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CO2 - Marktbericht

Der nächste CO2-Marktbericht erscheint wieder am 31.07.2025!

Grundlagen des Energiehandels – Handel und Beschaffung

09. und 13.03.2026 als Online-Webinar

Trump sorgt erneut für Unruhe – EUA-Ausverkauf zu Wochenbeginn

2026-01-22 5:30 pm

In der aktuellen Handelswoche kam es zu deutlichen Kursausschlägen an den Energiemärkten. Besonders der Gasmarkt zeigte sich extrem volatil. Der TTF Gas-Future für Februar verteuerte sich innerhalb von zwei Wochen um mehr als 40 Prozent. In den USA sprang der Henry-Hub-Preis infolge einer ausgeprägten Kältewelle binnen weniger Handelstage um über 75 Prozent an. Auch der CO2-Markt blieb von der allgemeinen Nervosität nicht verschont. Der EUA-Dezember-26-Future verlor zu Wochenbeginn innerhalb von zwei Handelstagen fast acht Prozent und rutschte zeitweise unter die Marke von 84 Euro/t CO2. Im weiteren Wochenverlauf stabilisierte sich der EUA-Markt, zuletzt notierte der Kontrakt wieder im Bereich von knapp 89 Euro/t CO2 (Stand: 15:30 Uhr).

Neben den zeitgleichen Kältewellen in Europa, den USA und Teilen Asiens sowie schwachen Windeinspeisungen wurde das Marktumfeld erneut durch politische Signale aus den USA belastet. Aussagen von US-Präsident Donald Trump zu möglichen handelspolitischen Maßnahmen gegenüber der EU, vorgetragen im Rahmen des Weltwirtschaftsforums in Davos, sorgten für zusätzliche Unsicherheit an den Energie- und Finanzmärkten. Die Nervosität spiegelte sich auch an den Aktienmärkten wider. Der DAX gab zeitweise deutlich nach, konnte die Verluste bis Handelsschluss jedoch weitgehend begrenzen. Parallel erreichte der Goldpreis ein neues Rekordhoch. Nach Berichten über eine mögliche Einigung kehrte die Euphorie jedoch schnell wieder an die Finanzmärkte zurück. Vor dem Hintergrund des hohen Anteils an finanziellen Marktakteuren im EU-ETS übertrug sich die Euphorie auch auf den europäischen Emissionshandel.

CoT-Report: Investmentfonds treten auf die Bremse

Vergleichsweise moderat verlief dagegen die Entwicklung im jüngsten Commitments of Traders-Report der ICE Endex (CoT-Report). In der CoT-Berichtswoche zum 16. Januar legte der EUA-Dez-26-Future zwar um 2,7 Prozent zu. Diese Aufwärtsbewegung wurde jedoch nicht von den Investmentfonds getragen, da sich die Finanzinvestoren insgesamt zurückhaltend positionierten und sowohl Long- als auch Short-Positionen reduzierten. Der Preisanstieg dürfte damit vor allem aus dem physischen Markt heraus erfolgt sein. Die Netto-Long-Position der Investmentfonds lag zum Stichtag bei 126,0 Mio. EUA. Gegenüber der Vorwoche entspricht das lediglich einem Zuwachs von 0,3 Prozent oder 0,4 Mio. EUA. Nach dem kräftigen Aufbau in der ersten vollen Handelswoche des Jahres kommt die Positionierung damit nahezu zum Stillstand, das spekulative Momentum hat spürbar nachgelassen. Zu Beginn der laufenden Woche hat sich dieses Bild jedoch deutlich gedreht. Am Montag und Dienstag kam es zu einem kräftigen Ausverkauf. Ob dieser bereits abgeschlossen ist oder sich weiter fortsetzt, werden erst die kommenden CoT-Daten zeigen.

