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Nächtliche Angriffe auf Teheran – Tropensturm im Golf von Mexiko
22.07.2026
10:07
Uhr

Am Mittwochmorgen notieren die Energiemärkte unisono im Plus. Am Strommarkt liefert der französische Frontmonatskontrakt Base mit einem Plus von 8,7 Prozent heute bullishe Impulse und treibt auch den deutschen Strom Base August Future 3 Prozent nach oben. Neue Kraftwerksausfälle sind nicht gemeldet, daher dürfte die Bewegung mit den wieder wärmeren Temperaturprognosen ab Anfang August zu tun haben, wenngleich bislang keine große Hitzewelle droht.

Der Brent Crude Frontmonat notiert heute um 09:30 Uhr 3,5 Prozent fester bei 94,22 USD/bbl. Über Nacht gab es erneut US-Angriffe auf den Iran, erstmals seit Beginn dieser aktuellen Eskalationsrunde auch wieder in der Hauptstadt Teheran. Unterdessen blockieren die Huthis aus dem Jemen offenbar erfolgreich die Zufahrt zum Roten Meer, so dass Öllieferungen aus Saudi-Arabien nicht in Richtung Asien gelangen können. US-Präsident Trump kündigte Gegenmaßnahmen an. Von einer Waffenruhe ist aktuell keine Rede mehr.

Bullishe Faktoren

Ausfahrt aus Rotem Meer durch Huthis blockiert

Drei saudi-arabische Öltanker, die in Richtung China bzw. Indien unterwegs waren, haben seit gestern die Durchfahrt der Meerenge Bab al-Mandab nach einer Warnung der Huthi-Milizen abgebrochen und steuern nun den Suez-Kanal an. Weitere Details siehe Rückblick/Recap.

Trump sieht keine Gesprächsgrundlage mit Iran

US-Präsident Donald Trump sieht derzeit keine Grundlage für unmittelbare Gespräche mit Iran, solange Teheran aus seiner Sicht nicht zu ernsthaften Verhandlungen bereit ist. Gleichzeitig setzen der Iran und die USA ihre gegenseitigen Angriffe fort. Erstmals seit Beginn der jüngsten Eskalation im Iran-Krieg ist in der Hauptstadt Teheran wieder die Flugabwehr aktiviert worden. Trump kündigte auch Gegenmaßnahmen gegen die von den Huthis verhängte Blockade im Roten Meer an, ohne diese näher zu erläutern.

Tropensturm zieht in Richtung LNG-Anlagen

Tropensturm Bertha wird sich nach Angaben des US-Hurrikanzentrums bis Mittwochabend entlang der nördlichen Golfküste westwärts ausbreiten. Betroffen sind zunächst der Florida Panhandle sowie Alabama und Mississippi, später auch der Großraum New Orleans und Teile Louisianas. Für die Küsten von Mississippi und Louisiana gilt eine Hochwasserwarnung, zudem sind bis Donnerstag örtliche Sturzfluten möglich. Auch im äußersten Westen Louisianas und an der oberen texanischen Golfküste könnten zusätzliche Warnungen erforderlich werden. In der Region liegen mit Plaquemines LNG, Cameron LNG, Calcasieu Pass und Sabine Pass mehrere wichtige LNG-Exportanlagen. Weiter westlich befindet sich Freeport LNG an der texanischen Golfküste, sodass je nach Zugbahn auch Hafen- und Schiffsverkehr beeinträchtigt werden könnten. Auch lokale Stromausfälle sind durchaus möglich. Da Bertha jedoch bereits auf rund 85 km/h abgeschwächt wurde und weiter an Kraft verlieren soll, sind nach aktuellem Stand eher vereinzelte oder regionale Ausfälle als großflächige Netzprobleme zu erwarten.

Ungeplanter Ausfall an norwegischer Gasanlage

An der norwegischen Gasanlage Dvalin kommt es heute aufgrund von Prozessproblemen zu einem Ausfall von 5,4 mcm/d. Der Ausfall ist allerdings gering und soll bereits morgen behoben sein.

Strategische Ölreserven auf tiefstem Niveau seit 1983

Am Montag wurde durch Reuters berichtet, dass die strategischen Erdölreserven der USA auf den niedrigsten Stand seit 1983 gefallen sind. Auch die gesamten US-Ölvorräte, einschließlich kommerzieller Lagerbestände, liegen auf dem tiefsten Niveau seit 1984.

Bearishe Faktoren

Hoffnung auf Waffenruhe

Weiterhin besteht Hoffnung auf eine erneute Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran, um wieder an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Die Wahrscheinlichkeit ist zuletzt allerdings gesunken.

