CO2 - Marktbericht

Der nächste CO2-Marktbericht erscheint wieder am 31.07.2025!
EUA-Markt verliert an Aufwärtsdynamik
Nach dem kräftigen Verkaufsdruck zu Beginn der vergangenen Handelswoche 4 hatten sich die Notierungen des EUA-Dez-26-Futures im Wochenverlauf noch etwas stabilisiert. Dennoch blieb auf Wochensicht ein Kursverlust von 4,1 Prozent stehen. Nach einer Konsolidierung zu Wochenbeginn setzte sich der Verkaufsdruck in der zweiten Wochenhälfte weiter fort. Am Donnerstagnachmittag gegen 16 Uhr notiert das Emissionsrecht bei rund 84,5 Euro/t CO2. Interessant war bereits am Mittwoch, dass der EUA-Dez-26-Future in der letzten Handelsstunde nochmals deutlich unter Verkaufsdruck geraten ist. Dazu passt die jüngste Äußerung von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche auf dem Handelsblatt Energie-Gipfel am 27.01.: „Wir sind uns selbst mit dem Umweltministerium einig, dass wir das Thema kostenfreie Zuteilung weiterführen müssen, bis eine Alternative kommt.“ Um die Industrie wettbewerbsfähig zu halten, werde die Bundesregierung laut Reiche weiterhin kostenfreie CO2-Zertifikate an besonders energieintensive Unternehmen vergeben. Der EU-Grenzausgleich CBAM sei dafür aktuell noch zu bürokratisch und ineffizient. Vor dem Hintergrund, dass die EU-Kommission ihren Bericht zur Überprüfung des EU-Emissionshandelssystems bis zum 31. Juli 2026 dem Rat und dem Europäischen Parlament vorlegen muss, stellt dies eine klare Positionierung der deutschen Regierung als größte energieintensive Volkswirtschaft Europas dar. Weitere Äußerungen in dieser Richtung könnten auch die Investmentfonds mit ihrer rekordhohen Netto-Long-Position verunsichern. Ein Vorgeschmack auf die Auswirkungen eines Verkaufs lieferte bereits der Verlust in der Vorwoche, der mit einer Reduzierung der Netto-Long-Position um 10,7 Prozent oder 13,5 Mio. EUA bei den Investmentfonds einherging.
Reiche verteidigt eigenen Kurs bei Energiewende
Zusätzlich zu der aufgeführten Äußerung kritisierte Reiche die Pläne der Ampelkoalition zur Wärmewende und forderte eine stärker bezahlbare und technologisch ausgewogene Umsetzung. Sie kündigte Förderungen für Wärmenetze und Gaskraftwerke an und sieht ihren Ansatz erfolgreicher als den früheren Plan von Robert Habeck. Die Einigung mit der EU-Kommission über neue Kraftwerkskapazitäten umfasst nun Ausschreibungen für zwölf GW in diesem Jahr und bis zu 25 GW ab 2027. Die Energiebranche lobt grundsätzlich den Fortschritt, fordert aber eine zügige Umsetzung angesichts aktuell niedriger Gaspreise. Reiche warnte vor einseitiger LNG-Abhängigkeit und plädierte für mehr Diversifizierung. Staatliche Förderungen für erneuerbare Energien sollten reduziert werden, da Wind- und Solarenergie mittlerweile 60 Prozent des Stroms erzeugen.
Verkaufsdruck durch spekulative Gewinnmitnahmen
Wie eingangs beschrieben, zeigt der jüngste Commitments-of-Traders-Report (CoT-Report) der ICE Endex zum 23.01. einen Rückgang der Netto-Long-Position der Investmentfonds, insbesondere durch einen Abbau von Long-Positionen. Konkret lag die Netto-Long-Position der Investmentfonds zum Stichtag bei 112,5 Mio. EUA. Gegenüber der Vorwoche entspricht das einem Rückgang von 10,7 Prozent oder 13,5 Mio. EUA. Auf der Long-Seite zeigt sich ein Rückgang um 11,5 Prozent auf 134,8 Mio. EUA. Der Abbau fiel damit stärker aus als in der Vorwoche, als die Reduktion nur bei 0,5 Prozent lag. Die Short-Seite bewegte sich aber in dieselbe Richtung. Die Short-Positionen gingen um 15,2 Prozent auf 22,3 Mio. EUA zurück, es wurden also auch Spekulationen gegen fallende Preise aufgelöst.
