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Trump: “Watch what happens today!”
13.03.2026
9:46
Uhr

An Tag 14 der Operation „Epic Fury“ ist weiter kein Ende in Sicht. Beide Seiten zeigen sich in öffentlichen Statements unnachgiebig. US-Präsident Trump drohte dem Iran in gewohnt martialischem Ton, nachdem die neue iranische Führung erklärt hatte, nicht nachgeben zu wollen. Eine vom Iran unterstützte Miliz im Irak behauptet, ein US-Tankflugzeug vom Typ KC-135 im Westen des Landes abgeschossen zu haben. Nach US-Angaben gibt es jedoch keine Hinweise auf feindlichen Beschuss oder Eigenbeschuss als Ursache. Auf dem Flugzeugträger Gerald Ford ist gestern außerdem ein Feuer ausgebrochen. Dieses soll in der Wäscherei ausgebrochen sein. Die Energiemärkte notieren am Freitag bisher leicht höher. Lediglich die EUAs zeigen sich nach dem gestrigen Preisrutsch aufgrund des zunehmenden politischen Gegenwindes etwas schwächer.

Bullishe Faktoren

Keine Deeskalation in Sicht

Weiterhin besteht keine Aussicht auf ein baldiges Ende oder eine Deeskalation im Krieg in Nahost. US-Präsident Donald Trump hat seine Drohungen gegenüber dem Iran weiter verschärft und eine vollständige Zerstörung des iranischen Regimes angekündigt. In einem Beitrag auf seiner Plattform Truth Social erklärte er, die USA würden militärische, wirtschaftliche und andere Mittel einsetzen. „Watch what happens to these deranged scumbags today.“ Konkrete Details zu möglichen weiteren Maßnahmen oder Operationen nannte er jedoch nicht.

Iran droht mit Angriffen auf Erdgas- und Ölanlagen

Die iranischen Revolutionsgarden haben vor Angriffen auf die iranische Energieinfrastruktur und Häfen gewarnt. Laut der Nachrichtenagentur Tasnim drohte die Führung der Garden, im Falle eines Angriffs Öl- und Gasvorkommen in der Region in Brand zu setzen und zu zerstören, an denen auch westliche Staaten wirtschaftliche Interessen haben. Die Drohung zielt insbesondere auf Anlagen in der Golfregion.

TotalEnergies reduziert Produktion

Der französische Energiekonzern TotalEnergies reduziert seine Öl- und Gasproduktion um rund fünfzehn Prozent. Grund sind Produktionsstopps in mehreren Ländern der Golfregion, insbesondere in Katar und im Irak. Auch Offshore-Anlagen in den Vereinigten Arabischen Emiraten sind von den Einschränkungen betroffen. Die Onshore-Produktion in den Emiraten läuft dagegen weiter, da sie über alternative Exportwege abgewickelt werden kann. Insgesamt betrifft der Produktionsstopp etwa fünfzehn Prozent der globalen Fördermenge des Unternehmens.

Kompletter Lieferstopp bei LNG Canada

Laut Meldung von Kpler hat die LNG-Exportanlage LNG Canada in Kitimat mit einer Kapazität von vierzehn Millionen Tonnen pro Jahr ihren Betrieb vollständig eingestellt und kann derzeit keine LNG-Ladungen produzieren oder verladen. Nach Angaben von Abnehmern könnte ein externer Stromausfall, möglicherweise im Zusammenhang mit dem Stromversorger BC Hydro, die Ursache sein. Da die gesamte Produktion von LNG Canada langfristig an asiatische Käufer geliefert wird, könnte ein längerer Stillstand die Versorgungslage in Asien weiter verschärfen. Die Anlage hatte im März bislang sechs LNG-Ladungen exportiert und erreichte im Februar mit rund 0,80 Millionen Tonnen ihre bisher höchste Monatsproduktion. Der französische Energieversorger EDF hat zudem die Wiederinbetriebnahme des Kernreaktors Tricastin 1 um etwa drei Wochen verschoben. Der Reaktor mit einer Leistung von 915 MW soll nun erst am 30. April wieder ans Netz gehen. Die Anlage war am 28. Februar für einen planmäßigen Brennstoffwechsel abgeschaltet worden.

