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CO2 - Marktbericht

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01. Oktober 2026 in Wuppertal

„Fake News“ und Headline-Trading dominieren EUA-Markt

2026-07-02 3:30 pm

Letzte Woche Freitag startete der EUA-Dez-Future zunächst freundlich und erreichte im Tageshoch 81,07 Euro/t CO2, konnte dieses Niveau jedoch nicht verteidigen. Nach einem Tagestief von 80,01 Euro/t CO2 gingen die Verschmutzungsrechte mit 80,15 Euro/t CO2 aus dem Handel, ein Minus von rund 0,7 Prozent gegenüber dem Vortag. Zum Wochenauftakt am Montag geriet der CO2-Dezember-Future deutlicher unter Druck. Zwar wurde im Hoch noch 80,69 Euro/t CO2 erreicht, doch anschließend rutschten die Notierungen bis auf 78,31 Euro/t CO2 ab, das bislang tiefste Niveau der Berichtswoche. Mit einem Schlusskurs von 79,25 Euro/t CO2 verloren die EUAs an diesem Tag rund 1,1 Prozent und verzeichneten damit den größten Tagesverlust der Woche. Am Dienstag folgte eine Gegenbewegung: Die Verschmutzungsrechte erholten sich von einem Tagestief bei 78,63 Euro/t CO2 und stiegen im Hoch bis auf 80,66 Euro/t CO2. Zum Handelsschluss notierte der EUA-Dez-Future bei glatt 80,00 Euro/t CO2 und legte damit gut 0,9 Prozent zu. Der Mittwoch brachte erneut leichte Abgaben. Die CO2-Zertifikate pendelten in einer vergleichsweise engen Spanne zwischen 79,25 Euro/t CO2 im Tief und 80,26 Euro/t CO2 im Hoch. Mit einem Schlusskurs von 79,48 Euro/t CO2 stand am Ende ein Minus von 0,65 Prozent zu Buche. Am Donnerstag, zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Marktberichts, stabilisierte sich der CO2-Dezember-Future schließlich. Nach einem bisherigen Tagestief von 79,00 Euro/t CO2 und einem Hoch bei 80,15 Euro/t CO2 befanden sich die EUAs um 15:30 Uhr bei 79,59 Euro/t CO2 und damit knapp 0,14 Prozent fester als am Vortag. Als Fazit bleibt festzuhalten: Die Verschmutzungsrechte tendierten in der Berichtswoche unter dem Strich schwächer. Vom Freitagsschluss bei 80,15 Euro/t CO2 bis Donnerstagnachmittag bei 79,59 Euro/t CO2 ergibt sich ein Wochenverlust von rund 0,7 Prozent. Auffällig war die erhöhte Schwankungsbreite zu Wochenbeginn, während sich der Handel zur Wochenmitte hin beruhigte.

Angebliches Reformpapier der EVP löst Kursrückgang aus
Während die Aktienmärkte sich zum Wochenauftakt relativ stabil hielten, schien bei den EUAs am Montag erneut eine politische Meldung Auslöser für den Rutsch unter die psychologisch wichtige 80-Euro-Marke zu sein. Die größte Fraktion im Europäischen Parlament, die EVP, erwägt laut Medienberichten gemäß einem Entwurf, Stromerzeugern nach 2030 in außergewöhnlichen Energiepreiskrisen wieder kostenlose Zertifikate im EU-Emissionshandel zu ermöglichen. Zudem spricht sich der Entwurf für eine langsamere Verschärfung der Emissionsobergrenze, eine verlängerte kostenlose Zuteilung für die Industrie, die Einbeziehung dauerhafter Kohlendioxid-Entnahmen sowie strengere Regeln zur Begrenzung spekulativer Handelsaktivitäten am CO2-Markt aus. Die Vorschläge fließen in die Verhandlungen über die Reform des EU-Emissionshandels nach 2030 ein, die die Europäische Kommission Mitte Juli vorlegen will, und über die anschließend Parlament und Mitgliedstaaten entscheiden müssen.

Reformvorschläge „Fake News“
Peter Liese, Europaabgeordneter der Europäischen Volkspartei (EVP), stellte allerdings am Dienstag klar, dass die ihm und seiner Fraktion zugeschriebenen Reformvorschläge falsch seien. Insbesondere dementierte er, dass die EVP anstrebe, dem Stromsektor kostenlose EUAs zuzuteilen. Die Vorschläge zur Begrenzung spekulativer Handelsaktivitäten und eine langsamere Verschärfung der Obergrenze dementierte er jedoch nicht.