EUA-Auktion zuletzt schwach
Nach dem bullishen Start in das Jahr 2026 hat sich die Nachfrage in den EUA-Auktionen zuletzt deutlich schwächer dargestellt. Am Montag lag der Auktionspreis 0,07 Euro unter dem Spotmarktpreis zum selben Zeitpunkt (11 Uhr). Am Dienstag lag der Auktionspreis 0,14 Euro unter dem Spotmarktpreis zum selben Zeitpunkt (11 Uhr). Nach der Auktionspause der zweiwöchentlichen polnischen Auktion lag der Auktionspreis am Donnerstag 0,12 Euro unterhalb des 11 Uhr-Spotpreises. Die Cover Ratio fiel in der Woche mit 1,48 am Montag, 1,18 am Dienstag und 1,51 am Donnerstag auffallend schwach aus (Jahresdurchschnitt bei den EU-Auktionen 1,56). Die Auktionen senden damit sowohl preislich als auch in Bezug auf die Nachfrage ein schwaches Signal.
Trump sorgt erneut für Unruhe – EUA-Ausverkauf zu Wochenbeginn
In der aktuellen Handelswoche kam es zu deutlichen Kursausschlägen an den Energiemärkten. Besonders der Gasmarkt zeigte sich extrem volatil. Der TTF Gas-Future für Februar verteuerte sich innerhalb von zwei Wochen um mehr als 40 Prozent. In den USA sprang der Henry-Hub-Preis infolge einer ausgeprägten Kältewelle binnen weniger Handelstage um über 75 Prozent an. Auch der CO2-Markt blieb von der allgemeinen Nervosität nicht verschont. Der EUA-Dezember-26-Future verlor zu Wochenbeginn innerhalb von zwei Handelstagen fast acht Prozent und rutschte zeitweise unter die Marke von 84 Euro/t CO2. Im weiteren Wochenverlauf stabilisierte sich der EUA-Markt, zuletzt notierte der Kontrakt wieder im Bereich von knapp 89 Euro/t CO2 (Stand: 15:30 Uhr).
Neben den zeitgleichen Kältewellen in Europa, den USA und Teilen Asiens sowie schwachen Windeinspeisungen wurde das Marktumfeld erneut durch politische Signale aus den USA belastet. Aussagen von US-Präsident Donald Trump zu möglichen handelspolitischen Maßnahmen gegenüber der EU, vorgetragen im Rahmen des Weltwirtschaftsforums in Davos, sorgten für zusätzliche Unsicherheit an den Energie- und Finanzmärkten. Die Nervosität spiegelte sich auch an den Aktienmärkten wider. Der DAX gab zeitweise deutlich nach, konnte die Verluste bis Handelsschluss jedoch weitgehend begrenzen. Parallel erreichte der Goldpreis ein neues Rekordhoch. Nach Berichten über eine mögliche Einigung kehrte die Euphorie jedoch schnell wieder an die Finanzmärkte zurück. Vor dem Hintergrund des hohen Anteils an finanziellen Marktakteuren im EU-ETS übertrug sich die Euphorie auch auf den europäischen Emissionshandel.
CoT-Report: Investmentfonds treten auf die Bremse
Vergleichsweise moderat verlief dagegen die Entwicklung im jüngsten Commitments of Traders-Report der ICE Endex (CoT-Report). In der CoT-Berichtswoche zum 16. Januar legte der EUA-Dez-26-Future zwar um 2,7 Prozent zu. Diese Aufwärtsbewegung wurde jedoch nicht von den Investmentfonds getragen, da sich die Finanzinvestoren insgesamt zurückhaltend positionierten und sowohl Long- als auch Short-Positionen reduzierten. Der Preisanstieg dürfte damit vor allem aus dem physischen Markt heraus erfolgt sein. Die Netto-Long-Position der Investmentfonds lag zum Stichtag bei 126,0 Mio. EUA. Gegenüber der Vorwoche entspricht das lediglich einem Zuwachs von 0,3 Prozent oder 0,4 Mio. EUA. Nach dem kräftigen Aufbau in der ersten vollen Handelswoche des Jahres kommt die Positionierung damit nahezu zum Stillstand, das spekulative Momentum hat spürbar nachgelassen. Zu Beginn der laufenden Woche hat sich dieses Bild jedoch deutlich gedreht. Am Montag und Dienstag kam es zu einem kräftigen Ausverkauf. Ob dieser bereits abgeschlossen ist oder sich weiter fortsetzt, werden erst die kommenden CoT-Daten zeigen.
