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Deutschland: Überraschend gute Stimmung
Die Stimmung unter den vom ZEW monatlich befragten bis zu 300 Expertinnen und Experten von Banken, Versicherungen und Finanzabteilungen ausgewählter Großunternehmen war im Juli erstaunlich gut. So kletterten die ZEW-Konjunkturerwartungen um nicht weniger als 15,8 auf nun 26,3 Punkte. Der Konsens ging von einer Befestigung auf 18,0 Punkte aus. Damit rangiert der Index, der Werte zwischen minus und plus 100 annehmen kann, weiterhin komfortabel über der Nulllinie.
Bis auf den Fahrzeugbau waren alle Branchen - auch die Exportindustrie - an der Verbesserung beteiligt, was unterstreicht, dass die von der Bundesregierung angestoßenen Reformen unter dem Strich offenbar positiver eingeschätzt wurden als der negative Effekt des USA-Iran-Konflikts. Wenn man so will, haben die Finanzmärkte die heutigen Daten entsprechend goutiert. Der Frontmonatkontrakt von Rohöl Brent bspw. kletterte nach der Veröffentlichung um 11.00 Uhr von 88,50 USD auf über 90,0 USD je Fass empor (Stand: 14.00 Uhr). Dass der ZEW-Index daran nicht ganz allein „schuld“ war, liegt allerdings nahe.
Die Graphik zeigt, dass trotz häufiger Kritik am ZEW-Index dieser mit den ifo-Geschäftserwartungen korreliert ist. Wohlwollend könnte sogar die These aufgestellt werden, dass der ZEW-Index dem ifo-Index vorausläuft. Gerade an oberen Wendepunkten scheint dies der Fall zu sein. So gesehen darf sich auf eine Verbesserung des ifo-Geschäftsklimas für Juli, das am kommenden Montag veröffentlicht wird, gefreut werden und wohl auch auf eine Stimmungsaufhellung der Einkaufsmanager. Deren vorläufiger Index steht bereits diesen Freitag auf der Agenda. Etwas unerwartet bekommen also die konjunktursensitiven Rohstoffe zumindest kurzfristig Rückendwird von der deutschen Konjunktur. Das kommt ja nicht allzu häufig vor.
Strategische Erdölreserven der USA auf niedrigstem Stand seit 1983
Der Ölpreis für den Brent Crude September-Future legt am Dienstag um 1,8 Prozent auf 90,46 USD/bbl zu. Die Energiemärkte wägen zwischen Hoffnungen auf eine Deeskalation im Konflikt zwischen den USA und Iran sowie neuen militärischen Angriffen und anhaltenden Spannungen ab. Berichten zufolge arbeiten Vermittler an einer zehntägigen Waffenruhe, um das im Juni vereinbarte Abkommen zu retten, während gleichzeitig weitere Angriffe beider Seiten die Unsicherheit und Risikoprämien hoch halten. Zusätzliche Risiken ergeben sich durch die Ankündigung der Huthi-Miliz, eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien verhängen zu wollen. Wir sehen darin ein erhöhtes Risiko für zunehmende Störungen wichtiger Öl- und Gastransportwege und damit für anhaltend höhere Energiepreise. Gestern wurde durch Reuters bereits berichtet, dass die strategischen Erdölreserven der USA auf den niedrigsten Stand seit 1983 gefallen sind. Auch die gesamten US-Ölvorräte, einschließlich kommerzieller Lagerbestände, liegen auf dem tiefsten Niveau seit 1984. Aus Sicht der Charttechnik wurde gestern bei Brent Crude eine „High-Wave-Candle“ ausgebildet, also eine Kerze mit einem verhältnismäßig kleinen Körper im Vergleich zu den längeren oberen und unteren Schatten. Diese Kerze symbolisiert eine ausgeprägte Volatilität und damit einhergehend eine hohe Unsicherheit und emotionale Beteiligung der Marktteilnehmer. Steigen die Ölpreise im weiteren Handelsverlauf über das Hoch der Kerze bei 91,42 USD/bbl, entsteht ein Kaufsignal in Richtung 94,26 USD/bbl (50%-Retracement) bzw. in Richtung psychologischer 100 USD-Marke (61,8%-Retracement). Deutliche Entspannung würde sich erst unterhalb des grünen Aufwärtstrends und unterhalb der Mehrfachtiefs bei rund 83,30 USD/bbl einstellen. Ein preislicher Rückfall bis auf die 80-Dollar-Marke und auf die steigende 200-Tage-Linie (79,87 USD/bbl) darf so dann erwartet werden.
Gasmarktbericht KW 30: Verknappung des Gasangebots wird eingepreist
Die europäische Gasnachfrage lag in den vergangenen Tagen (11.–17.07.2026) im Schnitt bei 7,28 TWh/d und damit 3 Prozent über dem Vorwochenniveau. Sowohl Nachfrage als auch LNG-Einspeisung erholten sich von den Rückgängen der Vorwoche. Die LNG-Einspeisung stieg um 6 Prozent auf 3,15 TWh/d, bleibt jedoch unter dem Niveau der vergangenen Jahre und deutlich unter dem Vorjahreswert. Die Netto-Speichereinspeisung lag bei 2,94 TWh/d und damit praktisch unverändert gegenüber der Vorwoche. Sie fiel allerdings zum Ende der Woche erstmals seit Mai unter 2 TWh/d und bleibt damit ebenfalls unter Vorjahresniveau. Deutschland und Frankreich zeigen weiterhin die niedrigsten Speichereinspeisungen im Verhältnis zur verfügbaren Kapazität, bedingt durch rückläufige LNG-Importe und, im Fall Deutschlands, höhere Exporte in Nachbarländer. Die Einspeicherraten sind insgesamt zu gering, um die Speicherziele mit Beginn des Winters zu erreichen. Am Gasmarkt sorgt die Eskalation des Konflikts zwischen den USA und dem Iran für steigende Gaspreise über die vergangenen zwei Wochen. Eine schnelle Rückkehr an den Verhandlungstisch erscheint unwahrscheinlich, auch wenn es zwischenzeitliche Signale diesbezüglich gab. Das Risiko einer länger anhaltenden offenen Konfrontation steigt. Mittlerweile gilt ein Szenario mit mehreren Eskalationsrunden und verzögertem LNG-Export durch die Straße von Hormus bereits als wahrscheinlichstes Szenario. Der Preisanstieg spiegelt vor allem die zunehmende Einpreisung einer erwarteten Verknappung des Gasangebots zum Sommerende und im kommenden Winter wider.
Blockade-Drohung der Huthi erhöht Risiko für Öl- und Gasmarkt
Die mit dem Iran verbündeten Huthi im Jemen haben eine sofortige Seeblockade gegen Saudi-Arabien angekündigt und begründen dies mit der saudischen Politik gegenüber dem Jemen. Sollte die Meerenge Bab al-Mandab vollständig blockiert werden, könnten die saudischen Ölexporte nach Asien unterbrochen werden, was das weltweite Ölangebot laut einem Bericht von Reuters um bis zu 7 Prozent verringern könnte. Der Krieg mit dem Iran hat das globale Ölangebot bereits um 10 Prozent reduziert. Wir sehen in der Ankündigung ein erhebliches Risiko für weiter steigende Preise am Öl- und Gasmarkt, auch wenn bislang unklar ist, ob die Huthi tatsächlich Schiffe mit Ziel Saudi-Arabien angreifen werden. Die jüngsten Raketenangriffe der Huthi auf Saudi-Arabien deuten jedoch auf eine weitere Eskalation hin. Interessanterweise hat der Brent Crude Ölpreis bislang nicht so heftig reagiert, wie man nach dieser Meldung hätte erwarten dürfen. Auch der Gaspreis mit dem August-Future handelt am Montagnachmittag um 16:45 Uhr immer noch 1,4 Prozent tiefer im Vergleich zum Vortag bei 42,3 Euro/MWh.
EUAs schießen auf neues Trendhoch
Strom-Spotauktion für Dienstag, den 21.07.2026: Wind nimmt ab, Preise steigen leicht
Am morgigen Dienstag sinkt die Windeinspeisung. Aktuelle Modellläufe gehen von 11,5 GW aus, rund 8 GW weniger als am heutigen Montag. Die PV-Leistung zieht morgen hingegen leicht auf 18,5 GW an. Insgesamt führt die Gemengelage zu leicht steigenden Preisen.
Der Baseloadpreis für den Liefertag Dienstag steigt um 9,5 Prozent auf 112,96 Euro/MWh. Das Tagesmaximum beträgt 177,29 Euro/MWh um 21:00 Uhr. Der Tagestiefstpreis liegt bei 0,00 Euro/MWh um 13:45 Uhr. Das Tagesprofil zeigt von 13:30 Uhr bis 14:30 Uhr eine eher kurze Mittagsdelle nahe der 0,00-Euro/MWh-Linie.
Die Windeinspeisung zieht am Mittwoch mit 25 GW deutlich an. Die restliche KW 30 wird mit rund 5 GW jedoch deutlich windärmer. Die PV-Einspeisung bewegt sich um den langfristigen Mittelwert von rund 15,5 GW. Aktuell bleibt es mit 16 Grad Celsius kühl. Ab Freitag sind wärmere, aber weiterhin durchschnittliche Temperaturen zu erwarten.
Verhandlungen zwischen Iran und USA? Teheran ist bereit...
Die Rohölpreise starteten am Montag zunächst mit deutlichen Aufschlägen in den Handel und erreichten den höchsten Stand seit mehr als einem Monat. Auslöser waren anhaltende Sorgen über Lieferunterbrechungen in der Straße von Hormus, nachdem sich die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten weiter verschärft hatten. Der Brent Future kletterte im frühen Handel bis auf 91,42 USD/bbl und markierte damit den höchsten Stand seit dem 11. Juni. Im weiteren Handelsverlauf am Montag gaben die Ölpreise jedoch einen Großteil ihrer Gewinne wieder ab. Beruhigend auf die Preise wirkte die Aussage des iranischen Außenministeriums, wonach Teheran bereit sei, Verhandlungen mit den USA fortzusetzen, sofern diese den nationalen Interessen des Landes dienten. Die Aussicht auf eine mögliche diplomatische Annäherung verringerte kurzfristig die Sorge vor einer weiteren Eskalation und damit auch die Risikoprämie am Öl- und Gasmarkt. Auch der Gasmarkt kam nach der ursprünglich bullishen Eröffnung wieder deutlicher zurück. Der TTF Gas Cal 27 Future handelt um 12:15 Uhr bei 42,4 Euro/MWh. Das bisherige Tageshoch liegt bei 43,40 Euro/MWh. Der Brent Crude August Future handelt bei 88,25 USD/bbl. Trotz dieser zwischenzeitlichen Korrektur dürfte die geopolitische Risikoprämie hoch bleiben. Insbesondere die Entwicklung rund um die Straße von Hormus wird in den kommenden Tagen der entscheidende Einflussfaktor für die weitere Preisentwicklung am Öl- und Gasmarkt bleiben.
Wocheneröffnung KW 30: Kein Ende der Eskalation in Sicht
Nach einer weiteren Zuspitzung der Lage im Mittleren Osten eröffnen die Energiemärkte die KW 30 fester. Der TTF Gas August Future eröffnete den heutigen Handelstag bei 60,49 Euro/MWh. Über 60 Euro/MWh notierte der Kontrakt zuletzt am 23. März. Der Strom Frontmonat Base handelt ebenfalls 1,5 Prozent fester bei 125,35 Euro/MWh. Trotz des starken Abverkaufs an den Aktienmärkten in der vergangenen Woche zeigen sich die EUAs heute nur 0,2 Prozent schwächer bei 79,37 Euro/t CO2.
Das US-Zentralkommando (CENTCOM) bestätigte am Wochenende weitere Angriffe auf Ziele im Iran, den neunten Tag in Folge. Die USA weiteten ihre Offensive jedoch auch auf zivile Infrastruktur wie Brücken, Straßen und Häfen aus, auch Energieinfrastruktur wurde zum Ziel. Teheran antwortete mit Angriffen auf US-Basen in Bahrain und Jordanien. Bei einem Raketenangriff in Jordanien kamen zwei US-Soldaten ums Leben. Die USA beklagen seit Kriegsbeginn am 28. Februar insgesamt 17 Gefallene. Zudem wurde eine Raffinerie der Kuwait Petroleum Corporation getroffen. Neben der Raffinerie wurden außerdem zwei Kraftwerke sowie eine Entsalzungsanlage zur Trinkwasserherstellung beschossen.
Die Eskalation wirkt sich weiterhin negativ auf den Schiffsverkehr in der Straße von Hormus aus. Laut Kpler-Daten passierten am gestrigen Sonntag nur sechs Schiffe die Meerenge. Zum Vergleich: Am 21. Juni, dem Sonntag nach dem Memorandum of Understanding, wurden 29 Schiffe gezählt. Unklar ist weiterhin, wie viele Schiffe mit ausgeschaltetem Transponder unterwegs sind.
Die Rohölpreise setzten ihre dynamische Aufwärtsbewegung daraufhin zu Wochenbeginn fort. Der Brent Future überschritt erstmals seit dem 11. Juni wieder die Marke von 90 US-Dollar/bbl und stieg im frühen asiatischen Handel auf 90,19 US-Dollar/bbl., was einem Tagesplus von 2,37 Prozent entspricht. Bereits in der Vorwoche hatte Brent mit einem Anstieg von knapp 16 Prozent den stärksten Wochengewinn seit April verzeichnet. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts kommen die Ölpreise und die Gaspreise auch wieder zurück. Brent handelt um 10:30 Uhr bei 88 US-Dollar/bbl und der TTF Gas August Future aufgrund der hohen Korrelation bei 58,5 Euro/MWh.
In der Nacht zu Sonntag kam es zum schwersten Luftangriff auf Kiew seit Beginn des Krieges im Februar 2022. Laut Präsident Selenskyj wurden über 40 ballistische Raketen auf Kiew und das Umland abgefeuert.
Am deutschen Strom-Spotmarkt sorgte die hohe Windeinspeisung am Wochenende für niedrigere Preise und besonders flache Mittagsstunden im leicht negativen Bereich. Der Baseloadpreis lag am Sonntag bei 70,96 Euro/MWh. Am heutigen Montag ziehen die Preise mit einem Baseload von 103,16 Euro/MWh wieder an. Aktuelle Prognosen erwarten in der KW 30 eine starke Windeinspeisung zwischen 7 und 25 GW. Die PV-Leistung bewegt sich um den langfristigen Durchschnitt von 15,5 GW. Die Temperaturen ziehen am Wochenende leicht auf circa 20 Grad Celsius an (Klimamittel 19 Grad Celsius).
Störung im Intraday-Handel der EPEX SPOT
Aktuell kommt es offenbar zu einer massiven Störung im Intraday-Handel an der EPEX SPOT. Diese betrifft alle Märkte außer Großbritannien und die Schweiz.
EU-Kommission plant grundlegende Reform des Emissionshandels nach 2030
Die Europäische Kommission schlägt eine umfassende Reform des EU-Emissionshandelssystems für die Zeit nach 2030 vor, um Klimaschutz, industrielle Wettbewerbsfähigkeit und Versorgungssicherheit stärker miteinander zu verbinden. Die Kurse der EUAs haben mit einer wahren Achterbahnfahrt auf die Veröffentlichung reagiert. Zunächst setzte sich während der EU-Pressekonferenz die Abwärtsbewegung der letzten Tage beschleunigt fort. Die EUA Dez. 26-Futures stoppten den Fall bei 76,92 Euro/t CO2 und setzten noch in der gleichen Handelsstunde zum Rebound an. Dieser führte sie im bisherigen Tageshoch bis auf 80,98 Euro/t CO2. Danach ging es wieder abwärts und gegen 16:50 Uhr notieren die Futures fast auf dem Vortagesschlusskurs bei 79,07 Euro/t CO2. Damit scheint klar, dass die Reformen keine wesentlichen Überraschungen mehr bereithielten. Die "Headline-Trader" hatten ihre Algos möglicherweise auch an die kurze Leine genommen, nachdem in den letzten Wochen auffällig oft Schlagzeilen den Markt bewegten, die eigentlich keine neuen Informationen enthielten.
Folgende wesentliche Reformen wurden von der Kommission vorgeschlagen:
- Der Emissionshandel soll zum gesetzlich verankerten EU-Ziel beitragen, die Nettoemissionen bis 2040 um 90 Prozent gegenüber 1990 zu senken.
- Dafür soll der jährliche Kürzungsfaktor für die Zertifikatemenge von derzeit bis zu 4,4 Prozent auf 3,7 Prozent zwischen 2031 und 2035 sowie auf 1,7 Prozent zwischen 2036 und 2040 sinken.
- Damit würden Emissionszertifikate langsamer verknappt und voraussichtlich erst in den späten 2040er-Jahren vollständig auslaufen.
- Zur Finanzierung industrieller Klimaschutzprojekte plant die Kommission zunächst einen Investitionsmechanismus mit 400 Millionen Zertifikaten und anschließend eine Dekarbonisierungsbank mit einem angestrebten Volumen von 100 Milliarden Euro.
- Unternehmen sollen über feste Prämien und später über CO₂-Differenzverträge bei Investitionen in emissionsärmere Produktionsverfahren unterstützt werden.
- Mindestens 50 Prozent der nationalen Einnahmen aus dem Emissionshandel sollen künftig wieder in die vom System erfassten Wirtschaftssektoren fließen.
- Kostenlose Zertifikate sollen stärker an veröffentlichte und vom Unternehmensvorstand bestätigte Dekarbonisierungspläne sowie an deren tatsächliche Umsetzung gebunden werden.
- Besonders energieintensive Branchen wie Stahl, Zement, Düngemittel, Wasserstoff und Aluminium sollen kostenlose Zuteilungen bis 2038 erhalten und damit länger vor Carbon Leakage geschützt werden.
- Auch die Marktstabilitätsreserve soll angepasst werden, wobei ihre Entnahmerate von 24 Prozent auf 12 Prozent sinken und ihre Schwellenwerte jährlich um 4 Prozent reduziert werden sollen.
- Zwischen 2036 und 2040 könnten bis zu 260 Millionen streng geprüfte internationale Klimazertifikate in das europäische System einbezogen werden.
- Zusätzlich sollen von 2031 bis 2040 bis zu 250 Millionen Tonnen dauerhafte CO₂-Entnahmen aus europäischen Projekten wie direkter Luftabscheidung oder Bioenergie mit CO₂-Speicherung berücksichtigt werden.
- Im Luftverkehr sollen ab 2029 bestimmte Flüge zu Zielen innerhalb eines Radius von 5.000 Kilometern vom europäischen Zentrum erfasst werden, während weiter entfernte Strecken zunächst ausgenommen bleiben.
- Der Emissionshandel soll außerdem auf kleinere Schiffe sowie schrittweise auf die kommunale Müllverbrennung ausgeweitet werden, während zusätzliche Zertifikate klimafreundliche Flug- und Schiffskraftstoffe fördern sollen.
Das Europäische Parlament und die EU-Mitgliedstaaten sollen die Verhandlungen möglichst bis zum Ende des ersten Quartals 2027 abschließen.
EU-ETS Reformpaket vorgestellt
Die EU-Kommission hat heute in Ihrem lange erwarteten Reformpaket Lockerungen beim Emissionshandel vorgeschlagen. Der jährliche Reduktionsfaktor soll ab 2031 von geplanten 4,3 auf 3,7 Prozent gesenkt werden. Ab 2026 soll er nur 1,7 Prozent betragen. So hätten Unternehmen mehr Zeit, ihre Emissionen zu verringern. Ab 2030 sollen außerdem nicht 24 Prozent, sondern nur 12 Prozent der überschüssigen Zertifikate in die Marktstabilitätsreserve übergeben werden. Die EUA-Märkte reagierten nach einem schwachen Freitagmorgen bullish auf die Nachrichten aus Brüssel. Zuletzt notiert der EUA-Dezember-26-Future 1,1 Prozent fester bei 79,94 Euro/t CO2.
Strom-Spotauktion für Samstag, den 18.07.2026: Viel Wind trifft auf schwache Wochenendnachfrage
Am morgigen Samstag zieht die Windeinspeisung stark an. Aktuelle Modellläufe erwarten 22,6 GW, damit wäre der Windertrag rund 15 GW über dem langfristigen Mittelwert. Die PV-Leistung zieht morgen mit 17,1 GW leicht an. Dementsprechend sinken die Preise am deutschen Strom-Spotmarkt in Verbindung mit der eher schwachen Wochenendnachfrage stark.
Der Baseloadpreis für den morgigen Samstag sinkt um 41,4 Prozent auf 82,46 Euro/MWh. Das Tagesmaximum beträgt 168,41 Euro/MWh um 00:00 Uhr. Der Tagestiefstpreis liegt bei minus 4,87 Euro/MWh um 15:45 Uhr. Das Tagesprofil zeigt von 10:45 Uhr bis 18:00 Uhr eine besonders ausgedehnte Mittagsdelle um die 0,00-Euro/MWh-Linie herum.
Nach der morgigen Spitze sinkt die Windeinspeisung ab Montag auf Werte zwischen 12 und 16 GW, der langfristige Durchschnitt liegt bei rund 7,5 GW. Die PV-Einspeisung bewegt sich in den nächsten Tagen bei Werten nahe dem langfristigen Durchschnitt von 15,8 GW.
Strom Cal 27 Base setzt sich weiter über Widerstand ab
Strong Rebound bei den EUAs Richtung 80 Euro/t CO2 (5-Minutenchart)
EUAs fallen deutlich während EU-Pressekonferenz
Aktuell läuft die Pressekonferenz der EU-Kommission zur Vorstellung der Reformvorschläge für das EU-ETS. Bislang ist offiziell bekannt geworden, dass die jährliche Verknappung der Emissionszertifikate im EU-ETS von 2031 bis 2035 auf 3,7 Prozent verlangsamt werden soll, um der Industrie mehr Zeit für die Dekarbonisierung zu geben und zugleich das EU-Klimaziel für 2040 einzuhalten. Ab 2036 soll der Kürzungsfaktor auf 1,7 Prozent sinken, damit auch nach 2040 weiterhin neue Zertifikate verfügbar bleiben und eine zu starke Belastung europäischer Hersteller vermieden wird. Der Markt reagiert bearish auf die Meldung. Weitere Details folgen...
Der EUA-Dez-Future fällt derweil unter einen wichtigen Support und bestätigt damit eine obere Umkehrformation in Form eines Triple-Tops. Ein nächstes potenzielles Anlaufziel könnte die 75-Euro-Marke sein (siehe Chart).
Ausweitung der Energiekrise über das Rote Meer?
Nach Angaben von Reuters soll Iran die Huthi-Bewegung im Jemen aufgefordert haben, sich auf eine mögliche Sperrung der Schifffahrtsroute durch das Rote Meer vorzubereiten, falls die Vereinigten Staaten iranische Energieinfrastruktur angreifen. Quellen zufolge haben die Huthi bereits Raketen und Drohnen nahe der Meerenge Bab al-Mandab positioniert, wodurch nach der bereits erfolgten Schließung der Straße von Hormus auch die zweite zentrale Ölexportroute der Region bedroht wäre. Eine gleichzeitige Beeinträchtigung beider Seewege könnte die globale Energieversorgung erheblich verschärfen, da inzwischen rund sieben Prozent der weltweiten Energieversorgung über das Rote Meer verlaufen und Saudi-Arabien einen Großteil seiner Exporte dorthin umgeleitet hat. Der Bericht stützt sich auf anonyme Quellen, während offizielle Bestätigungen aus Iran und von den Huthi bislang ausstehen. Der Brent Crude Frontmonat hat preislich auf diese Meldung noch nicht reagiert. Ein Kaufsignal entsteht oberhalb von 88 USD/bbl und würde aller Voraussicht nach auch Gas und Strom mit nach oben ziehen.
CO2-Marktbericht KW 29 / 2026: CO2-Zertifikate mit wechselhaftem Wochenverlauf - Reformen im Fokus
CO2-Zertifikate mit wechselhaftem Wochenverlauf
Am vergangenen Freitag bewegten sich die CO2-Zertifikate zwischen 78,50 Euro/t CO2 und 79,50 Euro/t CO2 (EUA Dez. 26-Future) und schlossen nach einem Tagesplus von 0,72 Prozent bei 79,42 Euro/t CO2. Am Montag stiegen die Verschmutzungsrechte um 1,30 Prozent auf einen Schlusskurs von 80,45 Euro/t CO2. Am Dienstag setzte der EUA-Dezember-Future seinen Anstieg fort, erreichte 81,58 Euro/t CO2, fiel zwischenzeitlich auf 79,73 Euro/t CO2 und beendete den Handel 1,27 Prozent höher bei 81,47 Euro/t CO2. Am Mittwoch markierte der EUA Dez. 26-Future zwar ein Wochenhoch von 82,18 Euro/t CO2, gab aber nach einem Tagestief von 80,59 Euro/t CO2 um 0,71 Prozent auf 80,89 Euro/t CO2 nach. Am Donnerstag verstärkte sich der Verkaufsdruck bislang, wobei die EUAs zwischen 78,92 Euro/t CO2 und 81,18 Euro/t CO2 schwankten und um 13:45 Uhr zum Zeitpunkt der Berichtserstellung mit einem Minus von 2,19 Prozent bei 79,11 Euro/t CO2 notierten. Insgesamt konnten die Verschmutzungsrechte ihre zwischenzeitlichen Gewinne nicht halten und stehen trotz des zwischenzeitlichen Anstiegs nun leicht unter dem Schlusskurs vom letzten Freitag.
EU kürzt CO2-Zertifikatsauktionen nach Erreichen des RePowerEU-Ziels
Die Europäische Union hat nach dem Erreichen des zweiten Einnahmeziels von 12 Milliarden Euro durch Zertifikate aus dem Innovation Fund die geplanten Auktionen von Emissionszertifikaten für den restlichen Sommer um insgesamt rund 12 Millionen EUAs reduziert. Das Ziel wurde am Montag nach der Versteigerung von 167,1 Millionen Zertifikaten erreicht und dient der Finanzierung der zweiten Tranche des 20 Milliarden Euro schweren RePowerEU-Programms. Bis zum 31. August sollen die täglichen Auktionsmengen an der EEX um jeweils 571.000 Zertifikate gesenkt werden. Insgesamt wurden für die beiden RePowerEU-Tranchen 278,6 Millionen Zertifikate verkauft. Auch wenn die nun erfolgenden Kürzungen am Markt bereits weitgehend erwartet worden waren, scheinen die Kurse zu Beginn der Woche durch die Meldung gestützt worden zu sein.
EU-Kommission verkündet Reformpläne für ETS
Am Freitag veröffentlicht die EU-Kommission ihre Reformpläne für das EU-ETS. Wahrscheinlich werden die Informationen auf einer Pressekonferenz in der Mittagszeit bekannt gegeben. Auch in dieser Woche sind wieder zahlreiche Berichte über mögliche Reformen und Forderungen von verschiedenen Parteien oder Lobbygruppen veröffentlicht worden. Die EU-Kommission erwägt demnach, den linearen Reduktionsfaktor ab 2031 auf 3,5 bis 3,9 Prozent und ab 2036 auf 2 bis 2,4 Prozent zu senken. Außerdem soll die Aufnahmequote der Marktstabilitätsreserve von 24 auf 12 Prozent halbiert werden. Ein zusätzlicher Investment-Booster könnte 400 Millionen Emissionsrechte im Wert von rund 30 Milliarden Euro für Dekarbonisierungsprojekte bereitstellen. Die Zertifikate sollen aus dem „Existing Buffer of Free Allowances“ und bei Bedarf aus der „New Entrants’ Reserve“ (NER) stammen. Die EU-Kommission wollte sich dazu nicht äußern, sodass unklar ist, ob sich die Vorabberichte bewahrheiten.
Spekulanten werden vorsichtiger bei EUAs
In der Berichtswoche vom 6. bis 10. Juli 2026 haben Investmentfonds ihre Positionierung bei den EUAs deutlich in Richtung Short verschoben. Vor der Veröffentlichung der Reformpläne der EU am Freitag lässt der Optimismus der Spekulanten offenbar nach.
Strom-Spotauktion für Freitag, den 17.07.2026: Entspannung nach extremen Abendstunden
Am morgigen Freitag steigt die Windleistung von 3,4 auf 6,4 GW. Die PV-Einspeisung sinkt hingegen leicht von den heute erwarteten 18,4 GW auf 15,5 GW. Dementsprechend sinken die Preise am deutschen Strom-Spotmarkt. Besonders die Abendstunden fallen im Vergleich zum heutigen Liefertag deutlich günstiger aus.
Der Baseloadpreis für den morgigen Freitag sinkt um 12 Prozent auf 140,63 Euro/MWh. Das Tagesmaximum beträgt 176,95 Euro/MWh um 07:00 Uhr. Der Tagestiefstpreis liegt bei 97,68 Euro/MWh um 13:45 Uhr.
In den kommenden Tagen ist mit weiterer Entspannung am Spotmarkt zu rechnen. Die Windleistung steigt am Samstag auf sehr hohe 21,6 GW. Nach dieser Spitze sinkt die Einspeisung ab Montag auf Werte zwischen 8,5 und 12 GW, der langfristige Durchschnitt liegt bei rund 7,5 GW. Die PV-Einspeisung bewegt sich ab morgen bei Werten nahe dem langfristigen Durchschnitt von 15,8 GW.
Strom Frontjahr Base (rollierend) an ultimativer Hürde
Spekulanten werden vorsichtiger bei EUAs
Die CO2-Zertifikate beendeten den gestrigen Mittwoch mit einem Minus von 0,7 Prozent bei 80,88 Euro/t CO2. Der EUA-Dezember-26-Future handelt am heutigen Donnerstag um 11:10 Uhr 1,6 Prozent leichter bei 79,59 Euro/t CO2. In der Berichtswoche vom 6. bis 10. Juli 2026 haben Investmentfonds ihre Positionierung bei den EUAs deutlich in Richtung Short verschoben. Vor der Veröffentlichung der Reformpläne der EU am morgigen Freitag lässt der Optimismus der Spekulanten offenbar nach.
Hitzebedingte Einschränkungen bei französischen KKW
Am gestrigen Mittwoch beendete das Strom Frontjahr Base den Handelstag mit einem Plus von 1,8 Prozent bei 104,27 Euro/MWh. Am heutigen Donnerstag um 11:05 Uhr notiert das Strom Cal 27 Base 1,5 Prozent schwächer bei 102,80 Euro/MWh. EDF hält die hitzebedingte Drosselung von neun französischen Kernreaktoren um insgesamt 8,3 GW auch am Donnerstag aufrecht, was 13,2 Prozent der installierten Kernkraftkapazität entspricht. Mit den für Freitag erwarteten Gewittern wird eine Entspannung der Lage erwartet.
EU verringert EUA-Auktionsmengen im Sommer
Die CO2-Zertifikate beendeten den gestrigen Dienstag mit einem Plus von 1,3 Prozent bei 81,52 Euro/t CO2. Der EUA-Dezember-26-Future handelt am heutigen Mittwoch um 14:00 Uhr 0,4 Prozent leichter bei 80,19 Euro/t CO2. Die Europäische Union hat nach dem Erreichen des zweiten Einnahmeziels von 12 Milliarden Euro durch den Verkauf von Zertifikaten aus dem Innovation Fund die geplanten Auktionen von Emissionszertifikaten für den restlichen Sommer um insgesamt rund 12 Millionen EUAs reduziert. Eigentlich war dies am Markt erwartet worden und das Ereignis konnte mathematisch bereits vorab berechnet werden. Wir berichteten bereits letzten Donnerstag darüber. Dennoch wirkt die Meldung in dieser Woche bullish. Heute wird zudem keine Auktion stattfinden, da die polnischen Auktionen immer mittwochs im Zweiwochenrhythmus erfolgen.
Hitze in Frankreich lässt nach
Am gestrigen Dienstag beendete das Strom Frontjahr Base den Handelstag mit einem Plus von 2,7 Prozent bei 102,50 Euro/MWh. Am heutigen Mittwoch um 13:55 Uhr notiert das Strom Cal 27 Base 1,5 Prozent fester bei 103,93 Euro/MWh. Die Temperaturprognosen für Frankreich zeigen in den nächsten 14 Tagen keine weitere große Hitzewelle. Die letzte Hitzewelle ist bereits abgeklungen, die Flusswassertemperaturen werden in den kommenden Tagen ebenfalls sinken, bleiben aber auf erhöhten Niveaus. Damit werden auch die Einschränkungen bei der Kernenergie nachlassen.
Strom-Spotauktion für Donnerstag, den 16.07.2026: Windflaute sorgt für extreme Abendstunden
Am morgigen Donnerstag sinkt die Windleistung von 7,7 auf 3,2 GW. Die PV-Einspeisung steigt hingegen leicht von den heute erwarteten 16,3 GW auf 18,7 GW. Dementsprechend steigt der Baseloadpreis für den morgigen Donnerstag um 17,2 Prozent auf 159,68 Euro/MWh. Das Tagesmaximum beträgt 339,65 Euro/MWh um 21:00 Uhr. Der Tagestiefstpreis liegt bei 81,99 Euro/MWh um 13:45 Uhr.
In den kommenden Tagen ist mit Entspannung am Spotmarkt zu rechnen. Die Windleistung steigt am Freitag auf 5,5 GW und am Samstag auf sehr hohe 25,2 GW.
TTF CoT-Report: Fonds bauen TTF-Netto-Long-Position kräftig aus
In der Berichtswoche vom 6. bis 10. Juli 2026 haben Investmentfonds ihre Positionierung am TTF-Gasmarkt deutlich in Richtung Long verschoben. Der bereits zuvor bestehende bullishe Überhang wurde damit kräftig ausgebaut.
Die Netto-Long-Position der Fonds stieg von 155,1 auf 181,9 TWh. Das entspricht einem Zuwachs um 26,7 TWh beziehungsweise 17,2 Prozent gegenüber der Vorwoche.
Auf der Long-Seite erhöhten die Fonds ihre Bruttopositionen von 333,1 auf 356,8 TWh. Der Aufbau um 23,7 TWh beziehungsweise 7,1 Prozent zeigt, dass die Marktteilnehmer in erheblichem Umfang neue Long-Positionen eingegangen sind.
Gleichzeitig reduzierten die Fonds ihre Short-Positionen von 178,0 auf 174,9 TWh. Dies entspricht einem Rückgang um 3,1 TWh beziehungsweise 1,7 Prozent. Der Anstieg der Netto-Long-Position wurde damit vor allem durch neue Long-Positionen getragen und zusätzlich durch einen moderaten Short-Abbau verstärkt.
Die Veränderung fällt sowohl absolut als auch relativ deutlich aus. Insgesamt signalisiert der CoT-Report einen klar bullishen Stimmungsumschwung und einen wieder zunehmenden Optimismus der Investmentfonds hinsichtlich steigender TTF-Preise.
TradingUpdate
In der Berichtswoche vom 6. bis 10. Juli 2026 haben Investmentfonds ihre Positionierung bei EUAs deutlich in Richtung Short verschoben. Der zuvor über mehrere Wochen zu beobachtende Aufbau der Long-Positionierung wurde damit vorerst unterbrochen.
Die Netto-Long-Position der Fonds sank von 58,5 auf 50,3 Mio. EUA. Das entspricht einem Rückgang um 8,2 Mio. EUA beziehungsweise 14,0 Prozent gegenüber der Vorwoche.
Auf der Long-Seite reduzierten die Fonds ihre Bruttopositionen von 76,4 auf 69,6 Mio. EUA. Der Abbau um 6,8 Mio. EUA beziehungsweise 8,9 Prozent zeigt, dass ein erheblicher Teil der zuvor aufgebauten Long-Positionen geschlossen wurde.
Gleichzeitig erhöhten die Fonds ihre Short-Positionen von 17,8 auf 19,2 Mio. EUA. Dies entspricht einem Zuwachs um 1,4 Mio. EUA beziehungsweise 7,8 Prozent. Die Verschiebung resultierte somit nicht nur aus Gewinnmitnahmen oder dem Abbau bestehender Long-Positionen, sondern wurde zusätzlich durch den Aufbau neuer Short-Positionen verstärkt.
Die Veränderung fällt sowohl absolut als auch relativ deutlich aus und stellt eine klare Abkehr von der zuletzt bullishen Positionierungsentwicklung dar. Trotz des Rückgangs bleiben die Fonds mit 50,3 Mio. EUA weiterhin klar netto-long positioniert. Der CoT-Report signalisiert damit noch keine grundsätzlich bearishe Haltung, deutet aber auf eine spürbar vorsichtigere Einschätzung und einen nachlassenden bullishen Rückenwind seitens der Investmentfonds hin.






