TradingUpdate

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Strom Cal 27 Base vollzieht Pullback an 91-Euro-Marke (Polaritätswechselzone)
Strom-Spotauktion: Donnerstag, 14.05.2026
Am morgigen Donnerstag wird mit 14,1 GW eine überdurchschnittlich hohe Windeinspeisung erwartet, auch wenn der Ertrag im Vergleich zum heutigen Mittwoch merklich zurückgeht. Die PV-Einspeisung bleibt mit rund 9 GW auf niedrigem Niveau. Trotz der insgesamt eher geringen Einspeisung aus erneuerbaren Energieträgern sinken die Preise für den morgigen Liefertermin. Ausschlaggebend ist dabei, dass Christi Himmelfahrt am Donnerstag ein bundesweiter Feiertag ist und die Nachfrage entsprechend niedriger ausfällt. Der Baseloadpreis für den morgigen Donnerstag liegt im Mittel bei 94,85 Euro/MWh und damit 16,5 Prozent unter dem heutigen Preis von 113,54 Euro/MWh. Der Peakpreis liegt mit 62,91 Euro/MWh auch deutlich unter dem heutigen Ergebnis von 98,88 Euro/MWh. Die Tagesspitze liegt bei 168,20 Euro/MWh um 22:00 Uhr. Der Tagestiefstpreis ergab sich erneut um 14:00 Uhr bei 3,30 Euro/MWh. Das Tagesvolumen liegt bei rund 764 GWh.
Die DailyTrading-Analysen zu Strom, Gas und CO2 wurden soeben im Bereich "Technische Analyse" veröffentlicht.
CoT EUA: Spekulanten bauen Shorts deutlich ab
Der EUA-Dez-26-Future legte in der Berichtswoche zum 8. Mai leicht um 1,5 Prozent zu, zeigte unter der Woche aber eine hohe Volatilität, ausgelöst durch Äußerungen und Leaks aus Brüssel.
Die Netto-Long-Position der Investmentfonds stieg deutlich um 16,4 Prozent gegenüber der Vorwoche, und zwar um 5,7 Mio. EUA auf 40,7 Mio. Hintergrund war aber vor allem der starke Abbau auf der Short-Seite. Die Short-Positionen sanken um 5,4 Mio. EUA auf 22,2 Mio. EUA, ein Rückgang von 19,5 Prozent. Damit kehren die Shorts in die Nähe der Tiefststände der vergangenen Monate zurück. Der in der Vorwoche beobachtete leichte Short-Aufbau erwies sich damit als kurzlebig. Auf der Long-Seite veränderte sich kaum etwas. Die Fonds stockten ihre Positionen marginal um 0,4 Mio. EUA auf 62,9 Mio. EUA auf, ein Plus von 0,6 Prozent.
Die Positionierung der Fonds hat sich gegenüber der Vorwoche auf den ersten Blick aufgehellt. Der Short-Abbau ist aber weniger ein Ausdruck von Überzeugung als ein Zeichen regulatorischer Unsicherheit: Bei jeder Meldung aus Brüssel sprangen die Kurse in der abgelaufenen Woche hin und her. Dies setzt sich auch in dieser Woche weiter fort. Angesichts dieses Umfelds dürfte die Zurückhaltung der Spekulanten anhalten, was nachhaltige mittel- bis langfristige Preisimpulse in beide Richtungen weiter begrenzt.
CoT TTF: Spekulanten fahren Positionierung leicht zurück
Die vergangene volatile Handelswoche machte sich nur bedingt in den Positionierungen der Investmentfonds bemerkbar, denn nach dem zwischenzeitlichen Abverkauf erholten sich die Notierungen schnell wieder und die preisliche Wochenveränderung fiel vergleichsweise moderat aus.
Konkret sank die Netto-Long-Position der Investmentfonds um 9,8 TWh auf 278,7 TWh. Das entspricht einem Rückgang von 3,4 Prozent gegenüber der Vorwoche. Auf der Long-Seite bauten die Fonds ihre Positionen um 11,8 TWh auf 416,9 TWh ab (minus 2,7 Prozent). Die Long-Konsolidierung setzt sich damit fort. Auf der Short-Seite reduzierten die Fonds ihre Positionen um 2,0 TWh auf 138,2 TWh (minus 1,4 Prozent). Der Short-Abbau fiel damit deutlich geringer aus als der Long-Abbau. Das Tempo des Short-Aufbaus aus den Vormonaten hat sich zudem abgeflacht.
Der gleichzeitige Abbau auf beiden Seiten bei rückläufigen Preisen zeigt, dass die Spekulanten das Marktumfeld weiterhin als schwer einschätzbar betrachten. Die Positionierung signalisiert keine klare Richtungsentscheidung. Solange die geopolitischen Unsicherheiten anhalten und schnelle Preissprünge in beide Richtungen möglich bleiben, dürfte das Engagement der Fonds verhalten bleiben.
Short Term Energy Outlook Mai der EIA: Erhebliche Anpassungen, aber nicht beim Ölpreis
Die US-Energiebehörde EIA hat gestern Abend (MEZ) ihren Monatsbericht Mai vorgelegt. Die Lage rund um den Irankrieg und was daraus für das weltweite Erdölangebot und die weltweite Erdölnachfrage folgt, wird von der EIA folgendermaßen beurteilt:
(1) Die Erwartung bezüglich der Dauer und der Schäden wegen des Konflikts zwischen den USA und dem Iran wurden im Vergleich zum April angepasst. Die Schließung der Straße von Hormus soll nun bis Ende Mai andauern und Anfang Juni sollen die Rohstofflieferungen wieder langsam anlaufen.