REPowerEU-Finanzierungsziel könnte vorzeitig erreicht werden
Die kräftigen Preissteigerungen bei EUAs vor dem Einbruch zu Wochenbeginn könnten auch direkte Auswirkungen auf den Finanzierungsrahmen des europäischen REPowerEU-Programms haben. Die EU hatte das Paket im Mai 2022 als Reaktion auf die massiven Verwerfungen an den Energiemärkten infolge des russischen Angriffs auf die Ukraine beschlossen, mit dem Ziel, den Ausstieg aus fossilen Energieträgern zu beschleunigen.
Das angestrebte Finanzierungsvolumen beläuft sich auf 20 Milliarden Euro. Bis Ende 2025 wurden über die zusätzliche Versteigerung von Emissionszertifikaten bereits rund 14,3 Milliarden Euro erlöst. Damit fehlen nur noch gut 5,7 Milliarden Euro, um das Ziel vollständig zu erreichen.
Angesichts der jüngsten Preisrally bei EUAs könnte sich der benötigte Versteigerungsumfang für 2026 deutlich reduzieren. Statt der im Auktionskalender für 2026 vorgesehenen 93,3 Millionen EUAs dürfte unter Annahme durchschnittlicher Versteigerungspreise bereits ein deutlich geringeres Volumen ausreichen. In entsprechenden Szenarien würden gut zwei Drittel der geplanten Menge genügen. Schätzungsweise 25 bis 30 Millionen EUAs müssten dann gar nicht mehr versteigert werden.
Investmentfonds geben CO2-Preis neuen Auftrieb
Nach einem Vorwochenplus von 1,4 Prozent setzte der EUA-Dezember-26-Future seine Aufwärtsbewegung auch in der dritten Handelswoche des Jahres mit hoher Dynamik fort. Am Donnerstag stieg der Dezember-Future am Vormittag im Tageshoch bis auf 93,80 Euro/t CO2, und lag damit rund 5 Prozent über dem Vorwochenschlusskurs. Am Nachmittag nahm der Verkaufsdruck jedoch spürbar zu. Gegen 16 Uhr notierte das Emissionsrecht nur noch bei rund 92 Euro/t CO2, was auf erste Gewinnmitnahmen hindeutet.
Insbesondere die Investmentfonds bleiben ein starker Preistreiber und haben die Netto-Long-Position in der Vorwoche weiter stark ausgebaut. Zudem sorgt das Wetter mit kühlen und windschwachen Bedingungen für einen höheren Bedarf an fossilen Brennstoffen. Zusätzlich belasteten wetterbedingte Kraftwerksausfälle in Frankreich den Strommarkt. Ein schwerer Sturm führte dort zur Abschaltung der Kernreaktoren Flamanville 1 und 3 mit einer Gesamtleistung von rund 2,9 GW. Die Hochspannungsleitung, die die Reaktoren versorgt, wurde durch Windgeschwindigkeiten von über 200 km/h beschädigt. Reaktor 3 verlor dabei zeitweise seine Eigenversorgung und musste extern gestützt werden. Der Ausfall der Kernkraftwerksblöcke erhöht den Einsatz von Gas- und Kohlekraftwerken und stützte damit die Nachfrage nach Emissionszertifikaten.
