Ihr Account wurde aufgrund von Inaktivität
in den Standby-Modus versetzt.

Um Ihren Account wieder freizuschalten, kontaktieren Sie bitte Carsten Theede.
theede@enerchase.de
+49 2154 880 938 5
+49 151 1282 7679

CO2 - Marktbericht

Der nächste CO2-Marktbericht erscheint wieder am 31.07.2025!

Grundlagen des Energiehandels – Handel und Beschaffung

09. und 13.03.2026 als Online-Webinar

Verhaltener Start ins neue Jahr – Angebotsrückgang 2026 im Fokus

2026-01-08 5:00 pm

Über den Jahreswechsel zeigte der neue Leitkontrakt EUA-Dez-26 eine Seitwärtsbewegung zwischen 88,88 Euro/t CO2 auf der Ober- und 86,83 Euro/t CO2 auf der Unterseite und beendete die Handelswoche mit einem moderaten Plus von 0,5 Prozent. Zu Beginn der aktuellen Handelswoche haben die Energiemärkte am Montag deutlich schwächer geschlossen und die EUAs verloren 1,3 Prozent. Mit abkühlenden Temperaturprognosen stabilisierten sich die Notierungen aber wieder und handeln am Donnerstagnachmittag gegen 17 Uhr auf dem Niveau des Vorwochenschlusskurses.

CoT-Report: Leichte Gewinnmitnahmen über den Jahreswechsel

Die aktuellen CoT-Daten der ICE Endex per 02.01.2026 zeigen bei den Investmentfonds eine leichte Reduktion der Netto-Long-Position am CO2-Markt. Trotz des moderaten Kursanstiegs von 0,5 Prozent des EUA-Dez-26-Futures in der Berichtswoche haben die Spekulanten ihre rekordhohe Positionierung etwas zurückgefahren. Die Netto-Long-Position der Investmentfonds sank um 1,0 Prozent auf 115,0 Mio. EUA (Vorwoche: 116,2 Mio. EUA). Im Detail zeigt sich ein Rückgang der Long-Bestände um 0,4 Mio. Zertifikate auf 143,7 Mio. EUA. Auf der Short-Seite erhöhten die Fonds ihre Absicherungspositionen um 0,8 Mio. auf 28,7 Mio. EUA.

Die Bewegung ist im Kontext des dünnen Handels über den Jahreswechsel zu bewerten. Die Reduktion um 1,2 Mio. EUA bei der Netto-Position ist überschaubar und deutet eher auf technische Anpassungen oder kleinere Buchgewinnsicherungen hin als auf einen grundlegenden Stimmungswechsel. Die Investmentfonds halten weiterhin an ihrer bullishen Grundhaltung fest, nutzen aber die Jahreswende für moderate Gewinnmitnahmen. Die Netto-Long-Position von 115,0 Mio. EUA liegt immer noch auf historisch hohem Niveau und stützt das Preisniveau grundsätzlich. Die Überzeugung für weiter steigende Preise hat zuletzt jedoch nachgelassen.

Primärmarktauktionen wieder gestartet

Nach dem Ende der Primärmarkauktion am 15. Dezember des vergangenen Jahres ist die Versteigerung an der EEX am Mittwoch mit der polnischen Primärmarktauktion wieder gestartet. Es wurden rund 1,52 Mio. EUAs versteigert, der Zuschlagspreis betrug 86,30 Euro/t CO2, bei einer Bid-to-Cover Ratio von 2,13. Am Donnerstag folgte die EU-weite Auktion mit rund 2,71 Mio. EUAs zu einem Preis von 85,47 Euro/t CO2 (Cover Ratio: 1,74).

Insgesamt geht das Auktionsangebot im EU-ETS 2026 zurück. Das gesamte Versteigerungsvolumen sinkt von 588,7 Mio. EUAs im Jahr 2025 auf 531,3 Mio. EUAs im Jahr 2026, was einem Rückgang von rund 57 Mio. Zertifikaten entspricht. Gleichzeitig steigt der Anteil der Luftverkehrszertifikate von rund 11,5 Mio. auf knapp 17,0 Mio. EUAs. Zudem wird die EEX im Auftrag Nordirlands eine EUA-Auktion durchführen, die für den 7. Oktober 2026 geplant ist und ein Auktionsvolumen von 782.000 EUA umfasst.