(2) Es dürfte bis Ende dieses Jahres bzw. Anfang nächsten Jahres dauern, bis Erdölförderung und Erdöllieferung in dieser Region ihr Vorkriegsniveau wieder erreicht haben
(3) Manche Länder am Persischen Golf werden dieses Niveau jedoch selbst im Prognosezeitraum (Ende 2027) nicht wieder erreichen
(4) Der Förderausfall an Rohöl belief sich im April auf etwa 10,5 Mio. Fass pro Tag und dürfte im Mai auf 10,8 Mio. Fass pro Tag ansteigen, wovon auch der Iran betroffen sein wird
(5) Das Überangebot an Rohöl zu Beginn des Konfliktes ist abgeschmolzen, weshalb die Rohölpreise noch eine längere Zeit hochbleiben dürften, um einen Anreiz zu schaffen, die Lager wieder aufzufüllen
(6) Die hohen Ölpreise werden den Anstieg des weltweiten Erdölnachfrage 2026 auf 200 Tsd. Fass pro Tag drücken, nach zuvor geschätzten plus 600 Tsd. Fass pro Tag ggü. Vorjahr
(7) Sollte die Sperrung der Straße von Hormus bis Ende Juni andauern, würde der Erdölpreis Brent (Spot) kurzfristig um 20 USD je Fass höher sein als aktuell mit durchschnittlich 110 USD je Fass (Q2 2026) unterstellt
Einschätzung: Die EIA tastet sich wie alle anderen Analysten und Marktbeobachter entsprechend den Rahmenbedingungen vorsichtig vor und schiebt somit das Ende des Konflikts Monat für Monat nach hinten. Niemand weiß, wie lange der Konflikt noch andauert, aber das Risiko für die Preise nimmt angesichts schnell austrocknender Lagerbestände eher merklich zu als ab. Es gibt aber noch weitere bemerkenswerte Anpassungen der EIA, die zwar im Test so nicht vorkommen, aber eine deutliche Sprache sprechen. So wurde die Prognose für das weltweite Erdölangebot 2026 um nicht weniger als 2,67 Mio. Fass pro Tag ggü. Vormonat gesenkt, nachdem diese schon im April um 2,77 Mio. Fass pro Tag reduziert wurde. Damit steht in der Mai-Prognose nur noch ein weltweites Erdölangebot von 101,60 Mio. Fass pro Tag zu Buche, nach geschätzten 107,04 Mio. Fass pro Tag im März. Dies lässt trotz des Nachfragerückgangs das globale Erdöldefizit auf 2,55 Mio. Fass pro Tag anschwellen (Graphik 1). Dies drückt sich auch in den deutlich niedrigeren OECD-Lagerbeständen aus. Daher können wir nicht nachvollziehen, weshalb an der Brent-Preisprognose kaum Änderungen vorgenommen wurde (Graphik 2). Diese hätte im Mai nach all den genannten Zahlen eigentlich deutlich höher ausfallen müssen. Die Lage bleibt u. E. insgesamt sehr angespannt.
Welt: „Surprise-Index“ treibt Rohstoffpreise mit nach oben
Die Rohstoffpreise werden wie die anderen Finanzmarktvariablen von Überraschungen in Bewegung gesetzt. Eine wichtige Komponente dabei ist die Weltwirtschaft. Unser „Surprise-Index“ stellt graphisch dar, ob wichtige Konjunkturdaten aus den USA, Europa und dem „Rest der Welt“ besser, gleich oder schlechter im Vergleich zu den Konsensschätzungen ausgefallen sind.
Die erste Graphik zeigt, dass seit Jahresbeginn die positiven Überraschungen im Trend überwiegen und sich daher der „Surprise-Index“ insgesamt (grau) von 112 auf 154 Punkte nach oben gearbeitet hat. Diese Entwicklung basierte bis Ende Februar auf allen Regionen, danach jedoch nur noch auf den USA und dem Rest der Welt, während der Euroraum spürbar zurückfiel. Dies deckt sich mit den Länderportraits, die diese Woche ins „Trading Update“ eingestellt wurden.
Die zweite Graphik zeigt, dass diese konjunkturellen Überraschungen die Rohstoffpreise - hier Rohöl Brent – mit beeinflussen. Kurzfristig dominieren natürlich Ereignisse wie die US-Zölle oder die Kriege gegen den Iran das Bild eindeutig. Jedoch kann gesagt werden, dass die Weltwirtschaft trotz allem im Vergleich zu den Analystenschätzungen so robust war, dass diese die aktuelle Aufwärtsbewegung von Brent sogar noch verstärkt hat. So gesehen ging und geht also nicht nur vom deutlich geringeren Erdölangebot aufgrund der Schließung der Straße von Hormus ein Impuls auf das schwarze Gold und damit auf Erdgas, Kohle und Strom aus, sondern auch von der robusten Nachfrage.
Bislang gibt es kaum Anzeichen, dass sich daran etwas ändert, weshalb der Rohölpreis auf deutlich höhere Niveaus steigen müsste, um eine signifikante Eintrübung der Nachfrage zu bewirken. Das Risiko für die fossilen Energieträger bleibt also solange spürbar erhöht, solange die Schließung der Straße von Hormus Bestand hat, denn Entlastung ist von der Weltwirtschaft nicht zu erwarten.
