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Am Dienstag geht es an den Energiemärkten bislang weiterhin nach unten. Mildere und windigere Prognosen für die nächsten Tage können der Grund sein. Allerdings scheint es sich nur um ein kurzes milderes Intermezzo zu handeln, bevor die Werte laut Langfristprognosen wieder in den unterdurchschnittlichen Bereich fallen und dort bis Ende März verbleiben. Norwegen steuert allmählich auf die Wartungssaison zu, das Angebot ist leicht verringert und wird in den kommenden Wochen weiter reduziert.
Geopolitisch wird es heute in Genf doppelt spannend: Die USA verhandeln mit dem Iran und auch die Ukraine-Gespräche sollen fortgesetzt werden. Vor den Zwischenwahlen im November möchte US-Präsident Trump diese Störfaktoren gerne vom Tisch haben, am liebsten bis Juni. Dann soll es im Wahlkampf um Innenpolitik gehen. Es ist jedoch fraglich, ob seine Wahlkampftaktik diese schwierigen Konflikte schneller beenden kann.
Bullishe Faktoren
Ungeplanter Ausfall bei Ormen Lange
Es liegt ein ungeplanter Ausfall am norwegischen Ormen Lange Gasfeld vor. Ein Kompressorfehler sorgt für einen Ausfall von 11,8 mcm/d bis zum 21.2. Zudem finden geplante Wartungen am Åsgard-Feld statt, wodurch weitere 10,9 mcm/d ausfallen. Diese Wartungen sollen am 23.2. abgeschlossen sein. In den nächsten Wochen stehen einige weitere geplante Wartungen an, was gegen Ende der Heizsaison normal ist. Die heutigen Exportnominierungen betragen 326,2 mcm/d (Vortag: 325,3 mcm/d, Durchschnitt letzte 7 Tage: 333 mcm/d).
EU-Gasspeicher 11,1 Prozent niedriger im Vergleich zum Vorjahr
Die europäischen Gasspeicherstände sanken um 0,4 Prozentpunkte auf 33,5 Prozent. Am Samstag lag der Füllstand noch bei 34,0 Prozent (Veränderung: minus 0,4 Prozentpunkte). Im Vergleich zur Vorwoche (8. Februar 2026) liegt die aktuelle Ausspeicherung über dem damaligen Niveau von 4.176,3 GWh, während die Speicherstände mit 36,7 Prozent noch deutlich höher waren. Der Abstand zum Vorjahr bleibt signifikant: Am 15. Februar 2025 lag der Füllstand bei 44,6 Prozent. Damit beträgt der Rückstand aktuell rund 11,1 Prozentpunkte.
Bearishe Faktoren
Weitere Kritik am EU-ETS erwartbar
Der politische Gegenwind für den europäischen Emissionshandel ist derzeit historisch hoch, konkret wurde jedoch noch keine bearishe Reform beschlossen. Diese sollen erst in Q3 vorgestellt werden. Weitere kritische Äußerungen von Politikern sind angesichts der zahlreichen Landtagswahlen in Deutschland in den kommenden Wochen zu erwarten (Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz).
Mildere Temperaturen ab dem 21.2. erwartet
Die neuesten Wetterprognosen zeigen im Wochenverlauf etwas mildere Temperaturen als noch in den Vorhersagen des Vortages. Bis zum 20.02. bleibt es weiterhin deutlich kälter als das langjährige Mittel (3,8 °C), bei Temperaturen zwischen 0 und -2 °C. Ab dem 21.02. wird es milder: Bis zum Monatsende werden Temperaturen zwischen 4 und 6 °C erwartet.
Windeinspeisung legt deutlich zu
Die Windeinspeisung liegt am morgigen Mittwoch mit rund 10 GW nochmals unter dem langjährigen Mittelwert von 17 GW. Ab dem 20.02. steigt sie jedoch deutlich an. Es werden Windleistungen zwischen 30 und 35 GW erwartet. Der restliche Februar bleibt insgesamt überdurchschnittlich windstark.
Winter-Sommer-Spread hat sich verbessert
Der Winter-Sommer-Spread hat sich in den letzten Wochen wieder merklich verbessert und steigt wieder in den positiven Bereich. Das wirkt auf den Markt bearish, aber es lohnt sich wirtschaftlich immer noch nicht, Gas im Sommer einzuspeichern, damit es im Winter zur Verfügung steht. Der niedrige Gasspeicherstand bleibt ein Stresstest für den Markt.
Neutrale Faktoren
Ausspeicherungsraten (EU-27) auf neutralem Niveau
Die Ausspeicherungsraten (EU-27) bleiben auf normalem Niveau. Am Sonntag, den 15. Februar 2026, wurden netto 4.633,0 GWh ausgespeichert. Gegenüber dem Vortag (4.881,6 GWh) fiel die Ausspeicherung etwas geringer aus. Die Rate bewegt sich in der Mitte des Vergleichskorridors der letzten fünf Jahre.
Verhandlungen in Genf: Iran und Ukraine im Fokus
In Genf setzen die USA und Iran unter Vermittlung Omans die Atomgespräche fort, sind aber bei Sanktionen und der Ausweitung auf Raketenprogramme sowie Milizen weit auseinander. Trump drohte zwar mit einem Angriff, zeigte sich zuletzt aber zuversichtlich, dass Iran eine Einigung will. Ebenfalls in Genf werden die Gespräche zwischen Russland, der Ukraine und den USA über ein Ende des Krieges fortgesetzt. Nach Kreml-Angaben sollen dabei auch Gebietsfragen verhandelt werden, da Russland neben der Krim große Teile der Ostukraine beansprucht.
