CO2 - Marktbericht

UKA-Rally und Hitzewelle treiben EUAs Richtung 80-Euro-Marke
Der EUA-Dez-26-Future zeigte bereits zum Ende der vergangenen Handelswoche stärkeres Kaufinteresse. Nach einem verhaltenen Start am Montag legten die Notierungen im weiteren Wochenverlauf deutlich zu und näherten sich der Marke von 80 Euro/t CO2 an. Am Mittwoch markierte der Dezember-Future ein Tageshoch bei 79,76 Euro/t CO2, schloss infolge von Gewinnmitnahmen jedoch etwas tiefer. Auch am Donnerstag setzte sich die feste Tendenz zunächst fort, am Nachmittag notierte der Kontrakt erneut in der Nähe des Vortageshochs.
Unterstützung erhält der Markt dabei aktuell von mehreren Faktoren. Zum einen wirken festere Notierungen im britischen Emissionshandelssystem stützend. Medienberichte über Fortschritte bei einer möglichen Verknüpfung der europäischen und britischen Emissionshandelssysteme sorgten für Aufwärtsbewegungen bei den britischen UKAs und stützten damit auch die EUAs. Zum anderen sorgen Hitzewellen in Europa sowie eine geringere Verfügbarkeit französischer Kernkraftwerke für einen höheren Bedarf an konventioneller Stromerzeugung.
EU und Großbritannien treiben ETS-Verknüpfung voran
Die EU und Großbritannien planen weiterhin eine Verknüpfung ihrer Emissionshandelssysteme. Laut Medienberichten soll beim nächsten EU-UK-Gipfel am 13. Juli eine politische Grundsatzeinigung angestrebt werden. Eine operative Marktverknüpfung gilt derzeit ab 2028 oder 2029 als wahrscheinlich. Im Falle einer Umsetzung dürfte sich die Preisentwicklung zwischen britischen UKAs und europäischen EUAs weiter annähern. Während die UKAs zuletzt bei rund 57 GBP/t CO2 beziehungsweise umgerechnet etwa 65,8 Euro/t CO2 notierten, handelten die EUAs zuletzt nahe 80 Euro/t CO2.
Hitzewelle belastet französische Kernkraft
Eine Hitzewelle in Teilen Europas sorgt derzeit für eine erhöhte Stromnachfrage. In Großbritannien, Frankreich und Spanien wurden neue Temperaturrekorde für den Monat Mai gemeldet. Für Juni erwarten Wetterdienste insbesondere in Frankreich und Teilen Deutschlands weiterhin heiße und trockene Bedingungen. Niedrige Flusspegel und hohe Wassertemperaturen könnten die französische Kernkraftproduktion belasten, da Reaktoren bei zu warmem Kühlwasser ihre Leistung reduzieren müssen. Die französische Kernkraftverfügbarkeit lag zuletzt bei rund 69 Prozent der installierten Leistung.
Stimmung zur ETS-Reform bleibt gespalten
Der polnische Senat hat ein vorgeschlagenes Referendum zur EU-Klimapolitik und zum EU-ETS mit 62 zu 32 Stimmen abgelehnt. Präsident Karol Nawrocki hatte eine Volksabstimmung über die Auswirkungen der europäischen Klimapolitik auf Wettbewerbsfähigkeit und Lebenshaltungskosten angestrebt. Gleichzeitig wächst innerhalb der EU der politische Druck auf die Ausgestaltung des Emissionshandels. Tschechien, Griechenland, Polen und Rumänien warnen vor den geplanten Änderungen der EU-Kommission bei der kostenlosen Zuteilung von ETS-Zertifikaten für die Industrie. Nach den aktuellen Plänen könnte der Anteil kostenloser Zertifikate von bislang rund 85 Prozent auf etwa 75 Prozent der Emissionen sinken. Die Länder fordern deshalb ein vorübergehendes Einfrieren der bisherigen Leitwerte sowie eine Überprüfung der ETS-Methodik.
Investmentfonds bleiben vor ETS-Reformen zurückhaltend
Die jüngsten CoT-Daten der Berichtswoche zum 22. Mai deuten weiterhin auf eine abwartende Haltung der Investmentfonds hin. Die Netto-Long-Position der CO2-Spekulanten stieg lediglich um 0,4 Mio. EUA auf 39,1 Mio. EUA. Dies entspricht einem Zuwachs von 1,1 Prozent gegenüber der Vorwoche. Die vergleichsweise geringen Positionsveränderungen sprechen für eine weiterhin zurückhaltende Marktpositionierung vor den angekündigten Reformvorschlägen zum EU-ETS.