Temperaturen weiterhin kühl

Die deutschen Durchschnittstemperaturen liegen aktuell mit 17 Grad Celsius unter dem langfristigen Klimamittel. Am Samstag wird es kurzfristig wärmer, nachhaltige Temperaturanstiege auf rund 21,5 Grad Celsius sind erst zum 01.08. erwartbar.

Neutrale Faktoren

Erneuerbare wechselhaft

Die Windeinspeisung bleibt diese Woche wechselhaft. Heute werden sehr starke 24,5 GW eingespeist. Donnerstag und Freitag liegt der Ertrag bei leicht unterdurchschnittlichen 7,5 GW. Ab Sonntag zieht die Einspeisung erneut an und erreicht am Montag Spitzenwerte von 17 GW. Der PV-Ertrag ist heute und morgen mit rund 13 GW leicht unterdurchschnittlich. Am Freitag und Samstag wird es mit knapp 20 GW sonniger, bevor die Leistung am Wochenende wieder auf 11,5 GW sinkt.

Fazit

Aktuell stehen die Zeichen weiterhin auf Eskalation im Nahen Osten. Damit wird eine planmäßige Wiederinbetriebnahme der LNG-Anlage Ras Laffan immer unwahrscheinlicher. Es steigt nach US-Angriffen auf iranische Brücken eher das Risiko von erneuten Attacken auf Energieinfrastruktur in der Golfregion. Angesichts der niedrigen Gasspeicherstände in Europa wird die Lage am LNG-Markt daher vor dem Winter kritisch. Wir bleiben weiterhin bullish für Öl, Gas und Kohle und damit auch für Strom. Die EUAs schätzen wir neutral ein.

Hedging View

TTF Gas Cal 27: Die Korrelation der Öl- und Gaspreise bleibt hoch, womit der Blick auf den Ölpreis unerlässlich bleibt. Und Öl treibt die Märkte an. Nach zaghaften Hoffnungen auf diplomatische Vermittlungen im Nahostkrieg stehen die Zeichen aktuell weiterhin eher auf Eskalation. Die Wiederinbetriebnahme der LNG-Anlage Ras Laffan wird unwahrscheinlicher und mit den niedrigen Gasspeicherständen in Europa wird die Lage kritischer. Zudem steigt das Risiko von weiteren Angriffen auf die Energieinfrastruktur. Preisliche Korrekturen sollten daher für Absicherungszwecke genutzt werden. Beim TTF Gas Frontjahr stellt die 40-Euro-Marke einen psychologischen Support dar. Darunter könnte der ehemalige charttechnische Deckel bei 39 Euro/MWh für Hedging-Aktivitäten genutzt werden. Stärkerer Kaufdruck ist hier zu erwarten.

Strom Cal 27 Base: Seit dem Junitief bei 91,50 Euro/MWh bleibt der Aufwärtstrend beim Strom Cal 27 Base Future intakt. Eine Korrektur oder Gegenbewegung ist bislang ausgeblieben. Mittlerweile hat der Strom-Kontrakt das Hoch bei 104,01 Euro/MWh aus März nachhaltig überwunden. Damit sinkt die Chance auf eine Bullenfalle. Der Markt zeigt sich zwar zweifelsohne überkauft, doch in starken Trendphasen ist dies nicht ungewöhnlich und sollte Absicherungen auf der Oberseite nicht verhindern. Weder im Tageschart noch anderweitig zeigen sich derzeit Anzeichen für nachgebende Preise. Doch auch der Strommarkt ist für gewöhnlich keine Einbahnstraße nach oben, von daher bleibt der Strom-Future korrekturanfällig. Im Falle von Kursrücksetzern bietet fortan die 100-Euro-Marke einen psychologischen Support. Darunter wartet bei 96,75 Euro/MWh eine potenzielle Polaritätswechselzone, auf welcher Hedging-Aktivitäten für das Strom-Portfolio in Erwägung gezogen werden könnten. Absicherungen auf der preislichen Oberseite sind natürlich ebenfalls zielführend, sollten die Kurse die Support-Niveaus nicht mehr ansteuern.

EUA-Dez-26-Future: Die EUAs konsolidierten am Dienstag leicht nach der fulminanten Rally von Montag. Die EUAs verfahren mit der Veröffentlichung der Reformpläne durch die EU-Kommission offenbar nach dem Motto „Sell the Rumor, Buy the Fact!“ Der Aufwärtstrend ist weiterhin völlig intakt und wir bleiben bei unserer Auffassung, dass Kursrücksetzer für Absicherungen im CO2-Portfolio genutzt werden könnten. Das Mehrfachhoch bei 82,28 Euro/t CO2 wurde im gestrigen Handel angelaufen, woraufhin der Kaufdruck wieder zunahm, was die Bedeutung dieser Marke unterstreicht. Ein erneuter Test dieser Haltemarke bietet sich somit für Hedging-Aktivitäten an. Weitere relevante Marken sind darunter die psychologische 80-Euro-Marke und die Mehrfachtiefs bei 78,31 Euro/t CO2.