ZEW Konjunktureinschätzung um 11:00 Uhr
Das ZEW veröffentlicht heute seine aktuelle Umfrage zur Konjunktureinschätzung, und Ökonomen erwarten laut Reuters einen Anstieg des Barometers auf 65,0 Punkte nach 59,6 im Januar. Die Finanzanalysten blicken offenbar weiterhin optimistisch auf die deutsche Wirtschaft und sehen 2026 als möglichen Wendepunkt.
Fazit
Die fundamentale Situation an den Energiemärkten hat sich in den letzten Tagen nicht verändert: Der Winter in Nordwesteuropa war bislang unterdurchschnittlich kalt, aber nicht im Extrembereich. Die restlichen Wochen der Heizsaison werden – mit einer milden Ausnahme kommende Woche – voraussichtlich auch weiter unterdurchschnittlich kalt, ohne das extreme Kältewellen in Sicht wären. Daher richten sich die Blicke nun mehr und mehr auf den Frühling und den Start der Einspeicherung. Der Winter-Sommer-Spread hat sich zuletzt wieder positiv entwickelt, was bearish wirkt. Dennoch wird der Winter mit einem historisch niedrigen Speicherstand zu Ende gehen. Aufgrund der gewachsenen LNG-Verfügbarkeit ist dies laut Energieministerium und THE auch nicht mehr zwingend kritisch, aber ein realer Stresstest für diese These steht noch aus. Sie passt auch nicht zu der Speichervorgabe von 70 Prozent zum 31.10. Hier dürfte es also in den kommenden Wochen noch einige Diskussionen und Verunsicherungen geben. Aufgrund des positiven Winter-Sommer-Spreads, der normalen Ausspeicherungsraten, der kurzfristig milderen Temperaturen bis Ende Februar und des höheren Windaufkommens sehen wir den Gasmarkt kurzfristig bearish.
Die US-Händler kehren heute aus dem langen Wochenende zurück, während China in den Neujahrsferien ist. Dies wird sich durch insgesamt weniger Impulse und einer geringeren Nachfrage an den Rohstoffmärkten bemerkbar machen.
Der politische Gegenwind für den europäischen Emissionshandel ist derzeit historisch hoch, konkret wurden jedoch noch keine Reformen beschlossen. Diese sollen erst in Q3 vorgestellt werden. Daher ist es fraglich, wie lange die Kurse noch nachgeben. Es stehen aber zahlreiche Landtagswahlen im März an. Bis dahin ist zumindest aus Deutschland eine anhaltend bearishe Rhetorik zu erwarten. Wir bleiben daher negativ gestimmt für EUAs und Strom.
Hedging View
TTF Gas Cal 27: Der TTF Gas Cal 27 Future befindet sich unterhalb einer langfristigen roten Abwärtstrendgeraden und oberhalb einer grünen mittelfristigen Aufwärtstrendgeraden. Innerhalb dieses Spannungsfeldes nimmt die Volatilität derzeit ab und der Gas-Kontrakt ist aus Sicht der Trendanalyse neutral zu werten (Dreiecksformation). Ein nachhaltiger Rückfall unter den grün gestrichelten Aufwärtstrend würde das Chartbild eintrüben. In der Nähe der Auffangzone bei 24,5 Euro/MWh darf mit hohem Kaufinteresse gerechnet werden (hohe Hedge-Quote).
Strom Cal 27 Base: Das Chartbild des Strom Cal 27 Base Futures hat sich nach der Ausbildung des Diamant-Tops im Januar grundlegend geändert. Dabei gibt der EUA-Markt derzeit die Richtung vor. „Don´t catch a falling knife“ heißt es auch im Energiemarkt. Aufgrund der vorherrschenden panikähnlichen Zustände ist ein Tiefpunkt nur schwer ermittelbar. Candlestick-Umkehrsignale sollten einen frühen Hinweis bieten, dass die Stromkäufer an den Markt zurückkehren. Gestern wurde eine High-Wave-Candle gesichtet, die zumindest für den gestrigen Tag ein ausgeglichenes Kräfteverhältnis zwischen Bulle und Bär dokumentiert. Die nächsten Supports liegen bei 73,85 Euro/MWh und 71,25 Euro/MWh (hohe Hedge-Quote). Der EUA-Markt ist weiterhin intensiv zu beobachten. Gas spielt für Strom derzeit nur eine untergeordnete Rolle.
EUA-Dez-26-Future: Zum Start in die Handelswoche 8 fällt der Kontrakt unter die psychologisch relevante 70-Euro-Marke. Dies stellt ein weiteres bearishes Signal dar. Damit könnte das Verschmutzungsrecht weiter nachgeben und das Verlaufstief aus April 25 bei 65,8 Euro/t CO2 als nächste Zielzone ansteuern. Ob es auf diesem Support zu Kaufinteresse kommt, lässt sich anhand von Candlestick-Signalen erkennen. Diese bieten einen frühen Hinweis darauf, ob EUA-Hedger den Preiseinbruch von mittlerweile über 27 Prozent zu Absicherungszwecken nutzen. Anzeichen der Stabilisierung sind bisher noch nicht erkennbar. Eine entscheidende Frage ist, ob der letzte Woche angerichtete politische Schaden und der damit verbundene Vertrauensverlust in den EUA-Markt derart verheerend ist, dass der EUA-Markt auch noch weiter fallen kann.

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