80-Euro-Marke bislang nicht zurückerobert
Die EUAs reagierten zunächst bullish auf das teilweise Dementi, konnten die 80-Euro-Marke jedoch bislang nicht wieder nachhaltig überwinden. Es ist davon auszugehen, dass die nächsten Wochen noch weitere derartige Überraschungen in beide Richtungen bereithalten werden. Erst am Freitag, dem 17. Juli, werden die endgültigen Pläne von der EU-Kommission vorgestellt. Ursprünglich war dafür der 15. Juli eingeplant, der Termin wurde jedoch verschoben.

EUA CoT-Report: Investmentfonds bauen Long-Positionierung weiter aus
In der Berichtswoche vom 22. bis 26. Juni 2026 legte der EUA-Dez-Future um 0,4 Prozent zu. Investmentfonds haben ihre Positionierung in dieser Woche weiter in Richtung Long verschoben und damit den seit dem Frühjahr laufenden Aufbau fortgesetzt. Die Netto-Long-Position der Fonds stieg von 58,9 auf 62,2 Mio. EUA, ein Plus von 3,3 Mio. EUA bzw. 5,6 Prozent gegenüber der Vorwoche. Auf der Long-Seite wuchsen die Bruttopositionen von 76,4 auf 79,0 Mio. EUA, ein Zuwachs von 2,7 Mio. EUA bzw. 3,5 Prozent. Fonds haben damit neue Long-Positionen aufgebaut, statt lediglich zu halten, was auf anhaltende Zuversicht in weiter steigende Preise hindeutet. Auf der Short-Seite gingen die Bruttopositionen von 17,5 auf 16,8 Mio. EUA zurück, ein Minus von 0,7 Mio. EUA bzw. 3,8 Prozent. Die Reduktion ist moderat, bestätigt aber die Richtung: Fonds bauen gleichzeitig Long auf und Short ab.

enerchase MarketView | Daten von ICE Data Services

Nahost-Euphorie treibt EUAs Richtung 80-Euro-Marke

2026-06-18 3:20 pm

In der aktuellen Handelswoche legten die Emissionszertifikate deutlich zu und überschritten am frühen Donnerstagnachmittag die Marke von 80 Euro/t CO2. Gestützt werden die EUAs insbesondere durch die verbesserte Stimmung an den Finanzmärkten infolge der Einigungsaussichten zwischen den USA und dem Iran. Zusätzlichen Auftrieb gab die Bestätigung des EU-UK-Gipfels am 22. Juli, an dem eine Verknüpfung der Emissionsmärkte erwartet wird. Dies beflügelte die UKAs und damit auch die EUAs. Allerdings sei darauf hingewiesen, dass eine Zusammenführung der Märkte mittelfristig preisdämpfend für EUAs wirken sollte, da sich die teureren EUAs den günstigeren UKAs annähern dürften. Zudem gab es in der laufenden Woche einige regulatorische Meldungen.

UK strebt ETS-Verknüpfung mit der EU an

Großbritannien will beim Gipfel am 22. Juli eine Einigung mit der EU über die Verknüpfung seines Emissionshandels erzielen. Die EU sieht in den Gesprächen Fortschritte, wobei eine Kopplung der Systeme energieintensive Branchen wie Stahl und Aluminium vor CO2-Kosten auf Exporte im Umfang von rund 7 Milliarden Pfund schützen könnte. Die Bestätigung des Gipfeltermins löste eine deutliche Kursbewegung bei den britischen Emissionszertifikaten (UKAs) aus, die auch die EUAs mit nach oben zog.

