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Am Mittwoch stehen die Energiemärkte bislang im Plus. Der TTF Gas Frontmonat steht 0,6 Prozent höher, das TTF Gas Frontjahr notiert ebenfalls 0,6 Prozent fester. Die EUAs stehen mit minus 0,2 Prozent nahezu unverändert da. Aus dem Nahen Osten gibt es keine neuen Entwicklungen zu vermelden, die Märkte warten auf neue Impulse. Die Ölexporte aus dem Nahen Osten nehmen weiter zu und die Sperrung der Straße von Hormus verliert an Kraft. Zolldaten zeigen deutliche Rückgänge bei den chinesischen LNG-Importen.
Bullishe Faktoren
Winderträge sinken
Der heutige Mittwoch bleibt laut den neuesten Modellläufen mit 19,5 GW der letzte windreiche Tag in Kalenderwoche 40. Ab morgen sinken die Winderträge auf bis zu 3 GW am Samstag und Sonntag. Mehr Wind wird erst gegen Ende der nächsten Woche erwartet.
Netto-Gaseinspeicherung sinkt
Bei den Gasspeichern zogen die Entnahmen am Montag gegenüber der Vorwoche spürbar an. EU-weit lagen die Ausspeicherungen bei 386 GWh/Tag nach 210 GWh/Tag in der Vorwoche. Entsprechend sank die Netto-Einspeicherung auf 1.885 GWh/Tag. In Deutschland lagen die Entnahmen bei 31 GWh/Tag nach 22 GWh/Tag in der Vorwoche, die Netto-Einspeicherung sank auf 321 GWh/Tag.
Französische Kernkraftverfügbarkeit sinkt deutlich
Am Mittwoch sinkt die Verfügbarkeit der französischen Kernkraftwerke gegenüber der Vorwoche um 6,4 GW, primär getrieben durch neue oder größere nicht umweltbedingte Ausfälle von 4,6 GW. Der umweltbedingte Ausfall liegt bei 6,1 GW beziehungsweise 9,7 Prozent und steigt gegenüber der Vorwoche um 1,8 GW. Für Donnerstag ändert sich das umweltbedingte Tagesmittel kaum und liegt bei 5,9 GW beziehungsweise 9,4 Prozent. Die Gesamtverfügbarkeit beträgt aktuell 33,3 GW beziehungsweise 52,9 Prozent und liegt damit 2,5 GW unter dem Vortag sowie 6,4 GW unter der Vorwoche. In den kommenden Wochen erholt sich die Verfügbarkeit schrittweise. Ungeplant betroffen ist aktuell Paluel 1 mit 1.330 MW bis zum 01.10. um 05:00 Uhr. Weitere markante Ausfälle sind Chooz 1 und Chooz 2 mit jeweils 1.500 MW bis zum 13.10. sowie St Alban 2 mit 1.335 MW bis zum 08.10. Bugey 2 ist mit 910 MW zudem bereits seit dem 23.09. abgeschaltet, EDF hat die Unterbrechung bis Sonntag, 12:00 Uhr CET, verlängert. Unbestätigte Vorwarnungen bestehen für Dampierre, Tricastin, Civaux und Blayais.
Bearishe Faktoren
Chinas LNG-Importe gesunken
Chinas LNG-Importe dürften im September auf rund 5,3 Mio. Tonnen sinken, da die durch den Nahostkonflikt gestiegenen Preise die Nachfrage bremsen und Spotkäufe für chinesische Importeure weniger attraktiv machen. Im Vergleich zu den chinesischen Zolldaten von 5,75 Mio. Tonnen im September 2025 entspräche dies einem Rückgang von rund 8 Prozent. Die Kpler-Daten weisen für September 2025 allerdings nur 5,32 Mio. Tonnen aus, sodass sich auf dieser Datenbasis gegenüber dem Vorjahr kaum ein Rückgang ergibt.