REPowerEU-Finanzierungsziel könnte vorzeitig erreicht werden

Die kräftigen Preissteigerungen bei EUAs vor dem Einbruch zu Wochenbeginn könnten auch direkte Auswirkungen auf den Finanzierungsrahmen des europäischen REPowerEU-Programms haben. Die EU hatte das Paket im Mai 2022 als Reaktion auf die massiven Verwerfungen an den Energiemärkten infolge des russischen Angriffs auf die Ukraine beschlossen, mit dem Ziel, den Ausstieg aus fossilen Energieträgern zu beschleunigen.

Das angestrebte Finanzierungsvolumen beläuft sich auf 20 Milliarden Euro. Bis Ende 2025 wurden über die zusätzliche Versteigerung von Emissionszertifikaten bereits rund 14,3 Milliarden Euro erlöst. Damit fehlen nur noch gut 5,7 Milliarden Euro, um das Ziel vollständig zu erreichen.

Angesichts der jüngsten Preisrally bei EUAs könnte sich der benötigte Versteigerungsumfang für 2026 deutlich reduzieren. Statt der im Auktionskalender für 2026 vorgesehenen 93,3 Millionen EUAs dürfte unter Annahme durchschnittlicher Versteigerungspreise bereits ein deutlich geringeres Volumen ausreichen. In entsprechenden Szenarien würden gut zwei Drittel der geplanten Menge genügen. Schätzungsweise 25 bis 30 Millionen EUAs müssten dann gar nicht mehr versteigert werden.

Investmentfonds geben CO2-Preis neuen Auftrieb

2026-01-15 5:30 pm

Nach einem Vorwochenplus von 1,4 Prozent setzte der EUA-Dezember-26-Future seine Aufwärtsbewegung auch in der dritten Handelswoche des Jahres mit hoher Dynamik fort. Am Donnerstag stieg der Dezember-Future am Vormittag im Tageshoch bis auf 93,80 Euro/t CO2, und lag damit rund 5 Prozent über dem Vorwochenschlusskurs. Am Nachmittag nahm der Verkaufsdruck jedoch spürbar zu. Gegen 16 Uhr notierte das Emissionsrecht nur noch bei rund 92 Euro/t CO2, was auf erste Gewinnmitnahmen hindeutet.

Insbesondere die Investmentfonds bleiben ein starker Preistreiber und haben die Netto-Long-Position in der Vorwoche weiter stark ausgebaut. Zudem sorgt das Wetter mit kühlen und windschwachen Bedingungen für einen höheren Bedarf an fossilen Brennstoffen. Zusätzlich belasteten wetterbedingte Kraftwerksausfälle in Frankreich den Strommarkt. Ein schwerer Sturm führte dort zur Abschaltung der Kernreaktoren Flamanville 1 und 3 mit einer Gesamtleistung von rund 2,9 GW. Die Hochspannungsleitung, die die Reaktoren versorgt, wurde durch Windgeschwindigkeiten von über 200 km/h beschädigt. Reaktor 3 verlor dabei zeitweise seine Eigenversorgung und musste extern gestützt werden. Der Ausfall der Kernkraftwerksblöcke erhöht den Einsatz von Gas- und Kohlekraftwerken und stützte damit die Nachfrage nach Emissionszertifikaten.

CoT-Report: Spekulanten treiben CO2-Preise weiter an

Die Investmentfonds haben ihre bullishe Ausrichtung in der ersten vollen Handelswoche des Jahres deutlich ausgeweitet. Nach der eher verhaltenen Aktivität über den Jahreswechsel kehrt das spekulative Kapital nun mit großer Dynamik an den Markt zurück und sorgt für eine starke Unterstützung. Die Netto-Long-Position der Investmentfonds stieg im Vergleich zur Vorwoche deutlich um 9,2 Prozent. Sie liegt nun bei 125,6 Mio. EUA nach 115,0 Mio. EUA in der Vorwoche. Dies entspricht einem Zuwachs von rund 10,6 Mio. EUA innerhalb einer einzigen Woche. Damit erreicht die Netto-Positionierung den kräftigsten Zuwachs seit September des vergangenen Jahres. Insbesondere auf der Long-Seite ist eine deutliche Aufstockung zu verzeichnen. Die Bestände kletterten um 6,5 Prozent auf nun 153,1 Mio. EUA. Gleichzeitig haben die Fonds ihre Absicherungen gegen fallende Kurse reduziert. Die Short-Positionen sanken um 4,2 Prozent auf 27,5 Mio. EUA. Der Rückgang um 1,2 Mio. EUA unterstreicht die nachlassende Skepsis am Markt und deutet auf eine zunehmende Glattstellung von Short-Positionen hin. Die Investmentfonds haben die zuletzt defensivere Haltung zum Jahreswechsel aufgegeben und positionieren sich wieder klar auf der Käuferseite. Bleibt diese Dynamik erhalten, rückt die psychologisch wichtige Marke von 100 Euro/t CO2 in den kommenden Wochen in greifbare Nähe. Auffällig ist zudem, dass der Anstieg der Netto-Long-Position mit einer wachsenden Zahl aktiver Marktteilnehmer einhergeht.