EU-Mitgliedstaaten billigen ETS-Benchmarks 2026–2030

Die EU-Mitgliedstaaten haben die neuen CO2-Effizienz-Benchmarks für den Europäischen Emissionshandel (EU-ETS) gebilligt, die die kostenlose Zertifikatszuteilung für Industrieanlagen im Zeitraum 2026 bis 2030 regeln. Als zentrales Kompromisselement werden nun bei allen 54 Benchmarks indirekte Emissionen berücksichtigt, was bestimmten Sektoren zusätzliche Freizuteilungen im Wert von 4 Milliarden Euro einbringt. Die Brennstoff- und Wärme-Rückfall-Benchmarks verbleiben allerdings auf dem maximal zulässigen Absenkpfad: minus 50 Prozent gegenüber 2013 bis 2020 beziehungsweise minus 34,1 Prozent gegenüber 2021 bis 2025. Die EU-Kommission hat zugesagt, parallel zur anstehenden ETS-Überprüfung am 15. Juli einen separaten Revisionsvorschlag für diese Benchmarks vorzulegen, der pauschale Kürzungen der Gesamtzuteilung vermeidet und rückwirkend ab 2026 gelten soll.

Polen fordert langsameren Abbau kostenloser ETS-Zertifikate

Polen fordert im Zuge der anstehenden Reform des EU-Emissionshandelssystems eine geringere Verknappung von Zertifikaten nach 2030, da hohe CO2-Kosten Investitionen in die Dekarbonisierung der Zementindustrie gefährden könnten. Die Regierung plädiert für einen langsameren Abbau kostenloser Zuteilungen, insbesondere für Industrien mit hohem Carbon-Leakage-Risiko, und fordert eine engere Abstimmung zwischen EU-ETS und dem CO2-Grenzausgleichsmechanismus CBAM.

CoT EUA: Long-Anstieg aus KW 22 weiter abgebaut

Die Investmentfonds reduzierten im EU-ETS in der Woche zum 12. Juni ihre Long-Positionen erneut. Die Netto-Long-Position fiel um 4,3 Mio. EUA auf 45,0 Mio. EUA, was einem Rückgang von 8,6 Prozent gegenüber der Vorwoche entspricht. Auf der Long-Seite zogen sich die Fonds um 3,7 Mio. EUA auf 65,6 Mio. EUA zurück, während die Short-Positionen um 0,6 Mio. EUA auf 20,7 Mio. EUA wuchsen. Der kurzfristige Long-Aufbau der vorangegangenen Berichtswoche wurde damit weitgehend rückgängig gemacht. Vor der Veröffentlichung des ETS-Reformpakets am 15. Juli dürfte die Zurückhaltung der Fonds anhalten.

Warten auf regulatorische Klarheit – Finanzmärkte geben die Richtung

2026-06-11 3:35 pm

Nachdem die EUAs Ende Mai noch eine Kursrally bis rund 81 Euro/t CO2 verzeichneten, fielen die CO2-Zertifikate im bisherigen Juni-Verlauf wieder bis auf rund 76 Euro/t CO2 zurück. Das Auf und Ab geht einher mit der Entwicklung an den Finanzmärkten, die derzeit eine hohe Korrelation mit den EUAs aufweisen. Dort sorgten neben den Entwicklungen rund um den Nahostkonflikt insbesondere die KI-Rally für Auftrieb, während Zinserhöhungserwartungen zuletzt die Kurse belasteten. Die EZB hat nun erstmals seit September 2023 die Leitzinsen im Euroraum angehoben, auf 2,25 Prozent. Daneben bleibt die bevorstehende ETS-Reform im Fokus der Marktteilnehmer. Am 15. Juli wird die EU-Kommission ihre Reformpläne vorstellen.

Spekulanten bauen Long-Position wieder ab

Angesichts der bestehenden regulatorischen Unsicherheit halten sich auch die Investmentfonds im Großen und Ganzen zurück. In der Berichtswoche zum 5. Juni reduzierten die Fonds ihre Netto-Long-Position wieder, nach dem Aufbau in der Woche zuvor. Konkret fiel die Netto-Long-Position um 2,0 Mio. EUA auf 49,2 Mio. EUA, ein Rückgang von 4,0 Prozent gegenüber der Vorwoche. Auf der Long-Seite fuhren die Fonds ihre Positionen um 2,4 Mio. EUA auf 69,3 Mio. EUA zurück, während die Positionen auf der Short-Seite marginal um 0,4 Mio. EUA auf 20,1 Mio. EUA sanken. Damit wurde ein Teil des Aufbaus aus der Vorwoche wieder zurückgenommen.