Nach den beeindruckenden Außenhandelszahlen gestern wurden heute zahlreiche weitere Konjunkturdaten aus China veröffentlicht, die insgesamt zwar gemischt ausgefallen, aber unter dem Strich unseres Erachtens mit einem positiven Grundton versehen sind. So expandierte einerseits das BIP im zweiten Quartal lediglich um 4,3% ggü. Vorjahr und damit so wenig wie zuletzt im vierten Quartal 2022, dafür ließ das Reich der Mitte aber andererseits die Deflation hinter sich. Der entsprechende BIP-Deflator verzeichnete von April bis Juni einen jährlichen Anstieg um 1,6%. Auch wenn dies vor allem auf die Energiepreise zurückging, könnte das der erste Schritt auf dem Weg aus der Abwärtsspirale sein, die die inländische Nachfrage bislang spürbar dämpfte.
Enttäuschend waren auch die Sachanlageinvestitionen im städtischen Raum – einschließlich Immobilienentwicklung und Infrastrukturprojekten –, die in den ersten sechs Monaten um 5,7% ggü. Vorjahr sanken. Die Ankurbelung der Infrastrukturinvestitionen dürfte daher in naher Zukunft ein zentraler Schwerpunkt der Regierung bei der Stabilisierung des Wachstums sein.
Dagegen haben sowohl die Industrieproduktion mit einem Plus von 5,3% ggü. Vorjahr (e: +4,6%) und der Einzelhandelsumsatz mit +1,0% ggü. Vorjahr (e: -0,1%) positiv überrascht und die Arbeitslosenquote ermäßigte sich im Juni auf 5,0%. Innerhalb der Industrieproduktionszahlen fiel auf, dass sowohl die Rohöl- als auch die Kohleförderung im Juni deutlich rückläufig waren. So sank die Erstere um knapp 18% ggü. Vorjahr auf 18,12 Mio. Tonnen Rohöl, während die Kohleförderung um 9,7% ggü. Vorjahr auf 381 Mio. Tonnen einbrach. Das war der niedrigste monatlichen Stand seit Mai 2024 und der größte Rückgang im Jahresvergleich seit November 2016. Damit erklären sich auch die sehr starken Kohleeinfuhrzahlen Chinas im Juni, die wir gestern an gleicher Stelle kommentiert haben und die wir teils auf Probleme bei der heimischen Förderung zurückgeführt haben.
Die heutigen Daten sind damit zwar nicht durchweg als robust zu bewerten, aber dies ist von den Konjunkturdaten Chinas aus der Vergangenheit nur allzu gut bekannt. Chinas Wirtschaft lebt nach wie vor einseitig sehr stark vom Außenhandel (KI-Boom), der wiederum die Industrieproduktion anheizt. Im Inland sind die Probleme (Stichwort: Wohnungsmarktkrise) nach wie vor virulent. Das Statistikamt forderte daher auch zu Recht die politischen Entscheidungsträger auf, „antizyklische und zyklusübergreifende Anpassungsmaßnahmen“ zu verstärken. Das dürfte in absehbarer Zeit auch geschehen, so dass die wirtschaftlichen Perspektiven Chinas verhalten positiv bleiben.
Fazit: Für die Rohstoffmärkte sind die heutigen Zahlen wie auch schon die gestrigen Außenhandelszahlen „positiv“ zu bewerten. Der Rückenwind wir dadurch verstärkt, dass die US-Berichtssaison trotz enttäuschender Zahlen von IBM mit den großen Banken gut angelaufen ist und auch die Chip-Werte wieder zulegen („SK Hynix“ aus Südkorea heute +11%). Das sollte auch den EUAs weiteren Rückenwind verleihen.