TNAC-Veröffentlichung und höhere EUA-Auktionen im Fokus
Am kommenden Freitag veröffentlicht die Europäische Kommission die Gesamtzahl der im Umlauf befindlichen Zertifikate (TNAC) für das Jahr 2025. Obwohl die Berechnung auf bereits bekannten Parametern basiert, wird am Markt mit erhöhter Aufmerksamkeit gerechnet. Zudem steigen die Auktionsvolumina am EUA-Primärmarkt ab dem 1. Juni planmäßig an. Gleichzeitig nähert sich das REPowerEU-Programm mit rund 94 Prozent seinem Zielvolumen von 20 Mrd. Euro, was den zusätzlichen Auktionsdruck im weiteren Jahresverlauf verringern könnte.
EUA-Markt ohne Richtung – Warten auf regulatorische Klarheit
Nachdem der EUA-Dez-26-Future am vergangenen Freitag stärkeren Kaufdruck verzeichnete und die Vorwoche bei 75,79 Euro/t CO2 beendet wurde, setzten sich auch zu Beginn der aktuellen Handelswoche 21 die Kursanstiege fort. Der Dezember-Future markierte am Montag ein Tageshoch bei 76,70 Euro/t CO2, schloss dann aber tiefer bei 75,70 Euro/t CO2. Im weiteren Wochenverlauf konnte keine klare Richtung eingeschlagen werden, sodass die Emissionszertifikate am Donnerstag im Bereich der 75-Euro-Marke verbleiben. Hintergrund bleibt weiterhin die Ungewissheit hinsichtlich der finalen Reformen. Die EU hat zuletzt wenig Bereitschaft zu deutlichen Aufweichungen des EU-ETS gezeigt. Andererseits sickerten vereinzelt bearishe Anpassungen durch, die jedoch komplex sind und daher nicht eindeutig die Absichten der EU erkennen lassen.
Investmentfonds verharren nach kräftiger Vorwochenbewegung
Angesichts der ungewissen regulatorischen Situation zeigen auch die Investmentfonds derzeit keine klare Ausrichtung. In der Vorwoche zum 8. Mai hatten die Fonds ihre Short-Positionen noch kräftig um 19,5 Prozent auf 22,2 Mio. EUA abgebaut und die Netto-Long-Position damit deutlich ausgeweitet. Die Berichtswoche zum 15. Mai brachte dagegen kaum Bewegung: Die Netto-Long-Position sank in der Berichtswoche zum 15. Mai um 2,0 Mio. EUA auf 38,7 Mio. EUA. Das entspricht einem Rückgang von 5,0 Prozent gegenüber der Vorwoche. Auf der Long-Seite reduzierten die Fonds ihre Positionen leicht um 1,5 Mio. EUA auf 61,4 Mio. EUA, ein Rückgang von 2,4 Prozent. Die Long-Positionen befinden sich damit weiterhin auf dem niedrigsten Stand seit über einem Jahr. Auf der Short-Seite bauten die Fonds ihre Positionen marginal um 0,5 Mio. EUA auf 22,7 Mio. EUA auf. Die minimalen Positionsveränderungen auf beiden Seiten spiegeln das regulatorische Niemandsland wider, in dem sich der EUA-Markt derzeit befindet. Solange die finale Reform aussteht und Klarheit fehlt, dürften die Fonds ihre abwartende Haltung beibehalten.
EUA-Auktionsvolumen erhöht
Die Leipziger Energiebörse EEX wird in der zweiten Jahreshälfte 2026 deutlich höhere Mengen an EUAs versteigern als ursprünglich vorgesehen. Die Europäische Kommission hat bestätigt, dass die zusätzlich geplanten 40 Millionen EUAs im Jahr 2026 aus dem Budget für kostenlose Zuteilungen an die Industrie für die Jahre 2026–2030 stammen und damit nicht zwingend zu einem zusätzlichen Gesamtangebot über den gesamten Zeitraum führen. Zwischen Juni und Dezember 2026 sollen insgesamt rund 12 Prozent mehr Zertifikate versteigert werden, unter anderem zur Finanzierung des Social Climate Fund. Weitere 10 Millionen Zertifikate werden aus späteren Abschnitten der Handelsperiode vorgezogen. Im Juli ist eine weitere Anpassung des Auktionskalenders vorgesehen, die unter anderem das RePowerEU-Programm, die Marktstabilitätsreserve und den Investment Booster berücksichtigen soll.
