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Laut aktueller Wettermodellläufe fallen die Temperaturen an Weihnachten in den unterdurchschnittlichen Bereich. Während für Heiligabend noch Werte oberhalb der Null-Grad-Grenze prognostiziert werden, wird der 25. Dezember schon um 0 Grad Celsius erwartet. Bis zum Jahreswechsel halten sich die Temperaturen dann bei minus 2 Grad Celsius für Deutschland. Auch der gesamte Januar wird weiterhin unterdurchschnittlich kühl erwartet.
Mit Beginn von Weihnachten und den unterdurchschnittlichen Temperaturen wird voraussichtlich auch die Windeinspeisung unterhalb des 10-jährigen-Klimamittels liegen und bis Anfang Januar zwischen 10 und 13 GW pendeln (Klimamittel: rund 19 GW).
Die Ausspeicherungsraten ziehen mit sinkenden Temperaturen wieder an. Am Mittwoch wurden europaweit 5.349 GWh/Tag ausgespeichert (Vortag: 5.935 GWh/Tag), deutlich mehr als die 3.316 GWh/Tag am Mittwoch der Vorwoche. Die Gasspeicherstände sanken um 0,47 Prozentpunkte auf 68,24 Prozent (EU) und 0,46 Prozentpunkte auf 61,61 Prozent (DE). Der Füllstand (EU) liegt damit rund 8,9 Prozentpunkte unter dem Vorjahresniveau, während die Ausspeicherrate im Vergleich zum 17. Dezember 2024 um rund 15 Prozent höher ausfällt.
Angesichts der anhaltenden Schwäche des asiatischen JKM LNG-Preises und der Stabilisierung am kurzen Ende bei TTF Gas ist der TTF-JKM-Spread deutlich zusammengelaufen und liegt für den Februar-26-Future aktuell bei 0,13 US-Dollar/MMBtu (Settlementpreis vom 18. Dezember).
Das norwegische Gasangebot bleibt weiterhin hoch. Die Nominierungen nach Europa liegen bei 348,7 Mio. Kubikmeter/Tag und sind damit leicht erhöht zum Vortag (347,6 Mio. Kubikmeter/Tag). Weiterhin ist ein ungeplanter Ausfall am Gasfeld Åsgard gemeldet, es fallen 7,1 Mio. Kubikmeter/Tag weg. Der Ausfall wurde vom 22.12. auf den 29.12. verlängert. Geplante Wartungen gibt es derzeit keine. Diese beginnen erst wieder am 6. Januar an den Anlagen Dvalin und Aasta Hansteen. Dabei werden 15,3 Mio. Kubikmeter für einen Tag ausfallen.
Die EU hat sich auf eine Finanzhilfe von 90 Milliarden Euro für die Ukraine in den kommenden zwei Jahren geeinigt, finanziert über einen Kredit der EU-Kommission. Die Rückzahlungspflicht für die Ukraine gilt nur, wenn Russland in Zukunft Reparationen leistet. Die in der EU eingefrorenen russischen Staatsguthaben in Höhe von rund 210 Milliarden Euro bleiben daher weiterhin blockiert. Kanzler Merz sprach von einer stabilen Finanzierung für Kiew und einem klaren Signal an Moskau. Für den Energiemarkt bedeutet dies, dass eine Verhandlungslösung wahrscheinlicher geworden ist. Daher sehen wir dies als bearishes Signal, denn die Aufhebung von Sanktionen gegen den russischen Energiesektor könnte Teil dieser Verhandlungen sein. Am Freitag und Samstag gehen die Verhandlungen zwischen der Ukraine und den USA in Miami weiter. Heute wird der russische Präsident Putin sein jährliches großes TV-Interview geben.