EU-Kommission signalisiert längere Laufzeit des Emissionshandels
Die Europäische Kommission bereitet offenbar eine deutlich langfristigere Ausgestaltung des europäischen Emissionshandels (EU ETS) vor als bislang vom Markt angenommen. Auf einer Stakeholder-Veranstaltung in Brüssel erklärten mehrere hochrangige EU-Beamte, dass CO2-Zertifikate voraussichtlich noch bis weit in die 2040er Jahre ausgegeben werden sollen. Damit würde sich die Laufzeit des Systems über die bislang erwartete Verknappung bis 2039 hinaus verlängern.
Aus Sicht der Kommission hängt dies eng mit dem geplanten EU-Klimaziel für 2040 zusammen. Dieses sieht eine Reduktion der Treibhausgasemissionen um 90 Prozent gegenüber 1990 vor. Im Vergleich zum derzeitigen Pfad deutet dies auf eine etwas langsamere Absenkung der Emissionen nach 2030 hin. Entsprechend könnte auch die jährliche Kürzung der verfügbaren ETS-Zertifikate weniger stark ausfallen als bisher vorgesehen.
Mehr Flexibilität für energieintensive Industrien
Gleichzeitig will Brüssel zusätzliche Spielräume für energieintensive Industrien schaffen. Zwar soll es weiterhin keine direkte Anrechnung internationaler CO2-Zertifikate im EU-ETS geben, allerdings könnten künftig verstärkt CO2-Entnahmen innerhalb Europas berücksichtigt werden. Dies würde insbesondere schwer dekarbonisierbaren Sektoren zusätzlichen Emissionsspielraum verschaffen.
Auch bei der kostenlosen Zuteilung von Emissionsrechten zeichnet sich eine Verschärfung ab. Künftig sollen Unternehmen freie Zertifikate stärker an konkrete Dekarbonisierungsmaßnahmen koppeln müssen. Für Branchen, die unter den europäischen CO2-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM) fallen – darunter Stahl, Zement, Aluminium, Düngemittel und Wasserstoff – soll die kostenlose Zuteilung wie geplant bis 2034 vollständig auslaufen.
Reform der Marktstabilitätsreserve geplant
Ein weiterer Schwerpunkt der geplanten Reform ist die Überarbeitung der Marktstabilitätsreserve (MSR), die Angebot und Nachfrage im CO2-Markt steuert. Nach Angaben der Kommission werden sowohl Anpassungen bestehender Schwellenwerte als auch dynamischere Mechanismen geprüft, um den künftig kleineren Markt stabil zu halten. Die entsprechenden Gesetzesvorschläge sollen Mitte Juli vorgelegt werden.
Darüber hinaus will die EU die Verwendung der ETS-Einnahmen stärker kontrollieren. Hintergrund ist die Kritik, dass bislang nur ein kleiner Teil der Erlöse tatsächlich in die industrielle Dekarbonisierung fließt.
Neue Dekarbonisierungsbank mit Milliardenvolumen geplant
Zur Finanzierung der industriellen Transformation plant die EU zudem den Aufbau einer neuen „Industrial Decarbonisation Bank“. Diese soll zunächst über ETS-Zertifikate finanziert werden und Investitionen in emissionsarme Technologien beschleunigen. Langfristig wird ein Fördervolumen von insgesamt rund 100 Milliarden Euro angestrebt.
Die Kommission sieht dabei insbesondere bei kapitalintensiven Industrieprojekten weiterhin große Finanzierungslücken. Fördermittel sollen künftig schneller und mit vereinfachten Verfahren vergeben werden, um Investitionen rascher anzustoßen.
Ausweitung des ETS auf Schifffahrt und Luftverkehr denkbar
Darüber hinaus prüft die Kommission eine Ausweitung des Emissionshandels im Verkehrssektor. Im Schiffsverkehr könnten künftig auch kleinere Schiffe einbezogen werden. Zudem sollen mögliche Umgehungsstrategien bei Container- und Offshore-Schiffen stärker begrenzt werden.
Im Luftverkehr steht insbesondere die Wirksamkeit des internationalen CORSIA-Systems im Fokus. Sollte dieses aus Sicht der EU nicht ausreichend funktionieren oder global zu wenig Unterstützung erhalten, könnte der europäische Emissionshandel künftig auch stärker auf internationale Flüge ausgeweitet werden.
Markt könnte mit geringerem Verknappungsdruck rechnen
Insgesamt deuten die Aussagen aus Brüssel darauf hin, dass die EU beim Emissionshandel stärker auf einen längeren Übergangspfad und mehr industriepolitische Flexibilität setzt. Für den CO2-Markt könnte dies bedeuten, dass sich der Verknappungsdruck bei Zertifikaten langsamer aufbaut als bislang erwartet. Dies wäre potenziell relevant für die Preisentwicklung europäischer Emissionsrechte sowie für Energie- und Industrieunternehmen.
400 Mio. zusätzliche EUAs für Investment Booster
Der Plan für den sogenannten "ETS Investment Booster“ wurde bereits auf dem letzten EU-Gipfel vorgestellt. Dazu sollten 30 Mrd. Euro durch den Verkauf von 400 Mio. EUAs erlöst werden. Diese Mittel sollen dann in erneuerbare Projekte fließen. Allerdings war bislang unklar, woher die 400 Mio. Zertifikate kommen sollen. Heute wurde bekannt, dass die Zertifikate aus bestehenden Reserven innerhalb der laufenden ETS-Phase IV, insbesondere aus der New Entrants Reserve sowie dem Free Allocation Buffer, entnommen werden sollen. So würde durch die geplanten Verkäufe zusätzliches Angebot in den Markt gebracht. Darüber berichtet Montel mit Verweis auf Stefanie Hiesinger (EU-Kommission, Head of Unit - Low-carbon solutions: Research & Low-carbon technology deployment).