EU stärkt Preisstabilität für ETS2

EU-Parlament und Mitgliedstaaten haben sich vorläufig darauf geeinigt, die Marktstabilitätsreserve des neuen Emissionshandels für Gebäude und Straßenverkehr (ETS2) zu stärken. Ziel ist es, vor dem geplanten Start 2028 starke Preissprünge und Belastungen für Haushalte zu begrenzen. Wenn der ETS2-Preis über 45 Euro/t CO2 steigt, sollen künftig bis zu 40 Millionen Zertifikate pro Auslösung freigegeben werden können, statt der bisher vorgesehenen 20 Millionen Zertifikate. Da der Mechanismus zweimal jährlich greifen kann, wären in den Anfangsjahren bis zu 80 Millionen zusätzliche Zertifikate pro Jahr möglich. Zudem sollen Freigaben aus der Reserve künftig in kleineren Schritten erfolgen, um abrupte Angebotsschocks zu vermeiden.

EU prüft ETS-Ausweitung auf internationale Flüge

Die EU-Kommission bereitet eine Ausweitung des Emissionshandels auf internationale Flüge von und nach Europa vor. Der Vorschlag soll Teil der ETS-Reform sein, die am 15. Juli vorgestellt wird. Damit würde die bisherige Ausnahme enden, nach der Airlines für Emissionen vieler Langstreckenflüge keine EU-ETS-Kosten tragen. Die Reform könnte zudem Anpassungen an der Zertifikatemenge, der Marktstabilitätsreserve und neue Investitionsanreize für saubere Energie enthalten. Parallel dazu bestehen Verhandlungen über die Marktstabilitätsreserve des neuen ETS2, wobei das Europäische Parlament ab 2034 eine schrittweise Löschung von Zertifikaten aus der Reserve fordert.

Confindustria fordert Grundreform des EU-Emissionshandels

Der italienische Industrieverband Confindustria warnt vor einer Deindustrialisierung durch hohe CO2-Kosten und fordert eine grundlegende Reform des EU-Emissionshandels. Der Verband kritisiert, dass der CO2-Preis zunehmend von Finanzakteuren geprägt werde. Die Forderungsliste umfasst unter anderem eine Reform der Marktstabilitätsreserve, die Einführung einer CO2-Preisobergrenze sowie Beschränkungen für Marktteilnehmer ohne eigene Emissionspflichten. Zudem fordert der Verband eine langsamere Absenkung der Emissionsobergrenze und eine Verlängerung der kostenlosen Zuteilungen für die Industrie.

UKA-Rally und Hitzewelle treiben EUAs Richtung 80-Euro-Marke

2026-05-28 3:50 pm

Der EUA-Dez-26-Future zeigte bereits zum Ende der vergangenen Handelswoche stärkeres Kaufinteresse. Nach einem verhaltenen Start am Montag legten die Notierungen im weiteren Wochenverlauf deutlich zu und näherten sich der Marke von 80 Euro/t CO2 an. Am Mittwoch markierte der Dezember-Future ein Tageshoch bei 79,76 Euro/t CO2, schloss infolge von Gewinnmitnahmen jedoch etwas tiefer. Auch am Donnerstag setzte sich die feste Tendenz zunächst fort, am Nachmittag notierte der Kontrakt erneut in der Nähe des Vortageshochs.

Unterstützung erhält der Markt dabei aktuell von mehreren Faktoren. Zum einen wirken festere Notierungen im britischen Emissionshandelssystem stützend. Medienberichte über Fortschritte bei einer möglichen Verknüpfung der europäischen und britischen Emissionshandelssysteme sorgten für Aufwärtsbewegungen bei den britischen UKAs und stützten damit auch die EUAs. Zum anderen sorgen Hitzewellen in Europa sowie eine geringere Verfügbarkeit französischer Kernkraftwerke für einen höheren Bedarf an konventioneller Stromerzeugung.

EU und Großbritannien treiben ETS-Verknüpfung voran

Die EU und Großbritannien planen weiterhin eine Verknüpfung ihrer Emissionshandelssysteme. Laut Medienberichten soll beim nächsten EU-UK-Gipfel am 13. Juli eine politische Grundsatzeinigung angestrebt werden. Eine operative Marktverknüpfung gilt derzeit ab 2028 oder 2029 als wahrscheinlich. Im Falle einer Umsetzung dürfte sich die Preisentwicklung zwischen britischen UKAs und europäischen EUAs weiter annähern. Während die UKAs zuletzt bei rund 57 GBP/t CO2 beziehungsweise umgerechnet etwa 65,8 Euro/t CO2 notierten, handelten die EUAs zuletzt nahe 80 Euro/t CO2.