Cover Ratio bei EU-Primärmarktauktionen schwächer

Das Verhältnis von Angebot und Nachfrage (Cover Ratio) betrug in der aktuellen Woche bei den drei EU-Auktionen rund 1,6 und fiel damit schwächer aus als bei der ersten EU-weiten Auktion am vergangenen Donnerstag mit 1,7. Im letzten Jahr betrug die Cover Ratio der EU-Auktionen im Durchschnitt 1,54. Obwohl die angebotenen Zertifikate formal identisch sind, zeigte sich in den drei getrennt durchgeführten Auktionen für Deutschland, Polen und die übrigen EU-Länder ein deutlich unterschiedliches Nachfragebild. In den deutschen Auktionen lag die durchschnittliche Cover Ratio im Jahr 2025 bei 2,06. Bei den polnischen lag der Wert im Vorjahr bei 1,79.

Verhaltener Start ins neue Jahr – Angebotsrückgang 2026 im Fokus

2026-01-08 5:00 pm

Über den Jahreswechsel zeigte der neue Leitkontrakt EUA-Dez-26 eine Seitwärtsbewegung zwischen 88,88 Euro/t CO2 auf der Ober- und 86,83 Euro/t CO2 auf der Unterseite und beendete die Handelswoche mit einem moderaten Plus von 0,5 Prozent. Zu Beginn der aktuellen Handelswoche haben die Energiemärkte am Montag deutlich schwächer geschlossen und die EUAs verloren 1,3 Prozent. Mit abkühlenden Temperaturprognosen stabilisierten sich die Notierungen aber wieder und handeln am Donnerstagnachmittag gegen 17 Uhr auf dem Niveau des Vorwochenschlusskurses.

CoT-Report: Leichte Gewinnmitnahmen über den Jahreswechsel

Die aktuellen CoT-Daten der ICE Endex per 02.01.2026 zeigen bei den Investmentfonds eine leichte Reduktion der Netto-Long-Position am CO2-Markt. Trotz des moderaten Kursanstiegs von 0,5 Prozent des EUA-Dez-26-Futures in der Berichtswoche haben die Spekulanten ihre rekordhohe Positionierung etwas zurückgefahren. Die Netto-Long-Position der Investmentfonds sank um 1,0 Prozent auf 115,0 Mio. EUA (Vorwoche: 116,2 Mio. EUA). Im Detail zeigt sich ein Rückgang der Long-Bestände um 0,4 Mio. Zertifikate auf 143,7 Mio. EUA. Auf der Short-Seite erhöhten die Fonds ihre Absicherungspositionen um 0,8 Mio. auf 28,7 Mio. EUA.

Die Bewegung ist im Kontext des dünnen Handels über den Jahreswechsel zu bewerten. Die Reduktion um 1,2 Mio. EUA bei der Netto-Position ist überschaubar und deutet eher auf technische Anpassungen oder kleinere Buchgewinnsicherungen hin als auf einen grundlegenden Stimmungswechsel. Die Investmentfonds halten weiterhin an ihrer bullishen Grundhaltung fest, nutzen aber die Jahreswende für moderate Gewinnmitnahmen. Die Netto-Long-Position von 115,0 Mio. EUA liegt immer noch auf historisch hohem Niveau und stützt das Preisniveau grundsätzlich. Die Überzeugung für weiter steigende Preise hat zuletzt jedoch nachgelassen.