Der „Investment Booster“ ist Teil der aktuellen industriepolitischen Debatte innerhalb der EU, nachdem energieintensive Industrien und mehrere Mitgliedstaaten zuletzt stärkeren Druck auf die Kommission ausgeübt hatten, die Belastung durch hohe Energie- und CO2-Kosten abzufedern. Die EU-Kommission verfolgt dabei das Ziel, ETS-Einnahmen stärker zur direkten Finanzierung von Dekarbonisierungsprojekten einzusetzen und Investitionen in Wasserstoff, Elektrifizierung sowie industrielle Prozessumstellungen schneller und unbürokratischer anzureizen.
Unsere Einschätzung: Wir werten dies kurzfristig als bearish, da die erwartete Knappheit am CO2-Markt sinken könnte und potenziell mehrere zusätzliche Auktionsmonate in den Markt gelangen würden. Gleichzeitig verstärkt der Fokus auf industrielle Dekarbonisierung die Erwartung einer künftig schwächeren EUA-Nachfrage durch sinkende Emissionen. Zwar dürfte die Market Stability Reserve perspektivisch einen Teil des zusätzlichen Angebots absorbieren, kurzfristig überwiegt aber das höhere Angebot.
Für Kurzentschlossene: Nächste Woche veranstaltet unsere enerchase-Akademie ein Online-Seminar zur Funktionsweise des EU-ETS. Mehr Infos hier.
Weiterer LNG-Tanker aus Katar durchquert Straße von Hormus
Ein zweiter LNG-Tanker von Qatar Energy hat laut Schiffsdaten die Straße von Hormus passiert und befindet sich auf dem Weg nach Pakistan. Das Schiff hatte sein Tracking-Signal zwischenzeitlich abgeschaltet, tauchte später aber wieder östlich der Meerenge auf. Trotz der faktischen Sperrung der strategisch wichtigen Passage infolge des Iran-Kriegs setzen einzelne LNG- und Öllieferungen den Transit fort.
Unsere Einschätzung: Die Unsicherheit rund um die Straße von Hormus sorgt weiterhin für starke Spannungen und Preissteigerungen an den globalen Energiemärkten. Auch wenn vereinzelt Tanker die Straße passieren, bedeutet dies für den Weltmarkt keine Wende. Dies zeigt sich in der Grafik unten.
Strom-Spotauktion: Dienstag, 13.05.2026
Am morgigen Mittwoch wird mit 18,3 GW überdurchschnittlich viel Wind erwartet. Im Vergleich zum heutigen Dienstag sinkt der Ertrag allerdings merklich. Die PV-Einspeisung bleibt bei rund 10 GW auf einem niedrigen Niveau. Dies macht sich auch in den Day-Ahead-Spotpreisen bemerkbar. Der Baseloadpreis für den morgigen Mittwoch liegt im Mittel bei 113,54 Euro/MWh und damit 21,7 Prozent über dem heutigen Preis von 93,31 Euro/MWh. Der Peakpreis liegt mit 98,88 Euro/MWh ebenfalls deutlich über dem heutigen Ergebnis von 75,74 Euro/MWh. Die Tagesspitze liegt bei 183,00 Euro/MWh um 21:00 Uhr. Der Tagestiefstpreis ergab sich erneut um 14:00 Uhr bei 64,00 Euro/MWh. Das Tagesvolumen liegt bei 777 GWh.
Bullishes rechtwinkliges Dreieck beim Strom Cal 27 Base
In unserer WeeklyTrading Strom hatten wir heute morgen bereits auf das bullishe rechtwinklige Dreieck beim Strom Cal 27 Base im Stundenchart hingewiesen. Das maximale Kursziel aus der Formation liegt bei 93,75 Euro/MWh und könnte bald erreicht werden. Viel Luft nach oben gibt es womöglich nicht mehr. Es besteht von daher die Chance für Preisrücksetzer und damit könnte sich eine Gelegenheit ergeben, zu einem nochmal tieferen Preisniveau nachzukaufen.
Deutlich erhöhte Wahrscheinlichkeit für einen sehr warmen Sommer in Europa - Wenig Wind in Deutschland
Der aktuelle saisonale Multi-Modell-Ausblick des Copernicus Climate Change Service (C3S) für den Zeitraum Juni bis August 2026 signalisiert erneut einen außergewöhnlich warmen Sommer in weiten Teilen Europas. Besonders in Mittel-, Süd- und Osteuropa zeigen die Modelle eine hohe Wahrscheinlichkeit für Temperaturen deutlich oberhalb des klimatologischen Mittels. Auffällig ist dabei, dass sich die positiven Temperaturanomalien inzwischen nahezu flächendeckend über den kontinentalen europäischen Raum erstrecken und nicht mehr nur auf den Mittelmeerraum begrenzt bleiben. In vielen Regionen liegen die Wahrscheinlichkeiten für Temperaturen im oberen Terzil bei über 60 %, lokal sogar oberhalb von 70 %. Vergleichsweise moderat erscheinen lediglich einige küstennahe Regionen im Nordwesten Europas, darunter Irland, Schottland und Teile Skandinaviens. Für den Energiemarkt erhöht sich damit das Risiko einer deutlich steigenden Stromnachfrage durch Kühlbedarf während potenzieller Hitzephasen.