Am morgigen Mittwoch sinkt die Windleistung von 11,3 auf 6,5 GW. Die PV-Einspeisung sinkt ebenfalls leicht von den heute erwarteten 17,3 GW auf 16,9 GW. Dementsprechend steigt der Baseloadpreis für den morgigen Mittwoch um 10,0 Prozent auf 136,42 Euro/MWh. Das Tagesmaximum beträgt 221,06 Euro/MWh um 21:00 Uhr. Der Tagestiefstpreis liegt bei 58,98 Euro/MWh um 13:45 Uhr.
In den kommenden Tagen wird der Windertrag weiter sinken. Besonders kritisch sieht aktuell der Donnerstag mit nur 2,5 GW aus. Im Zusammenspiel mit weiterhin warmen bis heißen Temperaturen könnten wieder extreme Preise auf den Spotmarkt zukommen.
Die CO2-Zertifikate beendeten den gestrigen Montag mit einem Plus von 1,3 Prozent bei 80,45 Euro/t CO2. Der EUA-Dezember-26-Future handelt am heutigen Dienstag um 12:30 Uhr 0,1 Prozent leichter bei 80,38 Euro/t CO2. Gestern endete das REPowerEU-Programm, das durch zusätzliche Zertifikatsauktionen Einnahmen von 20 Mrd. Euro für Investitionen in die Abkehr von russischen Energieträgern generieren sollte. Das Auslaufen dieses zusätzlichen Angebots dürfte den EUAs geholfen haben, sich trotz stark steigender Gaspreise und schwacher Stimmung an den Finanzmärkten auf dem aktuell hohen Preisniveau zu behaupten.