Primärmarktauktionen wieder gestartet

Nach dem Ende der Primärmarkauktion am 15. Dezember des vergangenen Jahres ist die Versteigerung an der EEX am Mittwoch mit der polnischen Primärmarktauktion wieder gestartet. Es wurden rund 1,52 Mio. EUAs versteigert, der Zuschlagspreis betrug 86,30 Euro/t CO2, bei einer Bid-to-Cover Ratio von 2,13. Am Donnerstag folgte die EU-weite Auktion mit rund 2,71 Mio. EUAs zu einem Preis von 85,47 Euro/t CO2 (Cover Ratio: 1,74).

Insgesamt geht das Auktionsangebot im EU-ETS 2026 zurück. Das gesamte Versteigerungsvolumen sinkt von 588,7 Mio. EUAs im Jahr 2025 auf 531,3 Mio. EUAs im Jahr 2026, was einem Rückgang von rund 57 Mio. Zertifikaten entspricht. Gleichzeitig steigt der Anteil der Luftverkehrszertifikate von rund 11,5 Mio. auf knapp 17,0 Mio. EUAs. Zudem wird die EEX im Auftrag Nordirlands eine EUA-Auktion durchführen, die für den 7. Oktober 2026 geplant ist und ein Auktionsvolumen von 782.000 EUA umfasst.

Deutschlands CO2-Emissionen sinken weiter

Die deutschen Treibhausgasemissionen sanken 2025 laut Agora Energiewende um 1,5 Prozent auf 640 Mio. Tonnen, vor allem durch Rückgänge in Industrie und Stromsektor. Dagegen stiegen die Emissionen in den Bereichen Wärme und Verkehr leicht an. Trotz steigender Zahlen bei Wärmepumpen und Elektroautos schreitet der Technologiewechsel laut Agora nicht schnell genug voran, um die Klimaziele bis 2030 zu erreichen. Deutschland müsste seine jährliche Emissionsminderung vervierfachen, um das Ziel einer Reduktion um 65 Prozent gegenüber 1990 einzuhalten.

CO2-Preise markieren neues Jahreshoch - EU verschärft CO2-Grenzausgleich

2025-12-18 1:30 pm

Die Emissionszertifikate haben ihre Gewinne aus der Vorwoche auch zu Beginn der neuen Handelswoche ausgebaut. So schloss der EUA-Dezember-25-Future an seinem Verfallstag am Montag 1,5 Prozent fester und überwand zum Abschluss noch das Jahreshoch aus Februar. Der neue Leitkontrakt EUA-Dez-26 legte im Wochenverlauf ebenfalls zu und markierte am Mittwoch ein neues Jahreshoch bei 88,5 Euro/t CO2. Anschließend kam es jedoch zu Verkaufsdruck. Am Donnerstagnachmittag gegen 13 Uhr notiert der Kontrakt bei rund 87 Euro/t CO2 und damit etwa 1 Prozent oberhalb des Vorwochenschlusskurses.