Unterschiedliche Windsignale mit Risiken für die Windstromproduktion
Im Gegensatz zum relativ einheitlichen Temperatursignal zeigt der saisonale Wind-Ausblick ein wesentlich heterogeneres Bild. Für Teile Deutschlands sowie angrenzende Bereiche der Nordsee deuten die Modelle eher auf unterdurchschnittliche Windverhältnisse während des Sommers hin. Gleichzeitig werden positive Windanomalien unter anderem für Teile Spaniens, Norwegens und einzelne Regionen Osteuropas signalisiert. Sollte sich insbesondere das schwächere Windsignal über Mitteleuropa bestätigen, könnte dies die Windstromproduktion während sommerlicher Hochdrucklagen spürbar belasten. In Kombination mit den erwarteten hohen Temperaturen steigt dadurch die Wahrscheinlichkeit von Marktphasen mit erhöhter Residual Last und stärkerer Abhängigkeit von flexibler thermischer Erzeugung. Gleichzeitig dürften stabile Hochdrucklagen die Solarproduktion in vielen Regionen Europas unterstützen, was insbesondere zur Mittagszeit zu hohen PV-Einspeisungen führen könnte.
Relevanz für Strom und Gas
Für die europäischen Strommärkte ergibt sich insgesamt ein potenziell angespanntes Sommerprofil mit erhöhter Wetterabhängigkeit. Neben möglichen Belastungen der Windstromerzeugung könnten längere Hitzeperioden zusätzlich Risiken für thermische Kraftwerke und Kernkraftwerke durch hohe Kühlwassertemperaturen und Niedrigwasserstände erhöhen. Gleichzeitig dürfte die Kombination aus hoher Solarproduktion am Tag und schwächerem Wind die Intraday-Volatilität sowie die Bedeutung flexibler Speicher- und Reservekapazitäten erhöhen. Auch für den Gasmarkt bleibt der Wetterausblick relevant, da ein geringeres Windangebot in Nordwesteuropa zeitweise zu einer höheren Gasverstromung führen könnte. Insgesamt bestätigt der neue ECMWF/C3S-Saisonausblick damit das Bild eines sehr warmen europäischen Sommers mit regional erhöhten Risiken für die erneuerbare Stromerzeugung und einer potenziell höheren Volatilität an den europäischen Energiemärkten.


Chinas konjunkturelle Lage im Frühjahr
(1) Stimmung der Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes im April leicht positiv, vor allem wegen höherer Exportaufträge
(2) BIP wächst stetig vor sich hin im Bereich von 4,5% bis 5,0%
(3) Industrieproduktion und Einzelhandelsumsätze weisen im Trend nach unten
(4) Dagegen expandierte der Warenhandel im April sehr kräftig. Die Exporte stiegen um 14,1% und sogar in die USA um 11,3% ggü. Vorjahr und die Importe um 25,3% auf den Rekordwert von 275 Mrd. USD
(5) Dank der Energiepreise arbeitet sich China aus der Deflation
(6) Die BIP-Perspektiven des Konsens sind stabil
Fazit: Die Konjunktur Chinas liefert wenig Überraschungen bzw. läuft aktuell einigermaßen stabil. Der einzige echte Motor ist allerdings nach wie vor der Export. Im Inland läuft es dagegen nach wie vor nicht rund. So sind bspw. die Pkw-Neuzulassungen im April spürbar gesunken, teils wegen hoher Benzinpreise, teil aber auch wegen sehr hoher Lagerbestände. Der Irankrieg macht sich bemerkbar. Sowohl die Einfuhr von Kohle als auch von Erdgas ging im April deutlich zurück. Die BIP-Perspektiven bleiben neutral.
Konjunkturelle Lage der USA im Frühjahr
(1) Stimmung in den Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes und der Dienstleistungen nach wie vor gut
(2) Produktion im produzierenden Gewerbe unter Schwankungen aufwärts
(3) BIP im ersten Vierteljahr wieder kräftiger als zuvor
(4) Arbeitsmarkt weiterhin robust
(5) Inflationserwartungen mit bislang vergleichsweise geringem Anstieg
(6) BIP-Perspektiven vom Konsens nicht mehr ganz so positiv eingestuft
(7) Trotz stabilem Arbeitsmarkt sind die Verbraucher im Mai so pessimistisch wie noch nie
(8) Auch am Bau ist die Stimmung schlecht
(9) Dennoch haussiert der Aktienmarkt unverdrossen - KI sei Dank
Fazit: Es ist nicht alles Gold, was glänzt, aber die US-Wirtschaft hat unter den ökonomisch wichtigen Volkswirtschaften unverändert die besten Aussichten in diesem Jahr und werden aufgrund von KI-Investitionen lediglich von Südkorea und Taiwan überflügelt – das allerdings sehr deutlich.
Gasmarkt-Kommentar KW 20 - Preisstützende Argumente überwiegen
Der europäische Gasmarkt bleibt derzeit von einer schwachen Nachfrage, niedrigen LNG-Importen und geopolitischen Risiken geprägt. Die europäische Gasnachfrage lag in der vergangenen Woche weiterhin deutlich unter den saisonalen Erwartungen und blieb rund 14 Prozent unter dem üblichen Niveau für Anfang Mai. Gleichzeitig gingen die LNG-Anlandungen leicht zurück und lagen ebenfalls unter den Vorjahreswerten.