Während wir in Europa auf die nächste Energiekrise zusteuern, sieht die Situation in den USA entspannter aus. Denn die US-Erdgaspreise standen zu Beginn der Woche weiterhin unter Druck, wobei sich die Verluste auf die vorderen Laufzeiten der Kurve konzentrierten. Der Kontrakt für August 2026 fiel um weitere 4 Cent auf 2,90 US-Dollar/MMBtu, womit sich sein Rückgang gegenüber der Vorwoche auf 0,35 US-Dollar ausweitete (siehe Chart). Die Preise für den Rest des Sommers verzeichneten eine ähnliche Entwicklung, während die Winter- und längerfristigen Kontrakte leicht zulegten. Der starke Rückgang der kurzfristigen Preise spiegelt einen US-Gasmarkt wider, der angesichts komfortabler Lagerbestände, einer schwächeren Nachfrage nach LNG-Feedgas und begrenzter Anzeichen für eine anhaltende wetterbedingte Verknappung Sommerrisiken zuletzt wieder vermehrt ausgepreist hat.

Am gestrigen Montag beendete das Strom Frontjahr Base den Handelstag mit einem Plus von 2,8 Prozent bei 99,85 Euro/MWh. Am heutigen Dienstag um 12:00 Uhr notiert das Strom Cal 27 Base 2,0 Prozent fester bei 101,80 Euro/MWh. EDF will am heutigen Dienstag wegen der Hitzewelle in Frankreich rund 8,7 GW beziehungsweise 13,8 Prozent seiner Kernkraftkapazität drosseln. Betroffen sind zehn Reaktoren, insbesondere Anlagen an Rhône und Garonne, wo Temperaturen von bis zu 40 Grad Celsius erwartet werden. Da Flusstemperaturen verzögert auf sinkende Lufttemperaturen reagieren, könnten die Leistungseinschränkungen auch nach dem Abklingen der Hitze anhalten. Zusätzlich besteht ab der kommenden Woche das Risiko einer neuen Hitzewelle, wodurch weitere oder erneute Ausfälle möglich wären.

Der europäische Gasmarkt zeigte in der Berichtswoche zum 13.07.2026 ein uneinheitliches Bild. Die Gasnachfrage lag im Wochendurchschnitt bei 7,11 TWh/Tag und damit 4 Prozent unter dem Vorwochenwert, womit sie erstmals seit drei Wochen wieder unter das Vorjahresniveau fiel. Die Abweichung von der saisonal erwarteten Nachfrage lag bei minus 5 Prozent und hat sich damit gegenüber der Vorwoche um 6 Prozentpunkte verringert. Die LNG-Einspeisung sank erneut auf 2,97 TWh/Tag (minus 6 Prozent gegenüber der Vorwoche). Das entspricht zwar dem saisonalen Muster, passt aber nicht zu dem Einspeisetempo, das für einen Füllstand von 80 Prozent bis Winterbeginn nötig wäre. Der Abstand zum LNG-Niveau des Vorjahres wächst weiter und liegt aktuell rund 30 Prozent unter 2025. Die Netto-Speichereinspeisung blieb mit 2,91 TWh/Tag nahezu unverändert, da der Nachfragerückgang das geringere LNG-Angebot ausglich. Geopolitisch belastet der erneute Zusammenbruch des Waffenstillstands zwischen den USA und Iran weiterhin den Ausblick. Die neuen Angriffe verändern die globale LNG-Bilanz und bestätigen, dass die Phase abwechselnder Verhandlungen und militärischer Aktionen deutlich länger andauern dürfte als das ursprünglich diskutierte 60-Tage-Fenster, was die Gasmärkte volatil hält. Die Risiken für Spätsommer und Winter steigen damit weiter. Die europäischen Speicherstände nähern sich Werten von 2021 und der Abstand zu 2025 vergrößert sich zunehmend.