Deutschlands CO2-Emissionen sinken weiter

Die deutschen Treibhausgasemissionen sanken 2025 laut Agora Energiewende um 1,5 Prozent auf 640 Mio. Tonnen, vor allem durch Rückgänge in Industrie und Stromsektor. Dagegen stiegen die Emissionen in den Bereichen Wärme und Verkehr leicht an. Trotz steigender Zahlen bei Wärmepumpen und Elektroautos schreitet der Technologiewechsel laut Agora nicht schnell genug voran, um die Klimaziele bis 2030 zu erreichen. Deutschland müsste seine jährliche Emissionsminderung vervierfachen, um das Ziel einer Reduktion um 65 Prozent gegenüber 1990 einzuhalten.

CO2-Preise markieren neues Jahreshoch - EU verschärft CO2-Grenzausgleich

2025-12-18 1:30 pm

Die Emissionszertifikate haben ihre Gewinne aus der Vorwoche auch zu Beginn der neuen Handelswoche ausgebaut. So schloss der EUA-Dezember-25-Future an seinem Verfallstag am Montag 1,5 Prozent fester und überwand zum Abschluss noch das Jahreshoch aus Februar. Der neue Leitkontrakt EUA-Dez-26 legte im Wochenverlauf ebenfalls zu und markierte am Mittwoch ein neues Jahreshoch bei 88,5 Euro/t CO2. Anschließend kam es jedoch zu Verkaufsdruck. Am Donnerstagnachmittag gegen 13 Uhr notiert der Kontrakt bei rund 87 Euro/t CO2 und damit etwa 1 Prozent oberhalb des Vorwochenschlusskurses.

EU weitet CO2-Grenzausgleich aus

Die EU plant, den CO2-Grenzausgleich (CBAM) über die sechs Grundstoffsektoren hinaus auf ausgewählte, stahl- und aluminiumintensive Endprodukte wie Autos und Haushaltsgeräte auszuweiten, um Schlupflöcher zu schließen. Ziel ist es, energie- und emissionsintensive Importe an die im Binnenmarkt geltenden ETS-Kosten anzugleichen und damit Wettbewerbsparität während des Übergangs zu Netto-Null bis 2050 herzustellen. Ab Januar wechselt CBAM von der reinen Meldephase in eine schrittweise Zahlungspflicht, während zugleich die kostenlosen Zertifikate im EU-ETS auslaufen. Der finanzielle Dekarbonisierungsdruck nimmt damit zu. Für Fälle ohne verifizierte, anlagenbezogene Daten will die Kommission sogenannte Default-Werte festlegen, die faktisch eine Emissions-„Preisliste“ an der Grenze darstellen. Ergänzend sind Anti-Umgehungsregeln vorgesehen, damit Vorprodukte nicht in Drittstaaten weiterverarbeitet und anschließend als komplexe Güter ohne CBAM-Belastung in die EU verbracht werden. Zur Abfederung für die heimische Industrie soll ein neuer Fonds entstehen, gespeist aus einem Viertel der CBAM-Erlöse der nächsten zwei Jahre, um Exporteure zu unterstützen. Politisch bleibt das Instrument umstritten. Die USA und China kritisieren zusätzliche Handelshemmnisse, die Kommission verweist jedoch darauf, dass CBAM bereits andere Länder zu mehr CO2-Bepreisung motiviert. EU-Klimakommissar Wopke Hoekstra betonte am Mittwoch, dass die EU kein Land von ihrer CO2-Grenzabgabe ausnehmen wird.

EU-Kommission lockert Verbrenner-Aus

Die EU-Kommission schlägt vor, das geplante Verbrenner-Aus ab 2035 aufzuweichen, um die angeschlagene Autoindustrie zu entlasten. Künftig sollen neue Verbrenner- und Hybridfahrzeuge unter bestimmten Bedingungen weiterhin zugelassen werden, etwa bei nachweislich reduziertem CO2-Ausstoß. Auch CO2-Einsparungen durch umweltfreundlichere Materialien und Kraftstoffe sollen auf Emissionsziele angerechnet werden. Während Kanzler Merz den Vorschlag begrüßt, kommt von den Grünen und dem Automobilverband deutliche Kritik, da sie eine Schwächung der Klimaziele und fehlende Planungssicherheit befürchten.