EU weitet CO2-Grenzausgleich aus

Die EU plant, den CO2-Grenzausgleich (CBAM) über die sechs Grundstoffsektoren hinaus auf ausgewählte, stahl- und aluminiumintensive Endprodukte wie Autos und Haushaltsgeräte auszuweiten, um Schlupflöcher zu schließen. Ziel ist es, energie- und emissionsintensive Importe an die im Binnenmarkt geltenden ETS-Kosten anzugleichen und damit Wettbewerbsparität während des Übergangs zu Netto-Null bis 2050 herzustellen. Ab Januar wechselt CBAM von der reinen Meldephase in eine schrittweise Zahlungspflicht, während zugleich die kostenlosen Zertifikate im EU-ETS auslaufen. Der finanzielle Dekarbonisierungsdruck nimmt damit zu. Für Fälle ohne verifizierte, anlagenbezogene Daten will die Kommission sogenannte Default-Werte festlegen, die faktisch eine Emissions-„Preisliste“ an der Grenze darstellen. Ergänzend sind Anti-Umgehungsregeln vorgesehen, damit Vorprodukte nicht in Drittstaaten weiterverarbeitet und anschließend als komplexe Güter ohne CBAM-Belastung in die EU verbracht werden. Zur Abfederung für die heimische Industrie soll ein neuer Fonds entstehen, gespeist aus einem Viertel der CBAM-Erlöse der nächsten zwei Jahre, um Exporteure zu unterstützen. Politisch bleibt das Instrument umstritten. Die USA und China kritisieren zusätzliche Handelshemmnisse, die Kommission verweist jedoch darauf, dass CBAM bereits andere Länder zu mehr CO2-Bepreisung motiviert. EU-Klimakommissar Wopke Hoekstra betonte am Mittwoch, dass die EU kein Land von ihrer CO2-Grenzabgabe ausnehmen wird.

EU-Kommission lockert Verbrenner-Aus

Die EU-Kommission schlägt vor, das geplante Verbrenner-Aus ab 2035 aufzuweichen, um die angeschlagene Autoindustrie zu entlasten. Künftig sollen neue Verbrenner- und Hybridfahrzeuge unter bestimmten Bedingungen weiterhin zugelassen werden, etwa bei nachweislich reduziertem CO2-Ausstoß. Auch CO2-Einsparungen durch umweltfreundlichere Materialien und Kraftstoffe sollen auf Emissionsziele angerechnet werden. Während Kanzler Merz den Vorschlag begrüßt, kommt von den Grünen und dem Automobilverband deutliche Kritik, da sie eine Schwächung der Klimaziele und fehlende Planungssicherheit befürchten.

Start der EUA-Auktionspause

Die letzte EUA-Versteigerung (EEX) des Jahres hat am Montag, dem 15. Dezember, mit 3.273.000 EUA stattgefunden (Auktionspreis: 84,6 Euro/t CO2). Die Auktionspause besteht bis zum 6. Januar. Am 7. Januar 2026 findet dann die polnische Auktion mit 1.801.500 EUA als erste Versteigerung im Jahr 2026 statt. In Summe werden 6.089.500 EUA in der KW 2 versteigert. Ab 2026 muss zudem die Schifffahrt 100 Prozent der verifizierten CO2-Emissionen abdecken.

Spekulanten bleiben bullish, aber Momentum schwindet

Die aktuellen CoT-Daten der ICE Endex per 12.12.2025 zeigen eine unverändert bullishe Positionierung der Investmentfonds am CO2-Markt, allerdings mit stark nachlassender Dynamik. Trotz des Kursanstiegs von 2,3 Prozent des EUA-Dez-25-Futures in der Berichtswoche haben die Spekulanten ihre Netto-Long-Position nur noch minimal ausgebaut. Die Netto-Long-Position der Investmentfonds kletterte um lediglich 0,6 Prozent auf 114,0 Mio. EUA (Vorwoche: 113,3 Mio. EUA). Im Detail zeigt sich eine stagnierende Entwicklung auf beiden Seiten. Die Long-Bestände stiegen um 1,0 Mio. Zertifikate auf 141,9 Mio. EUA, verglichen mit einem Aufbau von 2,2 Mio. EUA in der Vorwoche. Auch auf der Short-Seite bewegte sich wenig. Die Absicherungspositionen stiegen leicht um 0,4 Mio. auf 27,8 Mio. EUA. Die Investmentfonds halten zwar an ihrer bullishen Grundhaltung fest, zeigten in der Vorwoche jedoch praktisch keine Aktivität mehr.