CoT-Report: Spekulanten treiben CO2-Preise weiter an
Die Investmentfonds haben ihre bullishe Ausrichtung in der ersten vollen Handelswoche des Jahres deutlich ausgeweitet. Nach der eher verhaltenen Aktivität über den Jahreswechsel kehrt das spekulative Kapital nun mit großer Dynamik an den Markt zurück und sorgt für eine starke Unterstützung. Die Netto-Long-Position der Investmentfonds stieg im Vergleich zur Vorwoche deutlich um 9,2 Prozent. Sie liegt nun bei 125,6 Mio. EUA nach 115,0 Mio. EUA in der Vorwoche. Dies entspricht einem Zuwachs von rund 10,6 Mio. EUA innerhalb einer einzigen Woche. Damit erreicht die Netto-Positionierung den kräftigsten Zuwachs seit September des vergangenen Jahres. Insbesondere auf der Long-Seite ist eine deutliche Aufstockung zu verzeichnen. Die Bestände kletterten um 6,5 Prozent auf nun 153,1 Mio. EUA. Gleichzeitig haben die Fonds ihre Absicherungen gegen fallende Kurse reduziert. Die Short-Positionen sanken um 4,2 Prozent auf 27,5 Mio. EUA. Der Rückgang um 1,2 Mio. EUA unterstreicht die nachlassende Skepsis am Markt und deutet auf eine zunehmende Glattstellung von Short-Positionen hin. Die Investmentfonds haben die zuletzt defensivere Haltung zum Jahreswechsel aufgegeben und positionieren sich wieder klar auf der Käuferseite. Bleibt diese Dynamik erhalten, rückt die psychologisch wichtige Marke von 100 Euro/t CO2 in den kommenden Wochen in greifbare Nähe. Auffällig ist zudem, dass der Anstieg der Netto-Long-Position mit einer wachsenden Zahl aktiver Marktteilnehmer einhergeht.
Cover Ratio bei EU-Primärmarktauktionen schwächer
Das Verhältnis von Angebot und Nachfrage (Cover Ratio) betrug in der aktuellen Woche bei den drei EU-Auktionen rund 1,6 und fiel damit schwächer aus als bei der ersten EU-weiten Auktion am vergangenen Donnerstag mit 1,7. Im letzten Jahr betrug die Cover Ratio der EU-Auktionen im Durchschnitt 1,54. Obwohl die angebotenen Zertifikate formal identisch sind, zeigte sich in den drei getrennt durchgeführten Auktionen für Deutschland, Polen und die übrigen EU-Länder ein deutlich unterschiedliches Nachfragebild. In den deutschen Auktionen lag die durchschnittliche Cover Ratio im Jahr 2025 bei 2,06. Bei den polnischen lag der Wert im Vorjahr bei 1,79.
Verhaltener Start ins neue Jahr – Angebotsrückgang 2026 im Fokus
Über den Jahreswechsel zeigte der neue Leitkontrakt EUA-Dez-26 eine Seitwärtsbewegung zwischen 88,88 Euro/t CO2 auf der Ober- und 86,83 Euro/t CO2 auf der Unterseite und beendete die Handelswoche mit einem moderaten Plus von 0,5 Prozent. Zu Beginn der aktuellen Handelswoche haben die Energiemärkte am Montag deutlich schwächer geschlossen und die EUAs verloren 1,3 Prozent. Mit abkühlenden Temperaturprognosen stabilisierten sich die Notierungen aber wieder und handeln am Donnerstagnachmittag gegen 17 Uhr auf dem Niveau des Vorwochenschlusskurses.
CoT-Report: Leichte Gewinnmitnahmen über den Jahreswechsel
Die aktuellen CoT-Daten der ICE Endex per 02.01.2026 zeigen bei den Investmentfonds eine leichte Reduktion der Netto-Long-Position am CO2-Markt. Trotz des moderaten Kursanstiegs von 0,5 Prozent des EUA-Dez-26-Futures in der Berichtswoche haben die Spekulanten ihre rekordhohe Positionierung etwas zurückgefahren. Die Netto-Long-Position der Investmentfonds sank um 1,0 Prozent auf 115,0 Mio. EUA (Vorwoche: 116,2 Mio. EUA). Im Detail zeigt sich ein Rückgang der Long-Bestände um 0,4 Mio. Zertifikate auf 143,7 Mio. EUA. Auf der Short-Seite erhöhten die Fonds ihre Absicherungspositionen um 0,8 Mio. auf 28,7 Mio. EUA.
