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Nach dem Osterwochenende startet der Energiemarkt etwas fester in die kurze Handelswoche. Gespannt blicken die Marktteilnehmer auf die neueste Deadline des US-Präsidenten Trump. Diese läuft um 02:00 Uhr in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch ab. Sollte es bis dahin zu keiner Öffnung der Straße von Hormus kommen, droht Trump mit US-Angriffen auf Kraftwerke und Brücken.
Bullishe Faktoren
Trump-Deadline um 02:00 Uhr deutscher Zeit
Donald Trump verschärft den Druck auf den Iran kurz vor Ablauf seines Ultimatums. Der US-Präsident droht offen mit massiven Angriffen auf kritische Infrastruktur. Binnen weniger Stunden könne man Brücken und Kraftwerke gezielt zerstören, so Trump. Entscheidend ist die Öffnung der Straße von Hormus, für die die Frist in der Nacht zum Mittwoch um 2 Uhr deutscher Zeit ausläuft.
LNG-Tanker brechen Durchfahrt ab
Die von QatarEnergy betriebenen LNG-Tanker Rasheeda (266.000 Kubikmeter) und Al Daayen (151.700 Kubikmeter) waren laut Kpler-Daten zuletzt in Richtung der Straße von Hormus unterwegs, haben ihre Fahrt durch die Meerenge nun aber offenbar abgebrochen, was die ersten geplanten LNG-Exporte außerhalb der Region seit Beginn der militärischen Eskalation verzögert. Zuvor hatte der LNG-Tanker Sohar LNG die Straße von Hormus passiert, allerdings ohne Beladung. Seit Anfang April liegt es vor Maskat ohne neues Ziel. Kpler-Daten zeigen allerdings für andere Rohstoffe, dass es bereits Durchfahrten gegeben hat. So haben am 5. April 10 Tanker die Meerenge passiert, davon sechs von West nach Ost und vier von Ost nach West.
EDF verlängert Ausfall von Cattenom 4 um einen Monat
Der französische Energiekonzern EDF hat die Abschaltung des französischen Kernkraftwerks Cattenom 4 um mehr als einen Monat bis Mitte Juni verlängert. Auch die Wartung von Blayais 1 wurde leicht ausgeweitet, während zwei andere Reaktoren schneller als geplant wieder ans Netz gehen sollen. Zusätzlich kam es kurzfristig zu einem ungeplanten Ausfall des Reaktors St. Alban 2, der jedoch rasch behoben wurde.
Bearishe Faktoren
Stärkere Einspeicherung über Osterfeiertage
Feiertagsbedingt kam es bei den europäischen Gasspeichern zu stärkeren Einspeicherungen. Am Sonntag wurden EU-weit 2.615 GWh/Tag eingespeichert nach 2.452 GWh/Tag am Vortag und deutlich mehr als die nahezu ausgeglichenen 69 GWh/Tag am Sonntag der Vorwoche. Die Speicherstände stiegen um 0,23 Prozentpunkte auf 28,42 Prozent (EU), rund 6,4 Prozentpunkte unter Vorjahr. In Deutschland wurden 730 GWh/Tag eingespeichert, die Füllstände stiegen um 0,30 Prozentpunkte auf 22,56 Prozent (DE), rund 7,0 Prozentpunkte unter Vorjahr.
Norwegische Gaslieferung auf hohem Niveau
Die Gasflüsse aus Norwegen bewegen sich auf einem hohen Niveau. Die Exportnominierung für den heutigen Tag liegt bei 343,5 mcm/d nach 342,5 mcm/d am Vortag. Aktuell bestehen keine gemeldeten Ausfälle. Im Wochenvergleich liegt die Nominierung mit 343,5 mcm/d rund 2,5 Prozent über dem Niveau der Vorwoche. Gegenüber dem Vorjahr ergibt sich ein deutliches Plus von 13,8 Prozent.
PV- und Windeinspeisung überdurchschnittlich
Ab Donnerstag ist wieder mit erhöhter Windeinspeisung zu rechnen. Besonders der 12.4. sticht mit rund 24 GW hervor und liegt damit deutlich über dem langjährigen Mittelwert von 13,3 GW. Nach diesem Peak fällt die Einspeisung deutlich zurück, auf Werte um 5 GW, und bleibt voraussichtlich auch in der Folge unterdurchschnittlich. Die PV-Einspeisung liegt aktuell mit Werten um 18 GW auf hohem Niveau. Am 10.4. wird vorübergehend weniger Leistung von rund 10 GW erwartet, bevor die Einspeisung anschließend wieder deutlich auf 17 bis 18 GW anzieht. Erst gegen Ende des Monats rechnen die Modellläufe erneut mit schwächeren Werten. Aktuell liegt die Durchschnittstemperatur in Deutschland leicht unter dem langjährigen Mittelwert. Im weiteren Monatsverlauf liegen die Prognosen überwiegend über dem Klimamittel von 9 Grad Celsius. Den höchsten Wert zeigt der Lauf für den 11.4. mit 11,2 Grad Celsius.