EUA-Markt vor Auktionspause – Optionsverfall sorgt für Volatilität

2025-12-11 3:30 pm

Nachdem der EUA-Dez-25-Future die vergangene Handelswoche 49 mit einem Minus von 1,6 Prozent beendete, kam es zum Wochenstart am Montag der aktuellen Kalenderwoche 50 zu Kaufdruck, der jedoch nicht bis Handelsschluss hielt. Im weiteren Wochenverlauf setzten sich die CO2-Bullen aber wieder durch, mit einem deutlichen Preisanstieg am heutigen Donnerstag (plus 1,6 Prozent, Stand 15 Uhr). Bemerkenswert war zudem die Intraday-Bewegung rund um den Verfall der Dezember-Optionen gegen 14 Uhr am Mittwoch. Der Dezember-Future stieg nach dem Optionsverfall innerhalb einer Handelsstunde um 0,8 Prozent, gab die Kursanstiege dann aber wieder ab. Aufgrund einer festen letzten Handelsstunde blieb die Tagesveränderung dann entsprechend marginal.

CBAM-Details finalisiert - Industrie reagiert mit scharfer Kritik

Die EU-Staaten haben die finalen Leitwerte für den CO2-Grenzausgleich CBAM beschlossen, der ab 2026 auf Importe von emissionsintensiven Produkten wie Stahl, Aluminium, Zement und Wasserstoff angewendet wird. Wesentliche Änderungen betreffen unter anderem Zollcodes und die Bewertung von Emissionswerten, die für Importeure künftig finanzielle Auswirkungen haben werden. Der Plan sieht eine schrittweise Einführung von Aufschlägen bis 30 Prozent ab 2028 vor. Die Industrie übt deutliche Kritik am System, während eine Stellungnahme der EU-Kommission noch aussteht. Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) fordert eine Reform des europäischen Emissionshandelssystems (ETS), um die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie zu sichern. Insbesondere der Wegfall kostenloser Zertifikate und ein steigender CO2-Preis könnten energieintensive Branchen stark belasten. Zudem kritisiert der Verband das geplante CO2-Grenzausgleichssystem CBAM als ineffizient und übermäßig bürokratisch. Aus Sicht des VCI droht dem Instrument ein Scheitern, da es leicht umgangen werden könne und zu ständigen Nachbesserungen führe.

Spekulanten bleiben Long - CoT-Report bekräftigt bullische Haltung

Die jüngsten CoT-Daten der ICE Endex für die EUAs per 05.12.2025 zeigen eine Bestätigung der Entwicklung der Vorwochen. Trotz des Kursrückgangs von 1,6 Prozent im EUA-Dez-25-Future in der Berichtswoche haben die Spekulanten ihre bullishe Ausrichtung weiter ausgebaut. Die Netto-Long-Position der Investmentfonds klettert um 3,2 Prozent auf 113,3 Mio. EUA (Vorwoche: 109,8 Mio. EUA). Im Detail wurde die Position wie folgt verändert: Das Long-Exposure stieg um gut 2,2 Mio. Zertifikate auf nun 140,8 Mio. EUA. Die Short-Positionen sanken um knapp 1,4 Mio. auf 27,5 Mio. EUA. Die Spekulanten bleiben damit klar auf der Bullenseite. Die Finanzakteure scheinen fest davon überzeugt, dass die fundamentalen Rahmenbedingungen für höhere CO2-Preise intakt bleiben. Erst deutliche regulatorische Veränderungen oder eine nachhaltige Trendwende im Preisgefüge dürften an dieser robusten Positionierung etwas ändern. Allerdings hat die Dynamik des Netto-Long-Ausbaus zuletzt merklich nachgelassen.

EUA-Auktionspause rückt näher - Letzte Versteigerung am 15. Dezember

Am Mittwoch hat die letzte polnische EUA-Primärmarktauktion an der EEX für 2025 stattgefunden, mit 2.166.000 EUAs. In Summe werden in der aktuellen Kalenderwoche 50 13.666.000 EUAs versteigert. Die letzte Versteigerung des Jahres findet am Montag, den 15. Dezember, mit 3.273.000 EUAs statt. Ab dem 16. Dezember beginnt dann die Auktionspause bis zum 6. Januar. Am 7. Januar 2026 findet dann die polnische Auktion mit 1.801.500 EUAs als erste Versteigerung im Jahr 2026 statt. In Summe werden 6.089.500 EUAs in der KW 2 versteigert.

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