Die europäischen Erdgaspreise steigen auch am 14. Juli 2026 weiter an, nachdem Präsident Trump die Wiederaufnahme der US-Blockade gegen den Iran und Zölle auf Lieferungen durch die Straße von Hormus angekündigt hatte. Diese Maßnahme gefährdet die LNG-Lieferungen in einer neuen bisher vom Markt nicht bekannten Dimension. Katar hat die Lieferungen durch die Meerenge bereits seit fast einer Woche wieder eingestellt. Der US-Präsident kündigte an, dass die USA als „Hüter der Straße von Hormus“ eine Gebühr in Höhe von 20 Prozent des Wertes aller transportierten Frachtgüter zur Finanzierung der Sicherheit erheben wollen. Der Vorschlag stößt weltweit auf Kritik und Teheran verweist darauf, selbst die Sicherheit der Meerenge zu gewährleisten, während Brasiliens Präsident den Vorstoß als „Piraterie“ bezeichnet. Der Iran verfolgt bereits eigene Pläne für Durchfahrtsgebühren, diese würden jedoch deutlich unter der von Trump vorgeschlagenen Belastung liegen. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Einigung über die Kontrolle der Straße von Hormus erzielt wird, sei es, dass die USA den iranischen Forderungen nach Kontrolle nachgeben, oder dass der Iran diese Forderungen zurückzieht, ist äußerst gering. Dieses Ereignis stellt eine erneute deutliche Verschärfung der Beeinträchtigung des Schiffverkehrs in der Straße von Hormus dar und jede anhaltende Unterbrechung erzwingt Umleitungen oder Stornierungen, was sich direkt auf die globale LNG-Bilanz und die europäischen Lieferverträge auswirkt. Der TTF Gas August-Future überwindet derweil relevante breite Widerstandszonen (50-52,6 Euro/MWh) und ist damit charttechnisch bullish einzuordnen (siehe Chart). Die Reaktion des Marktes deutet darauf hin, dass diese neue Zollmaßnahme der USA, anders als frühere Drohungen, tatsächlich durchgesetzt wird. Und die Reaktion des Iran steht noch aus. Headline-Trading dürfte den Markt fortan wieder dominieren. Wichtig für die künftige Preisentwicklung werden die konkrete Durchsetzung der US-Blockade inklusive Zölle sowie etwaige Reaktionen des Iran sein. Der Markt wird zudem den TTF-JKM-Spread im Auge behalten, um Anzeichen für sich verändernde Arbitrage-Verhältnisse zwischen Europa und Asien zu erkennen. Der Spread liegt derzeit bei 4 Euro/MWh, was ausreicht, um US-LNG weiter verstärkt auf asiatische Märkte umzuleiten.


Die Ein- und Ausfuhrzahlen Chinas für Juni haben die Erwartungen aller Analysten merklich übertroffen. So legte der Export von Waren um 27% ggü. Vorjahr (e: +18,2%) auf 412,4 Mrd. US-Dollar zu (Graphik 4). Getragen wurde dieser größte Jahreszuwachs seit Oktober 2021 erneut von den Investitionen in KI-Infrastruktur, hochentwickelter Elektronik und Investitionsgütern.
Chinas Wareneinfuhr schoss im Juni 2026 im Jahresvergleich sogar um 36% ggü. Vorjahr auf einen Rekordwert von 286,8 Mrd. US-Dollar, nach +27,4% ggü. Vorjahr im Mai und übertraf damit ebenfalls die Konsensprognosen von 24% deutlich. Dies war zudem der dreizehnte Wachstumsmonat in Folge und das höchste Tempo seit Juni 2021. Eine sehr robuste Nachfrage nach Halbleitern stand hier eindeutig im Vordergrund und damit kein breit angelegter importsog.
Im Rohstoffsektor waren die Ergebnisse ebenfalls beindruckend. So schnellte die Kohleeinfuhr im Juni auf 42,8 Mio. Tonnen empor und damit um 29,5% ggü. Vorjahr (Graphik 7). Damit scheint nun die Entwicklung einzusetzen, die seit dem Ausbruch des Krieges zwischen den USA und dem Iran schon längst zu erwarten gewesen war, wobei auch heimische Probleme mit der Kohleförderung ein Faktor gewesen sein dürfte. Dies wird auch an der Rohöleinfuhr deutlich, die auf 29,27 Mio. Tonnen und damit auf den Stand von 2016 einbrach. Das Minus in Höhe von 41,3% ggü. Vorjahr verdeutlicht dies zudem eindrucksvoll. Dagegen legte die Einfuhr von Erdgas vergleichsweise moderat und zwar um 3,7% ggü. Vorjahr auf 10,93 Mio. Tonnen zu. Eine Aufteilung nach pipelinegebundenem Erdgasimport und dem Import von Flüssiggas liefert die Statistik im ersten Schritt nicht.
Fazit: Die Außenhandelszahlen Chinas im Juni sind mehr als beeindruckend und dürften daher den fossilen Energieträger im heutigen Handel Rückenwind verleihen. Dies gilt umso mehr, als zu erwarten ist, dass die Rohöleinfuhr Chinas in den kommenden Monaten wieder spürbar zunehmen dürfte, so dies denn möglich ist. Ansonsten laufen die Lager dort weiter leer, was den Druck auf die Rohölpreise erhöht und damit auf Erdgas und Kohle abfärbt. Eine Gefahr für das Wachstum Chinas ist die einseitige Ausrichtung auf KI. Sollten sich hier die hohen Erwartungen nicht erfüllen - Südkorea hat deswegen heute sein BIP-Ziel für 2026 von 2% auf 3% angehoben -, gibt es keine Alternative, um eine Verlangsamung/Einbruch abzufedern.



Wegen stark gesunkener Rheinpegel können Kohlefrachterderzeit nur rund ein Drittel ihrer üblichen Ladung transportieren. Am MesspunktKaub dürfte der Wasserstand von 54 auf etwa 43 Zentimeter fallen, währendBinnenschiffe teilweise nur noch rund 800 statt 2.500 Tonnen laden.Kraftwerksbetreiber greifen deshalb verstärkt auf Lagerbestände zurück,reduzieren Spotkäufe und prüfen teurere Alternativen wie Schiene oderLastwagen.
Kurzfristig werden keinegrößeren Versorgungsprobleme erwartet, da deutsche Steinkohlekraftwerkeüblicherweise Vorräte für drei bis vier Wochen Spitzenverbrauch halten. Beilänger anhaltender Trockenheit könnten jedoch höhere Transportkosten sowiegleichzeitig gestiegene Gas- und Kohlepreise zusätzlichen Aufwärtsdruck auf dieStrompreise ausüben.



Am Montag der KW 29 zeigten die EUAs eine bemerkenswerte relative Stärke. Seit mehreren Monaten besteht zwischen dem TTF Gas Frontmonat und dem EUA-Markt eine ausgeprägte negative Korrelation (siehe Chart). Zuletzt lag der Korrelationskoeffizient bei rund –0,7. Ein Erklärungsansatz liegt darin, dass hohe Gaspreise die europäische Wirtschaft belasten und damit perspektivisch die Produktion sowie den Bedarf an Emissionsberechtigungen dämpfen. Kurzfristig dürfte jedoch vor allem die veränderte Erzeugungsstruktur am Strommarkt von Bedeutung sein. Da Kohlekraftwerke bei den aktuellen Brennstoff- und CO2-Preisen in weiten Teilen bereits vor Gaskraftwerken in der Merit Order liegen, führt ein weiterer Anstieg der Gaspreise nur noch begrenzt zu zusätzlicher Kohleverstromung. Der klassische Fuel-Switching-Effekt und die daraus resultierende zusätzliche EUA-Nachfrage fallen deshalb geringer aus als in früheren Marktphasen. Vor diesem Hintergrund wäre zu erwarten gewesen, dass die erneute Eskalation im Nahen Osten über steigende Gaspreise, verschlechterte Konjunkturerwartungen und ein schwächeres Risikosentiment auch die EUAs belastet. Stattdessen konnten die Emissionsberechtigungen erneut über die Marke von 80 Euro/t CO2 steigen. Dies spricht dafür, dass derzeit EUA-spezifische Faktoren wie technische Kaufsignale, Short-Covering oder spekulative Nachfrage stärker wirken als der negative Einfluss der Gaspreisentwicklung. Vielleicht hat auch wieder ein EU-Politiker geplaudert und damit die Kurse der EUAs während des Börsenhandels politisch beeinflusst, ein Phänomen, welches zuletzt öfters zu beobachten war.




Am vergangenen Wochenende blieben die Preise am deutschen Strom-Spotmarkt mit einem Baseloadpreis von 94,60 Euro/MWh am Samstag und 75,23 Euro/MWh am Sonntag moderat. Am heutigen Montag steigt der Baseloadpreis auf 119,11 Euro/MWh mit einem Tagesmaximum von 194,93 Euro/MWh um 19:45 Uhr.
Am morgigen Dienstag steigt die Windleistung von 7,2 auf 10,9 GW bei sinkendem PV-Ertrag von 19,8 auf 16,7 GW. Der Baseloadpreis für den morgigen Dienstag liegt mit 123,97 Euro/MWh 4,1 Prozent höher als heute. Das Tagesmaximum beträgt 185,50 Euro/MWh um 20:45 Uhr. Der Tagestiefstpreis liegt bei 45,00 Euro/MWh um 13:45 Uhr.
In der restlichen KW 29 bleibt die PV-Einspeisung überdurchschnittlich. Der Windertrag wird hingegen besonders am Donnerstag sehr schwach prognostiziert. Zum Wochenende wird jedoch ein starker Anstieg auf über 18 GW erwartet.
Am Wochenende ging der militärische Schlagabtausch zwischen den USA und dem Iran weiter. Das US-Zentralkommando CENTCOM berichtete von mehreren Angriffen auf militärische Ziele im Iran in der Nacht von Sonntag auf Montag. Ziel der Angriffe war die gezielte Schwächung der Fähigkeit Irans, die Schifffahrt in der Straße von Hormus zu behindern. Auch Teheran antwortete erneut mit Angriffen auf US-Basen in Kuwait und Bahrain. Neu hinzugekommen sind im Vergleich zur Eskalation Anfang letzter Woche Angriffe auf US-Basen in Jordanien.
Erneut gibt es gegensätzliche Aussagen zum Status der Straße von Hormus. Teheran spricht von einer kompletten Schließung bis auf weiteres, CENTCOM dementiert die Schließung. Laut aktuellen Kpler-Daten ist der Schiffsverkehr auf ein niedriges Niveau gesunken, das dem Niveau entspricht, welches zwischen Kriegsbeginn am 28.02. und dem Memorandum of Understanding am 18.06. beobachtet wurde. Da viele Kapitäne ihre AIS-Transponder deaktivieren, bleibt die Datenqualität jedoch schlecht, beziehungsweise werden Durchfahrten erst mit mehreren Tagen Verzögerung bestätigt, sobald Schiffe sichere Gewässer im Golf von Oman oder im Arabischen Meer erreichen. So tauchte der katarische LNG-Tanker Al Hamra am gestrigen Abend im Golf von Oman wieder auf, nachdem er in der Nacht auf Freitag seinen Transponder deaktiviert hatte.
Der Brent-Crude-Frontmonat reagierte mit Aufschlägen auf die neueste Eskalationsrunde. Nachdem die Notierungen am vergangenen Mittwoch an der 80-US-Dollar/bbl-Marke wieder nach unten abgeprallt sind, handelt der Frontmonat am heutigen Montagmorgen 3,8 Prozent fester bei 78,90 US-Dollar/bbl.
Auch der Gasmarkt preist das neue beziehungsweise alte Kriegsszenario teilweise wieder ein: Der TTF-Frontmonat handelt 4,1 Prozent fester bei 50,38 Euro/MWh.
Die Euphorie an den Finanzmärkten ist nach dem Wiederaufflammen des Konflikts getrübt. Das wirkt sich auch auf die EUAs aus, die zuletzt 0,8 Prozent schwächer bei 78,80 Euro/t CO2 notierten. Mit besonderer Spannung werden die EU-ETS-Reformen am kommenden Freitag erwartet.
Am deutschen Strom-Spotmarkt ging es am vergangenen Wochenende moderat zu, mit einem Baseloadpreis von 94,60 Euro/MWh am Samstag und 75,23 Euro/MWh am Sonntag. Die Windeinspeisung sinkt ab morgen auf unterdurchschnittliche Werte und erreicht am Donnerstag schwache 3,4 GW, bevor am Wochenende wieder deutlich höhere Erträge zwischen 12 und 19 GW erwartet werden. Am Wochenende sinken auch die aktuell hohen Temperaturen auf Werte leicht über dem langfristigen Mittelwert. Die PV-Leistung bleibt die ganze Woche auf einem hohen Niveau von rund 20 GW.
Das TTF Gas Frontjahr ging am gestrigen Donnerstag mit einem Plus von 1,9 Prozent bei 38,00 Euro/MWh aus dem Handel. Am heutigen Freitag um 16:10 Uhr notiert das TTF Gas Cal 27 1,5 Prozent leichter bei 37,45 Euro/MWh. Seit dem Angriff auf den katarischen LNG-Tanker Al Rekayyat haben bislang zwei LNG-Tanker die Straße von Hormus durchquert: die Al Rayyan und die Gaslog Shanghai. Beide Schiffe fuhren ohne aktiven AIS-Transponder in den persischen Golf mit Zielhafen Ras Laffan. Ob weitere Schiffe die Meerenge durchquert haben, ist derzeit unklar.



