten Modellläufen mit 19,5 GW der letzte windreiche Tag in Kalenderwoche 40. Ab morgen sinken die Winderträge auf bis zu 3 GW am Samstag und Sonntag. Mehr Wind wird erst gegen Ende der nächsten Woche erwartet.
Bei den Gasspeichern zogen die Entnahmen am Montag gegenüber der Vorwoche spürbar an. EU-weit lagen die Ausspeicherungen bei 386 GWh/Tag nach 210 GWh/Tag in der Vorwoche. Entsprechend sank die Netto-Einspeicherung auf 1.885 GWh/Tag. In Deutschland lagen die Entnahmen bei 31 GWh/Tag nach 22 GWh/Tag in der Vorwoche, die Netto-Einspeicherung sank auf 321 GWh/Tag.
Die Verfügbarkeit der französischen Kernkraftwerke sinkt gegenüber der Vorwoche um 5,9 GW, primär getrieben durch neue oder größere nicht umweltbedingte Ausfälle von 4,1 GW. Der umweltbedingte Ausfall liegt bei 6,1 GW beziehungsweise 9,7 Prozent und steigt gegenüber der Vorwoche um 1,8 GW, geht morgen aber auf 5,4 GW beziehungsweise 8,6 Prozent zurück. Die Gesamtverfügbarkeit beträgt aktuell 33,8 GW beziehungsweise 53,6 Prozent und liegt damit 2,0 GW unter dem Vortag sowie 5,9 GW unter der Vorwoche. In den kommenden 21 Tagen setzt eine schrittweise Erholung ein, wobei der Verlauf zunächst insbesondere durch den geplanten Ausfall von Flamanville 3 mit 1.600 MW belastet bleibt. Ungeplant betroffen ist aktuell St Laurent 1 mit 915 MW bis zum 04.10. um 08:00 Uhr. Weitere markante Ausfälle sind Chooz 2 und Chooz 1 mit jeweils 1.500 MW bis zum 13.10. um 00:00 Uhr. Unbestätigte Vorwarnungen bestehen für Bugey, Dampierre, Tricastin, Civaux und Blayais.
Chinas LNG-Importe dürften im September auf rund 5,3 Mio. Tonnen sinken, da die durch den Nahostkonflikt gestiegenen Preise die Nachfrage bremsen und Spotkäufe für chinesische Importeure weniger attraktiv machen. Im Vergleich zu den chinesischen Zolldaten von 5,75 Mio. Tonnen im September 2025 entspräche dies einem Rückgang von rund 8 Prozent. Die Kpler-Daten weisen für September 2025 allerdings nur 5,32 Mio. Tonnen aus, sodass sich auf dieser Datenbasis gegenüber dem Vorjahr kaum ein Rückgang ergibt.
Die norwegische Exportnominierung steigt am Mittwoch auf 315,9 Mio. Kubikmeter pro Tag und liegt damit 13,1 Prozent über dem Vortag sowie 39,2 Prozent über der Vorwoche. Zu den wichtigsten aktiven Einschränkungen zählen Nyhamna mit 19,8 Mio. Kubikmetern pro Tag, Ormen Lange mit 7,9 Mio., Troll mit 7,0 Mio. und Kristin mit 6,2 Mio. Kubikmetern. Eine weitere Entspannung zeichnet sich ab dem 1. Oktober ab, wenn die Einschränkungen an Dvalin, Troll, Norne und Heidrun auslaufen. Am 2. Oktober folgt Kristin, AAsgard endet am 5. Oktober, während Nyhamna und Ormen Lange zunächst aktiv bleiben.
Die EU-Kommission prüft einen Aufschub der Methanvorgaben für Gas- und LNG-Importe um ein Jahr. Energiekommissar Jørgensen teilte mit es gäbe Schwierigkeiten bei der Umsetzung der Verordnung. Zunächst müsse geprüft werden, ob ein solcher Schritt rechtlich möglich sei und dann müsste ein Aufschub vom Europäischen Parlament und vom Rat der Europäischen Union gebilligt werden. So könnte im nächsten Jahr die Versorgungssicherheit unterstützt werden.
Ein Bericht der Investment Bank JPMorgan schätzt, dass die Rohölexporte aus dem Mittleren Osten über die letzten zehn Tag auf 17,5 Mio. Barrel/Tag gestiegen ist, was in etwa 98 Prozent des Vorkriegslevels entspricht.
Die Solareinspeisung sinkt in den kommenden Tagen auf rund 8,5 GW, zum Wochenende ziehen die Erwartungen wieder leicht an auf Werte zwischen 10 und 11 GW (Klimamittel: 7,5 GW).
Die US-Regierung drängt die EU, insbesondere Deutschland und Frankreich, Diesel aus den strategischen Notfallreserven freizugeben.
Chinas offizielle Einkaufsmanagerindizes verbesserten sich im September deutlich: Der Industrie-PMI stieg auf 50,1, der Dienstleistungs- und Bauindex auf 50,2 und der Gesamtindex auf 50,7, gestützt durch stärkere fiskalische Impulse und staatliche Investitionen in Infrastruktur. Die September-Daten gelten nach Einschätzung von ANZ wegen Feiertagseffekten noch nicht als belastbarer Beleg für eine nachhaltige Trendwende der chinesischen Konjunktur.
Am heutigen Mittwoch steht die Veröffentlichung zahlreicher Wirtschaftsdaten an: In Großbritannien lag das BIP für Q2 im Jahresvergleich mit 1,4 Prozent über der Erwartung von 1,2 Prozent. Um 14:00 Uhr folgt der vorläufige Verbraucherpreisindex aus Deutschland, bei dem im Jahresvergleich ein Anstieg auf 3,1 Prozent erwartet wird. In den USA wird um 14:30 Uhr bei der PCE-Kernrate im Jahresvergleich ein unveränderter Wert von 3,3 Prozent erwartet. Zeitgleich erscheint das US-BIP für Q2, Wirtschaftsexperten erwarten ein Wachstum von 1,5 Prozent, nach 2,1 Prozent im vorherigen Quartal.
Die positiven Nachrichten über die Ölexporte aus dem Nahen Osten sorgen am Mittwoch zunächst nicht für weitere Entspannung. Der Ölmarkt hält sich im Plus. Für den Gasmarkt gelten ohnehin andere Voraussetzungen. Die LNG-Exporte durch die Straße von Hormus befinden sich weiterhin auf einem niedrigen Niveau, zudem hat Katar seine Force-Majeure-Erklärung für Exporte bis Dezember verlängert.
Eine diplomatische Lösung dürfte kurzfristig kaum zu erwarten sein. Dies könnte sich allerdings erübrigen, sollte der Iran die Kontrolle über die Straße von Hormus verlieren. Genau dieser Punkt ist jedoch höchst fraglich, denn erst vor zwei Wochen haben der Iran sowie von ihm unterstützte Rebellen im Jemen und im Irak ihre Schlagkraft unter Beweis gestellt.
Die aktuelle Lage bleibt damit fragil und risikoreich. Wir bleiben daher für die Energierohstoffe neutral. Auch die EUA sehen wir weiterhin neutral, wobei politische Meldungen kurzfristig für erhöhte Volatilität sorgen können.
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