MSR-Reform: Abstimmung frühestens im September
Der Umweltausschuss des Europäischen Parlaments hat ein beschleunigtes Verfahren für die Reform der Marktstabilitätsreserve im EU-Emissionshandelssystem abgelehnt. Der Kommissionsvorschlag sieht vor, überschüssige Emissionszertifikate künftig nicht mehr dauerhaft zu löschen, sondern als Reserve im Marktstabilitätsmechanismus zu halten, um Preisschwankungen besser abzufedern. Eine Abstimmung im Umweltausschuss wird frühestens im September erwartet. Die Kommission hat ein umfassendes Reformpaket für den Emissionshandel für den 15. Juli angekündigt.
Italien plant CO2-Entschädigung für Gaskraftwerke
Die italienische Regulierungsbehörde ARERA plant, bis zum 30. September einen Entschädigungsmechanismus für Gaskraftwerke einzuführen, der die durch CO2-Zertifikate entstandenen Kosten ausgleicht. Die Erstattung soll auf die CO2-bezogenen Kosten eines effizienten Gas-und-Dampfturbinen-Kraftwerks begrenzt und regelmäßig an die Marktbedingungen angepasst werden. Das entsprechende Dekret bedarf noch der Zustimmung der EU-Kommission. Da die Kosten über eine Umlage auf die Verbraucher finanziert werden sollen, wird die tatsächliche Nettoentlastung gedämpft. Kritiker sehen in dem Mechanismus zudem eine mögliche Aufweichung der EU-Klimaziele.
Kommissions-Leak zur ETS-Reform sorgt für Auf und Ab
Die aktuelle Handelswoche 19 begann für die EUA-Zertifikate mit Preisdruck. Auslöser war ein internes EU-Kommissionsdokument, worüber Carbon Pulse am 30. April berichtet hatte, bevor Reuters die Meldung am Montag aufgriff. Inhaltlich ging es darum, dass die EU-Kommission plant, indirekte Emissionen in die Benchmark-Berechnung einzubeziehen, mit einer geschätzten Entlastung der Industrie von rund vier Milliarden Euro. Am Dienstag drehte die Stimmung, denn nach näherer Analyse wurde deutlich, dass sich die neuen Benchmark-Werte nur um rund vier Millionen Tonnen pro Jahr vom April-Entwurf unterschieden. Die strukturelle Verknappung von 13 Prozent gegenüber 2021 bleibt dominant. Zudem betonte Klimakommissar Hoekstra, Anpassungen dürften langfristige Preissignale nicht verzerren. Die EUAs sprangen um knapp vier Prozent, das stärkste Tagesplus seit sechs Wochen. Im weiteren Wochenverlauf blieben dann neue Signale aus, der EUA-Dez-26-Future fällt am Donnerstag gegen 14 Uhr wieder in Richtung 75-Euro-Marke auf 75,24 Euro/t CO2, nach einem bisherigen Wochenhoch bei 77,11 Euro/t CO2 am Mittwoch.
EU-ETS-Reformvorschläge im Juli erwartet
Größere Klarheit über die künftige Ausgestaltung des EU-ETS dürfte erst im Juli kommen. Dann will die EU-Kommission „gezielte Verbesserungen" am Emissionshandelssystem vorlegen, um Industrie und Klimaziele besser in Einklang zu bringen. Geplant ist ein langsameres Auslaufen kostenloser Zertifikate, um die Industrie vor Carbon Leakage zu schützen. Gleichzeitig sollen diese Gratiszuteilungen stärker an Bedingungen wie Investitionen in Dekarbonisierung geknüpft werden. Der lineare Reduktionsfaktor soll angepasst werden, um Emissionen auch über 2040 hinaus zu berücksichtigen. Ziel ist ein „handhabbarer Dekarbonisierungspfad“ für die europäische Industrie. Zudem plant die Kommission, permanente CO2-Entnahmen in das System zu integrieren, um schwer vermeidbare Emissionen auszugleichen. Auch die mögliche Nutzung internationaler Zertifikate wird geprüft, wobei ein „wasserdichtes System“ sicherstellen soll, dass Unternehmen Vorgaben nicht umgehen. Allerdings schloss der Generaldirektor der EU-Klimaabteilung, Kurt Vandenberghe, internationale Kredite als direktes Compliance-Instrument im ETS diese Woche explizit aus.