Die Preise am deutschen Strom-Spotmarkt sind für den morgigen Liefertag trotz sinkender Windeinspeisung gefallen. Der Baseloadpreis liegt morgen bei 94,60 Euro/MWh, der Preis ist damit 23,5 Prozent niedriger als der heutige Baseload. Das Tagesprofil zeigt eine flache Mittagsdelle von 10:30 Uhr bis 16:30 Uhr, das letzte Profil dieser Art kam am vergangenen Dienstag zustande. Ausschlaggebend für die sinkenden Preise ist höchstwahrscheinlich die geringe Nachfrage am Wochenende in Kombination mit der hohen PV-Einspeisung. Der Tageshöchstpreis wird bei 160,31 Euro/MWh um 00:00 Uhr erreicht. Das Tagesminimum liegt bei minus 1,01 Euro/MWh um 13:45 Uhr. Heute und morgen ist die Windleistung mit 5,2 und 5 GW gering, am Sonntag steigt die Einspeisung nochmal auf 9,5 GW. Das geringe Niveau bleibt allerdings bis zum nächsten Wochenende erhalten.

Am gestrigen Donnerstag beendete das Strom Frontjahr Base den Handelstag mit einem Plus von 0,6 Prozent bei 97,50 Euro/MWh. Am heutigen Freitag um 11:40 Uhr notiert das Strom Cal 27 Base 0,5 Prozent leichter bei 97,00 Euro/MWh. Die PV-Leistung ist mit 20 GW im Durchschnitt und 60 GW im Tagesmaximum sehr hoch. Dieses hohe Niveau wird laut aktuellen Prognosen bis zum 17.7. gehalten werden. Für den restlichen Juli bewegen sich die Erträge im unterdurchschnittlichen Bereich von circa 13 GW.

Die CO2-Zertifikate beendeten den gestrigen Donnerstag mit einem Minus von 0,4 Prozent bei 78,85 Euro/t CO2. Der EUA-Dezember-26-Future handelt am heutigen Freitag um 12:10 Uhr 0,1 Prozent fester bei 78,95 Euro/t CO2. Durch die gestrige EUA-Auktion wurden nun genügend Mittel für das REPowerEU-Programm eingenommen. Das Ziel von 20 Milliarden Euro ist erreicht. Laut EEX-Daten liegt die Gesamtsumme nun bei 20,006 Milliarden Euro. Im Markt wird daher damit gerechnet, dass die EEX eine Kürzung der dreimal wöchentlichen EU-Auktionen um 571.000 Tonnen für den Zeitraum vom 13. Juli bis 31. August ankündigen wird.

Die vietnamesische Regierung prüft, den Ausbau von Kohlekraftwerken zu beschleunigen, um die Versorgungssicherheit des Landes zu stärken. Hintergrund sind Unsicherheiten bei der Versorgung mit LNG infolge der Konflikte im Nahen Osten sowie der nur schleppende Ausbau geplanter Gas-Kraftwerke. Bis 2030 wollte Vietnam Kraftwerke mit einer Gesamtleistung von 22,5 Gigawatt auf Basis von LNG errichten, hat bislang jedoch erst rund 7,3 Prozent dieses Ziels erreicht (Reuters berichtet). Als Hauptgründe gelten regulatorische Hürden und das begrenzte Interesse von Investoren. Deshalb könnte der nationale Stromentwicklungsplan angepasst werden, sodass Kohlekraft künftig einen größeren Anteil am Energiemix erhält. Insgesamt strebt Vietnam bis 2030 eine installierte Kraftwerksleistung von 183 bis 236 Gigawatt an. Im ersten Halbjahr stieg die Stromerzeugung gegenüber dem Vorjahr um 9,8 Prozent auf 171,5 Milliarden Kilowattstunden. Kohlekraftwerke lieferten dabei 54,5 Prozent der erzeugten Elektrizität und bleiben damit derzeit die wichtigste Säule der Stromversorgung. Derweil schließt der AP#2 Cal 27 Kohle-Future seine Bodenbildung ab und wertet weiter auf (siehe Chart). Mit der Überwindung der 200-Tage-Linie (114,6 USD/t) wurde gleichzeitig ein Doppelboden bestätigt und ein Kaufsignal generiert. Die nächsten Kursziele liegen bei 118 und 120 USD/t. Ein Rückfall unter 112 USD/Tonne würde die bullishe Charttechnik kurzfristig eintrüben, so dass erneut mit einem Test des Doppelbodens bei 106 USD/t gerechnet werden kann.


Ausgehend vom letzten Freitag haben sich die CO2-Zertifikate zunächst fester gezeigt, bevor im weiteren Wochenverlauf deutlicher Abgabedruck aufkam. Am Freitag stieg der EUA Dez. 26-Future um 1,6 Prozent und schlossen bei 80,60 Euro/t CO2. Im Tagesverlauf erreichten die Verschmutzungsrechte ein Hoch bei 80,75 Euro/t CO2, während das Tief bei 79,25 Euro/t CO2 lag. Am Montag setzte der CO2-Dezember-Future die Aufwärtsbewegung zunächst fort. Der EUA-Dez-Future kletterte um weitere 1,7 Prozent auf 81,96 Euro/t CO2 und markierte mit 82,00 Euro/t CO2 zugleich das Wochenhoch. Das Tagestief lag bei 79,80 Euro/t CO2, womit die Handelsspanne mit 2,20 Euro/t CO2 bereits deutlich ausfiel.
Am Dienstag drehte die Stimmung. Die CO2-Zertifikate fielen um 2,0 Prozent auf 80,34 Euro/t CO2. Das Tageshoch lag bei 81,88 Euro/t CO2, das Tief bei 80,03 Euro/t CO2. Damit konnten die EUAs die Gewinne vom Montag nicht halten. Am Mittwoch setzte sich die Schwäche fort. Der CO2-Dezember-Future gab um 1,5 Prozent nach und schloss bei 79,13 Euro/t CO2. Im Handelsverlauf reichte die Spanne von 80,60 Euro/t CO2 auf der Oberseite bis 78,36 Euro/t CO2 auf der Unterseite. Am heutigen Donnerstag stabilisiert sich der Markt bislang etwas (Zeitpunkt der Berichterstellung 15:15 Uhr), bleibt aber leicht im Minus.
EU-Kommission plant wohl weitreichende Entlastungen im Emissionshandel
Die Europäische Kommission will laut Medienberichten vom Mittwoch in der kommenden Woche (17.7.) offenbar weitreichende Änderungen am EU-Emissionshandel vorschlagen. Der ETS soll flexibler ausgestaltet werden, allerdings unter Bedingungen, die Investitionen von Unternehmen in Europa unterstützen sollen. Zudem sollen künftig mehr nationale Einnahmen aus dem EU ETS in Industrien investiert werden, die CO2-Kosten tragen.
Die geplante ETS-Revision soll Emissionen für Industrien über 2039 hinaus bis weit in die 2040er-Jahre ermöglichen. Außerdem ist vorgesehen, dauerhafte inländische CO2-Entnahmen, etwa Bioenergie mit Carbon Capture, in das System aufzunehmen. Die Kommission will zudem eine Senkung des linearen Reduktionsfaktors vorschlagen und prüft weiterhin, ob und wie internationale CO2-Gutschriften in den ETS integriert werden könnten.
Die Marktstabilitätsreserve soll im Rahmen der Revision weiterhin über Mengen und nicht über Preise gesteuert werden. Darüber hinaus plant die Kommission kurzfristige Änderungen bei Brennstoff- und Wärme-Benchmarks, durch die Industrien zusätzliche kostenlose CO2-Zuteilungen im Umfang von 6 Milliarden Euro erhalten sollen. Zudem soll geprüft werden, wie der Ausstieg aus kostenlosen Zuteilungen für Industrien, die vom CO2-Grenzausgleich CBAM betroffen sind, verzögert werden kann. Der Modernisierungsfonds für einkommensschwächere Länder soll verlängert werden. Ab 2030 sollen 400 Millionen CO2-Zertifikate zur Finanzierung von Carbon Contracts for Difference genutzt werden. Außerdem ist vorgesehen, den ETS schrittweise auf Emissionen aus der kommunalen Müllverbrennung auszuweiten.
Investmentfonds reduzieren Netto-Long-Position bei EUAs
In der Berichtswoche vom 26. Juni bis 3. Juli 2026 haben Investmentfonds ihre Positionierung bei den EUAs wieder spürbar in Richtung weniger Long verschoben. Die Netto-Long-Position der Fonds sank von 62,2 auf 58,5 Mio. EUA. Das entspricht einem Rückgang um 3,7 Mio. EUA bzw. 5,9 Prozent gegenüber der Vorwoche.

Trotz der sinkenden Windeinspeisung von 11 GW am heutigen Liefertag auf knapp 5,8 GW am morgigen Freitag blieb der Baseloadpreis fast unverändert. Grund hierfür könnte die parallel hierzu steigende PV-Einspeisung von 17,6 auf 20,5 GW sein. Die deutsche Strom-Spotmarktauktion für den morgigen Freitag hat einen Baseloadpreis von 123,67 Euro/MWh ergeben, der Preis ist damit nur 0,4 Prozent niedriger als der heutige Baseload. Der Tageshöchstpreis wird bei 194,59 Euro/MWh um 20:45 Uhr erreicht. Das Tagesminimum liegt bei 30,00 Euro/MWh um 13:45 Uhr. Die Windleistung wird im Verlauf der Woche noch weiter sinken. Freitag und Samstag wird die Einspeisung mit 5,8 bzw. 4,8 GW besonders schwach sein, an den darauffolgenden Tagen pendelt sich die Erwartung nahe am langfristigen Durchschnitt von 7,5 GW ein. Die PV-Einspeisung wird in den kommenden Tagen weiter steigen und ab Freitag 20 GW erreichen.
Am gestrigen Mittwoch beendete das Strom Frontjahr Base den Handelstag mit einem Plus von 1,4 Prozent bei 96,90 Euro/MWh. Am heutigen Donnerstag um 12:00 Uhr notiert das Strom Cal 27 Base 0,5 Prozent leichter bei 96,45 Euro/MWh. Die Durchschnittstemperaturen in Deutschland steigen ab Samstag auf Werte zwischen 22 und 24 Grad Celsius und sind damit wieder deutlicher über dem langfristigen Mittelwert von knapp 19 Grad Celsius. Kühlere Temperaturen werden erst ab der KW 31 erwartet.