Trotz der vergleichsweise schwachen Nachfrage und der unterdurchschnittlich leeren Gasspeicher entwickeln sich die Speicherbefüllungen bislang nur moderat (siehe Chart 1). Überdurchschnittliche Einspeicherungen wären allerdings erforderlich, um die Gasspeicher bis zum Beginn der Ausspeicherperiode ausreichend zu füllen. Die Einspeicherraten lagen zuletzt in etwa auf dem Niveau der Vorjahre. In den Niederlanden gingen die Einspeicherungen jedoch zurück, obwohl die Speicherstände dort ebenfalls weiterhin niedrig sind. Zusätzlich wurde am französischen LNG-Terminal Montoir der LNG-Sendout temporär gestoppt, möglicherweise aufgrund von Wartungsarbeiten.
Für die Preisentwicklung bleibt die geopolitische Lage im Nahen Osten entscheidend. Mehrere LNG-Tanker konnten die Straße von Hormus zuletzt allerdings passieren, darunter erstmals auch eine Qatar-Energy-Lieferung nach Pakistan mit ausdrücklicher Zustimmung des Iran. Dies zeigt einerseits, dass ein Transport von LNG praktisch möglich ist, verdeutlicht andererseits aber auch die anhaltende Kontrolle Irans über die strategisch wichtige Wasserstraße. Zu Beginn der neuen Handelswoche 20 verschärfen neue militärische Spannungen im Persischen Golf wieder die Unsicherheit an den Energiemärkten und die Preise zeigen sich am Ende des ersten Handelstages deutlich fester.
Insgesamt bleibt der Ausblick für die Gaspreise mittelfristig eher bullish. Niedrige Speicherinjektionen, erneut vermehrte LNG-Verschiebungen nach Asien (siehe Chart 2) und geopolitische Risiken erhöhen die Gefahr steigender Preise im Sommer und in Richtung Winter 2026/27, auch wenn die derzeit schwache Nachfrage den Markt aktuell noch unten hält.
Der EUA-Dez-Future steht kurz vor bedeutenden Kaufsignalen im P&F- und im Kumo-Chart
ETS-Benchmark-Entwurf bestätigt – Kommission widersteht Industriedruck
Die EU-Kommission hat heute den offiziellen Entwurf der Durchführungsverordnung zu den ETS-Benchmark-Werten für 2026–2030 veröffentlicht. Das Dokument liegt vier Wochen zur Konsultation aus, die finale Annahme ist für Juni geplant. Die konkreten Zuteilungen an die Industrie sollen noch Ende Juni erfolgen.
Im Mittelpunkt der politischen Debatte standen unter anderem die sogenannten Fallback-Benchmarks. Diese gelten als Kategorie für Industrieprozesse, die keinem der 52 spezifischen Produktbenchmarks zugeordnet werden können, etwa bestimmte Chemie-, Keramik- oder Lebensmittelverarbeitungsprozesse. Da diese Sektoren oft besonders wärme- und brennstoffintensiv sind, sind mögliche Anpassungen besonderes relevant. Die Kommission hat die Fallback-Werte trotz massivem Druck gegenüber dem April-Entwurf aber unverändert gelassen:
- Wärme-Fallback: Eine Anlage erhält künftig 31,2 kostenlose Zertifikate pro TJ erzeugter Wärme, gegenüber 47,3 Zertifikate/TJ in der Periode 2021–25 (minus 34 Prozent)
- Brennstoff-Fallback: Analog sinkt der Wert von 42,6 auf 28,1 Zertifikaten/TJ (minus 34 Prozent)
Italien, Spanien sowie mehrere Industrieverbände hatten gefordert, die Werte auf dem Niveau von 2021–25 einzufrieren. Die Kommission begründet ihre Ablehnung mit den rechtlichen Vorgaben der ETS-Richtlinie, die den Reduktionskorridor für jeden Fünfjahreszeitraum verbindlich vorschreiben. Als politisches Zugeständnis kündigt die Kommission an, im Rahmen der ETS-Revision am 15. Juli sektorspezifische Fallback-Benchmarks einzuführen. Damit würden einzelne Branchen künftig eigene, auf ihre Produktionsprozesse zugeschnittene Referenzwerte erhalten, statt eines einheitlichen Wertes für alle nicht spezifisch erfassten Sektoren. Die Kommission betont, dies solle „so früh wie möglich" wirksam werden, also möglicherweise vor der nächsten regulären Benchmark-Aktualisierung im Jahr 2030.
Der vier Milliarden Euro-Boost
Für 14 Produktbenchmarks, überwiegend in der Chemiebranche, werden künftig nicht nur die direkten CO2-Emissionen der Produktionsprozesse selbst berücksichtigt, sondern auch die indirekten Emissionen aus dem Stromverbrauch der effizientesten Anlagen. Da diese Anlagen nun als rechnerisch emissionsintensiver gelten, steigt der Benchmark-Referenzwert, und damit die Menge kostenloser Zertifikate für alle Marktteilnehmer in diesen Kategorien. Laut Kommission ergibt sich daraus ein zusätzliches Zuteilungsvolumen im Gegenwert von rund vier Milliarden Euro über den gesamten Zeitraum 2026–2030, also etwa 800 Mio. Euro pro Jahr. Dies ist allerdings kein politisches Zugeständnis, sondern Folge einer methodischen Anpassung, die bereits in der vorherigen Verordnung 2024/873 angelegt war.