Die Bewegung ist im Kontext des dünnen Handels über den Jahreswechsel zu bewerten. Die Reduktion um 1,2 Mio. EUA bei der Netto-Position ist überschaubar und deutet eher auf technische Anpassungen oder kleinere Buchgewinnsicherungen hin als auf einen grundlegenden Stimmungswechsel. Die Investmentfonds halten weiterhin an ihrer bullishen Grundhaltung fest, nutzen aber die Jahreswende für moderate Gewinnmitnahmen. Die Netto-Long-Position von 115,0 Mio. EUA liegt immer noch auf historisch hohem Niveau und stützt das Preisniveau grundsätzlich. Die Überzeugung für weiter steigende Preise hat zuletzt jedoch nachgelassen.
Primärmarktauktionen wieder gestartet
Nach dem Ende der Primärmarkauktion am 15. Dezember des vergangenen Jahres ist die Versteigerung an der EEX am Mittwoch mit der polnischen Primärmarktauktion wieder gestartet. Es wurden rund 1,52 Mio. EUAs versteigert, der Zuschlagspreis betrug 86,30 Euro/t CO2, bei einer Bid-to-Cover Ratio von 2,13. Am Donnerstag folgte die EU-weite Auktion mit rund 2,71 Mio. EUAs zu einem Preis von 85,47 Euro/t CO2 (Cover Ratio: 1,74).
Insgesamt geht das Auktionsangebot im EU-ETS 2026 zurück. Das gesamte Versteigerungsvolumen sinkt von 588,7 Mio. EUAs im Jahr 2025 auf 531,3 Mio. EUAs im Jahr 2026, was einem Rückgang von rund 57 Mio. Zertifikaten entspricht. Gleichzeitig steigt der Anteil der Luftverkehrszertifikate von rund 11,5 Mio. auf knapp 17,0 Mio. EUAs. Zudem wird die EEX im Auftrag Nordirlands eine EUA-Auktion durchführen, die für den 7. Oktober 2026 geplant ist und ein Auktionsvolumen von 782.000 EUA umfasst.
Deutschlands CO2-Emissionen sinken weiter
Die deutschen Treibhausgasemissionen sanken 2025 laut Agora Energiewende um 1,5 Prozent auf 640 Mio. Tonnen, vor allem durch Rückgänge in Industrie und Stromsektor. Dagegen stiegen die Emissionen in den Bereichen Wärme und Verkehr leicht an. Trotz steigender Zahlen bei Wärmepumpen und Elektroautos schreitet der Technologiewechsel laut Agora nicht schnell genug voran, um die Klimaziele bis 2030 zu erreichen. Deutschland müsste seine jährliche Emissionsminderung vervierfachen, um das Ziel einer Reduktion um 65 Prozent gegenüber 1990 einzuhalten.
CO2-Preise markieren neues Jahreshoch - EU verschärft CO2-Grenzausgleich
Die Emissionszertifikate haben ihre Gewinne aus der Vorwoche auch zu Beginn der neuen Handelswoche ausgebaut. So schloss der EUA-Dezember-25-Future an seinem Verfallstag am Montag 1,5 Prozent fester und überwand zum Abschluss noch das Jahreshoch aus Februar. Der neue Leitkontrakt EUA-Dez-26 legte im Wochenverlauf ebenfalls zu und markierte am Mittwoch ein neues Jahreshoch bei 88,5 Euro/t CO2. Anschließend kam es jedoch zu Verkaufsdruck. Am Donnerstagnachmittag gegen 13 Uhr notiert der Kontrakt bei rund 87 Euro/t CO2 und damit etwa 1 Prozent oberhalb des Vorwochenschlusskurses.