Kritik am EU-ETS laut Thinktank-Analyse unbegründet
Ein aktuelles Briefing des Brüsseler Thinktanks Sandbag widerspricht der politischen Kritik an EU-ETS aus Tschechien und Italien. Energieintensive Branchen erhalten demnach nahezu vollständige Kompensation ihrer Emissionen durch kostenlose Zertifikate, in einigen Fällen sogar mehr als ihre tatsächlichen Emissionen. So erhielt die europäische Zement- und Kalkindustrie 2024 kostenlose Zuteilungen für 107,3 Mio. Tonnen CO2 bei tatsächlichen Emissionen von nur 102,1 Mio. Tonnen. Der eigentliche Befund: Beide Länder schöpfen den bestehenden Ausgleichsmechanismus für indirekte CO2-Kosten (ICC) bei Weitem nicht aus. Deutschland leitete 2024 rund 31,6 Prozent seiner ETS-Auktionseinnahmen als ICC-Beihilfe an die Industrie weiter, Italien lediglich 4,7 Prozent und Tschechien 7,8 Prozent. Sandbag wertet dies als politisches Versagen, nicht als Systemfehler des ETS. Hohe Energiekosten seien primär auf gestiegene Gaspreise infolge des Nahost-Konflikts zurückzuführen und hierfür hat die EU-Kommission mit dem METSAF-Beihilferahmen (29. April 2026) ein separates Instrument geschaffen.
CoT EUA: Long-Abbau setzt sich fort
Laut jüngstem Commitments of Traders-Report der ICE Endex sank die Netto-Long-Position der Investmentfonds im CO2-Handel in der KW 18 um 8,0 Prozent auf 35,0 Mio. EUA, der zweite Rückgang in Folge. Seit Jahresbeginn haben die Fonds ihre Long-Positionen von über 153 Mio. EUA auf weniger als die Hälfte zurückgefahren. Erstmals seit Monaten ist dabei wieder ein leichter Short-Aufbau zu beobachten. Long-Abbau und beginnender Short-Aufbau ergeben zusammen ein tendenziell bearishes Positionierungsbild. Solange aus Brüssel keine regulatorische Klarheit kommt, dürfte das Ausmaß der Positionierung aber moderat bleiben.
CO2-Markt auf Richtungssuche
Nach dem gescheiterten Ausbruch über die 75-Euro-Marke bewegte sich der EUA-Dez-26-Future bis Dienstag seitwärts um die runde Kursmarke. Am Mittwoch setzte dann stärkerer Verkaufsdruck ein: Der Dezember-Future gab 2,7 Prozent auf 73,05 Euro/t CO2 nach. Am heutigen Donnerstag bleibt ein weiterer Preisrückgang bislang aus, die CO2-Zertifikate stabilisieren sich am frühen Nachmittag vor dem verlängerten Wochenende leicht.
Die Energiemärkte und der CO2-Handel bleiben weiterhin politisch beeinflusst. Im Vordergrund steht der Nahostkonflikt: Angesichts ausbleibender Verhandlungsfortschritte und einer am Mittwoch verschärften Rhetorik aus Washington „NO MORE MR. NICE GUY“ zogen die Öl- und Gasnotierungen an. Parallel dazu trübte sich zuletzt die Stimmung an den Finanzmärkten ein, womit ein stützender Faktor für die EUAs wegfällt. Für den CO2-Markt im Besonderen fehlt zudem weiterhin Klarheit aus Brüssel. Dies spiegelt sich auch im Positionierungsverhalten der spekulativen Marktteilnehmer wider, die derzeit keine eindeutige Richtung einschlagen.
CoT EUA: Fonds reduzieren Netto-Long-Position
In der Berichtswoche zum 24. April ging die Netto-Long-Position der Investmentfonds laut aktuellem Commitments-of-Traders-Report um 3,4 Mio. EUA auf 38,0 Mio. EUA zurück, ein Rückgang von 8,3 Prozent gegenüber der Vorwoche. Damit wurde ein Teil des Aufbaus aus der Vorwoche wieder abgegeben.