Unsere Einschätzung: Das Dokument bestätigt im Wesentlichen, was der Markt seit dem Leak der Vorwoche erwartet hat. Die strukturelle Verknappung bleibt dominant: Insgesamt sinken die kostenlosen Zuteilungen um rund 13 Prozent gegenüber 2021, die durchschnittliche Abdeckung liegt laut Kommission bei 75 Prozent der Emissionen. Den Rest muss die Industrie weiterhin am Markt kaufen. Eine über Erwarten großzügige Industrieentlastung ist ausgeblieben, was die Preise kurzfristig stützt und die angeschlagene betroffene Industrie weiter belastet. Etwas Preisdruck könnte sich aber Ende Juni ergeben, wenn die physischen Zuteilungen ausgegeben werden und der unmittelbare Kaufbedarf der Industrie am Spotmarkt vorübergehend sinkt. Bearishe regulatorische Überraschungen werden damit unwahrscheinlicher. Absolute Gewissheit bringt aber erst die ETS-Revision am 15. Juli. Dann wird entschieden, wie weitreichend die angekündigten sektorspezifischen Fallback-Erleichterungen tatsächlich ausfallen.
LNG-Ladungen tendieren nach Asien
Laut Kpler sind die US-Exporte von Flüssigerdgas nach Asien im April sprunghaft angestiegen, was die wachsende Rolle der USA als Ausgleichslieferant angesichts hoher Preise und angespannter globaler Gasversorgungsmärkte unterstreicht. Von rund 610.000 Tonnen im Februar stiegen diese auf 940.000 Tonnen im März und auf 2,47 Mio. Tonnen im April. Für Mai wird ein weiterer Sprung auf 3,53 Mio. Tonnen erwartet. Nach der Schließung der Straße von Hormus zog Asien zunächst LNG von der US-Golfküste ab, die eigentlich für Europa bestimmt gewesen wären. Nach einer kurzen Gegenbewegung Anfang April tendierten die Ströme in den letzten Tagen – insbesondere bei Spot-Ladungen – erneut verstärkt in Richtung Fernost. Dies ist vor allem deshalb der Fall, weil die Preisdifferenz zwischen JKM und TTF nach wie vor für Asien spricht. Weitere Umlenkungen weg von Europa dürften daher auch in den kommenden Tagen zu beobachten sein.
Strom-Spotauktion: Dienstag, 12.05.2026
Nachdem am vergangenen Samstag und Sonntag Tagesprofile mit etwa gleich bepreisten Morgen- und Abendstunden sowie einer ausgedehnten Mittagsdelle mit Preisen um 0,00 Euro/MWh realisiert wurden, zeigt sich für den morgigen Dienstag ein Profil mit höheren Notierungen. Dabei wird mit 7,5 GW nur die halbe Durchschnittsleistung an Solarenergie erwartet. Ausgleichend wirkt der besonders ergiebige Wind, es werden 26,7 GW vorhergesagt, der langjährige Durchschnitt liegt bei 11,6 GW. Insbesondere die gestiegene Windleistung lässt die Preise im Vergleich zum heutigen Liefertag sinken: Der Baseloadpreis für den morgigen Dienstag liegt im Mittel bei 93,33 Euro/MWh und damit 21,8 Prozent unter dem Preis zur Lieferung am heutigen Montag von 119,26 Euro/MWh. Der Peakpreis liegt mit 75,74 Euro/MWh auch deutlich unter dem Wert für Montag von 116,12 Euro/MWh. Die Tagesspitze liegt um 19:45 Uhr bei 153,00 Euro/MWh. Der Tagestiefstpreis ergab sich um 14:00 Uhr bei 15,10 Euro/MWh. Damit liegt die Hoch-Tiefspanne in einem Zeitraum von knapp sechs Stunden bei 168,10 Euro/MWh. Das Tagesvolumen liegt bei rund 808 GWh.
Wocheneröffnung KW 20: Gescheiterte Friedenshoffnungen treiben Preise
Die neue Handelswoche beginnt bullish, das TTF Gas Frontjahr notiert 1,0 Prozent fester bei 36,55 Euro/MWh, das Strom Frontjahr Base 0,9 Prozent höher bei 85,35 Euro/MWh. Auch am Wochenende blieb der Iran-Konflikt im Fokus der Marktteilnehmer. Hoffnungen auf einen schnellen Deal sind zerplatzt. Trump bezeichnete die iranische Antwort auf den US-Vorschlag als „völlig inakzeptabel". Laut Wall Street Journal lehnt Teheran die Kernforderungen Washingtons ab: Der Iran schlägt zwar eine schrittweise Öffnung der Straße von Hormus und 30-tägige Verhandlungen über das Urananreicherungsprogramm vor, besteht jedoch darauf, einen Teil des angereicherten Materials im Land zu behalten. Den Abbau seiner Nuklearanlagen lehnt Teheran kategorisch ab. Die Fronten bleiben damit verhärtet. Der saudiarabische Ölkonzern Aramco schätzt, dass dem Weltmarkt nach zwei Monaten Krieg etwa eine Milliarde Barrel Rohöl fehlen. Am heutigen Morgen notiert der Rohöl Brent Frontmonat rund drei Prozent fester bei 106,61 US-Dollar/bbl. Trotz der weiterhin angespannten Lage hat der von uns beobachtete LNG-Tanker Al Kharaitiyat beladen mit 209.000 Kubikmetern LNG die Straße von Hormus durchquert. Der Tanker wird voraussichtlich heute an seinem Zielhafen in Pakistan ankommen. Möglicherweise hat Pakistan die guten Beziehungen mit dem Iran genutzt und die Durchfahrt geschah mit Einverständnis der iranischen Marine. Pakistan bezieht seinen LNG-Bedarf fast ausschließlich aus dem nahe gelegenen Katar und ist daher stark von der Schließung der Meerenge betroffen.
