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Am heutigen Dienstag kommt der Handel erst allmählich in Schwung. Gegen 9:45 Uhr notieren die Energiemärkte wenig verändert. Aufgrund des Feiertags „Heilige Drei Könige“ (6.1.) ist in zahlreichen europäischen Ländern noch immer Ferienzeit. Die Wetterprognosen zeigen für die nächsten Wochen Temperaturen im Normalbereich, die extrem kalten Tage sind bald vorüber.
Bullishe Faktoren
Heute noch keine EUA-Primärmarktauktion
Wegen der Winterpause findet heute noch keine EUA-Primärmarktauktion statt. Die Auktionen starten morgen (7.1.) wieder mit der polnischen Auktion. Die fehlenden Angebotsmengen haben den Markt zuletzt gestützt, allerdings war die Nachfrage ferienbedingt auch niedriger.
Weniger Wind in der kommenden Woche
Die Windprognose für die KW 3 ist im Vergleich zum Vortag leicht gesunken und liegt etwas unter Normal. Zu Beginn der Woche wird die Windenergieeinspeisung deutlich unterdurchschnittlich ausfallen.
Bearishe Faktoren
Mehr Wind in den kommenden Tagen
Zum Ende der Woche sind die Windprognosen im Vergleich zur gestrigen Prognose nochmals deutlich angestiegen. Sie liegen am 9.1. mit 45 GW mehr als doppelt so hoch wie im langjährigen Mittel.
JKM-TTF-Spread stark zusammengelaufen
Der JKM Asia Februar-Future hat sich zuletzt seitwärts bewegt, parallel zeigte sich der TTF Gas Februar-Future fester. Entsprechend ist der JKM-TTF-Spread stark zusammengelaufen und lag zum Settlementpreis am Montag bei 0,13 US-Dollar/MMBtu. Ab 2 US-Dollar/MMBtu kam es in der Vergangenheit häufig zu steigenden TTF-Gaspreisen, da vermehrt Mengen von den USA nach Asien abgewandert sind.
Keine neue Kältewelle in Sicht
Die langfristige Temperaturprognose für Deutschland wurde für den Zeitraum ab dem 14. Januar bis zum 26. Januar nach oben korrigiert und liegt nun im leicht überdurchschnittlichen Bereich. Aktuell deuten sich nach der aktuellen Kältewelle keine erneuten unterdurchschnittlichen Temperaturwerte an.
Neutrale Faktoren
Nur kleinere Störungen in Norwegen
Ein ungeplanter Ausfall am norwegischen Gasfeld Skarv mit einem Ausfall von 4,6 Mio. Kubikmetern/Tag wird derzeit gemeldet. In den kommenden sieben Tagen sind zudem kleinere Wartungen an Dvalin, Aasta Hansteen und Åsgard geplant. Die Nominierungen liegen aktuell bei 343,5 Mio. Kubikmeter/Tag.
Kalte Temperaturen belasten Gasspeicher
Die kalten Temperaturen zum Jahreswechsel haben die Gasspeicher zuletzt deutlich belastet. Am Sonntag wurden europaweit 6.856 GWh/Tag ausgespeichert, nach 5.190 GWh/Tag am Samstag. Die Gasspeicherstände sanken um 0,6 Prozentpunkte auf 59,8 Prozent (EU). Der Füllstand liegt damit rund 10,4 Prozentpunkte unter dem Vorjahresniveau, während die Ausspeicherrate im Vergleich zum 4. Januar 2025 (Samstag) um rund 5 Prozent höher ausfällt. Mit dem absehbaren Ende der Kältewelle wird sich auch die Ausspeicherrate wieder reduzieren.
Venezuela: Rodriguez als Interimspräsidentin vereidigt
Nach der Festnahme von Präsident Nicolas Maduro hat dieser vor einem Gericht in New York auf „nicht schuldig“ plädiert und seine Rolle als Staatschef betont. Der nächste Verhandlungstag ist für den 17. März angesetzt. In Washington ist unterdessen ein politischer Streit über die US-Strategie entbrannt, Republikaner schließen eine Besetzung Venezuelas aus, Demokraten kritisieren fehlende konkrete Pläne für die Zeit nach Maduro. Die bisherige Vize-Präsidentin Delcy Rodriguez wurde als Interimspräsidentin vereidigt.
Grönlands Ministerpräsident Jens-Frederik Nielsen rechnet nicht mit einem kurzfristigen US-Vorstoß an Grönland. Er wies zudem Vergleiche mit Venezuela zurück: „Man kann Grönland nicht mit Venezuela vergleichen“, so Nielsen.
Kurzfristig wird sich die Öl- und Gasförderung des Landes nicht erhöhen lassen, dazu sind erhebliche Investitionen nötig. Für den europäischen Energiemarkt sind die kurzfristigen Auswirkungen also überschaubar. Langfristig bietet sich die Chance auf ein höheres Öl- und Gasangebot aus dem Land.