Norwegische Gasförderung steigt an
Die norwegische Exportnominierung steigt am Mittwoch auf 315,9 Mio. Kubikmeter pro Tag und liegt damit 13,1 Prozent über dem Vortag sowie 39,2 Prozent über der Vorwoche. Zu den wichtigsten aktiven Einschränkungen zählen Nyhamna mit 19,8 Mio. Kubikmetern pro Tag, Ormen Lange mit 7,9 Mio., Troll mit 7,0 Mio. und Kristin mit 6,2 Mio. Kubikmetern. Eine weitere Entspannung zeichnet sich ab dem 1. Oktober ab, wenn die Einschränkungen an Dvalin, Troll, Norne und Heidrun auslaufen. Am 2. Oktober folgt Kristin, Åsgard endet am 5. Oktober, während Nyhamna und Ormen Lange zunächst aktiv bleiben.
JPMorgan: Ölexporte nahe Vorkriegsniveau
Die Investmentbank JPMorgan schätzt, dass die Rohölexporte aus dem Nahen Osten in den vergangenen zehn Tagen auf 17,5 Mio. Barrel pro Tag gestiegen sind, was etwa 98 Prozent des Vorkriegsniveaus entspricht.
EU prüft Methan-Erleichterungen für LNG-Importe
Die EU-Kommission prüft einen Aufschub der Methanvorgaben für Gas- und LNG-Importe um ein Jahr. Energiekommissar Jørgensen teilte mit, es gäbe Schwierigkeiten bei der Umsetzung der Verordnung. Zunächst müsse geprüft werden, ob ein solcher Schritt rechtlich möglich sei und dann müsste ein Aufschub vom Europäischen Parlament und vom Rat der Europäischen Union gebilligt werden. So könnte im nächsten Jahr die Versorgungssicherheit unterstützt werden.
PV-Einspeisung sinkt
Die Solareinspeisung sinkt in den kommenden Tagen auf rund 8,5 GW, zum Wochenende ziehen die Erwartungen wieder leicht an auf Werte zwischen 10 und 11 GW (Klimamittel: 7,5 GW).
Neutrale Faktoren
CoT-Daten und Compliance-Frist im Fokus
Heute Vormittag stehen die CoT-Daten der ICE Endex zur Veröffentlichung an. In der vergangenen Woche haben die Investmentfonds bei TTF-Gas ihre Netto-Long-Position wieder kräftig erhöht. Interessant wird nun, ob sich dieser Trend fortsetzt oder die Spekulanten ihre Positionierung lediglich kurzfristig angepasst haben. Bei den EUAs fehlte zuletzt dagegen eine klare Richtung. Heute läuft zudem die Compliance-Frist für das EU-ETS1 aus.
USA drängen EU auf Freigabe von Diesel-Notfallreserven
Die US-Regierung drängt die EU, insbesondere Deutschland und Frankreich, Diesel aus den strategischen Notfallreserven freizugeben.
Chinas Einkaufsmanagerindizes deutlich verbessert
Chinas offizielle Einkaufsmanagerindizes verbesserten sich im September deutlich: Der Industrie-PMI stieg auf 50,1, der Dienstleistungs- und Bauindex auf 50,2 und der Gesamtindex auf 50,7, gestützt durch stärkere fiskalische Impulse und staatliche Investitionen in Infrastruktur. Die September-Daten gelten nach Einschätzung von ANZ wegen Feiertagseffekten noch nicht als belastbarer Beleg für eine nachhaltige Trendwende der chinesischen Konjunktur.
Zahlreiche Wirtschaftsdaten im Fokus
Am heutigen Mittwoch steht die Veröffentlichung zahlreicher Wirtschaftsdaten an: In Großbritannien lag das BIP für Q2 im Jahresvergleich mit 1,4 Prozent über der Erwartung von 1,2 Prozent. Um 14:00 Uhr folgt der vorläufige Verbraucherpreisindex aus Deutschland, bei dem im Jahresvergleich ein Anstieg auf 3,1 Prozent erwartet wird. In den USA wird um 14:30 Uhr bei der PCE-Kernrate im Jahresvergleich ein unveränderter Wert von 3,3 Prozent erwartet. Zeitgleich erscheint das US-BIP für Q2, Wirtschaftsexperten erwarten ein Wachstum von 1,5 Prozent, nach 2,1 Prozent im vorherigen Quartal.