Start der EUA-Auktionspause

Die letzte EUA-Versteigerung (EEX) des Jahres hat am Montag, dem 15. Dezember, mit 3.273.000 EUA stattgefunden (Auktionspreis: 84,6 Euro/t CO2). Die Auktionspause besteht bis zum 6. Januar. Am 7. Januar 2026 findet dann die polnische Auktion mit 1.801.500 EUA als erste Versteigerung im Jahr 2026 statt. In Summe werden 6.089.500 EUA in der KW 2 versteigert. Ab 2026 muss zudem die Schifffahrt 100 Prozent der verifizierten CO2-Emissionen abdecken.

Spekulanten bleiben bullish, aber Momentum schwindet

Die aktuellen CoT-Daten der ICE Endex per 12.12.2025 zeigen eine unverändert bullishe Positionierung der Investmentfonds am CO2-Markt, allerdings mit stark nachlassender Dynamik. Trotz des Kursanstiegs von 2,3 Prozent des EUA-Dez-25-Futures in der Berichtswoche haben die Spekulanten ihre Netto-Long-Position nur noch minimal ausgebaut. Die Netto-Long-Position der Investmentfonds kletterte um lediglich 0,6 Prozent auf 114,0 Mio. EUA (Vorwoche: 113,3 Mio. EUA). Im Detail zeigt sich eine stagnierende Entwicklung auf beiden Seiten. Die Long-Bestände stiegen um 1,0 Mio. Zertifikate auf 141,9 Mio. EUA, verglichen mit einem Aufbau von 2,2 Mio. EUA in der Vorwoche. Auch auf der Short-Seite bewegte sich wenig. Die Absicherungspositionen stiegen leicht um 0,4 Mio. auf 27,8 Mio. EUA. Die Investmentfonds halten zwar an ihrer bullishen Grundhaltung fest, zeigten in der Vorwoche jedoch praktisch keine Aktivität mehr.

EUA-Markt vor Auktionspause – Optionsverfall sorgt für Volatilität

2025-12-11 3:30 pm

Nachdem der EUA-Dez-25-Future die vergangene Handelswoche 49 mit einem Minus von 1,6 Prozent beendete, kam es zum Wochenstart am Montag der aktuellen Kalenderwoche 50 zu Kaufdruck, der jedoch nicht bis Handelsschluss hielt. Im weiteren Wochenverlauf setzten sich die CO2-Bullen aber wieder durch, mit einem deutlichen Preisanstieg am heutigen Donnerstag (plus 1,6 Prozent, Stand 15 Uhr). Bemerkenswert war zudem die Intraday-Bewegung rund um den Verfall der Dezember-Optionen gegen 14 Uhr am Mittwoch. Der Dezember-Future stieg nach dem Optionsverfall innerhalb einer Handelsstunde um 0,8 Prozent, gab die Kursanstiege dann aber wieder ab. Aufgrund einer festen letzten Handelsstunde blieb die Tagesveränderung dann entsprechend marginal.

CBAM-Details finalisiert - Industrie reagiert mit scharfer Kritik

Die EU-Staaten haben die finalen Leitwerte für den CO2-Grenzausgleich CBAM beschlossen, der ab 2026 auf Importe von emissionsintensiven Produkten wie Stahl, Aluminium, Zement und Wasserstoff angewendet wird. Wesentliche Änderungen betreffen unter anderem Zollcodes und die Bewertung von Emissionswerten, die für Importeure künftig finanzielle Auswirkungen haben werden. Der Plan sieht eine schrittweise Einführung von Aufschlägen bis 30 Prozent ab 2028 vor. Die Industrie übt deutliche Kritik am System, während eine Stellungnahme der EU-Kommission noch aussteht. Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) fordert eine Reform des europäischen Emissionshandelssystems (ETS), um die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie zu sichern. Insbesondere der Wegfall kostenloser Zertifikate und ein steigender CO2-Preis könnten energieintensive Branchen stark belasten. Zudem kritisiert der Verband das geplante CO2-Grenzausgleichssystem CBAM als ineffizient und übermäßig bürokratisch. Aus Sicht des VCI droht dem Instrument ein Scheitern, da es leicht umgangen werden könne und zu ständigen Nachbesserungen führe.