Deutschlands konjunkturelle Lage im März/April
(1) Spürbare und breit angelegte Stimmungseintrübung im April laut ifo-Institut und laut S&P Global bei den Dienstleistern
(2) Auftragseingang in der Industrie im März auch ohne Großaufträge robust
(3) Produktion im produzierenden Gewerbe weiterhin mau – Zuwachs „Energieintensive Produktion“ 2026 ausschließlich wegen „Kokerei und Mineralölverarbeitung“
(4) Warenausfuhr mit einem Plus von 0,5% ggü. Vormonat im März – starker Exportrückgang in die USA (-21,4% ggü. Vorjahr)
(5) Verbraucherpriese wegen Energieverteuerung auch im April aufwärtsgerichtet
(6) BIP-Perspektiven bleiben verhalten
Fazit: Die Lage ist (noch) nicht ganz so schlecht wie die Stimmung. Die konjunkturellen Aussichten bleiben sehr verhalten
Milliarden-Wetten auf fallende Ölpreise kurz vor Trumps Iran-Ankündigungen
Kurz vor mehreren wichtigen Ankündigungen von US-Präsident Donald Trump zur Iran-Politik haben Unbekannte im März und April in deutlich größerem Umfang als bisher bekannt auf fallende Ölpreise gesetzt. Eine Auswertung von Börsendaten durch die Nachrichtenagentur Reuters zeigt, dass sich das Volumen der auffällig platzierten Geschäfte über verschiedene Börsen und Derivate hinweg auf bis zu sieben Milliarden Dollar belief. Bislang war lediglich von 2,6 Milliarden Dollar die Rede.
Die Transaktionen wurden an den Rohstoffbörsen ICE und CME durchgeführt und umfassten Terminkontrakte auf Rohöl, Diesel und Benzin. Unklar bleibt, wer hinter den Geschäften stand und von wo aus sie abgewickelt wurden. Dabei handelte es sich um sogenannte Leerverkäufe (Short-Positionen), mit denen Investoren auf sinkende Preise spekulieren.
Da die Ölpreise an den betreffenden Tagen jeweils um mehr als zehn Prozent nachgaben, dürften die beteiligten Händler Gewinne in dreistelliger Millionenhöhe erzielt haben. Auffällige Handelsmuster wurden an vier Tagen registriert:
- Am 23. März kündigte Trump an, geplante Angriffe auf die iranische Energieinfrastruktur zu verschieben. Wenige Minuten zuvor waren bereits Wetten auf fallende Ölpreise im Volumen von 2,2 Milliarden Dollar platziert worden. Der Ölpreis fiel daraufhin zeitweise um bis zu 15 Prozent.
- Am 7. April wurden kurz vor der Bekanntgabe einer Waffenruhe durch Trump Verkaufsaufträge im Umfang von 2,12 Milliarden Dollar ausgeführt – zu einem Zeitpunkt mit normalerweise geringem Handelsvolumen.
Ähnliche Vorgänge gab es am 17. April vor Aussagen zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus. Das Volumen lag hier bei fast zwei Milliarden Dollar.
- Am 21. April wurden kurz vor der Verlängerung der Waffenruhe erneut entsprechende Positionen aufgebaut – diesmal im Umfang von rund 830 Millionen Dollar.
Strom-Spotauktion: Samstag, 09.05.2026
Der Baseloadpreis für den morgigen Samstag liegt im Mittel bei 88,33 Euro/MWh und damit 22,4 Prozent unter dem heutigen Preis von 113,81 Euro/MWh. Der Peakpreis liegt mit 47,40 Euro/MWh auch deutlich unter dem heutigen Ergebnis von 97,62 Euro/MWh. Am Samstag ist das Volumen erwartungsgemäß niedriger bei 791 GWh. Das Tagesprofil zeichnet sich durch viele Viertelstundenpreise nahe 0,00 Euro/MWh aus. Diese „Schnorchelstunden“ dauern am morgigen Samstag von 10:30 Uhr bis 16:00 Uhr an. Der Tiefstpreis liegt bei -0,10 Euro/MWh um 13:30 Uhr. Der Tagespeak ergab sich um 21:00 Uhr bei 157,50 Euro/MWh. Die Windeinspeisung wird mit 5,7 GW schwach erwartet. Ausgleichend wirkt am morgigen Samstag die hohe PV-Leistung von 16,3 GW im Durchschnitt und 48,8 GW im Peak.
Strom-Spotauktion: Freitag, 08.05.2026
Die PV-Einspeisung steigt am Freitag nach einer schwächeren Phase mit 16,3 GW wieder über den langfristigen Durchschnitt von 14,4 GW. Damit einhergehend ergaben sich bei der heutigen Day Ahead Auktion wieder niedrigere Preise. Der Baseloadpreis für den morgigen Freitag liegt im Mittel bei 113,81 Euro/MWh und damit 16,3 Prozent unter dem heutigen Preis von 136,03 Euro/MWh. Der Peakpreis liegt mit 97,62 Euro/MWh auch unter dem heutigen Ergebnis von 127,13 Euro/MWh. Das Tagesvolumen beläuft sich auf etwa 847 GWh. Das Tagesminimum wird zum dritten Mal in Folge um 13:45 Uhr bei einem Preis von 50,80 Euro/MWh erreicht. Der Tagespeak hat sich um 08:00 Uhr bei einem Viertelstundenpreis von 161,10 Euro/MWh ergeben. Das Tagesprofil zeigt eine zweihöckrige Struktur, die Morgen- und Abendspitzen sind fast gleich hoch. Die Windeinspeisung bleibt aktuell schwach, am morgigen Freitag werden lediglich 7,1 GW erwartet, knapp 5 GW unter dem langjährigen Mittelwert.




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