Hitzewelle belastet französische Kernkraft

Eine Hitzewelle in Teilen Europas sorgt derzeit für eine erhöhte Stromnachfrage. In Großbritannien, Frankreich und Spanien wurden neue Temperaturrekorde für den Monat Mai gemeldet. Für Juni erwarten Wetterdienste insbesondere in Frankreich und Teilen Deutschlands weiterhin heiße und trockene Bedingungen. Niedrige Flusspegel und hohe Wassertemperaturen könnten die französische Kernkraftproduktion belasten, da Reaktoren bei zu warmem Kühlwasser ihre Leistung reduzieren müssen. Die französische Kernkraftverfügbarkeit lag zuletzt bei rund 69 Prozent der installierten Leistung.

Stimmung zur ETS-Reform bleibt gespalten

Der polnische Senat hat ein vorgeschlagenes Referendum zur EU-Klimapolitik und zum EU-ETS mit 62 zu 32 Stimmen abgelehnt. Präsident Karol Nawrocki hatte eine Volksabstimmung über die Auswirkungen der europäischen Klimapolitik auf Wettbewerbsfähigkeit und Lebenshaltungskosten angestrebt. Gleichzeitig wächst innerhalb der EU der politische Druck auf die Ausgestaltung des Emissionshandels. Tschechien, Griechenland, Polen und Rumänien warnen vor den geplanten Änderungen der EU-Kommission bei der kostenlosen Zuteilung von ETS-Zertifikaten für die Industrie. Nach den aktuellen Plänen könnte der Anteil kostenloser Zertifikate von bislang rund 85 Prozent auf etwa 75 Prozent der Emissionen sinken. Die Länder fordern deshalb ein vorübergehendes Einfrieren der bisherigen Leitwerte sowie eine Überprüfung der ETS-Methodik.

Investmentfonds bleiben vor ETS-Reformen zurückhaltend

Die jüngsten CoT-Daten der Berichtswoche zum 22. Mai deuten weiterhin auf eine abwartende Haltung der Investmentfonds hin. Die Netto-Long-Position der CO2-Spekulanten stieg lediglich um 0,4 Mio. EUA auf 39,1 Mio. EUA. Dies entspricht einem Zuwachs von 1,1 Prozent gegenüber der Vorwoche. Die vergleichsweise geringen Positionsveränderungen sprechen für eine weiterhin zurückhaltende Marktpositionierung vor den angekündigten Reformvorschlägen zum EU-ETS.

TNAC-Veröffentlichung und höhere EUA-Auktionen im Fokus

Am kommenden Freitag veröffentlicht die Europäische Kommission die Gesamtzahl der im Umlauf befindlichen Zertifikate (TNAC) für das Jahr 2025. Obwohl die Berechnung auf bereits bekannten Parametern basiert, wird am Markt mit erhöhter Aufmerksamkeit gerechnet. Zudem steigen die Auktionsvolumina am EUA-Primärmarkt ab dem 1. Juni planmäßig an. Gleichzeitig nähert sich das REPowerEU-Programm mit rund 94 Prozent seinem Zielvolumen von 20 Mrd. Euro, was den zusätzlichen Auktionsdruck im weiteren Jahresverlauf verringern könnte.

EUA-Markt ohne Richtung – Warten auf regulatorische Klarheit

2026-05-21 1:25 pm

Nachdem der EUA-Dez-26-Future am vergangenen Freitag stärkeren Kaufdruck verzeichnete und die Vorwoche bei 75,79 Euro/t CO2 beendet wurde, setzten sich auch zu Beginn der aktuellen Handelswoche 21 die Kursanstiege fort. Der Dezember-Future markierte am Montag ein Tageshoch bei 76,70 Euro/t CO2, schloss dann aber tiefer bei 75,70 Euro/t CO2. Im weiteren Wochenverlauf konnte keine klare Richtung eingeschlagen werden, sodass die Emissionszertifikate am Donnerstag im Bereich der 75-Euro-Marke verbleiben. Hintergrund bleibt weiterhin die Ungewissheit hinsichtlich der finalen Reformen. Die EU hat zuletzt wenig Bereitschaft zu deutlichen Aufweichungen des EU-ETS gezeigt. Andererseits sickerten vereinzelt bearishe Anpassungen durch, die jedoch komplex sind und daher nicht eindeutig die Absichten der EU erkennen lassen.