Abweichung jeweils gegenüber saisonaler Norm
Aktuelle Prognose: EC00
Vorherige Progrnose: EC06 (Vortag)
Quelle LSEG

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Stefan Küster
Tobias Waniek
Herausgeber: EnerChase GmbH & Co. KG, (im Folgenden "enerchase"), Sitz: Willich, eingetragen im Handelsregister des Amtsgerichts Krefeld unter HRA 7101, vertreten durch die persönlich haftende Gesellschafterin EnerChase Verwaltung GmbH, Sitz: Willich, eingetragen im Handelsregister des Amtsgerichts Krefeld unter HRB 13893 diese vertreten durch die Geschäftsführer Stefan Küster und Dennis Warschewitz.Autoren: Dennis Warschewitz, Stefan Küster, Tobias WaniekDatenquelle: LSEG EikonHinweis zur Methodik: Die durch Tachos angegebenen Tagesdaten basieren auf einem optimierten Indikatoren-Modell der Technischen Analyse, das auf historischen Wertentwicklungen beruht (u.a. Average Directional Index, MACD, RSI, Commodity Channel Index, Moving Averages). Der Zeitrahmen, auf die sich die Tendenzaussagen beziehen, ist jeweils ein Tag. Die Tendenzen werden im täglichen Rhythmus veröffentlicht.Mögliche Interessenkonflikte: Gesellschafter der EnerChase GmbH & Co. KG, können Unternehmen oder Beratungskunden der EnerChase GmbH & Co. KG könnten zum Zeitpunkt der Erstellung dieser Analyse in den besprochenen Derivaten oder Basiswerten investiert sein.Disclaimer / HaftungsbeschränkungDer DailyReport inklusive der Wochentendenzen (im Folgenden „Analysen“) richtet sich an institutionelle Marktteilnehmer. Die Analysen sind für die allgemeine Verbreitung bestimmt und dienen ausschließlich zu Informationszwecken und stellen insbesondere keine Anlageberatung, Empfehlung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Derivaten dar und beziehen sich nicht auf die spezifischen Anlageziele, die finanzielle Situation bzw. auf etwaige Anforderungen von Personen. Handlungen basierend auf den von EnergyCharts veröffentlichten Analysen geschehen auf eigene Verantwortung der Nutzer. Grundsätzlich gilt, dass die Wertentwicklung in der Vergangenheit keine Garantie für die Wertentwicklung in der Zukunft ist. Vergangenheitbezogene Daten bieten keinen Indikator für die zukünftige Wertentwicklung.EnergyCharts übernimmt keine Haftung für direkte wie auch für indirekte Schäden oder Folgeschäden, welche im Zusammenhang mit der Verwendung der Informationen entstehen können mit Ausnahme für Schäden, die auf einer vorsätzlichen oder grob fahrlässigen Pflichtverletzung unsererseits oder einer vorsätzlichen oder grob fahrlässigen Pflichtverletzung einer unserer Erfüllungsgehilfen beruhen. Insbesondere besteht keine Haftung dafür, dass sich die in den Analysen enthaltenen Prognosen auch bewahrheiten. Die Informationen und Prognosen wurden mit großer Sorgfalt zusammengestellt. Für die Richtigkeit, Aktualität und Vollständigkeit kann gleichwohl keine Gewähr übernommen werden, auch auf eine Verlässlichkeit der Daten hat der Nutzer keinen Anspruch. Des Weiteren wird die Haftung für Ausfälle der Dienste oder Schäden jeglicher Art bspw. aufgrund von DoS-Attacken, Computerviren oder sonstigen Attacken ausgeschlossen. Die Nutzung der Inhalte der Analysen erfolgt auf eigene Gefahr des Nutzers.Unsere Tätigkeit ist gemäß § 86 WpHG bei der BaFin angezeigt.Weitere Informationen zur Methodik und die historischen Tagestendenzen können unter research@energycharts.de jederzeit angefragt werden. Diese Publikation ist urheberrechtlich geschützt. Das Kopieren sowie die Verarbeitung, Veränderung und/oder Weitergabe dieser Informationen ist nur mit ausdrücklicher schriftlicher Genehmigung der EnerChase GmbH & Co. KG zulässig.
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