Wenig Wind- und PV-Einspeisung

Die Temperaturen in Deutschland sinken ab morgen seit Langem wieder unter den langjährigen Mittelwert von aktuell 5,7 Grad Celsius. Besonders am 15. und 16.3. wird es bei Werten um 4,7 Grad Celsius eher kühl. Ab dem 18.3. wird es wieder überdurchschnittlich warm bei Spitzenwerten um die 7 Grad Celsius. Die Windeinspeisung bleibt heute mit 34,3 GW noch deutlich über dem langjährigen Mittelwert von 16,1 GW fällt jedoch morgen und übermorgen auf Werte zwischen 7,5 und 9,2 GW. Am 16.3. kommt es noch einmal zu einer Spitze bei 23 GW, der restliche März bleibt eher windarm zwischen 6,1 und 14,5 GW. Die PV-Einspeisung wird am Wochenende deutlich schwächer erwartet bei Werten zwischen 4 und 6 GW, der langjährige Mittelwert beträgt 9,3 GW.

Bearishe Faktoren

Erneuter politischer Gegenwind für das EU-ETS

Die Europäische Kommission prüft Notfallmaßnahmen, um stark steigende Strompreise zu begrenzen, darunter Änderungen an den Regeln für den EU-Emissionshandel und mehr staatliche Beihilfen für Unternehmen. Diskutiert wird unter anderem eine Anpassung der Marktstabilitätsreserve, die das Angebot an CO2-Zertifikaten steuert, um kurzfristige Preisspitzen zu dämpfen, ohne die Gesamtobergrenze des Systems zu verändern. Zudem könnten Industrieunternehmen vorübergehend leichter kostenlose Emissionszertifikate erhalten und Mitgliedstaaten Energieabgaben oder Netzentgelte für bestimmte Betriebe senken (Details siehe Rückblick).

Öl-Embargo gegen Russland vorübergehend aufgehoben

Die US-Regierung erlaubt vorübergehend den Kauf von russischem Öl und Ölprodukten, sofern sich die Lieferungen bereits auf See befinden. Die Ausnahmeregelung gilt für 30 Tage und soll helfen, die globalen Energiemärkte zu stabilisieren. US-Finanzminister Scott Bessent betonte, dass die Maßnahme eng begrenzt und kurzfristig sei. Laut seiner Erklärung auf der Plattform X soll Russland daraus keinen nennenswerten finanziellen Vorteil ziehen. Gleichzeitig plant die Europäische Kommission Leitlinien, die eine flexiblere Anwendung von EU-Regeln für Gasimporte ermöglichen sollen. Eine Lockerung könnte insbesondere Lieferungen aus Aserbaidschan erleichtern, während die Abkehr von russischem Gas bestehen bleiben soll.

Wright hält eine Navy-Eskorte gegen Ende des Monats für möglich

US-Energieminister Chris Wright zufolge könnte die US-Marine noch vor Monatsende Tanker durch die Straße von Hormus eskortieren, sobald militärische Ressourcen nicht länger vorrangig für Angriffe auf iranische Bodenziele eingesetzt werden. Aktuell seien die USA aber "noch nicht bereit", so Wright in einem Interview mit CNBC.

Neutrale Faktoren

Ungewöhnliche Entwicklungen am Finanzmarkt

Staatsanleihen bewegen sich derzeit im Gleichschritt mit Aktien, was eher ungewöhnlich und auf die beispiellosen Turbulenzen an den Ölmärkten zurückzuführen ist. Diese Entwicklung zwingt Fondsmanager derzeit dazu, ihre klassischen Anlagestrategien zu überdenken. Im Zentrum steht die wachsende Sorge vor einem stagflationären Schock. In einem solchen Szenario, also einer Kombination aus schwachem Wachstum und hoher Inflation, wäre die übliche geldpolitische Reaktion, nämlich aggressive Zinssenkungen zur Stützung der Konjunktur, kaum noch möglich. Vor diesem Hintergrund versuchen Investoren gezielt, neue Hedging-Strategien im Markt zu identifizieren. Dazu gehören beispielsweise Aktien aus Bereichen wie Kernenergie und digitaler Infrastruktur. 

Fazit

Die aktuelle Einschätzung für die Gas- und Ölmärkte hat sich nicht verändert. Weiterhin gibt es keine Aussichten auf ein baldiges Ende des Krieges und damit auch keine Entspannungssignale für die Energiemärkte. Zwar deutet US-Energieminister Chris Wright eine Eskorte für Tanker zum Monatsende an, doch ob dies tatsächlich umgesetzt wird, bleibt abzuwarten. Trumps heutige Äußerung auf seiner Plattform Truth Social, man solle sehen, was mit den „deranged scumbags“ passiere, zeigt, dass das Wochenendrisiko hoch bleibt. Weitere Eskalationen am Wochenende könnten die Preise zur Montagseröffnung nach oben treiben, während Entspannungssignale entsprechend nach unten wirken würden. Ohne klare Deeskalation bleiben wir für die Öl- und Gasmärkte, und damit auch für den Strommarkt, bullish. Bei den EUAs nimmt der politische Gegenwind derweil weiter zu. Der gestrige Bloomberg-Bericht über mögliche Anpassungen der Marktstabilitätsreserve oder der kostenlosen Zuteilungen ließ den EUA-Preis am Nachmittag deutlich fallen. Entsprechend behalten wir unsere bearishe Sicht auf den CO2-Markt bei.