Am gestrigen Dienstag beendete das Strom Frontjahr Base den Handelstag mit einem Plus von 1,1 Prozent bei 95,54 Euro/MWh. Am heutigen Mittwoch um 14:30 Uhr notiert das Strom Cal 27 Base 0,1 Prozent fester bei 95,66 Euro/MWh. Die französische EDF muss ihre Kernstromproduktion wegen hoher Temperaturen und dadurch begrenzter Kühlmöglichkeiten an Flüssen deutlich reduzieren. Laut Remit-Daten sollen die hitzebedingten Kürzungen am Mittwoch bis auf 3 GW steigen, was 4,6 Prozent der installierten Kernkraftkapazität entspricht. Betroffen sind unter anderem Reaktoren an den Flüssen Garonne und Rhône, darunter Golfech 2, Blayais 1, Blayais 2 und Bugey 3.

Die deutsche Strom-Spotmarktauktion für den morgigen Donnerstag hat einen Baseloadpreis von 124,21 Euro/MWh ergeben, der Preis ist damit 25,5 Prozent höher als der heutige Baseload. Ausschlaggebend ist der sinkende Windertrag auf rund 11,7 GW, nach den für heute vorhergesagten 23,6 GW. Dahingegen steigt die PV-Einspeisung auf 16,5 GW, rund 3 GW mehr als am heutigen Liefertag. Der Tageshöchstpreis wird bei 234,91 Euro/MWh um 20:45 Uhr erreicht. Das Tagesminimum liegt bei 25,07 Euro/MWh um 13:45 Uhr. Die Windleistung wird im Verlauf der Woche noch weiter sinken. Freitag und Samstag wird die Einspeisung mit 5,7 bzw. 4,8 GW besonders schwach sein, an den darauffolgenden Tagen pendelt sich die Erwartung nahe am langfristigen Durchschnitt von 7,5 GW ein. Die PV-Einspeisung wird in den kommenden Tagen weiter steigen und ab Freitag circa 20 GW erreichen.
Die Europäische Kommission will laut Reuters in der kommenden Woche offenbar weitreichende Änderungen am EU-Emissionshandel vorschlagen. Der ETS soll flexibler ausgestaltet werden, allerdings unter Bedingungen, die Investitionen von Unternehmen in Europa unterstützen sollen. Zudem sollen künftig mehr nationale Einnahmen aus dem EU ETS in Industrien investiert werden, die CO2-Kosten tragen.
Die geplante ETS-Revision soll Emissionen für Industrien über 2039 hinaus bis weit in die 2040er-Jahre ermöglichen. Außerdem ist vorgesehen, dauerhafte inländische CO2-Entnahmen, etwa Bioenergie mit Carbon Capture, in das System aufzunehmen. Die Kommission will zudem eine Senkung des linearen Reduktionsfaktors vorschlagen und prüft weiterhin, ob und wie internationale CO2-Gutschriften in den ETS integriert werden könnten.
Die Marktstabilitätsreserve soll im Rahmen der Revision weiterhin über Mengen und nicht über Preise gesteuert werden. Darüber hinaus plant die Kommission kurzfristige Änderungen bei Brennstoff- und Wärme-Benchmarks, durch die Industrien zusätzliche kostenlose CO2-Zuteilungen im Umfang von 6 Milliarden Euro erhalten sollen. Zudem soll geprüft werden, wie der Ausstieg aus kostenlosen Zuteilungen für Industrien, die vom CO2-Grenzausgleich CBAM betroffen sind, verzögert werden kann. Der Modernisierungsfonds für einkommensschwächere Länder soll verlängert werden. Ab 2030 sollen 400 Millionen CO2-Zertifikate zur Finanzierung von Carbon Contracts for Difference genutzt werden. Außerdem ist vorgesehen, den ETS schrittweise auf Emissionen aus der kommunalen Müllverbrennung auszuweiten.

US-Präsident Donald Trump erklärte in Ankara, die vorläufige Waffenruhe mit Iran sei aus seiner Sicht beendet und weitere Gespräche seien vermutlich Zeitverschwendung. Er äußerte sich ungewöhnlich scharf über die iranische Führung und stellte infrage, ob Verhandlungen mit Teheran noch sinnvoll seien. Zugleich sagte Trump, er werde Unterhändler nicht daran hindern, weiter nach einer Einigung zu suchen. Seine Aussagen folgten auf neue US-Schläge gegen Iran sowie die Aufhebung einer Ausnahmegenehmigung für iranische Ölverkäufe nach Angriffen auf Schiffe in der Straße von Hormus. Der TTF Gas Frontmonat hat das Kursziel bei 48 Euro/MWh (siehe vorherige Analysen) mittlerweile überschritten und tendiert Richtung Oberkante der Trading-Range bei 50 Euro/MWh. Hier befindet sich ein starker Widerstand. Viel Luft nach oben scheint nicht mehr vorhanden. Der Brent Crude Frontmonat testet mittlerweile die 200-Tage-Linie von unten, die mit der 80-USD-Marke zusammenfällt. Hier sollte eine gewisse Gewinnmitnahmebereitschaft nicht verwundern.


Das TTF Gas Frontjahr ging am gestrigen Dienstag mit einem Plus von 3,4 Prozent bei 36,14 Euro/MWh aus dem Handel. Am heutigen Mittwoch um 10:40 Uhr notiert das TTF Gas Cal 27 1,2 Prozent fester bei 37,10 Euro/MWh. Nach Angriffen auf Schiffe nahe der Straße von Hormus haben mindestens vier Öl- und Gastanker ihre geplante Durchfahrt abgebrochen. Betroffen waren unter anderem leere LNG-Tanker auf dem Weg zur katarischen Exportanlage Ras Laffan sowie ein indischer Tanker mit kuwaitischem Rohöl. Die Ereignisse nähren Sorgen um LNG- und Öllieferungen aus Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Zugleich hat sich eine Warteschlange leerer Schiffe vor Ras Laffan aufgebaut.

Ein Öl-Tanker wurde während der Durchfahrt durch die Straße von Hormus von einem nicht identifizierten Geschoss getroffen, teilte die britische Behörde für Seeverkehrsoperationen (UKMTO) am Dienstag mit. Der Brent Crude Ölpreis steigt daraufhin an und notiert am Dienstag um 16 Uhr bei 73,5 USD/bbl und damit 2,2 Prozent im Plus. Die Indikatoren MACD und RSI zeigen sich mit frischen Kaufsignalen, nachdem zuvor bereits der kurzfristige Abwärtstrend gebrochen wurde.

Die Initiative Energien Speichern e.V. (INES) hat ihr Juli-Update der Gas-Szenarien veröffentlicht. Demnach ist eine Befüllung der deutschen Gasspeicher bis zum 1. November 2026 auf den Stand von 76 Prozent technisch weiterhin möglich, ob dieses Niveau tatsächlich erreicht wird, hängt jedoch entscheidend von den Marktbedingungen ab. Die aktuellen Preisentwicklungen setzen kaum Anreize zur Einspeicherung und gefährden damit die Versorgungssicherheit im kommenden Winter.
Niedrigster Füllstand seit dem Krisenwinter
Zum 1. Juli 2026 waren die deutschen Gasspeicher im Bundesdurchschnitt nur zu 41 Prozent gefüllt, der niedrigste Wert zu diesem Zeitpunkt seit dem Krisenjahr 2021/2022. Grund dafür sind die hohen Ausspeicherungen am Ende des vergangenen Winters sowie die stark gestiegenen Gaspreise, die eine Wiederbefüllung erheblich erschweren. „Die Infrastruktur ist grundsätzlich in der Lage, die Speicher bis zum Winter zu befüllen. Entscheidend ist aber, dass ausreichende Kapazitäten gebucht und auch tatsächlich genutzt werden. Andernfalls steigt das Risiko für die Versorgungssicherheit erheblich“, erklärt INES-Geschäftsführer Sebastian Heinermann.
76 Prozent reichen bei extremer Kälte womöglich nicht aus
Bei normalen oder milden Wintertemperaturen würde ein Füllstand von 76 Prozent zum 1. November genügen. Bei einem außergewöhnlich kalten Winter wie im Referenzjahr 2010 könnte dies jedoch nicht ausreichen. Die Modelle zeigen für Februar und März 2027 mögliche Unterdeckungen von bis zu 9 TWh pro Monat, an einzelnen Tagen bis zu 2 TWh.
Marktanreize dringend erforderlich
Der weiterhin negative Winter-Sommer-Spread erschwert wirtschaftliche Einspeicherungen und setzt kaum Anreize, gebuchte Kapazitäten tatsächlich auszuschöpfen (siehe Chart). INES fordert deshalb verbesserte wirtschaftliche Rahmenbedingungen, damit die Speicher vor Winterbeginn stärker befüllt werden können. „Für durchschnittliche Winter ist die Versorgung abgesichert, bei außergewöhnlicher Kälte steigen die Risiken jedoch deutlich. Deshalb müssen jetzt die Voraussetzungen geschaffen werden, um die Speicher stärker zu befüllen und die Versorgung auch gegen sehr kalte Temperaturen abzusichern“, so Heinermann.
EU LNG-Importe sinken
Die europäischen LNG-Importe sind im Juni stark zurückgegangen, da geringere Lieferungen aus den USA vor dem Hintergrund einer weltweit knapperen LNG-Verfügbarkeit und einer stärkeren Konkurrenz aus Asien zu einem breit angelegten Rückgang der Lieferungen auf den Kontinent führten. Der positive LNG-Spread von JKM vs. TTF liefert Anreize für US-Exporteure, nach Asien und nicht nach Europa zu liefern (siehe Chart). PowerPoint-Präsentation von INES


Die CO2-Zertifikate beendeten den gestrigen Montag mit einem Plus von 1,7 Prozent bei 81,96 Euro/t CO2. Der EUA-Dezember-26-Future handelt am heutigen Dienstag um 13:45 Uhr 2,0 Prozent schwächer bei 80,33 Euro/t CO2. Die deutsche Industrieproduktion ist im Mai um 0,9 Prozent gestiegen. Experten erwarteten lediglich einen Zuwachs von 0,1 Prozent.

Am gestrigen Montag beendete das Strom Frontjahr Base den Handelstag mit einem Minus von 0,1 Prozent bei 94,50 Euro/MWh. Am heutigen Dienstag um 13:30 Uhr notiert das Strom Cal 27 Base 0,2 Prozent fester bei 94,70 Euro/MWh. Die Durchschnittstemperaturen in Deutschland steigen ab Samstag auf Werte zwischen 22 und 23 Grad Celsius und sind damit wieder deutlicher über dem langfristigen Mittelwert von knapp 19 Grad Celsius. In Frankreich wird die Hitzewelle für deutlich höhere Durchschnittstemperaturen sorgen. Am Wochenende werden Werte um 30 Grad Celsius erwartet. Der Höhepunkt wird am 13. Juli mit knapp 31 Grad erwartet und damit ca. 9,5 Grad Celsius über Normal. In der ersten Hitzewelle des Jahres im Juni war die Anomalie mit 12 Grad noch deutlich höher.