Auf der Long-Seite reduzierten die Fonds ihre Positionen um 4,1 Mio. EUA auf 64,9 Mio. EUA, ein Rückgang von 6,0 Prozent. Der Abbau fällt damit kräftiger aus als in der Vorwoche und setzt den seit Januar laufenden Rückgang fort. Gegenüber den Hochständen von über 150 Mio. EUA zu Jahresbeginn haben die Fonds ihre Long-Positionen auf weniger als die Hälfte zurückgefahren. Auf der Short-Seite wurde die Position leicht um 0,7 Mio. EUA auf 26,9 Mio. EUA verringert, ein Rückgang von 2,5 Prozent. Nach dem deutlichen Short-Abbau der vergangenen Wochen von rund 49 Mio. EUA auf nunmehr unter 27 Mio. EUA ist die aktuelle Bewegung marginal. Das Niveau nähert sich dem Tiefstand von Anfang 2026, weiteres Short-Covering in relevantem Umfang erscheint vorerst begrenzt. Solange die Fonds auf der Long-Seite Positionen abbauen und kein Short-Aufbau erfolgt, fehlt dem Markt der spekulative Impuls für eine erneute Aufwärtsbewegung.
EU-Parlament nimmt Verhandlungen zu ETS2-Preisstabilität auf
Das Europäische Parlament hat Verhandlungen mit dem EU-Ministerrat aufgenommen, um stabile Preise im neuen Emissionshandelssystem ETS2 für Gebäude und Verkehr zu gewährleisten, das 2028 starten soll. Kernpunkt ist eine Reform der Marktstabilitätsreserve, die flexiblere Eingriffe vorsieht, etwa die Freigabe zusätzlicher Zertifikate bei hohen CO2-Preisen oder niedriger Marktliquidität. Zudem unterstützt das Parlament eine stärkere Reduzierung ungenutzter Zertifikate, was im Gegensatz zur Position des Rates steht. Die finalen Regeln müssen noch zwischen Parlament, Rat und Kommission abgestimmt werden.
EU für globalen CO2-Preis in der Schifffahrt
Die EU-Staaten wollen bei den kommenden Verhandlungen der International Maritime Organization weiterhin für einen globalen CO2-Preis in der Schifffahrt eintreten, obwohl die USA unter Präsident Donald Trump starken Widerstand leisten. Bereits im Vorjahr war ein entsprechender Beschluss nach Drohungen aus den USA vertagt worden, und auch diesmal gelten die Chancen auf eine Einigung als gering. Innerhalb der EU gibt es zudem Uneinigkeit, da mehrere Länder mit großer Schifffahrtsindustrie den Kurs nicht vollständig unterstützen. Gleichzeitig wächst international die Skepsis gegenüber dem ursprünglichen Vorschlag, und alternative Ansätze werden diskutiert.
Konferenz zum Ausstieg aus fossilen Brennstoffen in Kolumbien
In Santa Marta, Kolumbien, fand vom 24. bis 29. April die erste weltweite Konferenz zum Ausstieg aus fossilen Brennstoffen statt. Vertreter von rund 60 Länder haben über praktische Schritte zum Ausstieg aus fossilen Brennstoffen beraten, darunter Deutschland, Brasilien und Kanada. Die USA, China sowie wichtige Ölförderländer aus dem Nahen Osten fehlen. Angesichts der durch den Iran-Krieg stark gestiegenen Energiepreise stehen keine neuen globalen Klimaziele auf der Agenda, sondern konkrete Maßnahmen wie finanzielle Instrumente, regulatorische Anreize und der Abbau von Subventionen.
EUA-Rebound verpufft – Unsicherheit bleibt
Zum Wochenabschluss der vergangenen KW 16 stieg der EUA-Dez-26-Future auf 78,07 Euro/t CO2 im High und schloss bei 76,80 Euro/t CO2. Damit überwanden die EUAs kurzfristig die 75-Euro-Marke. Die Aussicht auf eine mögliche Entspannung im Iran-Konflikt beflügelte die Aktienmärkte und wirkte auch stützend auf die EUAs. In der aktuellen Handelswoche 17 flacht der Aufwind allerdings wieder ab, am Donnerstagnachmittag notiert der Dezember-Future knapp unterhalb von 75 Euro/t CO2. Eine rasche Entspannung in Nahost ist nicht in Sicht. Der Iran scheint die Pattsituation rund um die Straße von Hormus bewusst in die Länge zu ziehen, um den Druck auf die USA zu erhöhen. Teheran hat eine Aufhebung der US-Seeblockade zur Voraussetzung für neue Friedensgespräche gemacht und greift gleichzeitig Frachtschiffe an. Damit bleibt die strategisch wichtige Straße von Hormus weitgehend blockiert. Seine gestern noch auf unbestimmte Zeit verlängerte Frist für den Iran konkretisierte US-Präsident Donald Trump zudem nun auf drei bis fünf Tage.