Hedging View

Strom Frontjahr Base: Die Lage im Nahen Osten bleibt hochdynamisch. In den ersten beiden Handelstagen der Woche machte sich an den Märkten zunächst leichte Entspannung breit. Es bestätigt sich jedoch erneut, wie hoch die Unsicherheit weiterhin ist, etwa durch zurückgenommene Meldungen zu Eskorten und möglichen Minen in der Straße von Hormus. Preisrücksetzer bleiben daher sinnvolle Gelegenheiten für Absicherungen. Zuletzt fiel das Strom Cal 27 Base auf das Niveau des Vorwochenschlusskurses zurück und stabilisiert sich auf diesem (neutrale Hedge-Quote). Darunter bleibt der Support bei 88 Euro/MWh eine mögliche Zielmarke (hohe Hedge-Quote). Bei offenen Positionen besteht aktuell ein erhöhtes Slippage-Risiko.

TTF Gas Frontjahr: Nach den Aussagen von US-Präsident Trump am Montagabend war das Sentiment bearish, da der Markt ein schnelles Ende des Krieges einpreiste. Inzwischen sind daran jedoch Zweifel angebracht. Laut US-Marine gilt die Straße von Hormus derzeit als zu unsicher für die Passage. In dieser hochvolatilen und unsicheren Phase können Preisrücksetzer für Hedging-Aktivitäten genutzt werden. Zuletzt fiel das TTF Gas Cal 27 auf den Support bei rund 34 Euro/MWh, gebildet aus den Reaktionshochs vom Februar 2025 und vom 3. März 2026. Auf diesem Niveau stabilisierte sich der Jahres-Future zuletzt (neutrale Hedge-Quote). Darunter liegt eine weitere Unterstützung bei rund 30 Euro/MWh (hohe Hedge-Quote). Bei offenen Positionen besteht derzeit ein erhöhtes Slippage-Risiko.

EUA-Dez-Future: Im Gegensatz zu Strom und Gas reagiert der CO2-Markt nicht auf die aktuellen Ereignisse im Nahen Osten. Dafür kam mit dem gestrigen Bloomberg-Bericht über mögliche Markteingriffe in die MSR oder kostenlose Zuteilung kräftiger Verkaufsdruck beim EUA-Dez-26-Future auf, so dass dieser erneut auf den Support bei 68 Euro/t CO2 zurückgefallen ist. Sollten die EUAs auf Tages- und Wochenschlusskursbasis unter die Marke zurückfallen, würde sich das Chartbild deutlich eintrüben. Am Freitagvormittag liegt das bisherige Tagestief bei 67,70 Euro/t CO2. Beschaffungsaktivitäten aufgrund des zunehmenden Gegenwindes könnten daher zunächst verzögert werden. Ansonsten bleibt das Preisniveau auf dem Support interessant für Eindeckungen (normale Hedge-Quote).

Markteinschätzung
Strom Frontjahr Base
TTF Gas Frontjahr
EUA-Dez. Kontrakt
API#2 Kohle Frontjahr
Brent Crude Frontmonat
Wetterdaten von Energy Weather

Portfolio- und Risikomanagement im Energiehandel

20. und 21.04.2026

Die zugehörigen Charts finden Sie unter der Rubrik "Hedging View" - klicken Sie hier
Herausgeber:
EnerChase GmbH & Co. KG, (im Folgenden "enerchase"),
Sitz:
Willich, eingetragen im Handelsregister des Amtsgerichts Krefeld unter HRB 13893 diese vertreten durch die Geschäftsführer Stefan Küster und Dennis Warschewitz.
Autoren: Dennis Warschewitz, Stefan Küster, Tobias Waniek
Hinweis zur Methodik: Die Markteinschätzung beruht auf fundamentaler und technischer Analyse. Der Zeitrahmen, auf die sich die Tendenzaussagen beziehen, ist jeweils ein Tag. Die Tendenzen werden im täglichen Rhythmus veröffentlicht.
Mögliche Interessenkonflikte:
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