Neutrale Faktoren
Pressekonferenz zur Lage im Iran abgesagt
Das US-Verteidigungsministerium hat eine geplante Pressekonferenz kurzfristig gestrichen. Gründe für die Absage nannte das Pentagon nicht. Der Schritt fällt in die Phase des nächsten US-Ultimatums an den Iran mit der Aussicht auf weitere militärische Maßnahmen.
Südkoreanischer Sondergesandter reist in Ölförderländer
Südkorea verstärkt seine energiepolitischen Aktivitäten im Nahen Osten. Präsidialamtschef Kang Hoon-sik reist als Sondergesandter in mehrere Förderländer, um Rohöllieferungen abzusichern. Hintergrund ist die hohe Abhängigkeit von Transporten durch die Straße von Hormus. Aktuell warten dort bereits Dutzende südkoreanische Schiffe auf eine sichere Passage.
Starke Negativstunden am Osterwochenende
Über die Osterfeiertage sind die Day-Ahead-Strompreise in Deutschland deutlich in den negativen Bereich gefallen, vor allem aufgrund hoher Wind- und Solarproduktion bei gleichzeitig geringer Nachfrage. In einzelnen Stunden sanken die Preise auf unter minus einhundert Euro/MWh, während erneuerbare Energien zeitweise den Großteil des Strommixes stellten. Auch in Frankreich und Belgien wurden negative oder nahezu null Preise verzeichnet.
Fazit
Über das lange Osterwochenende hat sich die Situation an den Energiemärkten nicht wesentlich verändert. Weiterhin bleibt die Situation in Nahost das bestimmende Thema und nun bleibt abzuwarten, was mit der nächsten Trump-Deadline passiert. Der US-Präsident droht mit weiteren massiven Angriffen auf Brücken und Kraftwerke im Iran und erhofft sich mit den Drohungen sicherlich ein Einknicken des Irans. Doch bislang konnte Trump mit seiner Rhetorik keine Erfolge im Iran verzeichnen. Zudem hatte er die Fristen immer wieder verschoben. Was passiert nun also nach Ende der Frist, wenn die Straße von Hormus geschlossen bleibt? Es könnte zu einer weiteren Eskalation kommen, doch auch eine erneute Fristverschiebung ist möglich. Der Markt wartet auf klare Signale und dürfte volatil seitwärts tendieren. Da die weiteren Versuche eine Durchquerung der Straße von Hormus gescheitert sind, bleibt insbesondere der Gas- und Ölmarkt aber gestützt.
Hedging View
TTF Gas Cal 27: Der TTF Gas Cal 27 Future fiel am vergangenen Mittwoch temporär unter die Marke von 40 Euro/MWh und markierte ein neues Verlaufstief bei 38,50 Euro/MWh. Damit wurde der kurzfristige Abwärtstrend bestätigt. Weiterhin bleibt die Situation in Nahost das bestimmende Thema und nun bleibt abzuwarten, was mit der nächsten Trump-Deadline passiert. Die Unsicherheit bleibt hoch, weshalb sich Preisrücksetzer weiterhin als Kaufgelegenheit anbieten. Rund um die 40-Euro-Marke besteht weiterhin ein psychologischer Support auf dem Hedging-Aktivitäten in Erwägung gezogen werden könnten. Unterhalb von 40 Euro/MWh und dem Verlaufstief bei 38,5 Euro/MWh scheint die charttechnische Fallhöhe durchaus ausgeprägt zu sein.
Strom Cal 27 Base: Der Strom Cal 27 Base Future hat am vergangenen Mittwoch ein neues Verlaufstief bei 91,27 Euro/MWh markiert und damit den kurzfristigen Abwärtstrend bestätigt. Weiterhin bleibt die Situation in Nahost das bestimmende Thema und nun bleibt abzuwarten, was mit der nächsten Trump-Deadline passiert. Die Unsicherheit bleibt hoch, weshalb sich Preisrücksetzer weiterhin als Kaufgelegenheit anbieten. Mit dem etablierten kurzfristigen Abwärtstrend könnte die 90-Euro-Marke weiter in Schlagdistanz geraten. Dieses Niveau stellt einen stärkeren Support dar, womit Hedging-Aktivitäten aus charttechnischer Sicht sinnvoll erscheinen.
EUA-Dez-26-Future: Der EUA-Dez-Future befindet sich in einer technischen Rebound-Phase und zeigt Signale einer sich fortsetzenden Erholung. Nachdem die 70-Euro-Marke nachhaltig überschritten wurde, rücken auf der Oberseite die Hochs der Vormonate bei aufgerundet 75 Euro/t CO2 in den Fokus. Ein nachhaltiger Ausbruch über 75 Euro/t CO2 wäre bullish zu werten. Auch in der vergangenen Woche ist dieser Ausbruch aber erneut nicht geglückt. Im Falle nachgebender Kurse der EUAs befindet sich auf der 70-Euro-Marke fortan wieder eine psychologische Unterstützung. Bei einem Rückfall darunter sollten die Tiefs aus Februar und März bei 68 Euro/t CO2 erneut Halt bieten können.

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