Investmentfonds verharren nach kräftiger Vorwochenbewegung

Angesichts der ungewissen regulatorischen Situation zeigen auch die Investmentfonds derzeit keine klare Ausrichtung. In der Vorwoche zum 8. Mai hatten die Fonds ihre Short-Positionen noch kräftig um 19,5 Prozent auf 22,2 Mio. EUA abgebaut und die Netto-Long-Position damit deutlich ausgeweitet. Die Berichtswoche zum 15. Mai brachte dagegen kaum Bewegung: Die Netto-Long-Position sank in der Berichtswoche zum 15. Mai um 2,0 Mio. EUA auf 38,7 Mio. EUA. Das entspricht einem Rückgang von 5,0 Prozent gegenüber der Vorwoche. Auf der Long-Seite reduzierten die Fonds ihre Positionen leicht um 1,5 Mio. EUA auf 61,4 Mio. EUA, ein Rückgang von 2,4 Prozent. Die Long-Positionen befinden sich damit weiterhin auf dem niedrigsten Stand seit über einem Jahr. Auf der Short-Seite bauten die Fonds ihre Positionen marginal um 0,5 Mio. EUA auf 22,7 Mio. EUA auf. Die minimalen Positionsveränderungen auf beiden Seiten spiegeln das regulatorische Niemandsland wider, in dem sich der EUA-Markt derzeit befindet. Solange die finale Reform aussteht und Klarheit fehlt, dürften die Fonds ihre abwartende Haltung beibehalten.

EUA-Auktionsvolumen erhöht

Die Leipziger Energiebörse EEX wird in der zweiten Jahreshälfte 2026 deutlich höhere Mengen an EUAs versteigern als ursprünglich vorgesehen. Die Europäische Kommission hat bestätigt, dass die zusätzlich geplanten 40 Millionen EUAs im Jahr 2026 aus dem Budget für kostenlose Zuteilungen an die Industrie für die Jahre 2026–2030 stammen und damit nicht zwingend zu einem zusätzlichen Gesamtangebot über den gesamten Zeitraum führen. Zwischen Juni und Dezember 2026 sollen insgesamt rund 12 Prozent mehr Zertifikate versteigert werden, unter anderem zur Finanzierung des Social Climate Fund. Weitere 10 Millionen Zertifikate werden aus späteren Abschnitten der Handelsperiode vorgezogen. Im Juli ist eine weitere Anpassung des Auktionskalenders vorgesehen, die unter anderem das RePowerEU-Programm, die Marktstabilitätsreserve und den Investment Booster berücksichtigen soll.

MSR-Reform: Abstimmung frühestens im September

Der Umweltausschuss des Europäischen Parlaments hat ein beschleunigtes Verfahren für die Reform der Marktstabilitätsreserve im EU-Emissionshandelssystem abgelehnt. Der Kommissionsvorschlag sieht vor, überschüssige Emissionszertifikate künftig nicht mehr dauerhaft zu löschen, sondern als Reserve im Marktstabilitätsmechanismus zu halten, um Preisschwankungen besser abzufedern. Eine Abstimmung im Umweltausschuss wird frühestens im September erwartet. Die Kommission hat ein umfassendes Reformpaket für den Emissionshandel für den 15. Juli angekündigt.

Italien plant CO2-Entschädigung für Gaskraftwerke

Die italienische Regulierungsbehörde ARERA plant, bis zum 30. September einen Entschädigungsmechanismus für Gaskraftwerke einzuführen, der die durch CO2-Zertifikate entstandenen Kosten ausgleicht. Die Erstattung soll auf die CO2-bezogenen Kosten eines effizienten Gas-und-Dampfturbinen-Kraftwerks begrenzt und regelmäßig an die Marktbedingungen angepasst werden. Das entsprechende Dekret bedarf noch der Zustimmung der EU-Kommission. Da die Kosten über eine Umlage auf die Verbraucher finanziert werden sollen, wird die tatsächliche Nettoentlastung gedämpft. Kritiker sehen in dem Mechanismus zudem eine mögliche Aufweichung der EU-Klimaziele.

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