Spekulanten bleiben Long - CoT-Report bekräftigt bullische Haltung

Die jüngsten CoT-Daten der ICE Endex für die EUAs per 05.12.2025 zeigen eine Bestätigung der Entwicklung der Vorwochen. Trotz des Kursrückgangs von 1,6 Prozent im EUA-Dez-25-Future in der Berichtswoche haben die Spekulanten ihre bullishe Ausrichtung weiter ausgebaut. Die Netto-Long-Position der Investmentfonds klettert um 3,2 Prozent auf 113,3 Mio. EUA (Vorwoche: 109,8 Mio. EUA). Im Detail wurde die Position wie folgt verändert: Das Long-Exposure stieg um gut 2,2 Mio. Zertifikate auf nun 140,8 Mio. EUA. Die Short-Positionen sanken um knapp 1,4 Mio. auf 27,5 Mio. EUA. Die Spekulanten bleiben damit klar auf der Bullenseite. Die Finanzakteure scheinen fest davon überzeugt, dass die fundamentalen Rahmenbedingungen für höhere CO2-Preise intakt bleiben. Erst deutliche regulatorische Veränderungen oder eine nachhaltige Trendwende im Preisgefüge dürften an dieser robusten Positionierung etwas ändern. Allerdings hat die Dynamik des Netto-Long-Ausbaus zuletzt merklich nachgelassen.

EUA-Auktionspause rückt näher - Letzte Versteigerung am 15. Dezember

Am Mittwoch hat die letzte polnische EUA-Primärmarktauktion an der EEX für 2025 stattgefunden, mit 2.166.000 EUAs. In Summe werden in der aktuellen Kalenderwoche 50 13.666.000 EUAs versteigert. Die letzte Versteigerung des Jahres findet am Montag, den 15. Dezember, mit 3.273.000 EUAs statt. Ab dem 16. Dezember beginnt dann die Auktionspause bis zum 6. Januar. Am 7. Januar 2026 findet dann die polnische Auktion mit 1.801.500 EUAs als erste Versteigerung im Jahr 2026 statt. In Summe werden 6.089.500 EUAs in der KW 2 versteigert.

Reformdebatten zu EU-ETS 1 und EU-ETS 2

2025-12-04 12:30 pm

Die vergangene Handelswoche wurde bei den Emissionszertifikaten mit einem deutlichen Plus von 3,3 Prozent bei 83,1 Euro/t CO2 geschlossen. Zum Wochenstart am Montag in der aktuellen Kalenderwoche 49 testete der EUA Dez 25 Future noch das Vorwochenhoch, konnte dieses aber nicht nachhaltig überwinden und ging 0,5 Prozent im Minus aus dem Handel. Die Schwäche setzte sich im Laufe der Handelswoche fort, am Donnerstag notierte der Dezember-Future gegen 12 Uhr bei rund 81,4 Euro/t CO2. Preisbelastend ist neben der Hoffnung auf Fortschritte im Friedensprozess des Ukrainekrieges insbesondere das Wetter. Für den gesamten Dezember wird eine überdurchschnittlich milde Witterung prognostiziert.

Reformvorschläge zur Marktstabilisierung im ETS-2

Die EU-Kommission hat in der vergangenen Woche vorgeschlagen, das künftige Emissionshandelssystem ETS 2 für Gebäude und Straßenverkehr durch eine Anpassung der Marktstabilitätsreserve zu flexibilisieren, um CO2-Preisspitzen abzufedern. Künftig sollen bei einem Preis über 45 Euro/t CO2 bis zu 80 Millionen Zertifikate pro Jahr zusätzlich aus der Reserve freigegeben werden können. Zugleich sollen Auktionen vorgezogen und eine Kreditfazilität mit der Europäischen Investitionsbank eingerichtet werden, um Klimainvestitionen vorzufinanzieren. Analysten erwarten, dass die Maßnahmen die Preise im ETS-2 bis 2030 um etwa elf Prozent senken könnten. Auch wenn das ETS-2 noch nicht mit dem ETS-1 gekoppelt ist, zeigen die Vorschläge die Richtung auf, in die sich die europäische Klimaschutzpolitik auch für das ETS-1 bewegen könnte. Das kommende Jahr 2026 wird vor diesem Hintergrund spannend, denn es findet ein sogenanntes „Review“ des ETS-1 statt. Im dritten Quartal 2026 möchte die EU-Kommission Reformvorschläge vorlegen.