Fazit
Über die Feiertage und den Jahreswechsel kam es an den Energiemärkten unter einem geringen Handelsvolumen zu einer Seitwärtsbewegung. Leicht gestützt wurden die Märkte dabei von kühleren Temperaturen, wobei die Nachfrage feiertagsbedingt geringer ausfiel. Die aktuellen Wetterprognosen zeigen ein baldiges Ende der unterdurchschnittlichen Temperaturen, zudem steigen die Windeinspeisungen in den kommenden Tagen an. Insofern entlasten die aktuellen Wetterprognosen die Energiemärkte. Abseits davon bleibt die Gasversorgung in Europa robust. Die norwegischen Gasflüsse zeigen sich auch wieder aufwärtsgerichtet, nachdem es über den Jahreswechsel zu ungeplanten Ausfällen und geringeren Lieferungen kam. Angesichts des stark zusammengelaufenen JKM-TTF-Spreads sollten auch die LNG-Importe Europas hoch bleiben. Entsprechend sehen wir den Gasmarkt schwach. Das Preisniveau der EUA bleibt durch die spekulative Long-Position gestützt, allerdings hat die Aufwärtsdynamik zuletzt nachgelassen. Am Mittwoch startet zudem der Primärmarkt mit den Versteigerungen. Wir sehen die EUAs und den Strommarkt neutral. Allerdings bleiben die geopolitischen Entwicklungen dynamisch.
Hedging View
TTF Gas Frontjahr: Das TTF Gas Cal 27 bildete am 16.12. ein Trendtief bei 24,33 Euro/MWh aus und beendete in der zweiten Dezember-Hälfte den steilen Abwärtstrendkanal. Damit vollzog sich eine aufwärtsgerichtete Korrektur bis zum 38,2%-Fibonacci-Retracement bei 26 Euro/MWh im übergeordneten Abwärtstrend. Am 29.12. und 02.01. ging es hinauf bis auf 25,9 Euro/MWh. Zum Start in die KW 02 des neuen Jahres eröffnete der Markt mit einer großen Abwärtskurslücke und der grüne Korrektur-Trendkanal wurde gebrochen. Im Tagestief am Montag (24,87 Euro/MWh) ging es kurzzeitig unter 25 Euro/MWh zurück. Der Tagesschlusskurs befand sich mit 25,09 Euro/MWh wieder darüber. Unterhalb von 25 Euro/MWh könnte die Notierung nochmal Richtung Trendtief bei 24,33 Euro/MWh nachgeben, wo Hedging-Aktivitäten für das Gas-Portfolio aus charttechnischer Sicht sinnvoll erscheinen. Ein Preisanstieg über 26 Euro/MWh würde ein Kaufsignal generieren und die aufwärts gerichtete Korrektur könnte sich weiter in Richtung 27 Euro/MWh (61,8%-Fibo-Retracement) ausdehnen.
Strom Frontjahr Base: Nach der Ausbildung eines Doppeltops im November bei 87,5 Euro/MWh fiel der Strom Cal 27 Base Future steil in Richtung Süden und fand erneut auf der 200-Tage-Linie bei aktuell 81,31 Euro/MWh Halt. Bereits Ende Mai, Anfang Juli und zweimal im August konnte dieser wichtige gleitende Durchschnitt, der Bullen- von Bärenmärkten trennt, als dynamische Unterstützung Kaufinteresse bei den Marktteilnehmern auslösen. Von daher kann die 200-Tage-Linie auch künftig für Hedging-Aktivitäten in Erwägung gezogen werden, zumal diese auch recht gut mit dem grünen Aufwärtstrend von Ende Mai harmoniert. Dabei bleibt festzuhalten, dass sich der Strom Cal 27 Base Future oberhalb der steigenden 200-Tage-Linie und damit grundsätzlich in einem übergeordneten Bullenmarkt befindet. Unterhalb dieser relevanten Glättungslinie trübt sich das Chartbild wieder deutlicher ein und die psychologische 80-Euro-Marke gerät in den Fokus. Darunter befindet sich ein nächster relevanter Auffangbereich bei 79 Euro/MWh.
EUA-Dez-Future: Seit August letzten Jahres befindet sich der EUA-Dez.26-Future in einem intakten Aufwärtstrendkanal. Der Widerstand bei 85,54 Euro/t CO2 wurde überwunden und daraufhin das Kursziel bei 86,99 Euro/t CO2 (Jahreshoch aus Januar) abgearbeitet. Das Ende Dezember ausgeprägte Trendhoch liegt bei 88,88 Euro/t CO2, welches punktgenau auch am 02.01. nochmals getestet wurde. Ein Kursanstieg darüber würde ein Kaufsignal in Richtung 90-Euro-Marke triggern. Aufgrund des intakten Aufwärtstrends dürften Kursrücksetzer von den Marktteilnehmern weiterhin als Kaufgelegenheit wahrgenommen werden. Das nächste Verlaufstief im Aufwärtstrend befindet sich bei 86,83 Euro/t CO2. Auf dem 20-Tage-SMA bei aktuell 86,7 Euro/t CO2 kam es im November/Dezember häufiger zu einer Kursstabilisierung. Bei 85,9 Euro/t CO2 befindet sich die Aufwärtstrendkanal-Unterkante, wo Hedging-Aktivitäten ins Auge gefasst werden könnten. Die ehemalige Widerstandszone zwischen 85,54-84,94 Euro/t CO2 sollte weiter als starke Unterstützung fungieren, auf welcher das Kaufinteresse wieder ansteigen könnte.


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