Fazit
Die positiven Nachrichten über die Ölexporte aus dem Nahen Osten sorgen am Mittwoch zunächst nicht für weitere Entspannung. Der Ölmarkt hält sich im Plus. Für den Gasmarkt gelten ohnehin andere Voraussetzungen. Die LNG-Exporte durch die Straße von Hormus befinden sich weiterhin auf einem niedrigen Niveau, zudem hat Katar seine Force-Majeure-Erklärung für LNG-Exporte bis Dezember verlängert.
Eine diplomatische Lösung dürfte kurzfristig kaum zu erwarten sein. Dies könnte sich allerdings erübrigen, sollte der Iran die Kontrolle über die Straße von Hormus verlieren. Genau dieser Punkt ist jedoch höchst fraglich, denn erst vor zwei Wochen haben der Iran sowie von ihm unterstützte Rebellen im Jemen und im Irak ihre Schlagkraft unter Beweis gestellt.
Die aktuelle Lage bleibt damit fragil und risikoreich. Wir bleiben daher für die Energierohstoffe neutral. Auch die EUAs sehen wir weiterhin neutral, wobei politische Meldungen kurzfristig für erhöhte Volatilität sorgen können.
Hedging View
TTF Gas Cal 27: Eine diplomatische Lösung in Nahost dürfte kurzfristig kaum zu erwarten sein. Dies könnte sich allerdings erübrigen, sollte der Iran die Kontrolle über die Straße von Hormus verlieren. Genau dieser Punkt ist jedoch höchst fraglich. Die Unsicherheit bleibt hoch und damit auch die Volatilität. Ein stärkerer Preisverfall erscheint aber weniger wahrscheinlich, während das Risiko erneuter Preisaufschläge bestehen bleibt. Preisrücksetzer bieten sich entsprechend weiterhin für Absicherungen an. Unterhalb des Verlaufstiefs bei 54,48 Euro/MWh liegt die nächste markante Unterstützung rund um 50 Euro/MWh. Ergänzend bleiben Absicherungen auf der Oberseite sinnvoll.
Strom Cal 27 Base: Der Gasmarkt wartet derzeit auf klare Signale aus Nahost. Gleichzeitig sorgt die laufende ETS-Reformdebatte für hohe Volatilität bei den EUAs. Das Abwärtspotenzial erscheint in der aktuellen Lage begrenzt, während das Risiko erneuter Preisaufschläge bestehen bleibt. Preisrücksetzer bieten sich daher weiter für Hedging-Aktivitäten an. Am Dienstag schloss das Strom Frontjahr Base unterhalb von 126,03 Euro/MWh. Bleibt der Verkaufsdruck bestehen, folgen Unterstützungen bei 122,25 Euro/MWh und 119,42 Euro/MWh sowie im Bereich von 114,70 bis 113,17 Euro/MWh. Ergänzend bleiben Absicherungen auf der Oberseite sinnvoll.
EUA Dez. 26 Future: Bei den CO2-Zertifikaten bleibt insbesondere die derzeitige Reformphase des EU-ETS im Fokus, zudem endet heute die Compliance-Frist. Neue Äußerungen oder Vorschläge zur Reform sorgen für eine hohe Volatilität, eine klare Richtung hat sich bislang jedoch nicht herausgebildet. Die diskutierten Reformen könnten die langfristige Knappheit im EU-ETS zwar etwas abschwächen, eine grundlegende Aufweichung des Emissionshandels zeichnet sich derzeit jedoch nicht ab. Preisrücksetzer können daher weiterhin für Absicherungen genutzt werden. Dafür bieten sich das letzte Verlaufstief bei 84,07 Euro/t CO2 sowie die Unterstützung bei 81,86 Euro/t CO2 an. Zur Risikoreduzierung sind zudem Absicherungen auf der Oberseite sinnvoll.

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