Die deutsche Strom-Spotmarktauktion für den morgigen Mittwoch hat einen Baseloadpreis von 98,96 Euro/MWh ergeben, der Preis ist damit 35,9 Prozent höher als der heutige Baseload. Ausschlaggebend ist der sinkende Windertrag auf rund 26 GW, nach den für heute vorhergesagten 35 GW. Dahingegen steigt die PV-Einspeisung leicht auf 14,2 GW, rund 1 GW mehr als am heutigen Liefertag. Der Tageshöchstpreis wird bei 169,10 Euro/MWh um 20:45 Uhr erreicht. Das Tagesminimum liegt bei 4,60 Euro/MWh um 15:15 Uhr. Die Windleistung wird im Verlauf der Woche noch weiter sinken. Freitag und Samstag wird die Einspeisung mit 5 bzw. 5,7 GW besonders schwach sein, an den darauffolgenden Tagen pendelt sich die Erwartung nahe am langfristigen Durchschnitt von 7,5 GW ein. Die PV-Einspeisung wird in den kommenden Tagen weiter steigen und ab Freitag circa 20 GW erreichen.
Das TTF Gas Frontjahr ging am gestrigen Montag mit einem Minus von 1,0 Prozent bei 34,95 Euro/MWh aus dem Handel. Am heutigen Dienstag um 11:20 Uhr notiert das TTF Gas Cal 27 2,0 Prozent fester bei 35,65 Euro/MWh. Am gestrigen Montag gegen 23:20 Uhr deutscher Zeit wurde der katarische LNG-Tanker Al Rekayyat angegriffen. Der mit LNG beladene Tanker wurde östlich der Straße von Hormus in omanischen Gewässern von einem Projektil getroffen, das einen Brand auslöste. Verletzt wurde niemand, Erdgas ist keines ausgetreten.

Die europäische Gasnachfrage blieb in der vergangenen Woche mit durchschnittlich 7,35 TWh/d weitgehend stabil (-2 % gegenüber der Vorwoche) und verharrte auf dem durch die anhaltend warme Witterung geprägten Niveau. Trotz der höheren Temperaturen bewegte sich die Nachfrage in den letzten beiden Wochen im Rahmen der saisonalen Erwartungen (+1 %).
Die LNG-Einspeisung ging erneut deutlich zurück (-9 % auf 3,15 TWh/d) und fiel erstmals seit Jahresbeginn an einem Tag unter 3 TWh/d. Die niedrigere LNG-Zufuhr hält die Netto-Speichereinspeisung gering (2,93 TWh/d, -3 %) und damit klar unter dem Vorjahresniveau; die Speicherbefüllung bleibt merklich hinter dem Niveau des Jahres 2025 für den gleichen Zeitraum zurück. Frankreich verzeichnet weiterhin den mit Abstand stärksten Rückgang der LNG-Einspeisung; sinkende Regasifizierungsraten sind ein wesentlicher Treiber der zuletzt niedrigen Speicherbefüllung. Die deutschen Exporte in die Schweiz stiegen, um die höhere Nachfrage in Italien zu decken.
Auf der Angebotsseite haben sich die Flüsse durch die Straße von Hormus seit der Absichtserklärung zwischen den USA und dem Iran leicht erhöht, liegen jedoch weiterhin nur bei einem Bruchteil des Vorkrisenniveaus. Ein spürbarer Produktionsanstieg dürfte noch mehrere Wochen entfernt sein, zumal die Verhandlungen schleppend verlaufen und erneute militärische Eskalationen wahrscheinlich bleiben.
Insgesamt dürften die Märkte über den Sommer angespannt und volatil bleiben. Selbst bei einem späteren Anstieg der europäischen LNG-Importe in der laufenden Einspeisesaison bleiben die Aufwärtsrisiken bestehen. Die derzeit niedrigen LNG-Importe und Einspeiseraten erhöhen das Risiko höherer und stärker schwankender Preise im kommenden Winter, da die europäischen Speicher bis Ende Oktober voraussichtlich keine 80 % erreichen dürften. Vom Markt erwartet werden derzeit rund 75 % Speicherstand. Nach unseren aktuellen Berechnungen haben wir Zweifel daran, ob dieses Niveau erreicht werden kann.

Innerhalb der letzten Handelsstunde kam es zu einem deutlichen Kurssprung bei den EUAs. Die US-Händler sind heute Nachmittag aus dem langen Wochenende zurückgekehrt. Außerdem berichtet Carbon Pulse heute, dass Italien offenbar von seinem Plan abrückt, Stromerzeugern CO2-Kosten aus dem EU-Emissionshandel teilweise zu erstatten. Das wäre aber eigentlich eine bearishe Nachricht für die EUAs, daher ist ein Zusammenhang mit der aktuellen Preisbewegung schwer herzuleiten. Statt der Erstattung der CO2-Kosten prüft Italien einen befristeten Gaspreisdeckel nach dem Vorbild des iberischen Modells. Laut ICIS hätte dieser „Scudo Italiano“ bessere Chancen auf Genehmigung durch die EU-Kommission, dürfte die italienischen Strompreise aber deutlich weniger senken als die ursprüngliche ETS-Erstattung. Je nach Höhe des Deckels wären die Effekte auf die Großhandelspreise begrenzt.

Seit Anfang März zeigen sich die europäischen LNG-Importe rückläufig. Seit April nehmen die asiatischen Importe aus den USA hingegen deutlich zu, so dass eine Schere aufging zwischen Europa und Asien. Das Preisniveau in Asien war für kurzfristige Lieferungen offenbar attraktiver als das europäische. Angesichts der El Nino-Wetterrisiken im Sommer in Asien und der niedrigen Gasspeicherstände in Europa werden die nächste Wochen wichtig: Gelingt es, die katarischen Exportanlagen wieder anzufahren und die Lieferkette durch die Straße von Hormus wieder in Gang zu setzen? Falls nicht, würde sich der Wettbewerb deutlich verschärfen und die Preise am Gasmarkt würden angetrieben.


Die deutsche Strom-Spotmarktauktion für den morgigen Dienstag hat einen Baseloadpreis von 72,80 Euro/MWh ergeben, der Preis ist damit 26,3 Prozent niedriger als der heutige Baseload. Ausschlaggebend ist der rund 28 GW über dem Durchschnitt liegende Windertrag von circa 36 GW. Zusätzlich steigt die PV-Einspeisung von 9,4 auf 12,6 GW. Das Tagesprofil zeigt daher im Gegensatz zu heute zwischen 11:15 Uhr und 17:15 Uhr wieder eine sehr flache Mittagsdelle um die 0,00-Euro/MWh-Linie. Der Tageshöchstpreis wird bei 129,03 Euro/MWh um 00:00 Uhr erreicht. Das Tagesminimum liegt bei minus 3,65 Euro/MWh um 13:00 Uhr.
Die Windleistung hat damit allerdings ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht. Im Verlauf der Woche sinkt die Einspeisung auf Werte zwischen 5 und 9 GW, während die PV-Einspeisung in den kommenden Tagen auf Werte um die 20 GW steigt.
Die Energiemärkte eröffnen die neue Handelswoche mit Abschlägen bei TTF Gas und im Strom Frontmonat. Die Verschmutzungsrechte notieren leicht im Minus.
Am gestrigen Sonntag haben sich Vertreter der OPEC-Mitgliedsstaaten auf eine weitere Erhöhung der Erdölfördermengen um 188.000 Barrel pro Tag geeinigt. Im vergangenen Juni und Juli gab es bereits Erhöhungen der Förderquoten, diese konnten sich jedoch durch die Schließung der Straße von Hormus nicht angebotsseitig auswirken. Der Brent Crude Frontmonat notiert zuletzt bei 72,04 US-Dollar/bbl.
Der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus scheint sich auf einem höheren Niveau von circa 30 bis 40 Durchfahrten pro Tag zu stabilisieren (Containerschiffe ausgenommen). Das Niveau liegt deutlich über dem quasi kompletten Stillstand während der Kampfhandlungen, ist allerdings noch weit von den rund 80 bis 100 täglichen Durchfahrten vor Kriegsbeginn entfernt. Die Datenlage bleibt aktuell uneindeutig, da viele Kapitäne die Durchfahrt immer noch nur mit ausgeschaltetem AIS-Transponder wagen.
Die Preise am deutschen Strom-Spotmarkt blieben am Wochenende durch die sehr hohe Windeinspeisung moderat, mit Baseloadpreisen von 63,40 Euro/MWh am Samstag und 62,75 Euro/MWh am Sonntag. Der heutige Montag zieht aufgrund der niedrigen PV-Leistung wieder preislich an, mit einem Baseloadpreis von 98,83 Euro/MWh. Die Solareinspeisung ist aktuell mit rund 10 GW schwach, steigert sich im Verlauf der KW 28 jedoch auf starke 20 GW am kommenden Donnerstag. Die Windeinspeisung ist aktuell mit 25 GW und am Dienstag mit 35 GW sehr stark, fällt im Wochenverlauf allerdings auf 5 GW am Donnerstag und pendelt sich danach bei durchschnittlichen 8 GW ein. Die Temperaturen in Deutschland werden zum Wochenende hin mit 23 Grad Celsius im Tagesmittel wieder wärmer.

Das TTF Gas Frontjahr ging am gestrigen Donnerstag mit einem Plus von 0,9 Prozent bei 35,08 Euro/MWh aus dem Handel. Am heutigen Freitag um 14:05 Uhr notiert das TTF Gas Cal 27 0,1 Prozent schwächer bei 35,05 Euro/MWh. Eine Woche nach den Attacken des Irans auf Schiffe, die auf der Route entlang der omanischen Küste durch die Straße von Hormus unterwegs waren, scheint sich der Schiffsverkehr in der Meerenge wieder zu erholen. Der Iran fordert, dass Schiffe die Route entlang der iranischen Küste nehmen müssen, um sicher passieren zu können. Nach vorläufigen Zahlen von Kpler sind gestern 33 Schiffe passiert. Am Mittwoch waren es 38. Kurz nach den Angriffen sank die Zahl auf 16 (am 28.6.). Der Höchststand nach Unterzeichnung des Rahmenabkommens wurde am 24.6. mit 59 Schiffen markiert. Wir zählen dabei Öl-, LNG- und LPG-Tanker sowie sonstige Tanker und Frachter für Trockengüter.

Am gestrigen Donnerstag beendete das Strom Frontjahr Base den Handelstag mit einem Plus von 0,7 Prozent bei 93,05 Euro/MWh. Am heutigen Freitag um 13:20 Uhr notiert das Strom Cal 27 Base 0,4 Prozent fester bei 93,42 Euro/MWh. Die Wasserkraftverfügbarkeit in Europa ist in diesem Jahr durch eine europaweit stark ausgeprägte Trockenheit schwach. Dies betrifft unter anderem Skandinavien, die Alpenregion und Frankreich.

Am morgigen Samstag gehen die Winderträge auf 21,5 GW zurück, bleiben damit allerdings trotzdem rund 13,5 GW über dem langfristigen Mittelwert. Die PV-Einspeisung sinkt nach einer langen sonnigen Phase wieder unter den langfristigen Durchschnitt von 16,2 GW auf 13,5 GW.
Der Baseloadpreis steigt dementsprechend für den morgigen Liefertag um 6,5 Prozent auf 63,40 Euro/MWh an. Da die Winderträge in den Mittagsstunden relativ hoch sind, ergibt sich erneut eine lange und flache Mittagsdelle von 09:00 Uhr bis 17:30 Uhr. Der Peakloadpreis sinkt im Gegensatz zum Baseloadpreis um 10,5 Prozent auf 14,34 Euro/MWh. Der Tagestiefstpreis wird um 14:00 Uhr bei minus 11,80 Euro/MWh erreicht. Das Tagesmaximum liegt bei 137,50 Euro/MWh um 20:45 Uhr.

