EU-Kommission veröffentlicht Carbon Market Report 2025

Der aktuelle Carbon Market Report bestätigt die Wirksamkeit des EU-Emissionshandelssystems (EU ETS) auch für das Jahr 2024. Die Emissionen aus der Stromerzeugung sanken gegenüber dem Vorjahr um knapp 11 Prozent, getrieben durch den Ausbau erneuerbarer Energien und den Fuel-Switch von Kohle zu Gas. Die Kohleemissionen fielen auf ein historisches Tief. Während die Industrieemissionen bei stabiler Produktion leicht sanken, verzeichneten Luftfahrt und der neu integrierte Seeverkehr (40 Prozent Abdeckung) Anstiege. Im Vergleich zu 2005 liegen die EU-ETS-Emissionen inzwischen etwa 50 Prozent niedriger, sodass die Kommission zuversichtlich ist, das für 2030 angestrebte Emissionsziel von minus 62 Prozent zu erreichen. Die Einnahmen von 38,8 Mrd. Euro flossen primär in Klimaschutzmaßnahmen. Für 2026 ist die Ausweitung auf weitere Treibhausgase wie Methan geplant. Die Europäische Kommission hat zudem bestätigt, dass die Obergrenze für Nicht-Luftverkehrsemissionen (Non-Aviation) im Rahmen des EU-ETS im Jahr 2026 um 8,7 Prozent niedriger sein wird als im Jahr 2025. Diese Anpassung ist Teil der Fit for 55 Reformen und somit bereits bekannt.

Spekulanten setzen Long-Ausbau weiter fort

Die am Mittwoch veröffentlichten CoT-Daten der ICE Endex per 28.11.2025 bestätigen die Erwartungen. Angesichts des dargestellten Kursanstiegs von 3,3 Prozent in der Berichtswoche zeigt der Report, dass die Spekulanten ihre bullishe Ausrichtung weiter ausgebaut haben. Die Investmentfonds setzen ihren Long-Aufbau nach einer kurzen Konsolidierungspause fort und fungieren damit als wesentliche Preisstütze für die CO2-Zertifikate. Nachdem die Netto-Position in der Vorwoche (per 21.11.) bei rund 101 Mio. EUA stagnierte, melden sich die Bullen nun deutlich zurück. Die Netto-Long-Position der Investmentfonds springt um 8,6 Prozent auf 109,8 Mio. EUA (Vorwoche: 101,0 Mio. EUA). Die Fonds scheinen überzeugt, dass der CO2-Preis fundamental weiter Luft nach oben hat. Erst klare und belastbare politische Signale, die regulatorischen Gegenwind andeuten, dürften an dieser robusten Positionierung etwas ändern. Aktuell sind diese für die Fonds jedoch offensichtlich nicht in Sicht.

Aktienmärkte stützen EUAs – Spekulanten bleiben bullish

2025-11-27 5:45 pm

Die vergangene Handelswoche 47 endete für die Emissionszertifikate ohne klare Richtung. Der EUA-Dez-25-Future gab leicht um 0,6 Prozent auf 80,45 Euro/t CO2 ab. Auch die aktuelle Woche eröffnete mit moderaten Veränderungen. Am Dienstag ging es dann allerdings kräftig aufwärts (plus 1,5 Prozent), gestützt von Fortschritten bei einem möglichen US-vermittelten Friedensrahmen für die Ukraine und freundlich tendierenden Aktienmärkten. Schwache US-Konjunkturdaten schüren die Erwartung, dass die Fed im Dezember erneut lockern könnte. Daraufhin testeten die CO2-Zertifikate die Trendhochs oberhalb von 82 Euro/t CO2, konnten diesen Widerstand bislang aber nicht nachhaltig überwinden. Zu beachten ist zudem, dass am heutigen Donnerstag in den USA „Thanksgiving“ ist, womit der übliche Kaufdruck am Nachmittag, der regelmäßig durch die Amerikaner verursacht wird, diesmal wegbricht.