Italien fordert Stopp der ETS-Benchmark-Verschärfung
Italien hat die EU erneut aufgefordert, die geplante Verschärfung der ETS-Benchmarks für kostenlose CO2-Zertifikate auszusetzen. Die italienische Regierung warnt per Brief an die EU-Kommission, dass strengere Vorgaben die Kosten für energieintensive Industrien deutlich erhöhen und die Wettbewerbsfähigkeit Europas schwächen könnten. Konkret plädiert Italien dafür, die aktuellen Benchmark-Werte aus dem Zeitraum 2021–2025 vorerst beizubehalten. Hintergrund ist, dass die EU-Kommission laut internen Überlegungen die Benchmarks im Schnitt um etwa 17 Prozent verschärfen will, was die Menge kostenloser Zertifikate reduzieren würde. Rom befürchtet erhebliche negative Folgen für Schlüsselindustrien wie Keramik, Zement und Aluminium. Unternehmen müssten dann einen größeren Teil ihrer Emissionen am Markt abdecken, was Kosten steigert und das Risiko von Carbon Leakage erhöht. Zusätzlich kritisiert Italien die regulatorische Unsicherheit: Eine kurzfristige Änderung vor der umfassenden Reform des Emissionshandels (ab Juli 2026 geplant) könne Investitionsentscheidungen erschweren. Daher fordert die Regierung, die Anpassung zu verschieben und erst im Zuge der großen ETS-Reform umzusetzen. Als Zwischenlösung schlägt Italien ein Einfrieren der Benchmarks vor. Damit dies wirksam ist, müsse jedoch auch der sogenannte Cross-Sectoral Correction Factor (CSCF) angepasst werden, da dieser sonst die Menge kostenloser Zertifikate automatisch wieder kürzen würde.
EU genehmigt Industriestrompreis
Die EU-Kommission hat Deutschlands Plan für einen Industriestrompreis genehmigt, der energieintensive Unternehmen mit insgesamt 3,8 Milliarden Euro über drei Jahre entlasten soll. Die Förderung erlaubt es, für bis zu 50 Prozent des Stromverbrauchs Preisnachlässe von maximal 50 Prozent zu gewähren, wobei eine Untergrenze von 50 Euro/MWh gilt. Die tatsächliche Auszahlung erfolgt rückwirkend auf Basis der realen Strompreise und Verbräuche in den Jahren 2026 bis 2028. Unklar bleibt, wie der Industriestrompreis mit bestehenden Kompensationsmechanismen für CO2-Kosten kombiniert werden kann. Gleichzeitig sollen Unternehmen verpflichtet werden, einen Teil der Beihilfen in effizientere Anlagen zu investieren, während mögliche Regelanpassungen im Kontext geopolitischer Spannungen diskutiert werden.
CoT-Report: Short-Covering statt echtem Long-Aufbau
In der Berichtswoche zum 17. April 2026 ist die Netto-Long-Position der Investmentfonds um 6,7 Mio. EUA auf 41,4 Mio. EUA angestiegen. Das entspricht einem Zuwachs von 19,4 Prozent gegenüber der Vorwoche und ist das höchste Niveau seit mehreren Wochen. Auf der Long-Seite reduzierten die Fonds ihre Positionen leicht um 1,9 Mio. EUA auf 69,0 Mio. EUA. Der Rückgang von 2,7 Prozent setzt den seit Januar laufenden Abbau fort, wenngleich das Tempo deutlich nachgelassen hat. Von den Hochständen über 150 Mio. EUA Anfang des Jahres haben die Fonds ihre Longs mittlerweile mehr als halbiert. Auf der Short-Seite wurde die Position um 8,6 Mio. EUA auf 27,5 Mio. EUA zurückgefahren, ein Rückgang von 23,8 Prozent innerhalb einer Woche. Damit haben die Fonds ihre Shorts in vier aufeinanderfolgenden Wochen von 48,7 Mio. EUA auf nunmehr 27,5 Mio. EUA nahezu halbiert. Das Niveau liegt wieder annähernd auf dem Tiefstand von Anfang 2026. Der Preisanstieg der Vorwoche wurde somit durch Short-Covering gestützt.