EU weitet CO2-Grenzausgleich aus
Die EU plant, den CO2-Grenzausgleich (CBAM) über die sechs Grundstoffsektoren hinaus auf ausgewählte, stahl- und aluminiumintensive Endprodukte wie Autos und Haushaltsgeräte auszuweiten, um Schlupflöcher zu schließen. Ziel ist es, energie- und emissionsintensive Importe an die im Binnenmarkt geltenden ETS-Kosten anzugleichen und damit Wettbewerbsparität während des Übergangs zu Netto-Null bis 2050 herzustellen. Ab Januar wechselt CBAM von der reinen Meldephase in eine schrittweise Zahlungspflicht, während zugleich die kostenlosen Zertifikate im EU-ETS auslaufen. Der finanzielle Dekarbonisierungsdruck nimmt damit zu. Für Fälle ohne verifizierte, anlagenbezogene Daten will die Kommission sogenannte Default-Werte festlegen, die faktisch eine Emissions-„Preisliste“ an der Grenze darstellen. Ergänzend sind Anti-Umgehungsregeln vorgesehen, damit Vorprodukte nicht in Drittstaaten weiterverarbeitet und anschließend als komplexe Güter ohne CBAM-Belastung in die EU verbracht werden. Zur Abfederung für die heimische Industrie soll ein neuer Fonds entstehen, gespeist aus einem Viertel der CBAM-Erlöse der nächsten zwei Jahre, um Exporteure zu unterstützen. Politisch bleibt das Instrument umstritten. Die USA und China kritisieren zusätzliche Handelshemmnisse, die Kommission verweist jedoch darauf, dass CBAM bereits andere Länder zu mehr CO2-Bepreisung motiviert. EU-Klimakommissar Wopke Hoekstra betonte am Mittwoch, dass die EU kein Land von ihrer CO2-Grenzabgabe ausnehmen wird.
EU-Kommission lockert Verbrenner-Aus
Die EU-Kommission schlägt vor, das geplante Verbrenner-Aus ab 2035 aufzuweichen, um die angeschlagene Autoindustrie zu entlasten. Künftig sollen neue Verbrenner- und Hybridfahrzeuge unter bestimmten Bedingungen weiterhin zugelassen werden, etwa bei nachweislich reduziertem CO2-Ausstoß. Auch CO2-Einsparungen durch umweltfreundlichere Materialien und Kraftstoffe sollen auf Emissionsziele angerechnet werden. Während Kanzler Merz den Vorschlag begrüßt, kommt von den Grünen und dem Automobilverband deutliche Kritik, da sie eine Schwächung der Klimaziele und fehlende Planungssicherheit befürchten.
Start der EUA-Auktionspause
Die letzte EUA-Versteigerung (EEX) des Jahres hat am Montag, dem 15. Dezember, mit 3.273.000 EUA stattgefunden (Auktionspreis: 84,6 Euro/t CO2). Die Auktionspause besteht bis zum 6. Januar. Am 7. Januar 2026 findet dann die polnische Auktion mit 1.801.500 EUA als erste Versteigerung im Jahr 2026 statt. In Summe werden 6.089.500 EUA in der KW 2 versteigert. Ab 2026 muss zudem die Schifffahrt 100 Prozent der verifizierten CO2-Emissionen abdecken.
Spekulanten bleiben bullish, aber Momentum schwindet
Die aktuellen CoT-Daten der ICE Endex per 12.12.2025 zeigen eine unverändert bullishe Positionierung der Investmentfonds am CO2-Markt, allerdings mit stark nachlassender Dynamik. Trotz des Kursanstiegs von 2,3 Prozent des EUA-Dez-25-Futures in der Berichtswoche haben die Spekulanten ihre Netto-Long-Position nur noch minimal ausgebaut. Die Netto-Long-Position der Investmentfonds kletterte um lediglich 0,6 Prozent auf 114,0 Mio. EUA (Vorwoche: 113,3 Mio. EUA). Im Detail zeigt sich eine stagnierende Entwicklung auf beiden Seiten. Die Long-Bestände stiegen um 1,0 Mio. Zertifikate auf 141,9 Mio. EUA, verglichen mit einem Aufbau von 2,2 Mio. EUA in der Vorwoche. Auch auf der Short-Seite bewegte sich wenig. Die Absicherungspositionen stiegen leicht um 0,4 Mio. auf 27,8 Mio. EUA. Die Investmentfonds halten zwar an ihrer bullishen Grundhaltung fest, zeigten in der Vorwoche jedoch praktisch keine Aktivität mehr.

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