Spekulanten ohne neue Impulse

Die CoT-Daten der ICE Endex per 21.11.2025 zeigen eine nachlassende Aufwärtsdynamik bei den Investmentfonds. Nachdem die Fonds in der Vorwoche ihre Long-Positionen noch ausgeweitet hatten, zeigt der jüngste Bericht einen minimalen Rückgang auf 130,6 Mio. EUA. Gleichzeitig bleibt auch die Short-Seite nahezu unverändert bei 29,6 Mio. EUA. Diese nur sehr geringen Verschiebungen führen dazu, dass die Netto-Position der Fonds leicht auf rund 101 Mio. EUA zurückgeht. Dies ist ein marginales Minus, das jedoch nichts an der grundsätzlich rekordhohen Netto-Long-Ausrichtung ändert.

Damit setzt sich das in der Vorwoche skizzierte Bild einer klar bullishen Grundhaltung fort, allerdings ohne weiteren Impuls auf der Long-Seite. Die Fonds agieren eher abwartend und scheinen ihre bestehenden Positionierungen weitgehend zu halten, was gut zu einem Markt passt, dessen vorangegangene Aufwärtsbewegung ins Stocken geraten ist. Die fehlende Fortsetzung des Long-Aufbaus deutet darauf hin, dass die Spekulanten zwar weiterhin mit einem strukturell festen Markt rechnen, kurzfristig aber keine klare Richtungserwartung aufbauen. Dass auch die Short-Seite praktisch unverändert bleibt, unterstreicht diesen neutralen Zwischenzustand. Gleichzeitig bleibt die absolute Höhe der Netto-Long-Position bemerkenswert: Mit rund 101 Mio. EUA befinden sich die Investmentfonds weiterhin auf dem höchsten Stand der vergangenen Jahre. Dieser strukturelle Long-Bias wirkt stabilisierend.

Klimagipfel COP30 endet mit schwachem Kompromiss

Der COP30-Klimagipfel in Belém, Brasilien, endete am Samstagabend, den 22. November, mit einem schwachen Kompromiss: Zwar sollen wohlhabende Länder ihre Klimaanpassungshilfen verdreifachen, doch zentrale Forderungen wie der verbindliche Ausstieg aus fossilen Energien wurden blockiert. Ein klarer Fahrplan oder verbindliche Maßnahmen fehlten, stattdessen wurde nur ein freiwilliger Plan angeboten. Die USA blieben dem Gipfel zudem weitgehend fern, was eine globale Einigkeit in der Klimapolitik erschwert. China nutzte das Vakuum für eine starke wirtschaftliche Präsenz und bot sich als Anbieter sauberer Energietechnologien an, während auch Indien und Südafrika ihre Positionen stärkten. Enttäuschung herrschte bei indigenen Gruppen und Umweltschützern, da weder ihre Rechte noch das Ziel der Entwaldung bis 2030 klar verankert wurden.

Britische Regierung lockert Lizenzpolitik für Öl und Gas

Großbritannien erlaubt künftig neue Öl- und Gaslizenzen, wenn sie sich auf bestehende Felder und Infrastruktur beziehen, was eine Abkehr von der früheren Null-Lizenz-Politik darstellt. Gleichzeitig bleibt die Sondersteuer für Energieunternehmen, die sogenannte Energy Profits Levy (EPL), bis 2030 bestehen, obwohl die Branche auf ein früheres Ende gehofft hatte. Die Steuer kann eine Gesamtbelastung von bis zu 78 Prozent auslösen, wenn Preisgrenzen überschritten werden. Präsident Donald Trump kritisierte die britische Klimapolitik scharf und forderte mehr Bohrungen in der Nordsee. Die Regierung plant, Einnahmen aus Öl und Gas in erneuerbare Energien zu investieren.

Durch Klicken auf "Akzeptieren" stimmen Sie der Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät zu. Sehen Sie sich unsere Datenschutzerklärung für weitere Informationen an.