Ein LNG-Tanker mit Verbindung zu einem chinesischen Unternehmen hat laut Bloomberg erstmals das von US-Sanktionen belegte russische Exportterminal Portowaja angelaufen. China intensiviert damit seine Energiepartnerschaft mit Russland und umgeht westliche Sanktionen mithilfe einer sogenannten Schattenflotte. Die Vereinigten Staaten unter Präsident Trump bereiten unterdessen weitere Sanktionen gegen Russlands Energiesektor vor, sollten Friedensverhandlungen mit Moskau scheitern. Die geopolitischen Spannungen verstärken sich damit auch im Energiemarkt zwischen China, Russland und dem Westen.
Auf Basis der chinesischen Zolldaten (GACC) werden für November LNG-Importe von rund 6,94 Mio. t ausgewiesen, was ein Anstieg von 13,6 Prozent zum Vorjahresmonat entspricht. Gleichzeitig beziffert Kpler die physischen LNG-Ankünfte in China im November 2025 jedoch nur auf 5,97 Mio. t. Zudem lagen die Kpler-Importe im November 2024 mit 6,24 Mio. t höher als im aktuellen November, was auf einen jahresbezogenen Rückgang der tatsächlichen Anlandungen hindeutet. Entscheidend für den Preiseffekt ist die physische chinesische LNG-Nachfrage, nicht die statistische Verbuchung. Erst wenn sich die höheren Zollzahlen in den kommenden Monaten bestätigen, wäre dies bullish zu werten.
Ab dem ersten Quartal 2026 will die Shanghai Futures Exchange ein neues LNG-Terminprodukt einführen, das allen in China tätigen LNG-Händlern offenstehen soll. Dieses Börsenprodukt soll Marktteilnehmern helfen, Preisrisiken abzusichern und den wachsenden Handel in China zu unterstützen. Aufgrund der Marktgröße und Liquidität könnte sich der Kontrakt als bedeutender Referenzpreis neben dem bisherigen Japan-Korea-Marker (JKM) etablieren.
An den anstehenden Brückentagen ist mit einem deutlichen Rückgang der Handelsliquidität zu rechnen. Es ist also Vorsicht geboten, volatile Preisbewegungen sind nicht auszuschließen. An der EEX wird am 24. und 31. Dezember jeweils eingeschränkt gehandelt. Es ist zwischen 8 und 13 Uhr CET ein Handel mit Gas- und Frachtraten-Futures möglich. Der Strom-Terminmarkt bleibt geschlossen. An der ICE Endex wird an beiden Tagen regulär gehandelt, aber die Settlement-Preise werden in einem vorgezogenen Zeitfenster zwischen 13:50 und 14:00 Uhr CET festgelegt.
Die japanische Notenbank (BoJ) hat ihren Leitzins am Freitag einstimmig um 25 Basispunkte auf 0,75 Prozent angehoben. Dies ist der höchste Stand seit drei Jahrzehnten.
Die Wettermodelle zeichnen weiterhin ein klar bullishes Bild, mit unterdurchschnittlichen Temperaturen und Windeinspeisungen ab den Weihnachtstagen. Allerdings fällt dies auch entsprechend mit einem feiertagesbedingten Nachfragerückgang zusammen, was den Preiseffekt abdämpft. Entscheidend wird allerdings die Entwicklung im Januar sein. Sollten sich dann kühlere Temperaturen mit einer Windflaute wiederholen, wird dies den Gasmarkt stützen. Auch ist die Nachfrageentwicklung in Asien genau zu beobachten, da die chinesischen Zolldaten für November einen deutlichen Anstieg zeigen. Entscheidend für den Preiseffekt ist allerdings die physische chinesische LNG-Nachfrage, nicht die statistische Verbuchung. Erst wenn sich die höheren Zollzahlen in den kommenden Monaten auch in einer klar steigenden physischen Nachfrage bestätigen, wäre dies bullish zu werten. Allerdings ist der TTF-JKM-Spread deutlich zusammengelaufen, was Europa entlastet. Zeitgleich kommt es zudem zu Fortschritten in den Ukraine-Verhandlungen. Die Preisanstiege am Gasmarkt dürften sich daher in Summe nicht fortsetzen, das Abwärtspotential erscheint derzeit aber auch begrenzt und wir bleiben neutral. Dies gilt ebenso für die weiteren Commodities.
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